Glaube
Die wahre Quelle der vielzahligen Legenden vom Gral ist unbekannt. Vielleicht war dieses berühmte Gefäß ursprünglich ein weibliches Symbol, das man bei heidnischen Fruchtbarkeitsriten benutzte, ein Gegenstück zum phallischen Maibaum. Am besten ist er jedoch aus der christlichen Mythologie als der Kelch bekannt, den man aus einem einzigen großen Smaragden bildete, und aus dem Jesus beim letzten Abendmahl trank. Er wurde von einem Diener Pontius Pilatus’ gestohlen, der sich darin die Hände wusch, als man ihm den Fall des vermeintlichen Judenkönigs vortrug. Als Christus gekreuzigt wurde, benutzte ein reicher Jude, der zuvor zu ängstlich gewesen war, seinen Glauben zu bekennen, das Gefäß, um Blut aus Jesus’ Wunden aufzufangen. Dieser Mann Joseph ließ Jesus Leichnam in sein eigenes Grab legen, aus dem der Gottessohn wenige Tage später wiederauferstand. Joseph selber wurde bestraft; man sperrte ihn auf Jahre unter schlechten Bedingungen ins Gefängnis. Er erhielt Nahrung, Trank und geistigen Beistand vom Heiligen Gral, den er bei sich behalten hatte, und so konnte er überleben. Als man ihn freiließ, brachte er den Gral nach England, wo Joseph sich im Jahre 63 A.D. auch niederließ. Er begann die Bekehrung dieses Volkes zum Christentum. Der Gral wanderte von Generation zu Generation an seine Erben, bis er bei Sir Galahad von König Arthurs Tafelrunde landete. Nur keusche Menschen konnten ihn wahrnehmen. Der Gral steht auch mit dem Füllhorn in Verbindung, dem Hörn des Überflusses, dem alten Symbol der Mildtätigkeit und des Überflusses an wachsenden Dingen. Es ist der Kelch der Liebe und Treue und Fruchtbarkeit, der Behälter des klassischen Elementes ‚Wasser’ und das Symbol für die weibliche Natur (den Schoß), im Tarot durch die ‚Farbe’ Kelch repräsentiert.