Portia da Costa
Was soll das mit den Fensterläden? Wann um alles in der Welt hat sie die anbringen lassen?
Drei Wochen waren vergangen, seit Richard Lacey das Haus zuletzt aufgesucht hatte, das er bisher mit seiner Frau Melinda geteilt hatte. Aber selbst nach so kurzer Zeit konnte er Veränderungen erkennen. Aus irgendeinem Grund, den vermutlich nur sie kannte, hatte seine Frau schwere, metallene Fensterläden vor allen Fenstern anbringen lassen. Schreckliche, schwarze Dinger, die hässlich, grimmig und trostlos wirkten und aus dem Haus einen verbarrikadierten Bunker im Herzen der Vorstadt machten.
Das werden wir ja bald sehen, warum sie sowas macht!
Richard runzelte die Stirn. Er lenkte seinen Wagen in die Einfahrt. Was war da los? Mel hatte die ganze Fassade des Hauses ruiniert. Dabei gehörte es ihm noch zur Hälfte! Sie hatte jedenfalls nicht das Recht, so drastische Veränderungen vorzunehmen und damit den Wert seines Besitzes zu senken.
Er starrte die harte, wenig einladende Fassade an und atmete einmal tief durch.
Eigentlich war er nicht hergekommen, um mit ihr zu streiten. Ganz im Gegenteil. Er versuchte, positive, liebevolle Gedanken zu denken, als er den Motor ausschaltete. Er probte noch einmal seine kleine Ansprache und wie sich das anschließende Szenario wohl abspielen würde. Trotzdem fühlte er sich unwohl, und daran waren nicht bloß die blöden Fensterläden schuld.
Er stieg aus dem Wagen und schaute sich um. Ihn erwarteten noch mehr entsetzliche Überraschungen.
Der Garten, der immer Mels Stolz und größte Freude gewesen war, sah schrecklich aus.
Ihre Rosen waren in einem erbärmlichen Zustand. Tote, vertrocknete Blüten hingen verloren von den Stängeln, und zwischen den Rosenstöcken rankte Unkraut hoch, das schmierig wirkte. Es war ein schöner Abend, draußen herrschte goldenes Zwielicht, und trotzdem hing ein beunruhigender, dunkler Hauch über dem ganzen Garten. Er umfasste sein Friedensangebot – eine Flasche teuren Wein und belgische Trüffelpralinen – noch fester und marschierte entschlossen auf die Haustür zu. Er versuchte, die plötzlich in ihm aufsteigende Angst zu unterdrücken.
Ganz gegen seine Gewohnheit klingelte er. Meistens war Mel zu Hause. Sie ging nicht allzu oft aus, und wenn er ehrlich war, dann war ihr mangelndes Interesse an sozialen Aktivitäten einer der Hauptgründe für ihre Trennung. Nun, wenn man es genau nahm, hatte er sie verlassen. Ein stechender Schmerz zog seinen Bauch zusammen; er fühlte sich schuldig und erinnerte sich nur allzu gut, wie sie ihn angefleht hatte, bei ihr zu bleiben. An ihre Tränenflut. Aber die Aussicht auf ein Leben mit einem Partygirl wie Susan war ihm um ein Vielfaches aufregender erschienen. Wie auch der häufige und unkomplizierte Sex, der nach Mels intensiven Gefühlen und ihrer immer wieder auftretenden, unerklärlichen Melancholie eine Wohltat gewesen war.
Niemand öffnete. War sie überhaupt da? Wegen dieser lächerlichen Fensterläden konnte er nichts im Innern des Hauses erkennen.
Er schob die Flasche und die Pralinenschachtel unter den Arm und fischte seinen Schlüssel aus der Hosentasche. Schon jetzt hatte er das Gefühl, es sei keine allzu gute Idee, sich mit Mel zu versöhnen. Natürlich war Mel ausgerechnet dann unterwegs, wenn er ihr die wunderbare Neuigkeit überbringen wollte, dass er wieder zu ihr zurückkehrte.
In der Diele war es stockfinster. Erst jetzt bemerkte er die Metallfensterläden, die auch die kleinen, schmalen Fenster neben der Eingangstür sowie das Oberlicht verschlossen. Was zum Teufel war hier los? Er würde sie so schnell wie möglich entfernen, sobald er wieder eingezogen war. Diese Fensterläden waren ja ein richtiger Schandfleck, ganz abgesehen davon, dass sie vollkommen unnötig und deprimierend waren.
Er blieb stehen, um Licht zu machen. Richard rümpfte die Nase.
Lieber Gott, was ist das denn für ein Gestank?
Schwerer, penetranter Mief traf ihn wie ein Schlag ins Gesicht. Der Gestank war so heftig, dass er sich fast vorstellen konnte, wie er durch die Dunkelheit waberte. Der Geruch erinnerte ihn an die verrottenden Rosen vor der Tür, aber etwas Würziges, ihm völlig Unbekanntes ging mit dem Rosenduft einher. Nach Erde und Kräutern ... nein, irgendwie war dieser Geruch sehr verstörend.
Er hatte so etwas noch nie gerochen, und dieser Duft war überhaupt nicht mit dem leichten, blumigen Parfüm zu vergleichen oder den vielen Möbelpolituren und Reinigungsmitteln, die sie benutzte.
Dennoch gefiel ihm etwas an diesem Geruch. Ja, er mochte ihn mehr als nur ein bisschen. Es war dunkel, erotisch ... Der Duft erregte ihn.
Und das war wirklich gut, fand er. Denn er hatte sich fest vorgenommen, Mel auf jeden Fall zu vögeln, um seine Rückkehr damit zu besiegeln. Sie würde so dankbar sein, und seit er es sich mit Susan verscherzt hatte, vermisste er es, regelmäßig zum Zug zu kommen.
Er legte seine Geschenke ab und ging ins Wohnzimmer. Auch dieser Raum war in Dunkelheit gehüllt, wie schon die Diele. Er schaltete noch eine Lampe ein und trat ans Fenster. Leider fand er nirgends eine Vorrichtung, um die Läden von innen zu öffnen. Wie um alles in der Welt öffnete man diese verfluchten Dinger?
Vorsichtig bewegte er sich zwischen den Möbeln und ging wieder in die Diele.
Was ist hier los? Und wieso bin ich so unglaublich geil auf Sex?
Es wurde langsam schlimmer mit ihm. Er war steinhart in seiner Jeans. Gott, er hoffte wirklich, dass Mel bald heimkam, egal, wo sie sich gerade herumtrieb.
Im oberen Stockwerk wurde es noch schlimmer. Der Geruch wurde intensiver, und er war jetzt so steif, dass jeder Schritt unangenehm war.
Am Ende des Flurs stand die Tür zum Schlafzimmer einen Spaltbreit offen. Als er die Tür erreichte und im Schlafzimmer Licht anschalten wollte, passierte nichts. War die Birne kaputt?
Er tastete sich in den dunklen Raum vor. Das einzige Licht fiel vom Flur ins Schlafzimmer. Der beunruhigende Duft hing in diesem Raum so schwer in der Luft, dass es sich für ihn anfühlte, als müsste er um jeden Schritt ringen und sich durch die Duftwolken vorwärtskämpfen. Als müsste er sich durch Sirup bewegen. Richard sank aufs Bett und umfasste unwillkürlich seinen schmerzenden, pochenden Unterleib.
Mel, Mel, dachte er. Plötzlich erfasste ihn ein stechendes Verlangen nach seiner Frau. Er hatte sie so mies behandelt, hatte sie nicht so geschätzt, wie sie es verdiente. Aber jetzt wollte er es besser machen. Er würde alles tun, was sie von ihm verlangte.
Eine schwere Trägheit erfasste ihn. Er legte sich auf das Bett und streifte die Schuhe ab. Wo sie sich auch herumtrieb, er würde hier auf sie warten. Und wenn sie zurückkam, würde er gut zu ihr sein. Er würde sie besser behandeln als bisher.
Er streckte die Hand zur Seite aus. Seine Finger berührten etwas Weiches und Hauchdünnes. Er zog es zu sich herüber und merkte, dass es sich um ein Wäschestück handelte. Ein kleines Strapsmieder, bemerkte er, als er es im schwachen Licht hochhielt, das durch die Tür ins Schlafzimmer drang. Es war schwarz und aus mit Spitze besetzter Seide. Nicht zu vergleichen mit den schlichen, weißen Baumwollhöschen und BHs, die Mel sonst immer trug. Der zarte Stoff glitt wie eine Flüssigkeit durch seine Finger. Bei der Vorstellung, wie sich die Seide zwischen Mels Schenkeln anfühlte, zuckte sein Schwanz. Es war nicht das Nichts aus Stoff, das ihn erregte, sondern die Vorstellung, wie sich ihre Erregung unter seinen Fingern anfühlte.
Das Verlangen packte ihn. Schmerzhaft zogen sich seine Hoden zusammen, und dieser herrliche Schmerz zerschnitt seinen ganzen Körper und raubte ihm den Atem.
Warum hatte er sie bloß verlassen? Er musste scharf nachdenken, um sich daran zu erinnern. Es war wahnsinnig, was er getan hatte. Wie hatte er vergessen können, wie sexy sie war? Ihr Duft umnebelte seinen Verstand. Oder war es dieser andere Duft, der im Raum hing? Was passierte mit ihm? Seine Gedanken wirbelten durcheinander, während sein Schwanz pochte und wütete, sich gegen seinen Unterleib drückte und von dem quälenden Wunsch beseelt war, Mel zu vögeln.
Ein rauer, erbärmlicher Laut hallte im Raum wider. Er bemerkte erst danach, dass der Laut von ihm kam, dass er laut stöhnte. Wie ein Tier, das Schmerzen litt.
Er lag auf dem Bett und trug noch immer seinen Mantel. Seine Hände zitterten wie gelähmt, er riss an seinem Gürtel, der Hose, dem Reißverschluss. Er öffnete seine Hose, seine Hand glitt hinein und unter seine Shorts. Seine Finger fanden den brennenden Schwengel, er wickelte die kühle Seide um ihn und wünschte sich so sehr, die Seide sei Mels Hand oder ihre Lippen. Oder das weiche, nasse Paradies zwischen ihren Beinen.
Er bewegte die Hand pumpend auf und ab, brach beinahe in Tränen aus und schrie immer wieder ihren Namen. »Mel, Mel!«
Wie hatte er sie nur verlassen können? Sie war eine Göttin ... Er war es nicht wert, mit ihr zusammen zu sein, er konnte sich glücklich schätzen, wenn ihm erlaubt wurde, sich in ihrer Nähe aufzuhalten.
Seine Hand war ungeschickt, und es gelang ihm nicht, sich Erlösung zu verschaffen. Nicht wie ihre zärtliche Hand, die ihn immer umfasst gehalten hatte. Die ihn liebkost und ihm Lust bereitet hatte. Das fremdartige Parfüm, das ihn so sehr an sie erinnerte, schien seinen Verstand auszuschalten und ließ Bilder in ihm aufsteigen. Erinnerungen, Sehnsüchte, oh ja, so viel Sehnsucht ...
Verwirrt und frustriert spürte er den Orgasmus, der durch seinen Körper zuckte. Aber als er sich danach streckte, sich geradezu in dieses Hochgefühl krallen wollte, ließ ihn eine kaum merkliche Luftbewegung mitten in der Bewegung erstarren. Der Schock hielt an, er verharrte und verwehrte sich die Erleichterung.
Eine Gestalt erhob sich sehr anmutig von dem Stuhl, der in der Zimmerecke stand. Merkwürdig, dass sie in der Dunkelheit zu erkennen war. Es schien, als habe er plötzlich die Fähigkeit erlangt, im Dunkeln zu sehen.
»Mel?«
Sie war hier. Sie kam auf ihn zu. Seine Mel. Er war ihrer nicht wert, und sie war so vertraut und trotzdem fremd. Sie war vollkommen anders als noch vor drei Wochen.
»Aha. Manchmal kommen sie also zurück, scheint mir. Die fehlgeleiteten Ehemänner.« In dem merkwürdigen Licht sah er das geisterhafte, ironische Lächeln, das sich auf ihrem vertrauten Gesicht abzeichnete. »Egal, ob man nun will, dass sie zurückkommen, oder nicht.«
Richard versuchte, sich aufzurichten, aber er hatte jegliche Kraft verloren. Sie war mit seiner Leidenschaft und der Reue aus ihm herausgeflossen.
»Mel ... oh Mel ...«, keuchte er und starrte sie an, seinen Schwengel noch immer mit der Faust umschlossen.
Wie hatte er nur vergessen können, wie schön sie war? Er runzelte die Stirn, weil sein Blick verschwamm und sich veränderte. Einen Augenblick lang durchzuckte ihn die Erkenntnis, dass sie nie so schön gewesen war. Dieser Gedanke nagte an seinem Bewusstsein. Aber dann schien sich seine Sichtweise erneut zu verschieben, und er erkannte die große Anmut, die seine geliebte Frau ausstrahlte.
Ihr blasses Gesicht schimmerte im gedämpften Licht. Ihre Haut war weiß und zart. Die Lippen waren wie blutrote Rosenblätter, ihre Augen wie dunkle Sterne. Schwarz, dicht und schimmernd strömte ihr Haar üppig über ihre Schultern. Hatte sie etwas mit ihren Haaren gemacht? Nein, es war schon immer so gewesen, oder? So voll und sinnlich ... so verführerisch.
Und ihr Körper ... Ach, ihr Körper erst!
Sie trug ein Kleid aus dunkler Seide mit Spitze, das zu einem Ensemble gehörte, zu dem auch das Strapsmieder passte, mit dem er seinen schmerzenden Schwanz rieb. Der dünne Stoff schien sich ständig zu verändern und schimmerte wie flüssiges, schwarzes Metall, das die üppigen Rundungen ihrer Brüste umschmiegte, ihre Schenkel umspielte und ihren hübschen, leicht gerundeten Bauch und den kleinen Schamhügel hervorhob.
Sie war ihm jetzt so nah, und die Art, wie sie sich auf ihn zubewegte, ließ ihn schwindeln, als ob er zu lange Karussell gefahren wäre. Lief sie, oder schwebte sie irgendwie durch die Luft?
Aber nein, das war lächerlich. Menschen schwebten nicht, erst recht nicht seine Frau. Trotzdem war sie irgendwie jetzt bei ihm, setzte sich neben ihn aufs Bett und hatte den Raum ohne sichtbare Anstrengung durchquert.
»Mel, es tut mir so leid«, flüsterte er. Mehr brachte er nicht hervor, weil sein Blut in seinem Schwanz pulsierte und er das Gefühl hatte, ein großes Gewicht drücke seine Brust nieder.
»Das sollte es auch.«
Ihre Stimme war so leise wie seine. Sie hatte schon immer leise gesprochen. Dennoch schienen ihre Worte von seinen Trommelfellen zurückgeworfen zu werden und klangen so laut, als würde sie ihn anschreien.
Sie streckte die Hand aus, löste seine Finger, die noch immer krampfhaft seinen Schwanz umfasst hielten, und legte ihre eigenen um ihn. Sie fühlten sich durch die Seide des Mieders kühl an.
Eine unglaubliche Angst durchströmte ihn, ein Entsetzen, das er nicht verstand. Lieber Gott, wollte sie Rache nehmen und seinen Schwanz abreißen?
Daran, wie sich ihr roter Mund zu einem Lächeln verzog, das gleichermaßen verheißungsvoll und grausam war, erkannte er, dass sie seinen Gedanken erriet.
Sie begann, ihn zu massieren. Erst aufreizend langsam, und ihr verführerischer Körper bewegte sich im selben Rhythmus, als würde sie sich zugleich selbst befriedigen. Es sah aus, als riebe sie ihr Geschlecht an der Matratze.
Und vielleicht tat sie das wirklich ... Ihre rote Zunge schnellte wie die einer Schlange hervor, befeuchtete ihre Lippen. Sie schloss die Augen und wiegte sich in den Hüften.
Dann entschlüpfte ihr ein leises Keuchen, als ob sie zu ihrer Überraschung bereits kam.
Wie ein Hochgeschwindigkeitszug schoss ihm ein Gedanke durch den Kopf, den er nur mit Mühe festhalten konnte.
War es nicht immer schwer gewesen, Mel zu erregen? Dauerte es nicht immer, ehe sie ihren Höhepunkt erreichte?
Jetzt war das anscheinend anders. Ganz im Gegenteil. Sie legte den Kopf in den Nacken und schrie ihren Triumph heraus. Ihr perfekter, weißer Hals kräuselte sich, als sie ihre Lust herausschrie.
Wie konnte das sein?
Verwirrt stellte er fest, dass ihr Hals nicht ganz so perfekt war, wie er zuerst gedacht hatte. Wie durch einen Schleier nahm er die zarte, aber dennoch gut sichtbare, rote Narbe wahr, die ganz nah an ihrem Kinn wenige Zoll neben ihrem Ohr die makellos weiße Haut durchbrach. Die Narben waren kaum zu erkennen, winzig klein, gerötet und zart wie Spinnweben. Aber es sah aus, als verheilte dort eine tiefe Wunde.
Er hatte diese Narbe noch nie gesehen, obwohl sie seit sieben Jahren verheiratet waren.
Kurz darauf straffte sie die Schultern, öffnete die Augen und blickte ihn prüfend an.
Richard zuckte zusammen. Bildete er sich das nur ein, oder funkelte tatsächlich etwas Rotes in ihren Pupillen?
Sie schaute nach unten. Er folgte ihrem Blick.
Lieber Gott, beinahe hatte er vergessen, dass sie seinen Schwengel umfasst hielt.
Mit einem leisen, ungehaltenen Grunzen wickelte sie das Seidenmieder von seinem Schaft und warf es achtlos beiseite. Aber als sie die Finger wieder um ihn schloss, waren sie genauso kühl wie die Seide. Es fühlte sich herrlich an, eine beruhigende, kühle Berührung seiner fiebrigen, harten Hitze.
Er blickte ihr erneut in die Augen. Aber die roten Flecken darin ängstigten ihn. Er schloss die Augen, weil er ihren Blick nicht erwidern konnte und nicht darüber nachdenken wollte, warum das so war.
Eine Zeitlang spielte sie einfach mit ihm. Sie manipulierte ihn, ließ ihre kalten Fingerspitzen über seine Länge auf und ab gleiten und spielte auf ihm wie auf einer Flöte, bei der sie den richtigen Ton suchte.
Noch immer wagte er nicht, die Augen zu öffnen. Aber hinter geschlossenen Lidern stellte er sich Dinge vor, die ihn erschreckten. Er sah nur noch diese roten Pupillen und das wilde Haar einer Medusa.
Als kalte Nässe seine Eichel berührte, schrie er laut auf.
Seine Augen öffneten sich, und das Gefühl, von etwas Kaltem und Nassem umschlossen zu werden, ließ ihn nach unten auf seinen Schwanz blicken.
Mel lutschte ihn. Ihre rubinroten Lippen bewegten sich an seinem Schaft auf und ab, während ihre Zunge ihn reizte und quälte. Er schrie erneut laut auf, als ihre Zähne seine Härte berührten.
Und sie war inzwischen auch nackt, ihr Kleid lag auf dem Boden. Ihr herrlicher Leib beugte sich sehr anmutig über ihn. Ihre vollen Brüste streiften seinen Oberschenkel, und ihre Nippel waren so hart wie zwei eisige Metallbolzen.
O Gott, sie wird ihn mir abbeißen!
Lähmende Angst krallte sich in seinen Unterleib. Aber verrückterweise wurde sein Schwanz dadurch noch härter. Ihr leises Lachen hätte ihn fast kommen lassen, aber sie machte irgendwas teuflisch Gutes mit ihren Fingern, das ihn verharren ließ. Er konnte nicht kommen.
Sie ließ von seinem kostbaren Glied ab und richtete sich auf. Mel lächelte.
»Es wäre dir ganz recht geschehen, wenn ich das gemacht hätte, mein geliebter Ehemann«, schnurrte sie. Ihre Stimme war leise und schrecklich erregend. »Aber warum sollte ich deinen Schwengel abbeißen?«
Mit einer ruckartigen Bewegung ihres Kopfs beugte sie sich vor und kroch über ihn. Ihre Bewegungen waren wie die einer wunderschönen, nichtsdestotrotz tödlichen Spinne.
Entsetzen ballte sich in seinem Bauch, als sie sich auf ihn setzte und sich langsam hinabsenkte.
Das entsetzliche Gefühl, wie sie sich um ihn schloss, schien seine Vorstellungskraft zu übersteigen. Für wenige Augenblicke musste er um Selbstbeherrschung und Klarheit ringen. Dann erst wurde ihm schmerzlich bewusst, dass er betäubt war.
Der schlüpfrige Körper seiner Frau war kalt. Eisig schloss sie sich um ihn. Er wurde in ihr schlaff, aber dann packte sie ihn und massierte ihn, bis er wieder hart wurde.
Der Raum wurde durch ihre Vereinigung erschüttert und drehte sich um ihn wie ein wildes Karussell. Trotzdem klammerte er sich verzweifelt an die letzten Reste seines Verstands.
»Warum ... die ... die Fensterläden?«, keuchte er und kreischte im nächsten Augenblick auf, als sie die Hüften verdrehte und seine Erektion gleich mit. Sie umklammerte ihn und melkte ihn zugleich. »Was geht hier vor?«
Er fühlte sich wie ein Wurm, ein Arbeitssklave, der zu ihr aufblickte. Sie war die Göttin, eine Ikone des Sex, die ihn keines Blicks würdigte und sich dazu herabließ, ihn zu vögeln und ihn zu berühren.
Einen Moment lang glaubte er, keine Antwort von ihr zu bekommen. Er dachte, er würde bewusstlos werden oder seine Schädeldecke würde wegfliegen.
Wie zur Hölle hatte er bloß eine Frau verlassen können, die das hier mit ihm anstellen konnte? Sarah zu vögeln war verglichen hiermit so gewesen, als würde man ein Stück Holz vögeln.
»Es ist jemand gekommen und ins Haus eingedrungen, mein Lieber. Er ist eingebrochen«, gurrte sie und beugte sich über ihn. Ihre Möse hielt ihn unnachgiebig umklammert, packte zu und drückte ihn, packte zu und drückte. »Und du warst nicht hier, darum habe ich lieber Vorsichtsmaßnahmen getroffen.«
»Tut mir leid ... es tut mir so leid«, keuchte er und wusste nicht genau, was er fühlen sollte. Es war schwierig, einen klaren Gedanken zu fassen, wenn sein Schwanz zugleich in diesem kalten, seidigen Paradies steckte.
»Das glaube ich dir gern, Richard.« Ihre Stimme war wie Honig in seinen Ohren, und ihre Lippen strichen seidig über seinen Hals, als sie ihn dort küsste. Er spürte ihre Zunge, die wie ein kleiner Pfeil vorschnellte und vorsichtig ein Stück Haut bearbeitete, als müsse sie es auf irgendwas vorbereiten. »Liebst du mich noch immer?«
Die Worte hätten ihn eigentlich schockieren müssen, aber irgendwie war er auch darauf vorbereitet, sie zu hören. Und ebenso war er darauf vorbereitet, ihr eine ehrliche Antwort zu geben.
»Oh ja, Mel ... Ja, ich liebe dich!« Ihre Lippen drückten sich auf das von ihr benetzte Stück Haut direkt über seiner Halsschlagader. Ihre seidige Passage zog sich zugleich um ihn zusammen. »Ich war so dumm, grausam und gedankenlos. Aber das passiert nie wieder. Ich werde dich nie wieder so behandeln, das kannst du mir glauben.«
Sie leckte, leckte, leckte ihn, und zugleich lächelte sie, das spürte er.
»Nein, das wirst du nicht, ich weiß«, versicherte sie ihm. Ihr Atem streifte heiß seinen Hals. »Und ich liebe dich auch noch trotz allem. Das ist ein großes Glück für dich, du kannst dir gar nicht vorstellen, wie groß.«
Ihre Hüften gingen auf und ab, während ihr Körper sich so gelenkig bog wie der eines Schlangenmenschen. Ihr Mund war nun offen, und sie drückte die Lippen an seinen Hals. Ihre scharfen Zähne ritzten seine Haut.
Richard spürte, wie sein Orgasmus immer näher kam. Er versuchte, Mel zu packen, aber irgendwie schlug sie seine Hände weg, ohne ihn zu berühren. Er lag auf dem Rücken ausgestreckt wie ein gefrorener Seestern, konnte sich nicht bewegen und konnte nichts tun, außer zu spüren, was mit ihm geschah.
Sie knabberte nun an ihm, kniff und quälte seinen Hals, und zugleich stöhnte sie tief und wild. Ihre Vulva zuckte, da sie inzwischen beinahe ständig zum Orgasmus kam.
Richard schrie auf, als sie ihn in den Hals biss. Es war nicht der Schmerz, der ihn erschütterte, sondern die Intensität seines Höhepunkts. Kaltes Licht durchflutete seinen Kopf, und seine pochenden Lenden leerten sich in einem schäumenden Schwall.
Am nächsten Tag fühlte er sich bei der Arbeit seltsam nervös, verdrießlich und schlapp. Er konnte sich nicht auf seine Arbeit konzentrieren. Es ging so weit, dass er sich kaum an seinen eigenen Namen erinnern konnte.
Sein Hals schmerzte, und sein Schwanz fühlte sich an, als wäre er durch die Mangel gedreht worden. Jedes Mal, wenn er ihn berührte – und er berührte ihn oft – kribbelte er lustvoll, als könnte sich sein Schwanz an Details erinnern, die ihm entfallen waren.
Er konnte nichts tun, ohne sofort wieder an Mel zu denken. Dennoch konnte er sich nicht genau daran erinnern, was mit ihr passiert war. Sein Verstand war zerfetzt, ihm blieb nur noch die Erinnerung an die Leidenschaft. Eine intensive, schmerzhafte Leidenschaft, die er sich so nie hätte träumen lassen. Er konnte sich nicht mal mehr daran erinnern, wie er aus dem Haus gelangt war oder ob sie ihm gesagt hatte, dass er wiederkommen durfte.
Die Stunden zerrannen. Sein Hals puckerte und brannte. Der Tag war unglaublich heiß und schwül, die Sonne brannte wie Feuer. Das Einzige, woran er denken konnte, war die kühle Dunkelheit im Schlafzimmer zu Hause; die kühle Dunkelheit, die ihn umschloss, wenn er seinen Schwanz in seine Frau rammte.
Als der Abend dämmerte, verließ er sein Hotelzimmer, sprang in den Wagen und fuhr, jede Geschwindigkeitsbegrenzung missachtend, in die Vorstadt. Aus irgendeinem Grund, den er nicht genau benennen konnte, schien es wichtig zu sein, bis zum Einbruch der Nacht zu warten ... Aber jetzt hatte er es eilig. Er verzehrte sich nach ihr.
Er raste wie ein Verrückter durch die Straßen. Erst jetzt spürte er, wie seine Sinne erwachten – und ebenso sein Schwengel. Schon bald wäre er bei ihr. Bald wären sie wieder vereint und vögelten.
Aber vor dem Haus stand in seiner Einfahrt ein fremder Wagen. Ein schnittiges, schwarzes Monster von Auto, ein herrlicher Aston Martin von der Sorte, wie er ihn sich nie würde leisten können, selbst wenn er ewig lebte. Verwirrung machte sich in ihm breit, eine Übelkeit erregende Panik. Wer war zu Besuch? Und warum? Wieso konnte man ihn nicht mit Mel allein lassen, damit er die Frau, die er liebte, davon überzeugen konnte, ihn für immer nach Hause zurückkehren zu lassen?
Er klingelte. Er hämmerte an die Tür. Erneut klingelte er. Es erschien ihm wichtig, der Höflichkeit Genüge zu tun. Dennoch stiegen Angst und Eifersucht wie dunkle, bittere Galle in ihm auf. Er holte seinen Schlüssel hervor und kratzte wild am Schloss herum, ehe er schließlich das Schlüsselloch traf und sich ins Haus einließ.
Erneut umfing ihn die Dunkelheit und die überwältigenden Gerüche nach verrottenden Rosen und uralten Gewürzen. Etwas, das irgendwie nicht richtig war, sich aber dennoch um seinen schmerzenden Schwanz wand und ihn liebkoste.
Richard stolperte durch das dunkle Haus, stieß sich die Schienbeine an den Möbeln und fluchte laut. Er musste zu ihr gelangen. Wo steckte sie? Und, viel wichtiger: Mit wem war sie zusammen?
Die Heftigkeit seiner Eifersucht nagte an ihm wie eine Ratte an einem Knochen. Dennoch war er sich undeutlich bewusst, dass es ihm ganz recht geschah, wenn er so empfand. Wie viel von diesem düsteren, ätzenden Gefühl hatte Mel ertragen müssen? Sie musste sich genauso fühlen, schließlich wusste sie, dass er mit Susan zusammen gewesen war. Er hatte mit ihr zusammengelebt und sie gefickt.
Geräusche aus dem oberen Stockwerk ließen ihn vor Schmerz fast ohnmächtig werden. Es war ein Schmerz, der vor allem seine Gedanken erfasste.
Er hörte Stimmen. Die von Mel und die von einem Mann. Stimmen, die von der Leidenschaft gedämpft wurden und abgehackt klangen, als stünden beide kurz vorm Orgasmus.
Er flog geradezu die Stufen hoch. Seine Füße fanden jetzt sicheren Tritt, seine Qual verlieh ihm geradezu Flügel.
Als er ins Schlafzimmer platzte, bot sich ihm genau das Bild, vor dem er sich am meisten gefürchtet hatte.
Seine Mel saß rittlings auf einem anderen Mann. Ihr Körper war in zerrissene, schwarze Dessous gehüllt, ihre Augen hatte sie weit aufgerissen, und dunkle, hitzige Schadenfreude blitzte in ihren Augen, als sie den blassen, muskulösen Körper ihres Liebhabers betrachtete. Ein schlanker Mann mit langen, flachsblonden Haaren.
Richard erstarrte mitten in der Bewegung. Er brachte keinen Laut über die Lippen und konnte nichts tun, außer mit einer Mischung aus Entsetzen und niederschmetternder Verzweiflung zu beobachten.
Langsam, ganz langsam bewegte sich Mel auf dem Leib ihres Liebhabers. Ihr schlanker Körper hypnotisierte ihn mit seiner Anmut und strahlte, nein, glühte geradezu vor Sinnlichkeit. Ganz langsam nur drehte sie den Kopf zur Seite und blickte Richard direkt an. Ihr hübsches Gesicht war zu einer verächtlichen Maske der Leidenschaft verzerrt. Ihr Blick ruhte noch auf ihm, während ihre Hand nach unten glitt, zu der Stelle, wo ihre Schenkel zusammentrafen und sie auf den schmalen Hüften ihres Liebhabers saß. Gemächlich, geradezu herausfordernd streichelte sie ihre Klit.
Ihre Lippen waren wieder rot, sie wirkten dekadent und besudelt. Sie blutete am Hals, wie Richard gestern auch geblutet hatte, und auch der Mann unter ihr blutete an derselben Stelle.
Nur mit dem feinen Unterschied, dass ihr Blut und das ihres Gefährten beinahe schwarz war.
Verwirrung stieg wie ein bitterer Nachgeschmack in Richards Kehle auf. Was hieß das, wenn man gebissen wurde? Was hatte das Blut zu bedeuten? Er versuchte, diese Tatsachen mit allerlei absurden Vorstellungen in Einklang zu bringen, aber sein Verstand war von dem Schock so leer gefegt, dass er die Ideen nicht begreifen konnte. Obwohl sie vor seinen Augen einen anderen Mann vögelte, wollte Richard zu ihr gehen. Aber als er einen Schritt nach vorne machte, knurrte sie warnend. Ein leises, animalisches Knurren.
Richard erstarrte. Er konnte nur zusehen.
Mel hob sich und sank nieder, hob sich und sank nieder. Der blonde Mann gab ebenso tierische Laute von sich wie sie. Seine schlanken Hände streichelten ihren Körper, glitten unter die Fetzen ihrer Dessous, drückten und liebkosten sie besitzergreifend. Richard krümmte sich. Es tat ihm weh, zuzusehen, wie sich fremde Fingerspitzen in die Arschfalte seiner Frau gruben und mit ihr spielten, wie ein Fremder ihr ein so heftiges Stöhnen entlockte. Tränen stiegen ihm in die Augen und strömten über sein Gesicht, als ihr schlanker und gieriger Liebhaber sich vom Bett erhob und seinen befleckten Mund um Mels Nippel legte. Er biss und saugte an ihr.
Die unheilige Vereinigung der beiden ging immer weiter. Wie lange konnte das hier noch dauern? Wie lange wollten sie ihn denn noch mit ihrem Krümmen und gegenseitigen Begrapschen quälen?
Die Demütigung machte ihn geradezu wahnsinnig. Richard öffnete seine Hose und nahm seinen Schwanz in die Hand. Er wollte sterben, aber ebenso sehr wollte er kommen. Während Mel und ihr Liebhaber vögelten, sich wanden und wälzten, bearbeitete er sich mit wilder Wut, ohne irgendeine Leidenschaft zu spüren. Es ging nur darum, diesem nagenden, quälenden Drang nachzugeben.
Als sie triumphierend aufstöhnten, schluchzte er und spritzte auf den Teppich ab. Er stolperte nach hinten und stürzte, ehe er sich zu einer Kugel zusammenrollte und die Augen schloss. Er konnte sich seine Niederlage nicht eingestehen. In ihm war nur Scham und Trauer.
Eine unbestimmte Zeitlang lag Richard einfach nur da. Das Gewicht seiner eigenen Unzulänglichkeit und der Fehler, die ihn ins Elend gestürzt hatten, lähmten ihn. Wer konnte es Mel verdenken, dass sie sich einen Liebhaber genommen hatte? Er hatte es ihr gleichgetan, und dabei hatte er keinen Grund dazu gehabt. Seine Qual war so groß, dass er darin ertrinken wollte.
Er wollte sterben.
Dann aber, ehe er recht bemerkte, wie ihm geschah, wurde er hochgehoben. Sein Körper lag wie ein Federgewicht, wie ein Kind in jemandes Armen.
Großes Entsetzen und ein merkwürdiges Gefühl, umsorgt zu werden, ließen ihn die Augen fest zukneifen. Es musste der muskulöse, blonde Fremde sein, der ihn zum Bett trug. Ganz bestimmt war es so. Nur ein Mann hatte die Kraft, einen anderen Mann hochzuheben.
Aber wieso stellte er sich in seinem Fieberwahn vor, dass Mel ihn trug? Warum spürte er Spitze, die über sein Gesicht strich, warum glaubte er, ihre vollen Brüste drückten sich gegen ihn?
»Richard. Mach die Augen auf.«
Es war ein Befehl, in das schwere Parfüm aus verdorrten Rosen gehüllt. Er gehorchte verängstigt und blickte zu zwei Gesichtern auf, die sich über ihn beugten. Er konnte sich nicht rühren, runzelte die Stirn und drehte sich von dem blonden Mann weg.
»Na, na, na, mein Liebling. Nicht doch.« Mel legte einen langen, knallrot lackierten Fingernagel gegen seine Stirn, dann auf seinen Mund, um sein Unbehagen einfach wegzustreicheln. »Das hier ist Sylvester. Er ist unser Freund ... Ich bin sicher, du wirst lernen, ihn zu lieben.«
Was?
Richard schüttelte den Kopf und versuchte, einen klaren Gedanken zu fassen. Er sollte einen Mann lieben? Das war doch Schwachsinn.
Dennoch unterwarf er sich im nächsten Augenblick der Berührung des hübschen, blonden Hünen, der ihn streichelte und begann, seine heiße Haut zu küssen.
Sylvester roch nach Rosen und nach Blut. Es war ein scharfer, metallischer Geruch. Seine Zunge war spitz wie die einer Eidechse, als sie über Richards Hals und seine Kehle glitt. Im nächsten Augenblick schlüpfte sie in sein Ohr. Für Richard fühlte es sich an, als würde sich die Zunge um seinen Schwanz winden. Hilflos und verloren schloss er die Augen und sank in die Kissen. Die ganze Zeit war er sich der Tatsache bewusst, dass Mel an seinen Klamotten zerrte.
Ihre Hand glitt zwischen die Schöße seines Hemds und schlug sie wie Flügel beiseite. Seine Brust wurde bloßgelegt. Sylvesters Zunge erkundete seinen Hals und seine Schulter, während Mel eine Fingerspitze auf seine linke Brustwarze legte und sie sanft umkreiste, ehe sie ihn heftig kniff. Der Schmerz war extrem und doch so süß. Er stöhnte und wand sich, atmete den Duft des Mannes ein, der genauso roch wie Mel.
Dann wurde ihm die Hose heruntergerissen, und seine Boxershorts folgten. Sein feuchter Schwanz schnellte, zu erneuter Erregung erwacht, hervor. Er kämpfte darum, einen Gedanken zu fassen, seinen Willen zu formulieren, wollte gegen die beiden ankämpfen. Aber es war hoffnungslos. Er wurde überwältigt, war ihr Spielzeug, bloß begieriges Fleisch, mit dem sie spielen konnten.
Er schloss fest die Augen und versuchte, den zweiten Mann im Bett zu ignorieren. Aber das war unmöglich. Er schluchzte auf, weil er wusste, dass die beiden jetzt die Plätze getauscht hatten und es jetzt Sylvester war, der seinem Schwengel Aufmerksamkeit widmete, während Mel seine nackte Brust küsste und ihn in die Brustwarzen biss.
Tränen strömten über sein Gesicht, als ein kalter Mund ihn umschloss. Er weinte wie ein Kind. Der Blutgeruch stieg wieder auf und umhüllte ihn dunkel und kupfrig. Er drohte, erneut das Bewusstsein zu verlieren. Doch dann erkannte er erleichtert, dass das Blut aus seiner Brust quoll und nicht weiter unten.
Eine dunkle und verdorbene Lust erfasste ihn. Hände und Münder wanderten über seinen Körper, berührten ihn zärtlich, küssten ihn, leckten und bissen zu. Zungen und Zähne strichen über ihn und schmeckten seine nackte Haut.
Schließlich wurde er erneut umschlossen. Kühle, geile Nässe umschmiegte seinen Schwanz. Er wimmerte und wand sich.
War es Mel? Oder Sylvester? Er wusste es nicht mehr. Sie schienen zu einem Wesen verschmolzen zu sein. Ein Liebhaber, der ihn mit Haut und Haaren verschlang.
Als sich die spitzen Zähne in seinen Hals gruben, zuckte sein Schwanz immer wieder und verströmte seinen Samen. Seine Welt wurde strahlend weiß. Die Lust war unerträglich, und seine Seele wurde ausgelöscht.
Er fühlte sich merkwürdig und fremd. Nicht wie er selbst.
Als Richard versuchte, wach zu werden, hatte er das Gefühl, nicht in seinem Körper zu stecken, sondern in einem fremden, der sich schwach, leer und fiebrig anfühlte, obwohl er noch erregt war.
Anscheinend konnte er sich nicht bewegen. Doch der Duft von Rosen ließ seinen Schwengel zucken.
»Öffne die Augen, Richard. Mach sie auf.«
Er hob die schweren Lider und sah seine Frau, die sich nackt an ihren Liebhaber schmiegte. Sylvesters Hand lag zwischen ihren Schenkeln und bewegte sich langsam. Ihr Lächeln war strahlend, ihr Körper leuchtete.
Ihre Augen waren rot.
Plötzlich wurde ihm alles klar.
»W ... was bist du?«, keuchte Richard dennoch. Er zitterte vor Angst und schwitzte stark. Zugleich war er jedoch immer noch aufs Grausamste erregt.
»Oh, ich denke, das weißt du bereits, Richard. Oder? Es ist doch offensichtlich ...«
»Aber es gibt keine V ...«
»Pst!« Ihre weiche Hand legte sich auf seinen Mund, obwohl sie sich lustvoll unter Sylvesters Berührung wand.
»Aber wie ...?«
Einige Sekunden bewegte sie sich nur im Rhythmus von Sylvesters Liebkosungen, dann stöhnte sie auf.
Im nächsten Augenblick schaute sie ihn wieder kühl an.
»Ich habe dir doch von dem Eindringling erzählt, weißt du noch?« Sie beugte sich vor und beobachtete ihn aus dem Augenwinkel, während sie den Hals ihres Liebhabers leckte und sein unnatürlich dunkles Blut mit ihrer suchenden Zunge aufnahm. »Aber er kam zurück und hat mir ein Angebot gemacht, dem ich einfach nicht widerstehen konnte.«
Richard war wieder weinerlich zumute. Er liebte Mel! Er wollte sie zurück. Und jetzt das ...
»Aber ich liebe dich«, sagte er leise. Sein Körper schmerzte vor Sehnsucht.
»Ich liebe dich auch, Richard. Wirklich. Und Sylvester liebt dich auch.«
Wie um ihre Worte zu unterstreichen, streckte der blonde Hüne die Hand nach ihm aus. Seine eisigen Finger streichelten Richards Schwanz.
Intensive Lust durchbohrte ihn. Zugleich stiegen vertraute Bilder aus einem Dutzend Filme in seinem Gedächtnis auf.
Er sah den legendären, finsteren Adeligen aus Europa. Der vertraute Archetypus mit spitzen Zähnen, roten Augen und einem wehenden, schwarzen Umhang.
Und neben ihm erblickte er seine wunderschöne Braut, eine unersättliche, kalte und wunderschöne Frau.
Mel lächelte. Sie schien erfreut zu sein, dass er endlich verstand, was sie meinte. Ihre scharfen, weißen Zähne blitzten auf, und die Wunde in Richards Hals begann wieder zu pochen.
»Dann bin ich jetzt so wie ihr?«
Lautes Gelächter erfüllte wie ein Glockenschlag das Schlafzimmer.
»Aber nein, mein Süßer. Du hast mich verlassen, schon vergessen? Du verdienst es nicht, den Hauptgewinn abzuräumen.«
Ein kaltes Zittern, das sich zugleich fiebrig anfühlte, erschütterte seinen Körper. Er wusste, dass er anders war. Aber wenn er nicht war, was sie waren – zu was hatten sie ihn dann gemacht?
»Du bist unser Diener, Richard. Unser Spielzeug, unsere Nahrungsquelle, unsere Unterhaltung ...« Sie verstummte. Statt Richard anzusehen, beobachtete sie Sylvesters schmale Finger, die sein schmerzhaft pulsierendes Fleisch bearbeiteten. Trotz allem war Richard steinhart, steif und zu allem bereit. Trotz allem war er begeistert, von einem anderen Mann berührt zu werden.
»Kennst du nicht die Geschichte von Dracula, Mann? Verstehst du nicht?«, schnurrte Mel in Richards Ohr, während ihr Liebhaber seinen Schwanz bearbeitete. »Du bist unser Renfield, mein Lieber. Unsere Kreatur. Bis in alle Ewigkeit.«
Als Richard aufschluchzte, zuckte und zum Höhepunkt kam, fühlte er sich einfach nur glücklich.