Der Umriss des Dämons verdunkelte den Schacht.
Etwas schoss auf Lisas Gesicht zu. Klappernd schnappte es über ihrer Stirn zusammen, verfehlte sie nur um Haaresbreite. Der Schnabel ragte aus der Schwärze herab wie der Stachel eines gigantischen Insekts, stieß zuckend vor und zurück.
Lisa schrie. Hände packten sie von hinten, rissen an ihren Armen. Sie lief, ohne zu sehen, wohin. Ließ sich von den anderen mitziehen. Quer durch die Bibliothek. Zur offenen Tür. Hinaus auf den Gang.
»Schnell!«, brüllte Chris. »Komm schon, schneller!«
Hinter ihnen ertönte ein Rumpeln. Der Rußgestank drang bis auf den Korridor, als sich der Dämon aus dem Kaminschacht schob.
Lisa blinzelte Ruß aus ihren Augen, schaute über ihre Schulter.
Der schwarze Storch schüttelte sein Gefieder, umwogt von einer Schmutzwolke. Hastig nahm er die Verfolgung auf. Setzte mit weiten Sprüngen über die Sessel hinweg, stürmte auf die Kinder zu.
»Wo sind –«
Chris ließ Lisa nicht ausreden. »Schon unterwegs in den Keller.«
Die beiden stürmten den Korridor entlang in Richtung Eingangshalle, die sich leer vor ihnen erstreckte.
Hinter ihnen fegte der Dämon heran.
»Was jetzt?«, rief Lisa außer sich vor Entsetzen.
Chris grinste im Rennen zu ihr herüber; es sah jedoch nicht fröhlich aus, eher, als hätte er Schmerzen.
»Jetzt«, keuchte er abgehetzt, »tun wir, was wir uns vorgenommen haben. Wir lenken den Mistkerl ab.«
»Und wie?«
»Wir laufen. So schnell wir können. Und wenn wir Glück haben, ist das vielleicht sogar schnell genug.«