18. KAPITEL

Als Bobby an einem sonnigen Septembertag wieder zur Hütte kam, um Charlotte Malunterricht zu geben, erschrak er über ihr bleiches Gesicht. Sie saß auf den Stufen vor dem Eingang, hielt sich den Kopf, und die Schatten unter ihren Augen sahen aus wie dunkle Gewitterwolken.

„Allmächtiger!“ Er lehnte sich an den Türrahmen. „Du bist doch nicht schwanger, oder?“

„Verbreite das Gerücht, und eure Mutter stirbt vor Scham.“

„Also, bist du? Spann mich nicht auf die Folter, Darling. Ich liebe Babys. Die von anderen Leuten jedenfalls.“

„Tut mir Leid, dich zu enttäuschen. Nein, ich bin definitiv nicht schwanger.“

„Schade. Michael stolziert einher wie ein Pfau. Also, was ist los mit dir? Du siehst aus wie Linda Blair im Exorzisten. Gleich verdrehst du den Kopf und sprichst in sieben Sprachen.“

„Mir ist auch so wie Linda Blair im Exorzisten.“ Stöhnend verschränkte sie die Arme über dem Bauch. „O Gott, Bobby, ich wünschte, es wäre etwas, das ich austreiben könnte.“

„Hast du was Falsches gegessen?“

„Wenn es nur so einfach wäre. Aber du willst mich bestimmt nicht jammern hören. Beachte mich einfach nicht.“

Er trat näher und gab ihr die Hand. „Komm, machen wir einen Spaziergang. Im Sonnenschein lässt sich gut reden.“

Während sie nebeneinander hergingen, erzählte er, wie er seinen Freund und viele Bekannte hatte krank werden und sterben sehen. Zuversichtlich schilderte er die Wirkung der neuen Medikamente und nannte schließlich den Namen seines Arztes.

„Er heißt Xavier Navarro. Er ist Arzt, nennt seine Behandlungsmethode aber Komplementär-Medizin. Es ist eine Mischung aus verschiedenen Therapieansätzen, Ernährung, Homöopathie, Schulmedizin und alten mexikanischen Hausrezepten. Er ist sehr klug, vielleicht sogar brillant und immer auf dem neuesten Stand der Erkenntnisse. Aber mehr als alles andere ist er der geborene Heiler. Glaubst du an so etwas?“

„Ja, durchaus. Was habe ich schon zu verlieren? Denkst du, er könnte mir weiterhelfen?“

„Wenn jemand, dann er“, betonte er. Und seine Überzeugung machte ihr Mut. Sie war ohnehin an einem Punkt angelangt, wo sie nach Strohhalmen griff.

„Ich verschwende jetzt nicht deine Zeit, indem ich dir erkläre, was er alles macht. Ganz genau verstehe ich das selbst nicht. Am besten, ich mache dir schnell einen Termin. Dann lässt du dich untersuchen, und ich bin sicher, er kann dir helfen. Ich fühle mich jedenfalls viel besser und kräftiger, seit er mich behandelt.“ Er warf sich in die Pose eines Bodybuilders.

Charlotte lachte. „Ja, mach mir schnellstmöglich einen Termin.“

Xavier Navarros Praxis lag in seinem Haus, einem kleinen cremefarbenen Gebäude im mediterranen Stil in den abgelegenen Hügeln Kaliforniens.

Der Warteraum war unauffällig, aber sehr sauber. Ein Stapel alter Magazine lag auf einem Holztisch, der von nicht zusammenpassenden Stühlen flankiert wurde. Vor den glänzenden Fenstern standen blühende Blumen im Sonnenlicht. Ein gutes Zeichen, wie Charlotte fand.

Sie traten ein und zogen ihre Jacken aus. Es gab keine Empfangssekretärin, es war also eine reine Privatpraxis. Charlotte kamen Zweifel, ob es richtig gewesen war herzukommen. Michael war zornig gewesen, dass Bobby sie zu diesem „Quacksalber“ brachte. Er hatte wenig Vertrauen in alte mexikanische Hausrezepte.

„Nervös?“ fragte Bobby.

„Ein wenig. Ich war bei so vielen Ärzten, dass ich die Nase voll habe von Untersuchungen. Glaubst du, dass er mich ganz untersucht? Ich meine, um ein paar Vitamine zu verschreiben, muss er doch nur meine Größe und mein Gewicht kennen. Dazu meine täglichen Aktivitäten, auch sportlicher Art. Heutzutage will ja jeder etwas über dein Stressniveau wissen.“ Sie sah ungeduldig auf ihre Uhr.

„Du willst doch erfahren, was mit dir los ist, oder? Also setz dich und entspann dich. Lies die Magazine und informiere dich über die Sportereignisse von vor vier Monaten.“ Er setzte sich auf einen roten Stuhl und zeigte auf einen orangefarbenen für sie. Dann zog er ein Taschenbuch hervor und war sofort in die Lektüre vertieft.

Charlotte schlug die Beine übereinander, sah aus dem Fenster und sammelte Argumente, warum sie doch besser zu Hause geblieben wäre.

Nach kurzer Wartezeit öffnete sich die Tür zu den Praxisräumen, und eine kleine, rundliche Frau mit dunkler Haut und indianischen Gesichtszügen kam strahlend heraus. Sie trug farbenfrohe Kleidung, und ihr dunkles Haar war straff gescheitelt. Dieser Scheitel ließ jedoch einen alarmierend großen Teil kahler Kopfhaut sehen, sodass Charlotte vermutete, sie habe Xavier Navarro wegen Haarausfall konsultiert.

Ihr folgte ein großer Latino mit ernsten Augen, einem dunklen Schnauzbart und einem schmalen freundlichen Gesicht. Er trug einen konservativen dunklen Anzug und eine gelb gemusterte Krawatte. Äußerlich machte er einen tadellosen Eindruck, und sein Verhalten war höflich, sogar galant. Sie mochte ihn sofort und war erleichtert.

„Miss Godfrey?“ fragte er, und sie hörte nicht den Hauch eines Akzentes heraus.

Sie nickte und stand auf.

„Hoffentlich habe ich Sie nicht warten lassen.“ Er lächelte freundlich und wandte sich an Bobby, um mit ihm einige Worte in Spanisch zu wechseln. Dabei scherzte er offenbar, denn beide Männer lachten.

„Kommen Sie bitte herein, Miss Godfrey. Schauen wir mal, wie ich Ihnen helfen kann.“

„Geh nur“, drängte Bobby, als er ihr Zögern spürte.

Die körperliche Untersuchung war kurz und unpersönlich. Seine Krankenschwester war freundlich und kompetent, und Dr. Navarro verhielt sich rücksichtsvoll und ernsthaft. Er beruhigte seine Patientin, indem er ihr ständig erklärte, was er jetzt gerade tat und warum. Seine Methoden waren praktisch und ein wenig ungewöhnlich. Nervös reagierte Charlotte nur, als er ihren Kopf untersuchte, Kiefer und Nackenbereich ausgiebig. Dabei kam er ihr so nah, dass sein Jackett ihre Wange streichelte und sie die Seife an seinen Händen roch. Sie musste sich zwingen, sich zu entspannen, und das erforderte viel Vertrauen.

Er wich zurück und legte beide Hände an ihre Wangen, berührte sie jedoch kaum. Dann verharrte er mit geschlossenen Augen. Etwas Seltsames geschah. Charlotte war nicht sicher, ob sie es sich einbildete. Aber unter den Händen spürte sie Wärme, die ihre Haut prickeln ließ bis in die Kiefergelenke.

Nachdem die Schwester noch einige Bluttests gemacht hatte, zog er sich einen Stuhl heran, um mit seiner Patientin zu sprechen.

„Hatten Sie jemals eine Schönheitsoperation, Miss Godfrey?“

Charlotte wollte schon verneinen, doch ein Blick ins Gesicht des Mannes sagte ihr, dass Lügen sinnlos war.

„Sieht man die Narben?“

„Nein, überhaupt nicht. Mein Kompliment an den Chirurgen. Er hat tadellos gearbeitet. Nein, ich spürte den Eingriff, weil sich die Energie veränderte. Das war ziemlich eindeutig. Was haben Sie machen lassen?“ fragte er freundlich. „Den Kiefer?“

„Ja, und das Kinn.“

„Das dachte ich mir schon. Da habe ich auch etwas gespürt, aber nicht so deutlich. Etwa hier.“ Er berührte die beiden Punkte rechts und links des Kiefers, die ihr Schmerzen bereiteten.

Sie zuckte leicht. „Ja, da tut es weh.“

Stirnrunzelnd rieb er sich versonnen das Kinn. „Ihre Symptome bereiten mir Sorgen. Kopf- und Gelenkschmerzen, Übelkeit und Müdigkeit, das hängt alles miteinander zusammen, dessen bin ich sicher. Ich möchte da noch ein wenig nachforschen. Würden Sie noch einmal wiederkommen? In einer Woche etwa? Gut. Für die Zwischenzeit habe ich Ihnen ein Programm ausgearbeitet, mit dem Sie gleich beginnen können.“

Dann ließ er sich viel Zeit, sie in ihr neues Gesundheitsprogramm einzuführen. Ein Teil war leicht zu beachten, anderes gebot der gesunde Menschenverstand, dazu kamen einige seit Generationen bewährte mexikanische Hausrezepte. In seiner Familie habe es immer Heiler gegeben, ganz früher eben Schamanen, erklärte er augenzwinkernd. Heilen zu können sei sowohl ein ererbtes Talent wie auch ein Fluch.

Sein Therapieansatz sei eine Mischung aus modernem medizinischen Wissen und alter Volksweisheit. Er diagnostizierte einen Mangel an B-Vitaminen und Mineralien bei ihr, was heutzutage häufig vorkam. Er verschrieb ein paar Antioxidantien, Enzyme und Gingko biloba, was in Kapseln angenehm einzunehmen war. Sie würde sich daran gewöhnen müssen, eine Hand voll Pillen zu schlucken, doch wenn es half, lohnte sich das zweimal tägliche Würgen.

„Damit wird es Ihnen bald besser gehen“, versprach er zum Abschied an der Tür. „Inzwischen betreibe ich ein paar Nachforschungen und besorge mir Ihre anderen Testergebnisse. Sobald ich Genaueres weiß, rufe ich Sie an.“

Charlotte gestand sich ein, Dr. Navarro falsch eingeschätzt zu haben. Sie fühlte sich wohl bei seiner Behandlung und war voller Zuversicht, wieder ganz gesund zu werden.

Zwei Wochen später meldete Dr. Navarro sich telefonisch und bat umgehend um ihren Besuch. Es war ein stürmischer, regnerischer Tag, der einen frühen Herbst ankündigte.

„Sicher ist es nur eine Nachuntersuchung“, sagte sie zu Bobby, als sie über die schmalen, mit Laub übersäten Straßen zu Navarros Praxis fuhren. „Ich fühle mich viel besser, seit er mich behandelt. Die Symptome sind fast weg. Ehrlich, so gut habe ich mich seit Monaten nicht gefühlt.“

„Mich musst du nicht überzeugen, Darling.“

Sie sah aus dem Fenster und nagte an ihrer Unterlippe. Sie wollte sich selbst überzeugen. Xavier Navarro hatte sehr ernst geklungen, was auf schlechte Nachrichten schließen ließ. „Ich weiß, dass alles in Ordnung ist. Alles läuft so wunderbar. Gott wird nicht zulassen, dass jetzt etwas schief geht.“

Bobby wusste es besser, blickte aber nur schweigend auf die Straße.

Dr. Navarro begrüßte sie an der Tür. Es regnete jetzt heftig, sodass sie mit den Füßen aufstampften und sich die Feuchtigkeit von der Kleidung schüttelten, ehe sie eintraten. Sie waren die einzigen Patienten.

„Gehen wir gleich in mein Büro, damit wir reden können“, bat Dr. Navarro nach einer freundlichen Begrüßung.

„Ich warte hier“, sagte Bobby und lächelte Charlotte aufmunternd zu.

Er konnte sie nicht täuschen, sein Lächeln wirkte angestrengt. Sobald er allein war, setzte er sich mit übereinander geschlagenen Beinen hin und trommelte mit den Fingern, zu nervös zum Lesen.

„Ich fühle mich viel besser“, sagte sie, als Dr. Navarro sie ins Sprechzimmer führte.

„Das freut mich“, erwiderte er, lächelte jedoch besorgt. Er deutete auf einen Sessel. „Setzen Sie sich. Heute reden wir nur.“

Nervös nahm Charlotte Platz und faltete fest die Hände. Sie hatte sich ausgemalt, was er ihr sagen würde: dass sie an einer schweren Krankheit litt, vielleicht keine Kinder bekommen könne und Ähnliches. O Gott, hoffentlich kein Krebs.

„Ich habe meine Nachforschungen beendet, und ich glaube zu wissen, was Ihre Probleme verursacht.“ Er machte eine Pause und betrachtete seine gefalteten Hände.

Sie sah ihn gespannt mit heftigem Herzklopfen an. Schließlich richtete sie sich auf und beugte sich erwartungsvoll vor.

„Ich fürchte, ich habe keine gute Nachricht. Als Sie das letzte Mal hier waren, entnahmen wir Ihnen Blut zur Unterschung. Die Ergebnisse zeigen, dass Sie unter einer ungewöhnlichen Reaktion leiden … einer ungewöhnlichen Immunreaktion, um genau zu sein. Ich glaube, dass Sie Antikörper gegen das Silikon oder andere Bestandteile der Implantate bilden, die bei Ihrer Schönheitsoperation eingesetzt wurden.“

Charlotte hörte die Worte, ohne die Bedeutung zu begreifen. „Implantate? Was …“

Dr. Navarro nahm einen Stift und zeichnete rasch eine Skizze ihres Kiefers. „Als Dr. Harmon Ihren Kiefer aufbaute, legte er hier und hier kleine Kissen ein.“ Er wies auf zwei Punkte auf ihrem Jochbogen. „Und hier“, fuhr er fort und deutete auf das Kinn.

Charlotte sah sofort, dass es genau die Punkte waren, die ihr Schmerzen bereiteten.

„Absicht war, Ihr Kinn zu vergrößern, um ein ausgeprägteres Profil zu bekommen. Das ist eine übliche Vorgehensweise und wurde tadellos ausgeführt.“

„Warum gibt es dann Probleme?“

Dr. Navarro legte den Stift beiseite und faltete die Hände wieder auf dem Tisch. „Das Problem ist nicht der eigentliche Eingriff. Ich habe mich mit jemandem beraten, der auf diesem Gebiet forscht. Ihr Körper zeigt eine heftige Reaktion auf die Substanzen der Implantate. Ich fürchte, die müssen entfernt werden.“

Entsetzt sank sie in ihrem Sessel zusammen und legte die Hände an die Wangen. Großer Gott, nur das nicht. Bedeutete das, noch eine Operation, um ihr Gesicht wiederherzustellen? Diese Schmerzen wollte sie nicht noch einmal durchmachen. Sie wollte nie wieder Krankenhausluft schnuppern und auch die Übelkeit und den Schwindel nach dem Eingriff kein zweites Mal erleben. Vor allem: Wie sollte sie sich operieren lassen, ohne dass Michael es erfuhr?

„Ich bedaure, Ihnen das mitteilen zu müssen.“

„Ist nicht Ihre Schuld“, erwiderte sie langsam, bemüht, das alles zu begreifen. Sie brachte kaum mehr als ein Flüstern heraus. „Danke, Dr. Navarro. Ich … ich danke Ihnen, dass Sie den Grund für meine Beschwerden gefunden haben. Ich dachte schon, ich bilde mir das alles nur ein.“

„Ich muss gestehen, dass ich zu Anfang auch skeptisch war. Viele Erkrankungen und Abnormitäten, die mit Implantaten in Verbindung gebracht werden, sind reine Anekdoten. Unspezifisch. In Ihrem Fall sind die Symptome eindeutig.“

„Aber …“, begann sie nachdenklich und strich über ihr Kinn. „Eines verstehe ich nicht ganz. Wenn ich eine Abstoßungsreaktion auf diese Implantate habe, womit wird man sie dann ersetzen? Ich meine, gibt es verschiedene Arten von Implantaten?“

Dr. Navarro sah sie verblüfft an und trommelte besorgt mit den Fingern auf die Tischplatte. „Vielleicht haben Sie das wirklich nicht ganz verstanden“, erwiderte er bedauernd. „Die Implantate … können nicht ersetzt werden.“

Charlotte war fassungslos. Sie konnte unmöglich richtig gehört haben. „Sie können nicht ersetzt werden?“ wiederholte sie mit belegter Stimme.

„Nein, leider nicht.“

Ihr war, als bliebe die Welt allmählich stehen. Das konnte doch nur ein Albtraum sein. Sie war wie betäubt vor Schock. „Und wenn ich sie nicht entfernen lasse?“ fragte sie nach einer Weile wie in Trance.

Er richtete sich im Sessel auf und sah sie durchdringend an. „Verstehen Sie, Miss Godfrey, hohe Titer antipolymerer Antikörper treten nur bei schweren Immunstörungen auf.“

„Wie schwer?“

„Diese Störungen werden fortschreitend schlimmer.“ Nach einer Pause: „Sie können tödlich enden.“

„Das muss doch ein Irrtum sein“, widersprach sie wie benommen.

„Tut mir Leid.“ Dr. Navarro seufzte mitfühlend und rückte sich in seinem Sessel zurecht. „Diese Reaktion ist nicht bei jedem ernst. Das ist sogar eher selten. Bei Ihnen ist es jedoch eindeutig bedrohlich.“ Er räusperte sich und beugte sich vor. „Lassen Sie uns Klartext reden, Miss Godfrey. Wenn Sie die Implantate nicht entfernen lassen, werden Sie meiner Meinung nach sehr krank werden und sterben.“

Plötzlich verabscheute sie ihn, seine Freundlichkeit, seine ruhige Art und sein Mitgefühl. „Ihnen tut es Leid? Sie wissen ja nicht, wovon Sie reden! Sie sind nicht einmal plastischer Chirurg! Ich werde Dr. Harmon konsultieren.“

„Darum möchte ich Sie bitten, so schnell wie möglich.“

„Er wird mir sagen, dass Sie sich irren. Und er wird alles in Ordnung bringen!“

„Miss Godfrey“, begann er und legte die Fingerspitzen aneinander, „ich habe mehrere Tests durchgeführt. Es besteht kein Zweifel. Dr. Harmon und jeder andere Arzt, der die Fakten kennt, wird bestätigen, was ich Ihnen gesagt habe. Ich weiß, diese Diagnose ist schwer zu akzeptieren. Aber ich möchte Sie nicht mit einem Missverständnis gehen lassen.“

Panik erfasste sie, als ihr klar wurde, dass Dr. Navarros Diagnose richtig sein könnte. Er wirkte sehr überzeugt.

„Wenn die Implantate entfernt werden …“, sagte sie langsam und dachte das Unvorstellbare. „Was wird dann mit meinen Wangen, meinem Gesicht passieren? Wie werde ich aussehen?“

„Ich kann es nicht wirklich sagen“, gestand er und fühlte sich offenbar unbehaglich. „Ich kenne den Umfang des ursprünglichen Eingriffs nicht.“

„Was passiert mit meinem Gesicht, wenn die Implantate entfernt werden?“ beharrte sie.

„Darüber sollten Sie wirklich mit Dr. Harmon sprechen.“

„Was … passiert … mit … meinem … Gesicht?“

„Ich …“ Er spreizte die Finger und betrachtete sie. Ihre letzte Hoffnung schien zwischen ihnen zu zerrinnen. „Ich denke, Ihr Gesicht, die Wangen, das Kinn werden so sein wie vor dem Eingriff.“

Sie fürchtete zu ersticken.