9

 

Tessy hatte Mark vorgeschlagen, zwecks Informationsaustausch in einer Pizzeria in der Martin-Luther-Straße auf Robins Tante zu warten, die zugleich eine Ex-Sommer-Angestellte und davon überzeugt war, dass der Antiquitätenhändler nicht ganz sauber war. Mark war so überrascht, dass er sofort zustimmte.

Sie bestellten Pizza und Getränke, und Tessy erläuterte ihm während des Essens ihren Job und die Hintergründe des Philipp-Sommer-Auftrages, worauf Mark der Mund vor Verblüffung ein zweites Mal offen stehen blieb. Keine halbe Stunde später traf Paula ein, die einen ähnlich verdatterten Eindruck machte und Mark kopfschüttelnd begrüßte. Tessy hatte ihr am Telefon in groben Zügen von den Geschehnissen berichtet.

„Ich bin wirklich gespannt, wie das alles zusammenhängt“, sagte sie, nachdem sie Pasta und Weißwein bestellt hatte, und setzte sich.

„Wart ihr richtig gute Freunde?“, fragte Tessy schließlich und sah Mark an. Der Junge hatte seine Pizza nicht mal zur Hälfte geschafft. Die Sache war ihm beträchtlich auf den Magen geschlagen, aber immerhin war sein feindseliges Misstrauen verflogen. „Erzähl doch einfach mal.“

Mark nickte. „Robin war schon immer ein Draufgänger gewesen, jemand, der in den Tag hinein lebte und sich freute, wenn alles gut ging. Wenn etwas schief lief – Pech gehabt“, begann er leise. „Wir kannten uns seit der Schule. Damals waren wir nicht gerade die dicksten Freunde, aber wir haben uns nie aus den Augen verloren. Später kam Robin oft zum Schnorren – Geld, Bier, Essen, ein T-Shirt, und manchmal übernachtete er bei mir. Wir hatten Spaß zusammen, und ich hab immer ein bisschen auf ihn aufgepasst – vor allem seit er drückte. Könnte man so sagen. Jedenfalls bis diese Sache passierte … Na ja.“ Er schluckte.

Tessy sah zur Seite und bemerkte, dass Paula feuchte Augen bekommen hatte.

„Und dann?“, fragte Tessy. „Was ist passiert?“

„Vor ein paar Monaten hab ich zufällig ein Gespräch zwischen meinem Chef und Simon mitbekommen …“

„Du kennst Simon?“, unterbrach Paula.

„Er war mal einer von Chripos wichtigsten Leuten.“

„Kripo?“

„Christoph Pohlmann in Kurzform zusammengesetzt: Chripo.“

Paula verdrehte die Augen. „Saukomisch.“

„Ja, nicht wahr?“

„Die Branche passt allerdings zu Simon wesentlich besser als Antiquitäten“, meinte sie.

„Finde ich auch.“ Tessy nickte. „Und was genau hast du mitbekommen?“, wandte sie sich dann wieder an Mark. Sie war gespannt.

„Ich hab was aus dem Keller geholt. Auf halber Treppe nach oben höre ich, wie Chripo Simon begrüßt, der gerade auf den Hinterhof gefahren war. Ich bin stehen geblieben … einfach so. Ich mochte Simon noch nie. Ich wollte warten, bis die beiden im Büro verschwunden waren, um ihm nicht zu begegnen. Dann höre ich, wie mein Chef sagt, dass er mit den ganzen Möbeln bald selbst einen Antiquitätenladen aufmachen könnte. Dabei klingt seine Stimme halb genervt, halb amüsiert.“

 

„Reg dich wieder ab“, erwiderte Simon. „Du kennst die Bedingungen. Es läuft so und nicht anders. Philipp handelt mit Antiquitäten und fertig. Und es sind doch schöne Stücke, oder etwa nicht? Wir geben uns wirklich Mühe bei der Auswahl.“ Er lachte.

Chripo fiel in Simons Lachen ein. „Unbedingt, da gebe ich dir recht. Aber was hältst du eigentlich davon, wenn du den Garderobenschrank aus dem oberen Flur gleich wieder mitnimmst? Die Türen klemmen. Bei der Gelegenheit könnt ihr ihn gleich noch mal auffüllen. So in ungefähr vier bis sechs Wochen könnte ich wieder etwas gebrauchen. Es können auch acht Wochen werden.“

„Gar keine schlechte Idee“, antwortete Simon nach einer kleinen Pause. „Ich spreche mit Philipp darüber.“

Mark schüttelte den Kopf – Möbelstücke auffüllen? Er schlich erst nach oben, als er hörte, dass die beiden ihre Unterredung beendet hatten und ihrer Wege gingen.

Ungefähr zwei Wochen später nahm Mark einen Telefonanruf entgegen. Es war Philipp, der zu Chripo durchgestellt werden wollte. Mark wählte mit der drehbaren Wählscheibe des altertümlichen Apparats das Büro seines Chefs an, stellte die Verbindung mittels der Erdtaste her und wollte gerade den Hörer auflegen, als ihm das Hinterhofgespräch zwischen Simon und Chripo erneut in den Sinn kam. Einige Tage war es immer wieder in seinem Kopf herumgeistert, dann hatte er es kopfschüttelnd zu den Akten gelegt und sich entschlossen, keinen Gedanken mehr daran zu verschwenden. Was ging es schließlich ihn an, wofür der Chef sein Geld ausgab? Doch die Gelegenheit war einfach zu günstig. Ohne lange nachzudenken, behielt er den Hörer in der Hand und hob ihn schließlich ans Ohr, um atemlos zu lauschen.

„Na, mein Freund, wie geht es dir?“, fragte Philipp mit dunkler, lächelnder Stimme. „Ich hoffe, die Geschäfte laufen nicht nur zufriedenstellend.“

„Danke der Nachfrage – es geht alles seinen Gang. Unsere Freunde am Schwarzen Meer sind hochzufrieden mit der straffen Organisation. Eine Hand wäscht die andere.“

„Selbstverständlich. Du hast wie immer einen Bonus. Aber sei achtsam mit deinen Kunden. Keine abgerissenen Typen. Wie viel brauchst du?“

Chripo überlegte einen Moment. „Drei, vier Pakete müssten genügen. Packt ihr es in den Garderobenschrank?“

„Ja. Es ist übrigens eine hervorragende Idee, den Schrank noch einmal zu benutzen“, sagte Philipp. „Nur, wir sollten es mit dieser Masche nicht übertreiben. Ich muss schließlich auch bei der Buchhaltung aufpassen.“

„Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste“, stimmte Chripo ihm zu. „Nur: ich habe bald keinen Platz mehr für all den Plunder, und strecken will ich nicht. Das spricht sich schnell herum. Da reicht schon so ein abgemagertes Küken, das auf irgendeinem Klo …“

„Sei still!“ unterbrach Philipp ihn brüsk. „Manchmal haben die Wände Ohren. Und die Leitungen erst recht.“

Mark wartete, bis Chripo eine langatmige und laute Entschuldigung von sich gab und legte dann behutsam den Hörer auf. Seine Wangen waren heiß und sein Kopf dröhnte. Es gehörte nur noch eine kleine Portion Fantasie dazu, um sich auszumalen, womit die Möbel aufgefüllt wurden, aber Mark verbot sich zunächst, über das Gehörte nachzudenken, das Puzzle zu vervollständigen. Es war ungeheuerlich. Und verführerisch. Eine grandiose Idee.

Drei Tage später tauchte Robin mitten in der Nacht bei ihm auf – aufgedreht, hungrig, abgerissen. Mark war eine halbe Stunde zuvor von der Arbeit nach Hause gekommen und gerade erst eingeschlafen, als Robin ihn herausklingelte.

„Was willst du um die Uhrzeit? Hast du kein Zuhause?“, brummte Mark ihn an, ließ ihn aber herein und stolperte wieder in Richtung seines zerwühlten Bettes.

„Tut mir Leid, Kumpel – du musst mir was pumpen. In meinem Kühlschrank gibt’s nur noch Licht“, gab Robin zerknirscht zurück.

Wenn er ihn so ansah, konnte Mark nie lange sauer sein.

„Mach dir was zu essen, aber lass mich schlafen. Wird Zeit, dass du dir mal einen Job besorgst“, sagte er schließlich.

„Du redest schon wie meine Mutter!“

„Na, wo sie Recht hat, hat sie Recht.“

Mark setzte sich schließlich in seinem Bett auf und beobachtete durch die offene Tür, wie Robin seinen Kühlschrank plünderte. Wobei Plündern reichlich übertrieben klang, denn außer einer Salami, etwas Milch, Käse, einigen Dosen Bier und zwei Tomaten war da auch nicht viel zu holen. Seine Müdigkeit war auf einmal verflogen.

„Ach Scheiße, soll ich mich so abschinden wie du?“, nahm Robin den Gesprächsfaden wieder auf, als er sichtlich zufrieden zurückkehrte.

Er kaute mit offenem Mund auf einer dick belegten Stulle herum, reichte Mark eine der beiden Bierdosen und setzte sich zu ihm aufs Bett. „Du siehst fix und fertig aus, wühlst den ganzen Tag oder halbe Nächte im Dreck herum und bist am Ende des Monats froh, wenn du die Miete verdient hast, ein paar Einkäufe erledigen kannst und ein Kinobesuch oder eine CD abfällt. Stimmt’s?“

Mark nickte langsam und öffnete sein Bier. Der Schaum quoll ihm leise knisternd entgegen. „Ja, es gibt Leute, die ihr Geld einfacher verdienen, aber was soll’s? Mir gehört nun mal keine Diskothek. Und auch kein Antiquitätenladen, in dem doppelt und dreifach verdient wird, und zwar nicht nur an den hübschen, alten Möbeln.“

Robin setzte seine Dose wieder ab. „Wie meinst du das denn?“

Mark überlegte einen Moment, ob er das Thema wieder fallen lassen sollte, aber es war selten, dass er mal etwas Aufregendes zu berichten hatte. Sonst war es immer Robin, der wilde Geschichten erzählte oder erfand, und Mark war derjenige, der an seinen Lippen hing.

Robin blickte ihn auffordernd an. „Na, was ist, Alter? Red schon.“

Mark gab sich einen Ruck und berichtete von den belauschten Gesprächen. Robin unterbrach ihn nicht ein einziges Mal. Als Mark geendet hatte, schwieg Robin noch einen Moment, dann blickte er den Freund an und bekam glänzende Augen.

„Ist ja geil!“, schwärmte er. „Super Idee! Auf so was muss man erst mal kommen.“

„Du meinst also auch, dass die …“

„Na ja, was denn sonst? Darum auch diese Geheimnistuerei von diesem Philipp. Das ist ja wirklich ein Geschenk des Himmels!“

Mark schaute Robin neugierig von der Seite an. „Was meinst du nun damit?“

Robin lehnte sich an die Wand und grinste. „Na, hör mal – bist du wirklich so begriffsstutzig oder tust du nur so? Wissen ist Macht, Alter! Und bedeutet oft auch bare Münze.“

Mark rollte seine Dose zwischen den Händen. „Ich weiß nicht, ob das ein guter Einfall ist. Mit dem Simon ist echt nicht gut Kirschen essen. Der fackelt nicht lange, wenn du verstehst, was ich meine.“

Robin griff in seine Tasche und zog ein Päckchen Zigaretten hervor. Er zündete zwei an und reichte eine an Mark weiter. „Klar, Alter. Aber überleg doch mal: Die wollen ihr gut eingefädeltes Geschäft durchziehen, ohne dass irgendjemand Wind davon bekommt, logisch. Nun hat aber doch jemand Wind davon bekommen, eine kleine Brise zumindest, und will eine hübsche Belohnung, damit er den Mund hält. Auch logisch, oder?“

Mark schüttelte den Kopf. „Vergiss das ganz schnell wieder! Die lassen sich nicht erpressen.“

„Was für ein unschönes Wort! Ich will nur einen winzigen Anteil: eine Hand wäscht die andere, wie es dein Boss so schön ausgedrückt hat, und das war es auch schon. Ich bin viel zu unwichtig, als dass es nötig wäre, sich großartige Gedanken um mich zu machen. Ein abgewrackter Typ, der ein paar Euro haben möchte, nichts weiter.“

„Du stellst dir das viel zu einfach vor. Du kannst doch nicht einfach da auftauchen und Knete fordern.“

„Mark, Alter, du hast nicht einen Funken Fantasie – ich spaziere da rein, mache ein paar eindeutig-zweideutige Bemerkungen, schaue mir mal an, wie die Herren darauf reagieren und schlage dann ein Geschäft vor. Wenn es heiß wird, kann ich immer noch die Biege machen. So läuft das. Ich bin doch kein dummer Junge.“

Mark hatte diesbezüglich durchaus seine eigene Meinung, aber er behielt sie in diesem Moment für sich. Robin war so begeistert.

„Überleg doch mal – ein paar Tausender extra, wäre das nichts? Mal ein kleiner Urlaub und ein paar Nächte durchfeiern. Und natürlich: endlich mal ein paar Portionen richtig gutes Zeug einfahren!“, schwärmte er.

„Lass doch endlich diesen Scheiß!“, fuhr Mark ihn an.

Robin hob die Hände. „Okay, wie du willst – ich dreh das Ding, sorg für ein gutes Geschäft, wir teilen uns den Erlös, und ich nehm keine Drugs mehr, einverstanden?“

Mark hätte ihm zu gerne geglaubt, aber dazu hatte Robin schon zu oft sein Versprechen gebrochen. Er war ein kleiner Junkie, aber wenn er nicht aufpasste, würde es ihn bald so richtig erwischen.

„Nun glotz nicht so“, fügte Robin hinzu und stieß ihm den Ellenbogen in die Seite. „Was soll denn schief gehen? Schlimmstenfalls verprügelt mich der Kerl – meine Güte, es wäre nicht meine erste Tracht, und ich werde es überleben.“

Aber genau das hatte er nicht.

 

Mark schloss kurz die Augen, als er seinen Bericht beendet hatte.

„Irgendwie ist es meine Schuld“, sagte er dann. „Ich habe ihn erst auf diese Idee gebracht.“

„Quatsch!“, sagte Tessy. „Du hast ihn gewarnt, sich mit denen anzulegen“, wiegelte sie ab. Aber natürlich konnte sie Marks Schuldgefühle gut nachvollziehen. Sie sah zu Paula hinüber. Die schluckte und sah Mark an. „Vergiss das ganz schnell. Robin hat schon immer das Risiko geliebt“, erklärte sie eilig, aber ihre Stimme klang zittrig.

Mark lächelte plötzlich und zum ersten Mal überhaupt. „Danke.“

„Geht die Geschichte noch weiter?“, fragte Tessy.

Er wollte abwinken, zögerte und nickte schließlich. „Von wegen Risiko: Ich hatte letztens eine fiese Begegnung mit zwei Typen, die mich ganz klar gewarnt haben, in Sachen Antiquitäten weiter zu schnüffeln. Da kann nur Simon hinter stecken, denn ich habe meist ihn verfolgt. Wahrscheinlich bin ich ihm irgendwann aufgefallen, und er hat den Spieß umgedreht und rausgekriegt, wer ich bin.“

Tessy warf ihm einen scharfen Blick zu. „Was genau bedeutet das? Hat man dich verdroschen?“

Er sah kurz zum Fenster hinaus. „Ja.“

„Verstehe.“

Wieder lächelte Mark.

„Und du glaubst, dass Robin von diesen Typen ermordet wurde?“

„Ja, das glaube ich.“

„Die Polizei hat aber nichts Ungewöhnliches entdeckt, sondern geht von einem Drogentoten aus, der sich aus Versehen oder absichtlich eine Überdosis gedrückt hat.“

„Kann ich mir denken. Die wissen, was sie tun und wie sie es tun. Profis eben.“

Eine ganze Weile herrschte bedrücktes Schweigen.

„Und nun?“, fragte Paula und sah Tessy an. „Wie geht es jetzt weiter? Was ist mit deinem Freund von der Polizei? Kann der nicht was unternehmen?“

Mark wurde erneut blass. Er schüttelte heftig den Kopf.  „Hört gut zu: Wenn da Bullen aufkreuzen und die Bude auseinander nehmen, ohne was zu finden, bin ich dran – das dürfte klar sein, oder?“

Tessy hob rasch die Hände. „Moment! Die Polizei kann ohnehin nur aktiv werden, wenn eindeutige Indizien vorliegen.“

„Was willst du damit sagen?“ Paula runzelte die Stirn. „Ich finde das alles mehr als eindeutig!“

„Nun, all die Hinweise und Zusammenhänge, die wir bisher zusammengetragen haben, mögen uns völlig eindeutig erscheinen – für die Ermittlungsbehörden sind sie es aber deswegen noch lange nicht. Wir haben Mutmaßungen und Verdachtsmomente aufgrund zufällig oder weniger zufällig belauschter Gespräche gewonnen, aber ein seltsames Geschäftsgebaren und unsere persönlichen Schlussfolgerungen reichen noch lange nicht aus, um zum Beispiel eine unangekündigte Durchsuchungsaktion zu rechtfertigen und die Herrschaften fest zu nehmen“, erklärte Tessy. „Wenn wir Anzeige erstatten und berichten, was uns aufgefallen ist, wird die Polizei natürlich nachforschen, aber damit auch Philipp Sommer und seine Leute warnen. Und damit gefährden wir Mark und vielleicht sogar Charlotte.“

Paula atmete heftig ein. „Ja, und? Was machen wir jetzt? Wir können doch nicht die Hände in den Schoß legen und …“

Tessy beugte sich vor. „Das habe ich nicht gesagt. Mein Kripotyp ist dabei, erst mal inoffiziell nachzuforschen. Wer weiß, vielleicht läuft da ja längst was – mit verdeckten Leuten oder so. Wenn ein großer Drogenring dahinter steckt, ist das durchaus realistisch. Denen könnten wir einige heiße Tipps geben, und dann kommt die Sache relativ zügig ins Rollen.“

„Du guckst zu viele Krimis.“

„Dazu habe ich kaum Zeit“, erwiderte Tessy. „Außerdem bevorzuge ich deftige Liebesgeschichten.“ Sie grinste. „Wir sollten Charlotte mit auf unsere Seite ziehen“, schlug sie dann vor.

„Wie willst du das denn anstellen? Sie ist die Geliebte von …“

„Stell dir vor, das habe ich auch schon mitbekommen. Aber sie wirkt ganz schön … angespannt, soweit ich das beurteilen kann. Ähnliches hast du ja auch schon bemerkt. Sie hat sich in Chripos Hinterhof umgesehen. Warum? Simon verfolgt sie. Wieso? Wer weiß … Vorschlag: Du nimmst Kontakt mit ihr auf, und dann sehen wir weiter.“

Paula öffnete den Mund und schloss ihn wieder. „Und wenn sie den gar nicht will oder uns auslacht oder uns bei Philipp anschwärzt …?“

„Du verschwendest deine Energie mit wilden Spekulationen.“

„Tatsächlich?“

„Ja – mach einen besseren Vorschlag, wenn dir meiner nicht passt!“

Paula trank ihren Wein aus und sah einen Moment mit finsterer Miene zum Fenster hinaus. „Na schön – ich denke darüber nach. Könnte sein, dass da was zu machen ist.“

„Sag ich doch.“

 

Zehn Minuten später war Tessy auf dem Weg zur Polizeidirektion in Lankwitz. Das Gespräch mit Dirk Hanter brachte leider keine neuen Erkenntnisse. Die Nachforschungen des Kommissars hatten ergeben, dass Philipp Sommer ein angesehener Geschäftsmann war, der pünktlich seine Steuern bezahlte. Ähnlich verhielt es sich mit Pohlmann. Es liefen keinerlei Ermittlungen, in denen die beiden eine Rolle spielten.

Tessy schilderte ihm ihre Eindrücke, worauf Dirk sie nachdenklich ansah.

„Das hört sich ziemlich ernst an. Ich werde den Kollegen vom Drogendezernat einen Tipp geben, aber für offizielle Ermittlungen …“

„Ich weiß“, unterbrach sie ihn. „Dafür reicht es nicht. Noch nicht.“

Hanter nickte. „Du musst vorsichtig sein. Sollte dieser Mark Recht damit haben, dass der Junge ermordet wurde und ein großes Ding am …“

Tessy winkte ab. „Ich versuche erst mal, an weitere Informationen zu kommen.“ Sie lächelte. „Machst du dir mal wieder Sorgen? Das gefällt mir außerordentlich, Herr Kommissar.“

„Hm.“ Er kratzte sich am Hinterkopf. „Hör mal, ich hab noch zu tun …“

„Schon verstanden.“

Tessy stand auf und gab ihm einen Kuss. „Bis die Tage.“

Er sah ihr mit sorgenvoller Miene nach.

 

Als Tessy heimkam und sich im Garten auf einer Liege ausstreckte, spürte sie plötzlich, wie anstrengend der Tag gewesen war. Sie zog eine leichte Baumwolldecke über sich, lauschte einen Moment dem Vogelgezwitscher und schlief innerhalb von Sekunden erschöpft ein.

Ein Lachen weckte sie. Tessy schlug die Augen auf und blickte direkt in Gertruds Gesicht.

„Du musst ganz schön fertig sein, wenn du weder an dein Handy gehst, noch mitbekommst, dass ich durch den Garten stapfe“, sagte sie und gab Tessy einen Kuss, während sie sich zu ihr auf die Liege setzte.

Tessy richtete sich mühsam auf und berichtete in Kurzform, was sich in den letzten Tagen abgespielt hatte.

„Hört sich nach viel beschäftigter Privatdetektivin an. Hast du heute noch was vor?“, fragte Gertrud, rückte näher und küsste sie erneut und deutlich intensiver.

„Nun, ich muss noch mit meinem Auftraggeber telefonieren und ihm Bericht erstatten, ansonsten …“

„Hast du Feierabend?“ Gertrud zog Tessys Kopf dicht an ihr Gesicht. Ihre Zunge fuhr zwischen Tessys Lippen.

„Könnte man so sagen“, murmelte Tessy. „Lass uns doch reingehen …“

Gertrud ließ Tessy los. „Warum? Es ist sehr romantisch hier.“

„Aber nicht gerade ungeschützt vor neugierigen Blicken.“ Tessy wies auf das lückenhafte Buschwerk, das den Garten umgab.

„Stört dich das?“ Gertrud setzte ein unschuldiges Gesicht auf.

„Nun …“

Gertrud schob eine Hand unter die Decke und legte sie auf Tessys Oberschenkel. Sie lächelte. „Leg dich wieder hin und entspann dich. Oder hast du ein Problem damit, wenn Nachbarn und Spaziergänger mitbekommen, dass du dich breitbeinig stöhnend auf der Liege wälzt?“

Tessy spürte, dass ihr Gaumen trocken wurde und ihr Schoß feucht. Sie streckte sich aus und biss sich auf die Unterlippe. Gertrud öffnete versteckt unter der Decke Tessys Jeans und zog sie geschickt herunter. Mit dem Zeigefinger umspielte sie Tessys Knospe. Tessy atmete deutlich schneller und schob ihre Beine auseinander.

„Na bitte“, flüsterte Gertrud. „Wusste ich doch, dass du nicht widerstehen kannst. Wie viele – drei oder vier?“

„Fang mit drei Fingern an“, sagte Tessy leise und schloss die Augen, während Gertrud mit einer Hand ihren feuchten Schoß zu erkunden begann, um dann plötzlich heftig in ihre Möse einzudringen.

Tessy atmete scharf ein und begann zu stöhnen. Das Vogelgezwitscher verstummte, während Tessy sich ermahnte, leiser zu sein. Sie öffnete die Augen und verfing sich in Gertruds lauerndem Blick. „Sag schon: Wie fühlt sich das an?“

„Geil“, flüsterte Tessy und bewegte ihren Unterleib. Nachbarn und Spaziergänger waren ihr inzwischen vollkommen egal.

Gertrud verschärfte das Tempo. Tessy hielt sich am Gestell der Liege fest und spreizte die Beine soweit wie irgend möglich. Plötzlich kniete sich Gertrud auf den Boden und beugte sich über Tessy, um mit der anderen Hand ihre Nippel zu massieren.

„Schneller!“, flüsterte Tessy.

Gertrud nahm den vierten Finger dazu und drang mit jedem Stoß tiefer vor. Kurz bevor Tessy kam, hielt Gertrud abrupt inne, hob die Decke an und beugte sich über Tessys Schoß, um ihre Knospe in den Mund zu nehmen. Sie saugte und knabberte daran, bis Tessy aufschrie und ihre Beine um Gertruds Kopf schlang.