8

 

Charlotte konnte es sich nicht verkneifen, Paulas Entlassung anzusprechen. Es ließ ihr einfach keine Ruhe, dass die unkomplizierte und sympathische Frau von einem Tag auf den anderen ihren Stuhl hatte räumen müssen.

„Schade, dass sie nicht mehr hier ist. Soweit ich es mitbekam, machte sie einen fleißigen und kompetenten Eindruck“, sagte sie zu Philipp, als sie ihm einen Kaffee ins Büro brachte und sich vor seinen Schreibtisch in einen zierlichen Ledersessel setzte.

Philipp klappte einen Aktenordner zu. Ein amüsiertes Lächeln verzog auf einmal seinen Mund. „Ja, da stimme ich dir zu. Oder besser ausgedrückt: Sie war eine Klugscheißerin und steckte ihre Nase in Angelegenheiten, die sie nichts angingen.“

„Ach? Wie meinst du das?“

Er winkte ab und trank einen Schluck Kaffee. „Ich wollte eine Aushilfe – jemanden, der für gutes Geld ein bisschen Bürokram erledigt, und niemanden, der meine Buchhaltung kritisch beäugt und sich ungefragt einmischt. Das kann ich auf den Tod nicht leiden, wie du weißt.“

„Aber ist es nicht ihr Job, dich darauf aufmerksam zu machen, wenn ihr etwas …?“

Philipp schüttelte unwillig den Kopf. „Nein, ganz und gar nicht. Ihr Job ist es gewesen, die Aufgaben zu erledigen, die ich ihr gebe und auf keinen Fall mehr. Auf gar keinen Fall!“, wiederholte er energisch.

„Das verstehe ich nicht.“

„Musst du auch nicht.“

„Nein?“ Charlotte spürte, dass sie ärgerlich wurde. „Was soll das? Ist es wirklich nötig, dass du mich so konsequent aus deinem Geschäftsleben ausschließt? Ich bin weder dumm noch klatschsüchtig. Und ich will dir auch nicht reinreden, aber du kannst mir doch wenigstens eine vernünftige Antwort geben.“

Philipp lächelte breit. „Du bist noch hübscher, wenn du wütend wirst.“ Er sah auf die Uhr. „Etwas Zeit hab ich noch. Ich wüsste ja …“

Charlotte machte eine unwillige Handbewegung. „Hör schon auf! Was ist mit Paula? Hat sie Mist gebaut?“

Philipp runzelte die Stirn. „Ja, sie hat Mist gebaut, aber ich will nicht mehr davon sprechen. Die geschäftlichen Belange sind meine Sache. Das weißt du. Also lass mich in Ruhe.“

Sein Blick wurde dunkel und starr, und Charlotte wehrte sich gegen die leise, aufgeregte, mit seltsamer Freude durchsetzte Furcht, die neben der Wut in ihr hoch kroch – schon wieder einmal in ihr hoch kroch –, aber sie senkte als erste den Blick. Beschämt über sich selbst und ihre immer wieder drängende Lust, aufzubegehren, um sich von ihm unterwerfen zu lassen.

„Ist ja schon gut, reg dich bloß nicht so auf“, wiegelte sie ab. „Ich kenne deine Auffassung, aber darum verstehe ich sie trotzdem nicht – jedenfalls nicht in dieser übertriebenen Form. Und ich bin grundsätzlich anderer Ansicht. Das zumindest wirst du dir von mir anhören, ob es dir passt oder nicht.“

„Bist du sicher?“

Charlotte sah ihm in die Augen und biss die Zähne zusammen. Doch im selben Augenblick lächelte Philipp, und sein Gesicht glättete sich – gänzlich unerwartet. „Du bist ganz schön widerborstig heute Morgen. Dabei weißt du doch, dass ich ein ziemlicher Eigenbrötler bin. Lass uns jetzt aufhören mit der Streiterei. Das bringt nichts.“

Sie atmete tief durch und lächelte dann zurück. „Na schön, du hast wahrscheinlich Recht. Streit ist auch nicht nach meinem Geschmack.“ Sie betrachtete ihn einen Moment nachdenklich und entschloss sich dann, einen weiteren Vorstoß zu wagen. Jetzt oder nie.

„Was hältst du davon, wenn ich ein bisschen im Büro aushelfe, jetzt, wo Paula nicht mehr da ist?“, fragte sie.

„Gar nichts – konzentriere dich aufs Malen“, gab Philipp rasch zurück, bemühte sich aber, freundlich zu bleiben. „Ich finde schon jemanden, der hier einspringt.“

„Kannst du denn nicht verstehen, dass ich auch etwas tun möchte?“, hielt sie ihm entgegen. „Du bist sehr großzügig, und ich bin es gewohnt zu arbeiten. Den ganzen Tag nur an der Staffelei zu verbringen war noch nie mein Ding – noch dazu auf deine Kosten. Das gefällt mir nicht. Außerdem muss ich mich auch mal mit etwas anderem beschäftigen.“

Philipp musterte sie und schüttelte den Kopf. „Geh einkaufen oder ins Fitnessstudio, mach irgendwas, aber hier …“

Charlotte stand auf, trat rasch zu ihm und zog seinen Kopf an ihren Bauch, damit er ihr Gesicht nicht sehen konnte. „Sei nicht so störrisch. Ich bin keine Puppe, die man einfach in eine Ecke packt …“

„Nein, man packt dich ins Bett und besorgt es dir, dann gibst du Ruhe – jedenfalls hinterher.“ Er hob das Gesicht zu ihr hoch und grinste anzüglich. Dann schob er den Stuhl zurück und stand er auf.

„Philipp, bleib mal ernst!“, sagte Charlotte. „Lass mich was tun – ein, zwei Stunden am Tag. Ich könnte Telefonate entgegennehmen, Termine vereinbaren, Briefe am PC schreiben und Belege eingeben und ordnen. Mehr kann ich sowieso nicht.“

Sie war erstaunt, dass ihr der Schwindel so mühelos über die Lippen ging. Charlotte hatte bereits häufig im kaufmännischen Bereich gejobbt, und die üblichen Computerprogramme waren ihr genauso geläufig wie der Unterschied zwischen Soll und Haben. Aber offensichtlich war Philipp gar nicht daran gelegen, jemanden mit einschlägigen Kenntnissen oder gar fundierter Ausbildung im Büro zu beschäftigen. Er suchte eine Hilfskraft, die gerade mal bis drei zählte.

„Ich könnte noch einmal in aller Ruhe darüber nachdenken“, sagte Philipp, trat dicht an sie heran und nahm sie in die Arme. Mit einer Hand strich er über ihren Po, mit der anderen öffnete er ihre Bluse.

„Philipp …“

Daumen und Zeigefinger umfasste ihre Brustwarze. Er knetete sie. „Das gefällt dir, oder?“

Er drängte sich an sie, und sie spürte, dass er erregt war. Eilig schob er Schreibunterlage und Kaffeetasse beiseite und setzte sie auf den Schreibtisch. Er lächelte dunkel und öffnete seine Hose. „Zeit für etwas Entspannung. Findest du nicht?“ Er holte seinen Schwanz heraus. „Zieh dich aus!“

„Philipp – wenn jemand …“

„Es ist niemand hier. Und vor Simon habe ich keine Geheimnisse.“

„Aber ich!“

Er packte sie an den Armen und riss sie grob vom Schreibtisch herunter. Sein Blick war unruhig und bohrte sich in ihren, sein Atem ging heftig. „Zieh dich aus! Jetzt!“

Mit zitternden Händen öffnete sie ihre Hose und entkleidete sich. Warum, dachte sie, warum lasse ich so mit mir umgehen? Er drehte sie um und packte sie bäuchlings über den Tisch. Eine Hand fuhr zwischen ihre Beine, tastete nach ihrem Schoß und massierte ihn.

„Du bist ja schon feucht“, flüsterte er. „Du kannst es kaum erwarten, dass ich dich endlich ficke, stimmt es?“

Sie sagte nichts, aber sie stöhnte, als sie seinen Schwanz eindringen spürte. Er umfasste ihre Hüften und stieß heftig zu. Ihre Hände umklammerten die Tischkante, während Simon seinen Rhythmus verschärfte und ihr in die Schulter biss.

„Ich will wissen, wann du kommst, verstanden?“

Sie schrie auf.

 

Am nächsten Morgen nahm Charlotte an Paulas Schreibtisch Platz, nachdem Philipp ihr beim Frühstück so ganz nebenbei gesagt hatte, dass ihre Idee mit der Büroarbeit doch nicht die übelste sei. Es würde Zeit und Mühe sparen, nach einer neuen Kraft zu suchen, und außerdem könne er sie als Aushilfe mit einem kleinen Gehalt anstellen und damit steuerlich absetzen.

Sie hätte nicht genau sagen können, was sie sich von ihrer neuen Aufgabe erhoffte, aber dass sie mehr damit verband als schnöde Abwechslung und ein selbstverdientes Taschengeld, verstand sich von selbst. Neugierde passte noch am ehesten als Motiv.

Philipp und Simon waren nur stundenweise im Haus, meistens um mit Kunden zu verhandeln, die sich bereits angemeldet hatten. Ansonsten nahmen sie an Auktionen teil oder sahen sich bei Geschäfts- und Wohnungsauflösungen um. Häufig begleiteten sie auch gemeinsam Auslieferungen besonders wertvoller Ware; manchmal übernahm Simon solche Transporte allein. Während Holger in der Werkstatt an alten Möbeln herumfeilte, hatte Charlotte genügend Zeit, um die alles andere als anspruchsvollen Arbeiten zu erledigen, die auf ihrem Schreibtisch wenige, überschaubare Häufchen bildeten – in der Hauptsache Reisekostenabrechnungen, die überprüft und abgeheftet werden mussten, Post, die mit wenigen Zeilen zu beantworten war, einfaches Erfassen von Rechnungsbelegen und ähnlich Aufregendes.

Es dauerte keine drei Tage und Charlotte erledigte diese Aufgaben in kaum einer Stunde. Und einen Tag später schaltete sie den PC nicht aus, nachdem sie zwei Briefe getippt hatte. Sie öffnete das Buchhaltungsprogramm und sah sich die Konten an, die sie bislang noch nicht benutzt hatte. An den vorliegenden Beträgen und Buchungstexten war nichts Ungewöhnliches zu entdecken. Nach ihrer Ansicht wurden die üblichen Geschäftskosten sowie erfreulich hohe Erlöse geltend gemacht. Warum jemand Zigtausende für ein kleines Biedermeierschränkchen oder eine Standuhr bezahlte, deren einziger Vorzug darin zu bestehen schien, älter als die meisten Urgroßmütter zu sein, war Charlotte schleierhaft, aber sie verstand ohnehin nicht viel von solchen Vorlieben. Es sollte ja auch Leute geben, die ein Jahresgehalt für ein Collier ausgaben.

Als sie Paulas Schreibtisch übernommen hatte, waren alle Fächer geleert gewesen. Nur ein kleines Lederetui mit verschiedenen Stiften, das ganz hinten in der untersten Schublade gelegen hatte, war der Aufräumaktion von Philipp oder vielleicht auch Simon entgangen. Charlotte entdeckte es, als sie auf der Suche nach einem Anspitzer war. Zwischen zwei Kugelschreibern ragte ein zusammengefalteter Notizzettel hervor, den sie zunächst unbeachtet in den Papierkorb werfen wollte, dann aber glatt strich und von beiden Seiten aufmerksam betrachtete. ER 305, 426, 589 und AR 567, 654, 890 stand dort in deutlicher Schrift, zweimal unterstrichen und mit einem Frage- und einem Ausrufezeichen versehen.

Wenn Paula nicht auf so denkwürdige Weise entlassen worden wäre, hätte Charlotte diesen Notizen keinerlei Beachtung geschenkt. So aber verglich sie die angegebenen Buchungsnummern der Ein- und Ausgangsrechnungen mit den erfassten Daten in den entsprechenden Konten und den abgehefteten Belegen, um schließlich verblüfft festzustellen, dass Philipp ein außergewöhnlich guter Geschäftsmann war. Er hatte zum einen bei einer Wohnungsauflösung preiswert Möbel erworben, die aus der Mitte des letzten Jahrhunderts stammten und offensichtlich keine besonders gefragten Antiquitäten darstellten. Nichtsdestotrotz war es ihm in den folgenden Monaten gelungen, eben diese Stücke für das Fünf- bis Zehnfache des Einkaufspreises weiter zu veräußern. Selbst unter Berücksichtigung diverser Kosten, die für Lagerung, Restauration und Transport möglicherweise angefallen waren, hatte der Käufer ein alles andere als gutes Geschäft gemacht. Zum anderen hatte Philipp einen begehrten Schrank ausgesprochen günstig erstanden und zu einem horrenden Preis wieder verkauft.

Als Charlotte einen Wagen vorfahren hörte, stellte sie die Ordner rasch zurück und fuhr den PC herunter. Den Zettel von Paula steckte sie in ihre Hosentasche. Philipp schien ein richtiges Schlitzohr zu sein. Die mitschwingende Bewunderung erhielt allerdings einen leichten Dämpfer, als sie sich die Frage stellte, warum er seine Erfolge so konsequent abschottete, statt sich offen über die satten Gewinne zu freuen.

Am Nachmittag stand sie vor ihrer Staffelei. Die leere Leinwand fühlte sich kühl an. Rauh. Unbestechlich. Charlotte lächelte, obwohl ihr beklommen zumute war. Zu viele Gefühle, und jedes einzelne versuchte, die Oberhand zu gewinnen. Ich habe mich verändert, dachte sie. Wo ist mein Stolz geblieben? Meine Stärke. Der Mut, mein eigenes Leben zu leben und meine Meinung zu sagen. Ich hänge mich an einen Mann, der noch verrückter ist als all die anderen, mit denen ich auch schon Schiffbruch erlitten habe. Nur faszinierender, erotischer, reicher. Unergründlicher. Ich mache mich schwach, und mein Widerspruch ist klein, kaum der Rede wert, eher ein Herumwinden, gleichzeitig bin ich voller Wut. Und einer eigentümlichen Angst. Sie kribbelt. Was will ich noch hier?

Sie nahm den Kohlestift und skizzierte einen Männerkopf – rasch und schwungvoll: blanke Augen, fast stechend, starkes Kinn, kurzes Haar. Sehnsucht auf den Lippen. Schmerz im Blick. Simon.

 

Am nächsten Tag hatte sie sich gerade einen frischen Kaffee geholt, als sie Stimmen hörte. Sie spähte zum Fenster heraus. Im Hof stand ein Benz samt Anhänger, auf den Simon und Holger eine schwere Standuhr verluden. Der Wagen war neu und an den Türen mit einer Aufschrift versehen, die Charlotte bekannt vorkam. Der Kunde stand breitbeinig daneben und klopfte Philipp auf die Schulter. Sein lautes, selbstgefälliges Lachen war selbst bei geschlossenen Fenstern unangenehm.

Sie ging zurück ins Büro und setzte sich an den PC. Wenn sie sich recht erinnerte, hatte Simon das Stück vor wenigen Tagen bei einer Versteigerung für knapp tausendfünfhundert Euro gekauft. Charlotte warf einen Blick auf die Kopie der Quittung, die Philipp ihr bereits auf den Schreibtisch gelegt hatte. Der Kunde mit dem lauten Lachen war Christoph Pohlmann, Diskothekenbesitzer und offenbar Antiquitätenliebhaber. Er hatte bar bezahlt: neuntausend. Ein satter Gewinn. Sie blickte erneut auf den Beleg und öffnete das Buchhaltungsprogramm, um den Vorgang gleich zu buchen. Sie stutzte – Pohlmann kaufte häufig bei Philipp. Ungewöhnlich häufig. Die ganze Bude muss voll von dem Zeug sein, dachte Charlotte. Sie fuhr den PC herunter, räumte den Schreibtisch auf und hatte plötzlich eine Idee.

Kurze Zeit später holte sie ihren Skizzenblock aus dem Atelier. Als sie wieder nach unten kam, wartete Philipp auf sie.

„Na, was hast du noch vor?“

Sein Blick hatte wieder dieses Lauern, und sie spürte das bekannte ängstlich-lustvolle Flattern in ihrer Brust. „Ich möchte zeichnen. Und ich brauche neue Farben und Pinsel.“

Er musterte sie schweigend. Dann griff er in seine Hosentasche und gab ihr sein Portemonnaie. „Nimm, was du brauchst.“

„Danke.“

„Ich habe heute Abend sehr spät noch einen Termin, komme aber zwischendurch nach Hause. Sei gegen fünf zu Hause, und zwar pünktlich.“ Seine Stimme klang plötzlich merkwürdig belegt.

Charlotte sah ihn irritiert an. „Bitte?“

„Ich will, dass du um fünf zu Hause bist, und zwar genau um fünf.“

Sie schüttelte den Kopf. „Und wenn nicht?“

Seine Lippen kräuselten sich. „Lass es besser nicht darauf ankommen.“

Sie wollte ihn fragen, ob er nicht mehr alle Tassen im Schrank hätte, ein albernes lautes Lachen wäre auch angebracht gewesen. Stattdessen schwieg sie, schluckte und wandte sich um.

 

Sie war zwanzig Minuten zu spät gekommen. Erst hatte sie Simon abgeschüttelt, dann war sie nach Schöneberg geradelt und hatte beobachtet, wie die teure Standuhr achtlos im Hinterhof abgestellt worden war, ohne dass sie sich erklären konnte, was das bedeutete. Aber ihr war klar gewesen, dass sie Philipp nicht darauf ansprechen durfte. Irgendwas stimmte hier ganz und gar nicht. Sie hatte sich plötzlich elend und erschöpft gefühlt. Schließlich hatte sie die dumpfen Gefühle abzuschütteln versucht und sich auf den Weg gemacht, um Farben und Stifte zu besorgen.

Als sie nach Hause kam, klemmte ein Zettel an der Ateliertür: Habe bis 17:15 Uhr gewartet. Wir sehen uns später. P. Niemand musste ihr sagen, dass dieser Hinweis eine Drohung war und sie es darauf angelegt hatte – mal wieder.

Er kam am späten Abend. Er redete nicht. Er fesselte sie mit den Händen an die Bettpfosten, und sie erwartete, dass er sich zwischen ihre Beine drängen und sie einfach nehmen würde – mit wohldosierter Gewalt und einem Schmerz, den sie gerade noch so ertragen konnte. Ihr Herz schlug schnell. Sie war zittrig vor Angst und Anspannung, und sie war feucht. Sie sehnte sich nach ihm, und sie verfluchte ihn und verachtete sich selbst. Aber er setzte sich zu ihr und sah ihr starr in die Augen, während er seinen Schwanz herausholte, ihn hingebungsvoll streichelte und schließlich zunehmend heftiger rieb. Als er zuckend kam, warf er ihr einen triumphierenden Blick zu und begann laut zu lachen. Charlotte war in diesem Moment fest davon überzeugt, noch niemals zuvor einen Menschen so intensiv gehasst zu haben, und sie schwor sich, ihn zu verlassen. Sofort. Gleich. Bald. Sehr bald.

Er löste ohne ein Wort die Fesseln, und irgendwann schlief sie ein. Sie wurde davon wach, dass er ihre Brüste mit zitternden Händen streichelte, als würde er sie gerade erst entdecken. Sie wehrte sich, aber er hielt sie fest, drängte den Kopf zwischen ihre Beine, liebkoste ihren Schoß. Zart wie Schmetterlingsflügel. Sie stöhnte, und er drehte sie auf den Rücken, spreizte ihre Beine, drang ein. Tief, kraftvoll, erschaudernd. Dann barg er sie in seinen Armen, flüsterte Zärtlichkeiten, und sie glitt hinüber in ihre Traumwelt.

 

Am nächsten Vormittag rief Paula an und bat sie um ein Treffen.