Der Tod ist erst der Anfang ...

Terri Pray

Linda setzte sich ruckartig auf. Sie drehte den Kopf zur Seite und schaute sich in dem fremden Raum um. Erinnerungen überschwemmten sie, und sie schnappte nach Luft. Warum tat es plötzlich so weh, zu atmen?

Ein weiches Material streichelte ihren nackten Körper, als sie sich auf dem Bett zur Seite drehte und den Raum nach Hinweisen absuchte, wie sie hergekommen war.

Nackt?

Ihre Kleidung! Was war mit ihren Klamotten passiert?

Den Erinnerungen folgte Verwirrung, in ihr stiegen Bilder auf, die für sie keinen Sinn ergaben. Eine Bar. Ein paar Drinks. Welcher Tag war heute? Noch Freitag? Oder hatte sie die ganze Nacht durchgeschlafen? Da war eine Party gewesen, oder? Genau, Helens Geburtstag. Sie waren alle gekommen, alle Arbeitskollegen hatten sich eingefunden. Sie runzelte die Stirn. Da war noch jemand ... Zärtliche Hände, die über ihren Rücken wanderten und ihre Arschbacken umschlossen. Ein Mann, der sie küsste. Ein unendlich langer Kuss. Sein Geruch, das Gefühl seines Körpers, der sich an ihren drückte, dieses Lächeln! Sie erinnerte sich wieder an sein Lächeln.

Ihr Körper zog sich zusammen, ihre Möse zuckte bei der leisen Erinnerung an seine Berührung. Hitze erfasste ihr Inneres, und sie wollte ihn wieder spüren. Seine Lippen sollten über ihren Körper wandern, seine Erektion sollte sich zwischen ihre Schenkel drücken. Sie sehnte diese Momente der Leidenschaft herbei, als sie unter ihm nach Luft rang und seine Zähne über ihren Hals strichen.

Zähne. Scharfe Zähne.

Linda schloss die Augen. Ein leises Stöhnen entschlüpfte ihren Lippen, ehe sie es verhindern konnte. Ihre Haut kribbelte, weil sie sich nur zu gut an seine Berührung erinnerte. Die Erinnerung war wie ein Schatten, an den sie sich nicht detailliert zu erinnern vermochte, so sehr sie auch darum rang. Dennoch genügte die Erinnerung, um in ihrer Seele ein verzehrendes Feuer zu entfachen.

Ihre nackten Füße berührten den Boden. Sie stand vom Bett auf. Irgendwie musste es ihr gelingen, die Erinnerungen in eine sinnvolle Reihenfolge zu bringen. Ein dichter Teppich, der sich unter ihren Füßen weich und seidig anfühlte, lag im Raum. Merkwürdig ... Sie konnte sich nicht erinnern, schon mal so einen Teppich gespürt zu haben. Sie schnappte sich eines der dünnen Laken vom Bett und wickelte es eng um ihren nackten Körper. Ein Zittern durchlief sie, als das sinnliche Material ihre Haut berührte.

Sie hielt den Atem an. Es war, als liebkosten tausend Finger ihren Körper und wanderten über ihre Haut, wobei jede Nervenfaser zu Leben erwachte. Sie hielt sich am Bettpfosten fest und zwang ihren Verstand, sich auf etwas anderes als dieses herrliche Vergnügen zu konzentrieren. Es ist nur ein Laken, bloß etwas zum Zudecken. Dennoch hatte der Stoff ihren Körper beinahe zum Höhepunkt getrieben, und das nur, weil er über ihren ansonsten nackten Körper strich.

Ihr Hals tat weh. Ein tiefer Schmerz, der sich fast wie ein Bluterguss anfühlte. Was war das, ein Knutschfleck? Diese verflucht scharfen Zähne. Er hatte sie vermutlich gebissen, denn kein Knutschfleck konnte so schmerzhaft sein. Das Laken glitt von ihren Brüsten, und sie rückte es wieder zurecht. Bei dieser zarten Berührung erwachte wieder ihre Lust. Verflucht, wo hatte er ihre Sachen hingebracht, und was hatte er letzte Nacht überhaupt mit ihr gemacht? Ihr Körper fühlte sich wund an. Es war nicht nur der Bluterguss am Hals, sondern auch ein pochender Schmerz zwischen ihren Schenkeln und in ihrem Unterleib. Jeder Atemzug machte sich mit einem dumpfen Schmerz unter ihren Rippen bemerkbar.

»Du bist wach.« Eine Stimme, die sie wie flüssiger Samt umschloss. »Ich habe mich schon gefragt, wie lange du wohl noch schlafen willst, Mädel.«

Mädel? Wer um alles in der Welt nannte denn Frauen heutzutage noch »Mädel«?

Ihr stockte der Atem, und ihr Bauch zog sich schmerzhaft zusammen, als sie seinen Blick erwiderte. Seine Augen hatten die Farbe einer vom Sturm umtosten See. Er erwiderte ihren Blick ungerührt. Langes, braunes Haar reichte bis zu seinen Schultern. Sie bemerkte die kleinen, kupfrigen Strähnen, die wie Feuer aufblitzten, obwohl es im Raum nicht besonders hell war. Ihr Blick wanderte über sein Gesicht hinab zur Brust. Oh, was für eine Brust! Er war bis zur Taille nackt und hätte genauso gut als Stripper durchgehen und ein Heidengeld damit verdienen können. Wenn man mal davon absah, dass er nicht gebräunt war, sondern seine kräftigen Muskeln sich unter einer blassen Haut spannten.

Die Erinnerung kam zurück.

Das war der Mann aus der Bar.

»Ich erinnere mich an dich.«

»Das glaube ich gerne, dass du dich erinnerst, wenn auch nur teilweise. Der Rest wird nach und nach folgen.« Er sprach leise. Seine Stimme klang angenehm, und trotzdem konnte sie etwas Gefährliches, Hartes hören, das er geschickt unter Freundlichkeit verbarg.

»Was tue ich hier?«

»Du hast geschlafen.« Er zuckte mit den Achseln, wandte sich ab, durchquerte den Raum und nahm einen Morgenmantel vom Haken neben der Tür. »Vielleicht ist dir wohler, wenn du das hier anziehst. Obwohl ich nichts dagegen habe, wenn du nur das Laken trägst. Es ist recht vorteilhaft.«

Sie schnappte sich den Morgenmantel, sobald er in Reichweite war.

»Benimm dich, Mädel. Es wäre ganz angebracht, wenn du dich an dein gutes Benehmen erinnerst.« Sein Blick verengte sich. Alles Sinnliche verschwand aus seinem Gesicht, seine Lippen wurden zu einer schmalen Linie. »Ich werde nicht zulassen, dass du dich in meinem Haus so aufführst.«

»Das ist ja etwas, das wir jederzeit ändern können. Gib mir einfach meine Sachen, und ich verschwinde.« Mistkerl. Was glaubte er denn, wer er war, dass er ihr Verhalten auf diese herablassende Art korrigieren durfte?

»Oh, ich fürchte, ich kann dich nicht gehen lassen. Zumindest noch nicht jetzt. Es wäre nicht besonders sicher.«

»Für wen, für dich oder für mich? Hast du Angst, ich renne zu den Bullen und zeige dich wegen Vergewaltigung an?«, knurrte sie und schlüpfte rasch in den Morgenmantel. Sie zog den Gürtel fest, ehe sie das Laken zu Boden sinken ließ.

»Es wäre schwierig, so etwas zu melden. Du warst ziemlich willig, das kann ich dir versichern. Selbst dann noch, als ich dich gebissen habe.« Er lächelte und zeigte auf einen der Sessel, die vor dem Kamin standen. »Ich schlage vor, du setzt dich erst mal. Es gibt eine Menge zu bereden.«

Ihre Nippel zogen sich schmerzhaft zusammen und wurden unter dem Seidenbademantel zu korallenroten Knöpfchen. Sein Blick glitt über ihren Körper, und sie meinte, diesen Blick zu spüren, wie Finger, die über ihre Haut wanderten. Hitze stieg ihr in die Wangen. Linda riss sich von seinem Blick los und steuerte einen der Sessel an.

»Es wird bald alles einen Sinn ergeben«, versprach er.

»Wer bist du?«

»Donald Burns.« Er lächelte, zarte Fältchen umspielten seine Augen. »Ich erwarte nicht, dass du diesen Namen kennst. Aber meine Familie lebt schon seit einiger Zeit hier.«

»Und was tue ich hier?« Linda rutschte im Sessel herum und zog die Füße unter ihren Arsch. Den Bademantel zog sie so weit wie möglich nach unten, um ihren nackten Körper gut zu bedecken. Das Letzte, was sie jetzt brauchte, war, ihm allzu freizügige Einblicke zu gewähren. Dabei hatte sie keinen Zweifel, dass er sie letzte Nacht zu Genüge nackt hatte betrachten dürfen.

»Du schienst meine Berührungen letzte Nacht durchaus zu genießen. Aber wie ich schon sagte: Die Erinnerung wird mit der Zeit zurückkommen.«

»Woher ...?«

»Dir stehen die Fragen ins Gesicht geschrieben. Man kann sie leicht lesen, oder sollte ich lieber sagen: Ich kann darin lesen?«

Ihre Finger krampften sich um den Ausschnitt des Bademantels. Ein weicher Stoff, Seide vermutlich, der ihren Körper so sinnlich berührte wie ein Liebhaber. »Wie bin ich hergekommen? Habe ich zu viel getrunken?«

»Eigentlich kann man das nicht behaupten. Du warst sehr vorsichtig mit deinen Drinks. Du hast mir sogar verboten, dir einen zu spendieren. Ich kann es dir nicht verdenken, schließlich gibt es genug Männer, die nicht besonders höflich vorgehen, wenn es darum geht, ihre Gelüste zu stillen.« Er betrachtete sie nachdenklich. »Ich kann für meinen Teil sagen, dass du dich in der Hinsicht recht anständig verhalten hast. Wir saßen zusammen, haben was getrunken, ein bisschen getanzt, sowas. Dann hast du zugestimmt, mit zu mir nach Hause zu kommen. So einfach war das«, erklärte Donald. »Ich habe dich nicht bedrängt, habe dich nicht unter Drogen gesetzt oder genötigt, mehr zu trinken. Du warst sogar ziemlich nüchtern. Jedenfalls haben wir die Zeit miteinander genossen.«

»Ich glaube dir kein Wort. Ich bin doch nicht blöd! Ich gehe nicht mit Männern nach Hause, die ich nicht kenne.« Unter seinem Blick wurde ihr ganz heiß, und ihre Nippel pressten sich gegen den Bademantel, der kaum die Rundungen ihres Körpers verbarg. Sie erbebte und zwang sich, ihre Reaktion zu kontrollieren. Was auch geschehen war, er durfte sie auf keinen Fall noch einmal berühren.

»Letzte Nacht bist du mitgegangen. Ich kann recht überzeugend sein, wenn ich will.« Sein Lächeln erinnerte sie an eine Katze, die sich an ihre Beute heranschlich. »Und ich muss schon zugeben: Du warst standhafter als die meisten anderen Frauen, die ich zu verführen versuche. Ein paar nette Worte, ein Lächeln, ein Kuss, das genügt normalerweise, um eine Frau rumzukriegen. Dein Verstand wollte sich einfach nicht bändigen lassen. Ich finde selten so eine Herausforderung. Aber ich bin überzeugt, du wirst mir darin zustimmen, dass es dumm gewesen wäre, dich nicht mitzunehmen, nachdem du dich mir unterworfen hattest.«

»Ich kapier das nicht. Was denn für eine Herausforderung? Nur weil ich nicht sofort vor dir in die Knie gegangen bin?« Was für ein arroganter Mistkerl. Glaubt er wirklich, jede Frau ergibt sich ihm sofort? »Ich bin trotzdem mit zu dir nach Hause gekommen, darum nehme ich an, dass ich nicht so stark bin, wie du behauptest.«

»Ich musste mir viel Zeit nehmen, dich zu überzeugen.«

»Du beschwerst dich also, weil ich so stur war?«

»Mehr als das. Du hast einen sehr starken, wachen Geist, Linda. Wirklich erstaunlich stark«, fügte Donald hinzu. Seine Stimme klang leise und entspannt, stählern und mit Samt oder Seide umhüllt wie schon vorhin. Dieses Mal rann beim Klang seiner Stimme ein Beben durch ihren Körper. Die Härchen in ihrem Nacken stellten sich auf, und ihre Schenkel spannten sich an. Der Drang, ihre Beine zusammenzupressen, war beinahe überwältigend. »Frauen können mir etwas geben. Lust. Die Substanz, die ich zum Überleben brauche. Aber es gibt selten Frauen wie dich. Sie haben die Kraft, mir zu widerstehen. Und das kann Männern wie mir so viel mehr geben als eine Nacht der Leidenschaft in seidigen Laken. Ich brauche eine Frau wie dich an meiner Seite. Nicht bloß für eine Nacht oder eine Woche oder einen Monat. Nein, ich will dich für die Ewigkeit.«

»Du bist verrückt.« Sie versuchte, sich von den Empfindungen zu befreien, die ihren Körper quälten. Sie wollte wenigstens einen klaren Gedanken fassen. Aber mit jedem Atemzug überkam sie eine neue Welle des Verlangens. Sie nahm verführerische Düfte wahr, spürte den Stoff, der ihren Körper umschmiegte. Hörte seine Stimme, spürte sein Lächeln. Sogar die weichen Polster des Sessels fühlten sich anders an als sonst. Ihr Körper war zu neuem Leben erwacht, und alles, was sie empfand, war um ein Vielfaches intensiver als vor dieser Nacht.

Sie fühlte sich lebendiger als je zuvor in ihrem Leben.

»Nein, ich bin nicht verrückt. Nur fest entschlossen.« Mit einem Achselzucken tat Donald ihre Beleidigung ab. Seine Oberlippe hob sich leicht, als er breit lächelte. Sie konnte seine Zähne erkennen. Zähne, die viel zu scharf wirkten. »Du hast einen eisernen Willen. Und den wirst du brauchen, um nicht den Verstand zu verlieren. Glaub mir, Linda. Im Laufe der Jahre wirst du oft genug das Gefühl haben, dem Wahnsinn zu verfallen. Aber diesen Weg darfst du nicht einschlagen.«

»Du bist ein Vampir?« Linda erbleichte.

»Ja.« Er zog die Oberlippe noch weiter hoch, und seine Zunge fuhr über seine scharfen Eckzähne, ehe sie wieder mit seinem perfekten Lächeln verschmolzen. »Was hast du denn geglaubt, wer oder was ich mit diesen Zähnen bin?«

Ein Vampir?

Vampire waren bloß eine Legende. Sie waren die Grundlage für miese Fantasygeschichten, kitschige Horrorfilme und gelegentlich auch für Liebesromane. Es gab keine Vampire. Es konnte sie nicht geben, und trotzdem hatte sie das Pech, ausgerechnet bei einem armen, realitätsfernen Dummkopf zu landen, der sich falsche Zähne eingesetzt hatte.

»Sie sind echt, Linda. Wie die Bissspuren an deinem Hals eindrucksvoll beweisen sollten.«

Ihre Hand fuhr über den Bluterguss. »Was denn? Das ist doch bloß ein Knutschfleck.«

»Oh nein, das ist mehr als bloß ein Knutschfleck, liebe Linda.« Donald lehnte sich in seinem Sessel zurück. »Es hat wehgetan, als du aufgewacht bist, stimmt’s? Jeder Gedanke schmerzt, sogar das Atmen. Dein Körper fühlt sich nicht mehr so an, als gehörte er dir. Du hast noch nie morgens beim Aufwachen so heftige Schmerzen verspürt.«

»Was hast du mir angetan, du Bastard?« Woher wusste er so genau, wie es ihr beim Aufwachen ging?

»Meine Eltern waren verheiratet, als ich geboren wurde. Darum möchte ich dich freundlich darum bitten, mich nicht noch einmal so zu nennen, Linda. Es ist wirklich kein besonders damenhafter Ausdruck.«

Damenhaft? Was zum Teufel ... »Ich werde dich nennen, wie ich will, du lügender Sack Scheiße. Und jetzt will ich gefälligst meine Klamotten zurückhaben, damit ich endlich nach Hause gehen kann.« Wut hatte ihren Körper erfasst und ließ sie die Scham vergessen, dass sie nur mit einem knappen Bademantel bekleidet vor einem Mann saß, den sie nicht kannte.

»Bitte bleib höflich.«

»Oder was?«

»Andernfalls wäre ich gezwungen, dir eine Lektion in Manieren zu erteilen, Linda. Eine Lektion, die du so schnell nicht vergessen wirst.«

»Mit Drohungen erreichst du bei mir gar nichts. Du hast schon jetzt ein echtes Problem, weil du mich hier gegen meinen Willen festhältst.« Lindas Hände umfassten die Armlehnen ihres Sessels. Sie stieß sich ab. Seine Drohung ließ sie nicht unberührt, aber das wollte sie ihm auf keinen Fall zeigen. Heiß pochte ihr Schoß, und ihre Schamlippen wurden von warmer Nässe geflutet, die sie ahnen ließ, wie viel Lust ihr dieser Mann bereiten konnte, wenn sie es nur zuließ. »Ich will gehen. Sofort!«

Ohne Vorwarnung schnellte er vor. Seine Bewegungen waren so schnell, dass sie nicht sah, wie er sich aus seinem Sessel erhob, sondern als Nächstes nur seine Finger spürte, die sich um ihre Kehle schlossen. »Das glaube ich nicht, mein Mädel. Das glaube ich wirklich nicht.«

Der Druck zwang sie, sich auf die Zehenspitzen zu stellen. Sie wimmerte leise, weil er ihr wehtat und sie jetzt wirklich Angst hatte. Ihre Fingernägel gruben sich in seine Hände, und sie versuchte, sich aus seinem unnachgiebigen Griff zu befreien.

»Du kannst mich so sehr bekämpfen, wie du willst. Ich bin älter und stärker. Viel erfahrener darin, dieses Leben zu führen. Und ich habe dich zu dem gemacht, was du bist.« Seine Finger schlossen sich fester um ihren Hals. Er hob sie hoch. Sie trat panisch um sich. Sie musste sich aus seinem Griff befreien, ehe er sie erwürgte! Eine Hand. Mehr brauchte er nicht, um sie hochzuheben. Seine Augen verengten sich, er betrachtete prüfend ihr Gesicht. »Lerne diese Lektion, Mädel. Du musst sie lernen, sonst wirst du schlimme Qualen erleiden.«

Und dann lockerte sich sein Griff plötzlich. Er hielt sie noch immer mit einer Hand fest, und ihr Puls raste gegen seine Handfläche an.

»Du tust mir weh ...«

»Ich habe dich gewarnt, du sollst dich gut benehmen. Vielleicht sollte ich dir noch eine Lektion erteilen? Oder hörst du mir jetzt zu, wenn ich es dir erkläre?« Donald stand vor ihr. Jetzt klang seine Stimme wieder ruhig und gefasst. Er war völlig anders als noch vor wenigen Augenblicken. »Du musst noch viel lernen, Mädel. Es wäre das Beste für dich, wenn du wenigstens versuchen würdest, mir zuzuhören, statt irgendwelche Forderungen zu stellen oder mich zu beleidigen.« Er legte die Hand an ihre Wange. »Dieses Leben kann dir viel Lust bereiten, wenn du dir genug Zeit nimmst, dich darauf einzulassen.«

Ohne Vorwarnung beugte er sich vor. Seine Lippen strichen über ihre. Es war eine zärtliche, feine Berührung, die in ihr die Sehnsucht nach mehr erwachen ließ. Ihre Nippel drückten sich schmerzhaft gegen die Seide, ihr Atem stockte, und sie erwiderte hungrig seinen Kuss.

Nein! Denk doch nur daran, was er dir gerade angetan hat!

»Du bist verwandelt worden, Mädel.«

»Verwandelt?« Sie machte sich im Sessel ganz klein. Irgendwie war sie in die Fänge eines Wahnsinnigen geraten, der verrückt genug war, um aus der örtlichen Irrenanstalt zu fliehen.

»Du bist jetzt eine von meiner Art. Eine Vampirin. Du hast mein Blut geschmeckt, ich deines, und für kurze Zeit ist dein Verstand mit meinem verschmolzen. Nur ganz kurz, damit du von dem Leben, das du bisher kanntest, in dieses neue hinübertreten konntest.« Seine Stimme liebkoste ihre Sinne und lockte sie mit der Vorstellung, wie er sie berührte und ihr gleichermaßen Lust und Schmerz bereitete, während ihr Verstand noch versuchte, sich vor seinem zu verschließen.

»Du erwartest doch nicht allen Ernstes, dass ich dir das glaube, oder?« Wenn er die Wahrheit sagte, war sie gestorben.

»Bitte versuch, dich zu entspannen, Mädel. Das würde diesen Abend um einiges angenehmer für dich machen.« Er seufzte und schüttelte den Kopf, wobei er sie nie aus den Augen ließ. »Nein, ich habe nicht erwartet, dass du es sofort akzeptierst. Diese Dinge brauchen meist etwas länger, bis man sie begreift. Ich erinnere mich noch sehr gut daran, wie es mir erging, als ich verwandelt wurde. Ich glaube, ich habe einige Tage lang gegen diesen Gedanken angekämpft, obwohl die Verwandlung schon vollständig vollzogen war. Erst als ich versuchte, mein Verlangen nach Blut zu unterdrücken, habe ich endlich verstanden, was mit mir los war.« Seine Bewegungen und seine Worte hatten etwas Antiquiertes, als stamme er aus einem früheren Jahrhundert. Seine Manieren erschienen ihr völlig fehl am Platz.

Mit der Zungenspitze fuhr Linda über ihre Zähne und suchte nach Anzeichen für spitze Eckzähne. »Ich spüre eigentlich keinen Unterschied. Und meine Zähne sind wie immer.«

»Sie werden sich in den nächsten Tagen verändern, Mädel.«

»Ich verstehe ... Aber welchen Beweis kannst du mir sonst liefern, damit ich nicht mehr an einen bösen Scherz glaube?« Ohne spitze Zähne gab es keinen Beweis für seine Ausführungen. »Sieh doch nur, wie sich die Situation für mich darstellt, Donald.« Wenn das überhaupt sein Name war; sie hatte nur sein Wort.

»Deine Rippen schmerzen, du hattest beim Aufwachen Atemprobleme, als hättest du etwas getan, das du seit langem nicht mehr gemacht hast. Dinge riechen jetzt anders und fühlen sich unter deinen Füßen und Händen merkwürdig an. Sogar dieser Bademantel, mit dem du deinen herrlichen Körper verhüllst, schenkt dir völlig neue Empfindungen.«

»Ich bin heute nur ein bisschen empfindlich, das ist alles.« Woher wusste er das alles? Sie hatte kein Wort darüber verloren, und er kannte sie nicht gut genug, um ihre Eigenheiten zu kennen. »Du hast gesagt, du hast mich in ein Wesen der Nacht verwandelt. Ich soll also jetzt eine Untote sein, eins von diesen blutsaugenden Monstern, die man sonst nur aus Filmen kennt?« Selbst wenn er diesen Unsinn glaubte, hatte sie nicht vor, seinen Ausführungen Glauben zu schenken. Ihre Haut kribbelte, und ihre Lunge schmerzte. Tja, wahrscheinlich hatte sie einfach nur zu viel Zeit in dem verrauchten Club verbracht.

»Ja und nein. Die Filmindustrie hat die unangenehme Angewohnheit, unsere Art zu verunglimpfen.« Er zuckte mit den Schultern und schenkte ihr wieder dieses verheerende Lächeln, an das sie sich noch aus dem Club erinnerte. Ihre Erinnerungen kehrten also zurück. Sie erinnerte sich wieder an sein Lächeln, seine Berührungen. Wie er über die Tanzfläche auf sie zuging. Ihre Kollegen hatten mit offenem Mund und geweiteten Augen beobachtet, wie sie sich im Rhythmus der Musik auf ihn zubewegt hatte.

»Ich muss mich einfach nur daran gewöhnen, wie mein Körper jetzt auf alles reagiert?« Linda hätte jetzt gerne ausprobiert, wie empfindsam ihr Körper war. Wie würde er wohl reagieren, wenn sie sich berührte?

Röte überzog ihre Wangen, und Linda schob diesen verdorbenen Gedanken rasch wieder in die hinterste Ecke ihres Verstands, aus der er entkommen war.

»Nicht alles daran ist schlecht. Deine Haut zum Beispiel ist jetzt hochempfindlich. Stell dir nur vor, wie es sein wird, wenn du im Bett liegst und ein Stück Pelz über deinen Körper gleitet.« Seine Stimme war kaum mehr als ein Flüstern. »Du kannst es jetzt schon beinahe fühlen, nicht wahr?«

»Ich weiß wirklich nicht, ob das hier der richtige Zeitpunkt oder der richtige Ort ist, um ...« Ihr Blick wurde von seinen Lippen geradezu magisch angezogen, und fasziniert beobachtete sie, wie die sanfte Form seines Munds Worte formte. Wie sich diese Lippen wohl auf ihrer Haut anfühlten? O Gott. Sie machte es schon wieder. Ihr Körper sehnte sich nach seiner Berührung. Sie begehrte ihn und wollte wissen, was er mit ihr tun würde. Wie seine Finger sich auf ihrer nackten Haut anfühlten, wenn sie sich ihm entgegenhob.

»Aber genau jetzt ist der richtige Zeitpunkt. Ich habe dich zu diesem neuen Leben erweckt, weil ich dich zu meiner Gefährtin gemacht habe. Wieso sollte ich denn die Freuden ignorieren, die mir dein Körper bietet? Es wäre sehr ungezogen von mir, wenn ich dir dieses sinnliche Vergnügen vorenthalten würde.« Donald lächelte und lehnte sich wieder in seinem Sessel zurück. »Du würdest schließlich nicht wollen, dass ich mein Wissen vor dir geheim halte, oder?«

»Nein, vermutlich nicht.« Sie versuchte, ihren Blick von ihm loszureißen und den Gedanken auszublenden, der sich ihr unwillkürlich aufdrängte: Sein Körper, der sich an ihren presste. »Tut mir leid, ich vermute, ich bin nicht so dankbar, wie du es dir wünschst. Es liegt einfach daran, dass ich nichts hiervon verstehe. Ich erinnere mich nicht, wie du mich gebissen hast. Oder daran, dein Blut geschmeckt zu haben.«

»Ach, Mädel. Du süßes Mädchen. Das kommt schon bald genug zurück. Du musst Geduld haben.«

»Du hast mir mein Leben genommen, mich getötet – und du erwartest allen Ernstes, dass ich Geduld habe?«, fauchte sie. Ihre Finger umschlossen die Sessellehnen. Wie konnte er es wagen, sie so zu behandeln? »Mein Leben ist vorbei.«

»Nein, Mädchen. Es hat gerade erst begonnen.«

»Lügner!«, schnappte sie.

»Blicke in dein Herz, erforsche deinen Verstand und deinen Körper. Denk nur an all die Wunder, die dir künftig widerfahren werden. Die Freude und das Vergnügen von tausend Küssen. Sanfte Berührungen, die dir eine Lust schenken, die ein Sterblicher niemals empfinden kann. Das alles wäre nicht dein, wenn ich nicht in dein Leben getreten wäre.« Seine Stimme durchdrang ihren Verstand und berührte sie so innig wie die Seide auf ihrer Haut.

»Du arroganter Hurensohn. Du hast mich ermordet!« Zorn flammte in ihr auf, ein so heftiger Zorn, wie sie es noch nie erlebt hatte. Ihre Wut war so heftig, dass es sie drängte, den Raum zu durchqueren, ihn zu schlagen und ihm das Blut aus dem Leib zu dreschen, bis es auf den Boden spritzte und er begriff, wie groß der Schmerz war, der sich in ihrem Herzen eingenistet hatte.

Nein, sie musste sich bezähmen. Wenn sie nach ihm schlug – welchen Schaden konnte sie schon anrichten? Aber selbst wenn sie nicht die Erfahrung hatte, die er für sich beanspruchte – trotzdem könnte sie ihn angreifen. Und sie spürte, dass sie in der Lage war, ihn durchaus ernsthaft zu verletzen.

Blut tropfte über sein Gesicht. Er flehte sie um Gnade an, als sie seinen Kopf nach hinten riss und sich über ihn beugte, um ihre Zähne in das weiche Fleisch seines Halses zu vergraben ...

»Tu es. Wenn du glaubst, du kannst es, greif mich an. Bekämpfe mich, und zeig mir den Zorn, den du verspürst.« Er stand auf. Sein Blick traf sich mit ihrem. »Wenn du glaubst, du kannst es – dann zeig es mir. Los, greif mich an! Sitz nicht bloß rum und versuch dir einzureden, dass du dich allein deshalb zurückhältst, weil du mich beschützen willst.«

»Behandle mich nicht so, verdammt!«

»Willst du mich etwa herausfordern?« Er schritt auf sie zu und verringerte den Abstand zwischen ihnen.

»Nein, das will ich nicht.« Sie erhob sich aus dem Sessel und wich zurück. »Bitte, lass mich allein.«

»Ich glaube, in Wahrheit willst du sagen ›Bitte berühr mich‹.«

»Nein.« Doch. Sie wich weiter zurück, bis sie die Wand hinter ihrem Rücken spürte. Es gab kein Entkommen, und er trat zu ihr. Seine Hand berührte sie, der Daumen glitt über ihre Lippen. Eine leise Liebkosung, die so viel mehr verhieß. Sie seufzte leise, presste unwillkürlich die Beine zusammen. Ihr Schoß wurde von einem leisen Pochen erschüttert, weil sie mehr von ihm wollte als nur seine Hände.

»Genau das ist es. Dein Hunger.« Seine Hand fuhr durch ihr Haar, die Finger schlossen sich um ihren Hinterkopf. »Du musst dem Hunger nachgeben.«

Sie wollte protestieren, doch seine Berührung brachte sie zum Schweigen.

Linda stöhnte und warf sich ihm entgegen. Ihre harten Nippel drückten sich an seine Brust. Er hielt sie an sich gedrückt, und jetzt spürte sie es. Ihr Körper erwachte zu Leben, das Verlangen fraß sich heiß durch ihr Inneres und brannte in ihrer Möse. Seine Zunge schlüpfte in ihren Mund und erkundete ihn. Ihr Verstand weigerte sich noch, dieser Teil von ihr wollte, dass sie sich zurückzog und den Kuss beendete. Aber ihr Körper hatte andere Pläne, während Donald weiter ihre Lippen verwöhnte. Dann zog er sich zurück und betrachtete sie, die Hand noch immer in ihrem Haar vergraben.

Mein Gott.

Küsse erschütterten sie sonst nie so sehr. Also: nicht unter normalen Umständen. Sie konnte ihn spüren und schmecken, jeder Zentimeter ihres Körpers reagierte auf ihn. Sie wollte mehr als nur diesen Kuss. So viel mehr.

»Du spürst es, nicht wahr? Ein Verlangen, das völlig anders ist als alles, was du bisher je gespürt hast.«

»Ja«, stöhnte sie. Ihre Hände krallten sich in seine Hose, und sie vergrub die Fingernägel im Stoff.

»Ich muss dich nicht mal berühren, wenn ich dich verwöhnen will«, flüsterte er, den Mund ganz nah an ihre Lippen gelegt.

»Nein.« Sie drängte sich an ihn. Der Bademantel glitt über ihre Haut und rief neue Wellen der Lust hervor. Ihr Bauch krampfte sich zusammen, und auf ihrem Rücken kroch eine Gänsehaut hinauf, während jeder zittrige Atemzug sie noch mehr erregte. »Aber ich will, dass du ...«

»Was soll ich tun? Sag schon, Mädchen.«

Tu das nicht. Gib ihm nicht nach, denn du wirst es bestimmt bereuen. Er hat dir dein Leben gestohlen, deine Familie, einfach alles. Gib ihm nicht das Letzte, was dir noch geblieben ist – deine Leidenschaft. Kämpf gegen ihn, schlag ihn. Du musst ihn zerstören. Jetzt hast du doch die Macht, ihn zu zerstören. Er hat dir erzählt, du wärst nun wie er. Du hast ja gesehen, wie stark er ist. Nutze diese Stärke!

»Berühr mich.« Sie verschwendete keine weiteren Gedanken an die Alarmglocken, die in ihrem Kopf schrillten.

»Wo?« Seine Lippen wanderten zu ihrem Hals.

»Überall.« Mit beiden Händen schob er den Bademantel auf und ließ ihn zu Boden gleiten. Die Seide bauschte sich um ihre Füße. »Bitte, berühr mich einfach.«

»Das habe ich vor.« Mit einem leisen Knurren schlang er die Arme um ihren nackten Körper, hob sie hoch und trug sie durch den Raum zum Bett. Er legte sie auf die Matratze und setzte dann eine Reihe kleiner, knabbernder Küsse auf ihren Hals. »Du schmeckst so gut, mein Mädchen. Süß, unschuldig. Und doch ist da eine Leidenschaft, die du noch nie entfesselt hast.«

Sie stöhnte erneut, hob sich ihm entgegen. Ihre Nippel waren so hart wie Kieselsteine, und er nahm sie bereitwillig in den Mund. Seine weiche Zunge streichelte die empfindlichen Knospen und entlockte ihr einen leisen Lustschrei. Ihre Hüften hoben sich ihm unwillkürlich entgegen, und heiße Nässe flutete ihr Inneres. In ihr erwachte das Verlangen, seinen nackten Körper auf ihrem zu spüren. Ein Verlangen, das sie schlicht nicht begreifen konnte. Er knurrte, saugte einen reifen Nippel in seinen Mund und ließ die Zunge über das puckernde Knöpfchen schnellen.

»O mein Gott!«, schrie sie und hob sich halb vom Bett. Ihre Hände vergrub sie in seinem Haar. »Das fühlt sich so gut an!«

Seine Zähne fuhren über die Knospe, und zugleich glitt seine Hand zwischen ihre Schenkel, öffnete sie. Sein Finger teilte ihre weichen Schamlippen. Sie hatte sich noch nie einfach so auf einen Mann eingelassen. Niemals hätte er sie einfach mit ins Bett nehmen dürfen.

»Das gefällt dir, nicht wahr, Mädel?« Ein Finger klopfte leicht auf ihr schmerzendes Knöpfchen. Jede neue Berührung sandte ein Beben durch ihren Körper, als würden aus dem einen Finger, der ihre Klit liebkoste, Tausende, die über ihren Körper wanderten. Das war unmöglich, aber genauso empfand sie es. Er schob sich an ihrem Körper weiter nach unten, und seine Zungenspitze hinterließ einen langen, bebenden Pfad der Lust zwischen ihren Brüsten. Er umkreiste den zweiten Nippel, ehe er die Lippen darum schloss. Sie schrie auf, als er das empfindliche Knöpfchen hart einsaugte.

»Ja, o mein Gott, oh ja, das gefällt mir!« Ihre Hüften hoben sich ihm entgegen, sie drückte die Fersen in die Matratze. »Ich hasse es, liebe es. Ich habe Angst.«

»Du brauchst es«, fügte er hinzu. Er schob seinen Finger in ihre enge Möse.

»Das und noch mehr.« Oh, sie wollte so viel mehr von ihm, dass sie keine Worte dafür fand. Ein Beben erfasste ihren Körper. Ihr Unterleib schob sich seinem Finger entgegen. Sie wollte ihn tief in sich spüren. Er sollte ihn gegen ihr pochendes Inneres drücken, bis sie vor Verlangen aufschrie.

»Geduld, Mädchen. Es ist das Warten wert, das verspreche ich dir.« Er blickte zu ihr auf. Seine Zähne drückten sich scharf in ihre empfindliche Haut. Es reichte nicht, ihre Haut einzuritzen, aber sie spürte dennoch einen stechenden Schmerz. Ihre Augen weiteten sich, und ihre Hände krallten sich in das Bettlaken. Ein langsames Wiegen erfasste ihre Hüften. Oh ja, sie hatte sich sehr verändert. Schmerzempfinden war immer etwas gewesen, das sie verabscheut hatte, und es hatte ihr nie Lust bereitet, damit zu spielen. Und jetzt hob sich ihr Körper dem Schmerz entgegen, obwohl er nur vorsichtig an ihr knabberte.

»Bitte«, flehte sie und versuchte, seinen Finger noch tiefer in sich zu ziehen.

»Noch nicht.« Er biss vorsichtig in ihren Bauch, sein Finger erkundete derweil ihre Tiefen. »Du bist noch nicht so weit.«

Aber sie war bereit für ihn. Ihr Körper war bereit, ihre Hüften kreisten, sie kam seinen Berührungen entgegen und ersehnte so viel mehr, als er zu geben bereit war. Dennoch bestimmte er weiterhin das gemächliche Tempo, mit dem er ihren Körper quälte, bis jede Nervenfaser schmerzte.

Jetzt küsste er ihren Bauch, wanderte weiter hinab zwischen ihre weit gespreizten Beine. O Gott, wollte er sie etwa mit der Zunge verwöhnen? Sein Atem strich über ihre Klit, dann schloss er die Lippen um das harte Knöpfchen und entlockte ihr einen Schrei purer Lust. Linda richtete sich halb auf, streckte die Hand nach ihm aus und vergrub die Finger in seinem Haar, damit er es bloß nicht wagte, den Kopf zu heben. Mit jeder Berührung zwischen ihren Schenkeln stöhnte sie, und ihr Unterleib rieb sich an seinen Lippen. In ihrem Körper war ein schmerzendes Verlangen erwacht, das er nicht nur stillte, sondern zugleich vergrößerte.

»Deine Welt hat sich verändert. Das hier ist nur der Anfang, Mädel.« Sein Finger berührte sie an jener geheimen Stelle in ihrer Möse, die sie schier verrückt machte.

Ihr Inneres zog sich um seinen Finger zusammen. Sie hielt es nicht länger aus. Ihre Finger schlossen sich um seinen Kopf, ihre Hüften kamen seinem Gesicht entgegen. Ihre Möse zuckte und überflutete ihn mit dem heißen Saft ihrer Lust.

Seine Zunge umspielte ihre Klit. Ein leises Knurren durchströmte ihren Körper. Er schob einen zweiten Finger in ihr Geschlecht. Wie konnte er jetzt noch erwarten, dass sie ihre Lust unter Kontrolle behielt, wenn er solche Dinge mit ihr machte?

»Bitte, o Gott, bitte! Ich muss ...«

»Nein, noch nicht.« Er ließ von ihrer Klit ab, nachdem er sie ein letztes Mal geleckt hatte. »Halt dich zurück, Mädel. Das, was noch kommt, ist das Warten wert.«

Mit einem leisen Grollen setzte sie sich auf und zog seinen Kopf wieder zwischen ihre Beine. Sie wand sich unter ihm, und in ihrem Innern erwachte eine Hitze, die fast zu viel für sie war. Sie rieb sich an seinen Fingern, weil sie unbedingt kommen wollte.

Mit jedem Atemzug, den sie ihrem Körper abtrotzte, rieb sie sich an seinen Fingern und seinen Lippen. Die Leidenschaft hatte sie vollständig übermannt. Und das Verlangen. Sie wollte nicht warten, sondern das Tempo bestimmen. Es ging um ihr Verlangen, ihren Körper, ihre Leidenschaft.

Er knurrte und löste sich aus ihrer Umklammerung. Seine Hände schlossen sich um ihre Handgelenke und drückten sie in die Matratze. »Ich bin hier der Verantwortliche, Mädel. Du hast nichts zu melden. Es wäre zu deinem Besten, wenn du daran denkst.« Er hielt ihre beiden Handgelenke mit einer Hand fest. Mit der freien Hand öffnete er seine Hose und schob sie herunter. »Du bist mein Mädchen und gehorchst mir gefälligst.«

Der Protest, der ihr auf der Zunge lag, erstarb.

»Du willst es doch, oder? Du willst meinen Schwanz in dir spüren, wie er dein Inneres erfüllt.« Er beugte sich zu ihr herab und leckte über ihren Hals. Seine Zunge zeichnete ihre Pulsader nach.

»Ja.« Nur ein Wort, ein Flehen. Alles war unbedeutend, sie konnte sich ihm jetzt nur noch hingeben.

Ohne ein weiteres Wort rammte er sich in ihren Körper. Sein harter Schwanz öffnete ihre Scham. Sie schloss sich sofort eng um ihn. Beide stöhnten auf. Seine Hand umklammerte ihre Handgelenke noch fester. Sie wollte sich an ihn klammern, wollte von ihm gehalten werden. Doch er hielt sie fest in die Matratze gedrückt.

»Du bist so heiß, eng und wunderbar«, flüsterte er an ihrem Hals. »Das habe ich seit dem Moment gewusst, als mein Blick das erste Mal auf dich fiel. Da habe ich gewusst, dass du die Eine bist.« Scharfe Zähne berührten ihre Halsschlagader, die dicht unter der Haut im Takt ihres rasenden Pulses zuckte. »Ich brauche dich. Gott, ich brauche dich so sehr.«

»Ich brauche dich!« Sie keuchte, ihre Stimme klang hoch und schrill. Sie legte den Kopf in den Nacken und bot ihm ihren Hals. »Bitte, ich will dich berühren.«

»Willst du, dass ich dich beiße?« Seine Worte erfassten ihren Leib, und mit jedem Stoß in ihre warme, nasse Öffnung, die sich ihm bereitwillig entgegenhob, spürte sie, wie sie der Erfüllung näher kam. »Willst du spüren, was es heißt, ein Vampir zu sein? Wie die Gedanken verschmelzen, wenn einer vom Blut des anderen trinkt?«

»Ja«, wimmerte Linda. Sie hob ihr Kinn und schloss die Augen, weil sie darauf wartete, dass er sie biss. Würde sie schreien? Würde es wehtun? Sie wusste nicht genug über seine Art, nein, ihre Art. Darum war sie auf Vermutungen angewiesen, wie es sich wohl anfühlte.

Mit jedem Atemzug durchfloss sie eine neue Welle der Lust. Ihr Geschlecht umschloss pochend seinen dicken Schwanz. Hart drückten sich ihre Nippel gegen seine Brust, sie hatte die Beine um seine Lenden geschlungen und die Fußknöchel hinter seinem festen Arsch verschränkt, um ihn noch tiefer in ihren bereiten Körper zu ziehen.

Schweißperlen erblühten auf ihren Brüsten. Aber sie wollte immer mehr. Noch nie hatte sie jemandem erlaubt, sie so niederzudrücken und beim Sex die Kontrolle zu übernehmen. Aber jetzt brauchte sie nur an seine Hand denken, die ihre Handgelenke umklammerte, und ihre Vagina versuchte, ihn noch fester zu umklammern. Seine Zunge leckte ihren Hals, er neckte sie, bereitete sie auf seinen Biss vor. Jetzt konnte sie keinen Rückzieher mehr machen.

»Bitte mich, dich zu beißen.«

»Beiß mich«, schnurrte Linda.

»Nein. Du sollst mich darum bitten. Nicht es mir sagen oder von mir verlangen. Bitte mich darum. Noch besser wäre es, wenn du mich anbettelst.« Seine Zähne drückten sich spitz gegen ihren Hals. Er übte einen leichten Druck aus. »Du willst es so sehr? Dann zeig es mir. Sag es. Flehe mich an, es zu tun.«

So eine glatte Brust. Feste Muskeln, weiche Haut. Seine winzigen Brustwarzen rieben über ihre Brüste, während er ihre Arme mit nur einer Hand über ihren Kopf hielt. Ihre Vagina umklammerte seinen Schwengel, und die Hitze in ihr ließ kein Zurück mehr zu.

»Bitte beiß mich.«

»Warum sollte ich?« Er knabberte an ihrem Hals.

»Weil ich es will. Ich brauche es. Bitte.«

»Flehst du mich etwa an?«, raunte Donald leise. Seine Lippen ruhten in ihrer Halsbeuge.

»Ja«, hauchte sie und hob ihr Kinn noch weiter. Sein Atem wärmte ihre Haut, und dort, wo seine Zunge ihren Puls nachzeichnete, erwachte ein Kribbeln. »Bitte, beiß mich. Ich flehe dich an, mich zu beißen, bitte!«

Seine Lenden bewegten sich unnachgiebig, sein Schwanz berührte tief in ihrem Innern die besonders empfindliche Stelle. »Bettel mich noch einmal an, mein Mädchen.«

Ihre Schenkel drückten sich an seine Lenden. Noch nie hatte sie etwas so Intensives gefühlt. Jede Nervenfaser schien vor Verlangen, ihren Körper endlich zum Orgasmus zu bringen, zu brennen. Sie stöhnte unter ihm, hielt die Augen geschlossen, während unzählige, erotische Bilder in ihrem Kopf an ihr vorbeizogen. »Bitte beiß mich«, flehte sie. »Ich will deine Zähne in meinem Körper spüren. Ich brauche das, wie sie in meinen Hals gleiten, ich muss spüren, wie du mein Blut trinkst, weil ich dein sein will. Für immer, auf jede nur erdenkliche Art. Trink mein Blut, beiß mich. Schmeck mich. Ich flehe dich an, tu es endlich!«

Er rammte sich tiefer in ihr Inneres. Seine Zähne lösten sich nur kurz von ihrem Hals, ehe er sie tief hineinrammte. Schmerz durchfuhr ihren Körper und spießte sie wie ein glühend heißes, weißes Licht auf, das ihr einen Schrei entlockte. Sie konnte ihn nicht davon abhalten, und was sie am meisten verwunderte, war, dass sie das gar nicht wollte. Ihr Körper versteifte sich unter seinem, ihre Beine umklammerten ihn, und sie grub die Fersen in seinen Arsch, während er sie mit jedem Stoß in ungeahnte Höhen trieb.

Er schluckte, trank ihr Blut und ließ zugleich die Hüften kreisen, während sie unter ihm erbebte. Es hätte sie abstoßen müssen, was er mit ihr tat. Aber stattdessen war jeder Zweifel verschwunden, und zurück blieb nur ein Körper, der nach seinem lechzte, der ihm mit jedem Herzschlag entgegenkam. Die Zeit verlor jegliche Bedeutung, der Schmerz verschmolz mit ihrer Lust. Schweiß und Blut sammelten sich in der kleinen Kuhle unterhalb ihrer Kehle.

Komm für mich. Seine Stimme war plötzlich in ihrem Kopf. Komm für mich, denn damit betrittst du dein neues Leben.

Mit diesen Worten erst brach sich die zerstörerische Kraft ihres Höhepunkts eisig und heiß zugleich Bahn. Die Lust flutete durch ihre Adern. Sie hob sich ihm entgegen, ihr Rücken löste sich halb von der Matratze. Noch immer trank er ihr Blut. Sie war nicht mehr Herrin ihrer Sinne und schrie ihre Lust heraus, während ihre Möse seinen Schwanz mit neuerlicher Hitze flutete.

Irgendwo hinter dieser köstlichen Mischung aus Blut und Hitze hörte sie ihn stöhnen, als auch er kam. Sein Schwanz zuckte und ergoss sich bebend in ihr Geschlecht, ehe er sich zurückzog. Er leckte zärtlich ihren Hals und schloss so die Wunde.

Donald zog sie an sich. Ihr Kopf ruhte an seiner Brust, und so lagen sie dicht aneinandergeschmiegt. Jetzt hielt er sie behutsam umfasst, seine Finger fuhren immer wieder durch ihr Haar, während sie sich langsam von dem heftigen Orgasmus erholte, den er ihr beschert hatte. Nur allmählich kam sie wieder zu Atem und begegnete seinem Blick. Er betrachtete sie zärtlich aus sturmgrauen Augen.

»Ich habe es dir doch gesagt, Mädel. Der Tod ist erst der Anfang.«