Nachbemerkung
Die Darstellungen in diesem Buch entsprechen meinen Erinnerungen an meine zwölfjährige berufliche Laufbahn bei Goldman Sachs. Ich wollte meine Karriere und meine Erfahrungen bei Goldman Sachs nutzen, um eine Geschichte über ein System und einen Wirtschaftszweig zu erzählen, in dem der Einzelne dazu verleitet und geradezu gezwungen wird, moralische Grenzen zu überschreiten, um erfolgreich zu sein.
Ich wollte ein Schlaglicht auf ein System werfen – nicht auf einzelne Personen. Deshalb habe ich manche Namen und Beschreibungen verfremdet.
Ich berichte aus dem Gedächtnis und habe mich bemüht, Dialoge so genau und korrekt wie möglich zu rekonstruieren, damit ihr ursprünglicher Sinn erhalten bleibt. Etwaige Irrtümer, Fehler, Versäumnisse gehen allein auf mein Konto.
Als es darum ging, den Artikel über Goldman Sachs in der New York Times zu veröffentlichen, hatte ich durchaus Bedenken – nicht was den Inhalt, sondern vielmehr was die Form betraf, denn ich fragte mich, ob ich mich derart pauschal äußern durfte über ein Unternehmen und eine Branche mit Abertausenden ehrlichen Mitarbeitern, die jeden Tag zur Arbeit gehen und ihre Pflicht tun, um ihre Kunden zufriedenzustellen und um ihre Familien zu ernähren. Nicht wenige dieser Menschen haben mir im Lauf der Jahre viel Gutes getan, beruflich ebenso wie privat.
Doch Dutzende von Gesprächen, die ich in den zwölf Monaten vor meinem Ausstieg mit Kollegen führte, hatten mir gezeigt, dass viele von ihnen meine Ansichten teilten. Wenn man sieht, wie andere Regeln verletzen und damit nicht nur durchkommen, sondern auch noch daran verdienen, will man sich gern einreden, dass das bestimmt seine Ordnung hat. Es hat aber nicht seine Ordnung.
Ich sagte mir daher Folgendes: Wenn ich diesen Artikel schreibe und er auch nur geringfügig zu einer Reform des Systems beiträgt – dem es vor allem an zwei Dingen mangelt: Transparenz und Rechenschaftspflicht –, dann ist auch all diesen Menschen langfristig gedient. Mit dem Artikel, vor allem aber mit diesem Buch verfolge ich daher ein konstruktives Ziel, kein destruktives: Ich möchte das System verbessern – durch mehr Transparenz.