14.
Als ich am Nachmittag dieses unseligen Tages das Kartenhaus verließ, in dem ich zusammen mit Lieutenant Kardorff alle möglichen Kurse durchgespielt hatte, war ich zwar zu einem Entschluß gekommen – doch darüber, ob dieser Entschluß geeignet war, uns einen Ausweg aus der verzweifelten Lage, in der wir uns befanden, zu weisen, war ich mir sehr im Zweifel.
Fest stand nur dies: daß etwas unternommen werden mußte.
Und da ich über den vier goldenen Ärmelstreifen den Stern trug, lag es an mir zu entscheiden: was und wie.
Von VEGA-Metropolis hatte ich keine Hilfe zu erwarten: einmal, weil Lieutenant Bokwe noch immer mit starken kosmischen Störungen zu kämpfen hatte, die seinen Sender praktisch lahmlegten; und zum anderen, weil uns ohnehin keine Zeit blieb, auf eine Anlieferung des Ersatzteils durch eine unbemannte Versorgersonde zu warten. Die Zeit, die uns noch verblieb, wurde vom BMS diktiert. Der Sauerstoffgehalt in den Räumen sank rapide.
Im Cockpit stieß ich auf Captain Miller, der so, als sei nichts geschehen, in seinem Sitz saß.
Er gab sich munter.
»Was ist denn überhaupt los, Sir? Ich höre, es hat da eine kleine Komplikation gegeben.«
Den nächtlichen Vorfall, dem wir diese ›kleine Komplikation‹ verdankten, überging er mit Stillschweigen; auch von Lieutenant Wagner war nicht mehr die Rede. Nach diesem hatte ich vor einer knappen Stunde zuletzt gesehen und ihm noch eine der frosthemmenden Injektionen verabreicht: wohl wissend, daß ihm auf die Dauer doch nur das Skalpell eines Chirurgen helfen konnte, indem es das verdorbene Fleisch herausschälte.
Auch was Captain Miller anging, war ich zu einem Entschluß gekommen. Ich sprach ihn aus: »Die kleine Komplikation, wie Sie das nennen, Captain, wird ein Nachspiel haben. Von Rechts wegen sollte ich Sie unter Arrest stellen. Ich verzichtete nur deshalb darauf, weil in den nächsten Tagen jede Hand gebraucht wird – einschließlich der Ihren.«
Captain Miller war bleich geworden.
»Sir«, sagte er, »Sie werden doch, was heute Nacht geschehen ist, nicht auf die Goldwaage legen. Herrgott, ich sehe es ja ein, daß ich mich unmöglich benommen habe! Was wollen Sie? Daß ich mich entschuldige? Nun gut, ich entschuldige mich. Es tut mir leid.«
Ich ging nicht darauf ein.
»Sparen Sie sich Ihren Atem für das Raumgericht!« erwiderte ich. »Und für die schweren Jahre, die vor Ihnen liegen! Und bis dahin versehen Sie gefälligst Ihren Dienst, wie es sich gehört – oder, bei Gott, bei der ersten Nachlässigkeit, die Sie sich zuschulden kommen lassen, werde ich Sie in den Frachtraum sperren.«
Er preßte mit kalkweißem Gesicht die Lippen aufeinander.
»Haben Sie mich verstanden, Captain?«
Er schwieg.
»Antworten Sie, Captain!« sagte ich. Seine Lippen bewegten sich.
»Ja, Sir. Ich habe verstanden. Aye, aye, Sir.«
Ich wandte mich ab und drückte Alle Stationen.
Es war an der Zeit, die Besatzung wissen zu lassen, was ihr bevorstand.
»Hier spricht der Commander.« Ich überlegte und fuhr fort: »Sie werden sich sicher schon gefragt haben, was das zu bedeuten hat, daß die Explorator Kurs genommen hat auf den Saturn. Nun, hier ist meine Antwort. Unser Ziel ist der kleinste der Saturn-Monde, der Mond Phoebe, auf dem, wie Sie vielleicht wissen, im vergangenen Jahr die unbemannte Spähersonde Thor niedergegangen ist. Der Sender der Sonde ist nach wie vor in Betrieb. Lieutenant Bokwe ist es gelungen, ihn anzupeilen, so daß wir ziemlich genau wissen, wo die Sonde liegt.« Ich machte eine kurze Pause und gab den Männern Gelegenheit, das Gehörte zu verarbeiten. »Jetzt können wir nur noch hoffen, daß die Antriebsaggregate der Thor durch die Landung nicht beschädigt worden sind und daß es uns gelingt, ihren Hauptsteuermodul für unsere Zwecke passend zu machen.« Ich setzte noch einmal an. »Meine Herren, ich bitte um Ihre Fragen.«
Lieutenant Bokwe meldete sich.
»Heißt das, Sir, daß wir auf Phoebe landen müssen?«
»Genau das heißt es.«
»Aber wir werden danach nicht mehr in der Lage sein, wieder zu starten?«
Das war der springende Punkt – oder auch der Faktor x in der verzweifelten Gleichung. Ich traute es mir zu, die Explorator aufzusetzen. Alles weitere war russisches Roulette.
»Das ist richtig, Lieutenant – aber nur in jenem Fall, daß der Hauptsteuermodul, den wir der Thor entnehmen, beschädigt ist oder sich aus dem einen oder anderen Grund für unsere Zwecke nicht passend machen läßt. Diesbezüglich vertraue ich auf die Findigkeit unseres LI.«
Der Lautsprecher knackte erneut. Lieutenant Minulescu sprach.
»Sir, ich kann nichts versprechen!«
Ich drückte die Taste.
»Für jeden Ratschlag, der uns auf andere Weise aus der Klemme hilft, habe ich ein offenes Ohr, Lieutenant.«
Lieutenant Minulescus Stimme klang rauh.
»Schon recht, Sir. Ich bin überzeugt, Sie wissen, was Sie tun.«
Ich warf einen Blick auf den Ozonographen und drückte erneut die TÜ-Taste.
»Preßluft, Lieutenant!«
Drei qualvolle Tage vergingen, in denen die Explorator, durch kein neuerliches Auftreten von ZG behelligt, unbeirrbar dem Saturn entgegenstrebte. Das Triebwerk schwieg, und das BMS stellte seine Tätigkeit endgültig ein, so daß ich mich öfter genötigt sah, die nur noch unzulänglich gefilterte Luft durch den Zusatz von Preßluft aufzubessern.
Auf mein Geheiß hin hatte der LI eine Computerrechnung erstellt, aus der hervorging, daß wir bei sparsamstem Verbrauch in der Lage sein sollten, mit Hilfe der noch vorhandenen Preßluft den Phoebe zu erreichen, um dann noch über eine für dreiundzwanzig Stunden ausreichende Reserve zu verfügen.
Mit anderen Worten: Spätestens dreiundzwanzig Stunden nach der Landung würden wir entweder ein Schicksal erleiden wie das der Menschen auf der Han Wu Ti – oder aber wir würden, ausgerüstet mit einem neuen Hauptsteuermodul, wieder über ein betriebsfähiges BMS verfügen, um dann endgültig die Heimreise zur Erde anzutreten.
Die Ungewißheit zerrte an den Nerven.
Um mit dem Atemvorrat sparsam umzugehen, herrschte Ruhe an Bord. Jede überflüssige Bewegung, jedes überflüssige Wort mußten vermieden werden.
Ein Problem war es, das der kleinen Tschang Li zu verdeutlichen: daß auch sie sich still verhalten sollte – und weshalb. Als sie schließlich begriffen hatte, was ich von ihr erwartete, schmiegte sie ihre Wange an meine Hand, sah zu mir auf und bestätigte im schönsten VEGA-Metro: »Logel, Commandel Blandis!«
Ihre Anwesenheit an Bord flößte mir Zuversicht ein. Der Himmel war ihr schon einmal gnädig gewesen. Nun mußte er sich ein zweites Mal gnädig erweisen – und sei es nur, um dieses Kind in die Arme seiner Mutter zurückzuführen.
Tschang Li hatte sich mit Lieutenant Wagner angefreundet. Er brachte ihr Metro bei und sie ihm Chinesisch. Was er aus dem Chinesischen machte, hörte sich für meine Ohren ganz sonderbar Wienerisch an, aber es trug dazu bei, seine Lebensgeister aufzumuntern, und vorläufig war das immer noch die beste Medizin, die ich ihm verabreichen konnte.
Einmal griff er nach meiner Hand.
»Sir, ich möchte nicht, daß Sie denken, ich hätte Captain Miller …«
Ich beruhigte ihn.
»Sie haben mit der Sache nichts zu tun, Lieutenant.«
Er schüttelte den Kopf.
»Mit mir hat es angefangen, Sir. Ich hoffe, wir sitzen nicht zur arg in der Klemme.«
»Wir werden einen Ausweg finden.«
Der Ausweg: das war der Phoebe mit seinem Faktor x. Wenn wir darauf landeten, riskierten wir, dort elendig zugrunde zu gehen. Wenn wir jedoch unsere Reise ohne Hauptsteuermodul fortsetzten, waren unsere Stunden gleichfalls gezählt – und früher oder später würde die antriebs- und führerlose Explorator mit einer zu Stein gefrorenen Besatzung einschwingen in die große Umlaufbahn um die Sonne.
Lieutenant Wagner klammerte sich an meine Hand.
»Sir, seien Sie offen! Haben wir überhaupt eine Chance? Ich frage nicht wegen mir, aber …«
Er dachte an seine alten Bordkameraden. Er dachte an mich. Er dachte vor allem an Tschang Li.
»Wir haben sie«, sagte ich. »Verlassen Sie sich darauf. Wenn es eine Möglichkeit gibt, die Explorator zu retten, werden wir sie ergreifen.«
Ich gab mich zuversichtlicher, als ich war. Der Stern, den ich trug, verpflichtete mich dazu. Von einem Commander erwartet man, daß er niemals die Flinte ins Korn wirft. Von einem Commander erwartet man, daß er seiner Besatzung mit gutem Beispiel vorangeht. Von einem Commander erwartet man, daß er mehr weiß und mehr kann als die anderen – und vor allem erwartet man von ihm, daß er die Bordmoral stützt. Ich gab mich zuversichtlich, weil ich ruhige und besonnene Männer um mich haben wollte. Nur dann gab es für uns alle eine Überlebenschance. Was ich nicht brauchen konnte, waren Nervosität, Kleinmut und vorzeitiges Aufgeben. Noch war nicht alles verloren.
Was ich an berechtigten Zweifeln hegte, behielt ich für mich: meine Sorge um die zu knapp bemessene Zeit für die Reparatur, mein Mißtrauen gegenüber dem andersartigen Hauptsteuermodul. Haltung zu wahren war ein Teil meines Berufs. Man hatte mich geschult, ausgebildet und in die Verantwortung eingesetzt. Nun mußte ich sie tragen, ohne unter ihrem Gewicht zu stöhnen.
Am letzten Tag vor der Landung zog ich mich in meine Kammer zurück, schaltete das Diktafon ein und sprach einen ausführlichen Brief an meine Frau, in dem ich ihr beschrieb, was sich ereignet hatte, und ihr noch einmal meine unerschütterliche Liebe versicherte. Dieser Brief war gewissermaßen mein Testament. Es mochte sein, daß man die Botschaft finden würde, nach ein paar Monaten, nach ein paar Jahren – in jenem Fall, den ich leider nicht ausschließen konnte.
Ich hatte geruht. Schlaf stellte sich nicht ein. Die verbrauchte Luft, schwer und stickig, ließ selbst die Untätigkeit zur Qual werden.
Der Lautsprecher schlug an. Captain Miller sprach vom Cockpit aus, in dem er seine Wache ging.
»Commander – Brücke.«
Schweißüberströmt stemmte ich mich hoch. Mein Kopf schmerzte, meine Augen brannten. Ich fühlte mich auf besorgniserregende Weise schlapp und lustlos.
»Ich höre, Captain.«
»Es ist so weit, Sir. Phoebe in Sicht.«
Ich riß mich zusammen.
»Roger, Captain. Ich komme.«
Das kalte Wasser, das ich mir über die Schläfen rieseln ließ, wirkte belebend – aber lange würde die Wirkung kaum anhalten. Der mangelnde Sauerstoff ließ sich durch nichts ersetzen. Die Luft, die wir atmeten, war die reinste Sparflamme. Von Anfang an hatte ich dem BMS nicht getraut. Im Prinzip war es ein gewaltiger Schritt nach vorn: eine segensreiche Einrichtung. Doch einstweilen steckte die Anlage noch in ihren Kinderschuhen: eine unausgereifte Angelegenheit. Und solange das so war, blieb das BMS eine lebensgefährliche Spielerei. Ich würde mit meiner Meinung nicht hinter dem Berge halten, sobald ich wieder in Metropolis war.
Ich berichtigte meine Überlegung in: sofern ich je wieder in Metropolis sein würde.
Der Blick, den ich aus dem Bullauge warf, brachte wenig Trost.
Als fußballgroßer apfelsinenfarbener Ball stand der Saturn steuerbord voraus, und selbst auf die rund zwölf Millionen Kilometer hin, die die Explorator von diesem zweitgrößten der Planeten trennten, war sein schillernder Ring mit bloßem Auge deutlich zu sehen.
Drei, vier Namen tauchten wie eine Vision vor mir auf – Namen, die sich mit der bemannten Erkundung des Saturns verbanden und hinter denen ein Kreuz stand: Tarnowski, Liebermann, Goodyear und Bartolini. Sie alle hatten vergeblich versucht, dem Saturn sein Geheimnis zu entreißen. Nach ihrem Scheitern hatte man ihn links liegen lassen: zu Gunsten von Venus, Mars und Uranus. Ein paar der Saturn-Monde ließen sich ausmachen – in den verschiedensten Stadien: voll, halb und als schmale Sichel.
Der Phoebe stand irgendwo an Backbord, außerhalb meines Gesichtsfeldes.
Auch auf Janus, Thetys und Rhea fehlte es nicht an zum Zwecke der Erkundung niedergegangenen Sonden – aber alle diese Sonden waren schon älter, ihre Sender nicht mehr in Betrieb, so daß es unmöglich war, sie anzupeilen, und Phoebe lag uns am nächsten.
Im Cockpit waren alle Lichter gelöscht; es herrschten die natürlichen Lichtverhältnisse des leeren Raumes: Mattes Sonnenlicht auf der einen und samtene Dunkelheit auf der anderen Seite.
Captain Miller wandte den Kopf.
»Wir haben soeben die Umlaufbahn erreicht, Sir.«
»Gut.« Ich zwängte mich in den Sitz und legte die Gurte an. »Ich übernehme.«
»Commander übernimmt. Aye, aye, Sir.«
Captain Miller schwenkte das Handruder zu mir herüber. Ich ergriff es und überprüfte die Wirkung. Das Schiff gehorchte.
Die Entscheidung rückte auf uns zu.
Vor dem Bug, ein wüster Ball von knapp dreihundert Kilometer Durchmesser, ein vom Saturn eingefangener Planetoid unbekannter Herkunft, lag unser Schicksal: der Mond Phoebe.
Ein beklemmender Gedanke zog mir durch den Sinn: daß dies möglicherweise die letzte Landung war, zu der die Explorator und ich mit ihr ansetzte.
Hatte ich mich nicht mit dem, was ich mir vornahm, in eine Situation verrannt, in der ich dem Ertrinkenden glich, der nach dem Strohhalm greift?
Ich rang nach Luft.
So ging es nicht weiter. Um diese Landung auszuführen, ohne Bruch zu machen, benötigte ich einen klaren Kopf und eine ruhige Hand. Ein Blick auf Captain Miller ließ mich wissen, daß ich mir die Atemnot nicht einbildete. Er lehnte keuchend in seinem Sitz, und der kalte Schweiß rann ihm in wahren Sturzbächen über das Gesicht. Wahrscheinlich sah ich genau so erbärmlich aus: ein röchelndes hohläugiges Gespenst.
Ich drückte die TÜ-Taste – und selbst diese kleine Bewegung trieb mich in die Erschöpfung.
»Brücke. Preßluft!«
Der Lautsprecher knackte. »Preßluft. Aye, aye, Sir.« Ich rief das Kartenhaus. »Brücke. Landewerte!« Der Lautsprecher knackte. »Müßten jetzt auf Ihrem Monitor sein, Sir.« Sie waren es. Mit etwas Glück sollte es mir gelingen, die Explorator gleich neben der Thor aufzusetzen: zwei, drei Kabellängen von dieser entfernt. Die Frage war nur, ob das Glück danach auch anhielt.
Ich rief das FK.
»Brücke. Frage: Haben Sie jetzt endlich VEGA-Metropolis am Draht?«
Der Lautsprecher knackte. »Nein, Sir. Die Lage ist unverändert. Ich empfange zwar, aber unser Ruf schlägt nicht durch. Zu viele Störungen.«
»Roger.« Ich drückte Alle Stationen. »Brücke. Wir sind in der Umlaufbahn. Ich setze an zur Landung. Lieutenant Wagner und das Kind sichern. Danach Gurte anlegen.«
Von nun an lag alles in Gottes Hand. Einmal noch mußte der Hauptsteuermodul seinen Dienst versehen, bevor er endgültig das Zeitliche segnete. Tat er das nicht, würden wir in die gleiche Lage geraten wie die Han Wu Ti: Gefangene einer Umlaufbahn zu sein.
Ich entsicherte den Starter – und dann, mit einem Stoßgebet, drückte ich auf den Knopf.
Das Triebwerk sprang an.
Behutsam löste ich die Explorator aus der Umlaufbahn und zog sie in die auf den Phoebe gerichtete Spirale.
Sofern das Triebwerk mitspielte, war die Landung kein Kunststück. Die wüste Oberfläche kam rasch näher: Fels, Schutt, Geröll, Sand. Dazwischen ein Blinken: Das mußte die Sonde sein. Und wieder Sand, Geröll, Schutt und kahler Fels: Totes Land.
Das Echo des Landestrahles kehrte zurück.
Die Richtung stimmte. Der Winkel stimmte. Ich flog ein exaktes Manöver.
Da war auch schon wieder das Blinken. Aufsetzen! Jetzt aufsetzen!
Ich zog den Bug in die Höhe und drosselte den Schub. Das Schiff gehorchte.
»Landebeine ausfahren!«
»Landebeine ausfahren. Aye, aye, Sir.«
Captain Miller hob den rechten Arm und betätigte den Schalter. Mit einem gedehnten Seufzer fuhren die Federbeine aus.
Der Sitz schwang in Landesposition. Ich blickte abwärts.
Für die Dauer von zwei, drei Sekunden stand die Explorator zitternd auf der Stelle; dann jedoch, als ich den Schub weiter verringerte, begann sie mit dem Heck voraus zu sinken.
Es sah nach einer glatten Landung aus.
Dreißig Meter über Grund passierte es. Der Hauptsteuermodul gab auf. Er tat es mit einem letzten, unkontrollierten Schaltstoß, der die Explorator noch einmal in die Höhe riß.
Mit der glatten Landung war es vorbei.
Der unerwartete Schub katapultierte uns erneut den Sternen entgegen und warf uns aus der Bahn, und als es mir schließlich gelungen war, die Explorator über einem halbwegs ebenen Geländestück wieder in Landestellung zu bringen, setzte das Triebwerk aus.
Der Grund raste auf mich zu – und dann gruben sich die Federbeine mit lautem Knirschen in nachgiebigen Sand. Durch den Aufprall benommen, hing ich mit schmerzenden Knochen in den Gurten.
Die Explorator stand auf dem Phoebe wie der schiefe Turm von Pisa.