9. Kapitel

Ich möchte Sie nicht beunruhigen, Sir, aber mir ist soeben etwas auf dem Metallwarenmarkt zu Ohren gekommen, das für uns womöglich von Interesse ist. Jemand hat darüber gesprochen, Termingeschäfte in mandalorianischem Eisen anzubieten. Und die Aktien von MandalMotors gehen zum ersten Mal seit Jahren weg wie warme Semmeln.

Anlagenanalytiker, Finanzministerium der

Galaktischen Allianz

MANDALMOTORS-FORSCHUNGSFLÜGEL, KELDABE, MANDALORE

»Also, was hältst du davon, Fett?«

Jir Yomaget, war die Art Mann, der wahrscheinlich narkotisiert werden musste, um ihn in einen Geschäftsanzug zu bekommen. Er stand mit verschränkten Armen da und starrte andächtig ein Schiff an, wie es Fett noch nie zuvor gesehen hatte, ein überraschend ungepflegter und beunruhigend junger Mann in einem dunkelgrünen Overall mit partieller Rüstung. »Ein Prototyp?«

Yomaget nickte. »Wurde ursprünglich als Kyr'galaar ins Leben gerufen. Bis zu drei Mannschaften oder zwei mit zusätzlicher Fracht, atmosphärentauglich, konfigurierbar für alles, von Planetenbombardements bis hin zu Jägerkiller-Einsätzen, und schnell. Jetzt sag mir. dass das Ding nicht wunderschön ist.«

Forschungsflügel war eine schmeichelhafte Bezeichnung für eine Ansammlung verwahrloster Schuppen und Hangars. Doch der marode Eindruck des Äußeren strafte die Technologie darin Lügen. Unter einer Galaktischen Allianz, die Mandalore keine Zuschüsse für den Wideraufbau bewilligt hatte, hatte MandalMotors darum gekämpft, wieder auf die Beine zu kommen. Nun verfügte das Unternehmen über einen Vorteil, aus dem es Kapital schlagen konnte.

»Wie schnell?«, fragte Fett.

Vermutlich sah Yomaget seine Frau und seine Kinder nicht mit so viel Ehrerbietung an, wie er dem Angriffsjäger zuteilwerden ließ. »Punkt-4-Hyperantrieb. Die ultimative Schockwaffe.«

»Und ihr habt mir nie angeboten, einen zu kaufen.« Fett hatte die Slave I bis zu Punkt 7 aufgerüstet. »Das ist besser als ein X-Flügler.«

»Ein unfertiger Prototyp.«

Von der Nase bis zum Schwanz war der Jäger ungefähr fünfzehn Meter lang, mit einer Spannweite von acht Metern, ein facettierter, kohlegrauer Keil von einem Raumschiff, das nichts mit den insektoiden Linien der StarViper gemein hatte. Fett ging um das Schiff herum, bemerkte leere Steckplätze und Gehäuse und schätzte, dass der Jäger über vier Laserkanonen und vielleicht noch über einige andere Waffen verfügen würde. Das Fleck endete in einem flachen Bereich mit Gittern und Auslässen, die wie die Anschlüsse eines Datenpads aussahen.

Die Außenhaut war vollkommen schmucklos, die angeschrägten Oberflächen bloß unterbrochen von einem Mythosaurier Emblem, das in einem helleren Grau auf den Seitenluken prangte: keine Verzierungen, keine scharfkantigen Absätze, und die getönte Transparistahlkanzel schien mit den Aufbauten zu verschmelzen. Fett hätte sich darunter geduckt, um einen Blick auf die Blastersockel und die Landestützen zu werfen, doch der Jäger saß zu tief, als dass ihm das ohne Mühe möglich gewesen wäre. Er konnte nicht riskieren, dass er unversehens von Schmerzen übermannt wurde und dann wie ein Idiot darunter hervorkriechen musste.

»Also ist es schnell. Und ansehnlich.«

»Deflektierende Tarnaußenhülle, gekühlte Abluftauslässe, Scanner-absorbierende Beschichtung.« Yomaget fuhr ein Steuergerät aus seinem Unterarmpanzer aus, betätigte es, und die Kanzel sprang auf. Sie teilte sich in zwei nach oben klappbare Hälften, und er schwang sich ins Cockpit. »Außerdem Scharniere an der Unterkante, für den Fall, dass der Pilot aussteigen muss. Jetzt zur Avionik: künstlicher Horizont. Cockpit-Panoramaschirm, augengesteuerte Befehlsauswahl, Zielsystem ... das ganze Programm.«

»Klingt, als hättet ihr eine Wette am Laufen gehabt, wie viele Spielereien ihr in einen einzigen Jäger packen könnt.«

»Alles, was wir seit dem Vong-Krieg tun konnten, war, unsere Basisproduktionsmodelle zu überarbeiten und uns einige Verbesserungen einfallen zu lassen.« Yomaget lehnte sich über die Seite des Raumjägers. »Am Ende ist das alles in dieses Schiff mit eingeflossen.«

»Also...«

»Nun, du wolltest wissen, was wir aus dem neuen Beskar herstellen könnten. Ich persönlich würde dazu tendieren, es in dieses Schiff zu investieren. Mikronisierte Beskar—Außenhaut oder Beskar-beschichtete Panzerung.«

»Beviin würde das als zu viel des Guten bezeichnen.«

»Betrachte das hier als Vorführmodell.«

»Das würde es zum schnellsten, widerstandsfähigsten Jäger auf dem Markt machen. Möglicherweise muss man hei den Waffensystemen Kompromisse schließen.« Fett war sich nicht sicher, ob er die Macht oder das Recht hatte, MandalMotors zu sagen, was sie mit ihrem Produkt machen sollten. Das hier war nicht Coruscant, wo sich die nationale Sicherheit per Gesetz einfach über kommerzielle Belange hinwegsetzen konnte. »Aber wenn man die beste verfügbare Bewaffnung einbaut, würde ich nicht wollen, dass das an irgendjemand anderen verkauft wird.«

»Keine Sorge, wir werden die Leistung für die Exportmodelle reduzieren. Immerhin leben wir hier. Wir alle haben Familie an die Vong verloren.« Yomaget sprang mit einer Gewandtheit aus dem Cockpit, um die Fett ihn beneidete. Dann betätigte er das Steuergerät an seinem Unterarmpanzer, und der Jäger gab ein leises, schleifendes Geräusch von sich, bevor das Schiff um volle neunzig Grad nach hinten auf seinen Heckbereich kippte, um aufrecht dazustehen, ein Mechanismus, der dem der Slave I nicht unähnlich war. »Es kann vertikal auf einer Fläche von etwas über 32 Quadratmetern landen.«

Fett entfernte sich ein paar Meter, um einen besseren Eindruck von der Form zu bekommen. Es hatte keine Ähnlichkeit mit irgendeinem anderen Schiff, das er je gesehen hatte. »Ich wette, es hat noch ein paar Extras.«

»Unsere Aktien sind in die Höhe geschossen, und dabei haben wir das hier noch gar nicht bekanntgegeben.«

»Ich habe ein paar gekauft. Irgendjemand musste ja dafür sorgen, dass die Anteilsmehrheit in mandalorianischen Händen bleibt.«

»Bloß gut, dass wir kein Gesetz gegen Insiderhandel haben.«

»Ich habe nicht die Absicht zu verkaufen. Vielleicht überschreibe ich sie jemandem unter der Bedingung, sie niemals an die ... aruetiise zu verschachern.«

»Bedeutet das grünes Licht für die Produktion?«

»Das volle Programm für uns. die abgespeckte Version für die anderen.« Fett ging rasch davon. »Sorg dafür, dass die Leistung des Hyperantriebs für den Export eine Winzigkeit besser ist als die eines X-Flüglers, aber nicht mehr.«

Yomaget folgte ihm. Das hier war Stegreif-Verteidigungspolitik, und die Clans wurden nicht hinzugezogen. Und Fett wusste, dass sie das auch nicht scherte.

»Dann werden wir also die Konföderation bewaffnen«, sagte Yomaget.

»Wir bewaffnen jeden, einschließlich der GA, wenn sie bezahlen können.« Fett hatte bislang nicht einmal darüber nachgedacht, es ergab sich einfach so. »Vorausgesetzt, Colonel Jacen Solo kommt persönlich hierher, um das Geschäft auszuhandeln.«

»Du bist ein raffinierter Mann, Fett.«

»Das hat noch nie jemand über mich gesagt.«

»Fünfzig Prozent der Produktion für unsere eigene Verteidigung?«

Verteidigung. So konnte man das auch nennen. »Einverstanden.«

Mandalorianer fanden Gefallen an vernünftigen Kompromissen. Die besten Geschäfte waren die, mit denen beide Seiten zufrieden waren oder bei denen die eine zufrieden und die andere tot war. Fett bat nicht darum, den ersten Beskar-Jäger aus dieser Produktionslinie fliegen zu dürfen. Er wollte, dass dieses Privileg Beviin zuteilwurde, der dem, was er einen Freund nennen würde, näher kam als irgendjemand sonst.

Er freute sich darauf, die Reaktion zu sehen, wenn MandalMotors das Schiff zum Kauf anbot. Dann würde Jacen Solo die Wahl haben, die Feinde der GA entweder bessere Raumjäger kaufen zu lassen, als er selbst welche hatte, oder hier aufzutauchen. Fett zweifelte nicht daran, für welche Alternative er sich entscheiden würde, doch es würde spaßig sein, wenn Jacen in aller Öffentlichkeit die schwierigen Vorbestellbedingungen er klären musste. Das ließ sich mit Sicherheit arrangieren.

»Wir werden es den Bes'uliik nennen«, rief Yomaget ihm nach. »Den Basilisken. Ich hatte schon immer eine Schwäche für die alten Kampfdroiden. Ein guter, alter Mando-Name und altmodisches Mundo—Eisen in einer zeitgemäßen Verpackung.«

Fett nickte. Bes'uliik. Das klang gut. Ein Name aus der Vergangenheit. ein Name, der nicht vergessen werden würde, ganz gleich, wie sehr der Rest der Galaxis es auch versuchte - nie wieder.

Bes'uliik.

Das war die Art Neuigkeit, die andere Männer dazu brachte, pfeifend davonzuspazieren.

CHARBI-RAUMHAFEN, VULPTER, TIEFKERN

Ben drückte sich so dicht an das Sichtfenster, wie er konnte, um auf den Permabeton weiter unten zu spähen. Draußen dräute dunstiges Tageslicht, doch sein Körper sagte ihm, dass nach wie vor letzte Nacht war und er noch mehr Schlaf brauchte.

Die sehr alte Incom-Reisefähre war ein Schiff der Garde der Galaktischen Allianz, das sorgsam mit corellianischem Staub, corellianischem Abfall, corellianischen Stoffen und jeder Menge anderer Dinge versehen worden war, die einem Spurensicherungsteam beweisen sollten, dass das Schiff definitiv von Corellia stammte. Und der ramponierte Zwischensystem-Lieferkutter, der Cal Omas' Fähre folgte, war ein Spionageschiff mit hochmodernen Komm-und Tarnsystemen und einem übermotorisierten Hyperantrieb.

Jori Lekauf trat auf als netter, gewöhnlicher junger Corellianer, der auf einem Abenteuertrip mit seinem jüngeren Cousin war. in einem betagten Schiff, um das zu kaufen er einige Jahre lang jeden überschüssigen Credit gespart hatte. Das alles erschien Ben glaubhaft, obwohl er das Waffenarsenal gesehen hatte, das Lekauf unter seiner Jacke trug.

»Hätte ich meine roten Haare behalten, hätten wir mehr Familienähnlichkeit«, sagte Ben. Er wollte noch einen Kaff, um richtig wach zu werden, doch er stellte sich vor, wie er ausgerechnet an einem kritischen Punkt der Operation das zwingende Bedürfnis verspürte, die Toilette aufzusuchen, wenn er noch mehr trank. »Dein Haar ist rötlich, wirklich.«

»Mehr sandfarben«, sagte Lekauf. »Ein rothaariger Mensch fällt auf, aber an zwei werden sich die Zeugen mit Sicherheit erinnern. Wenn das passiert, war's das.«

»Wir hätten uns als Ubese verkleiden können, mit Masken.«

»Ich glaube, das gab's schon mal.«

»Ich mache mir bloß Gedanken.«

»Ich weiß.«

Es war eine lange Warterei. Shevu würde Kontakt zu ihnen aufnehmen, wenn er landete. Seine letzte Übertragung besagte, dass er sich ein paar Minuten hinter Omas' Fähre befand, was keinen Verdacht erregen würde, denn Charbi war ein geschäftiger Raumhafen, auf dem billige und minderwertige Waren verladen wurden, und die Schiffe landeten in kurzen Abstanden. Es kümmerte niemanden, wer man war, solange Hafengebühren und Abgaben gezahlt wurden.

Es hieß, einst wäre Vulpter ein schöner Planet gewesen. Jetzt sah er nicht mehr schön aus: Am Himmel hing dieser verschmutzte, rußige Dunst, der besagte, dass es hier wundervolle rote Sonnen-untergänge gab, aber sonst nicht viel anderes, das einen mit Dankbarkeit erfüllte. Und das hier war, nachdem sie versucht hatten, die Umgebung zu säubern. Auf dem gewaltigen Landestreifen standen Dutzende und Aberdutzende Schiffe in verschiedenen Stadien des Verfalls verstreut. Einige nahmen Vorräte und Treibstoff an Bord, andere thronten neben Frachtlagerhäusern, aus denen Förder-bänder Kisten in ihre Frachträume spuckten. Ihre Umrisse waberten im Hitzeschleier der im Leerlauf laufenden Triebwerke. Und zwischen den Schiffen wanderten alle möglichen Spezies zu Fuß umher, vertraten sich die Beine - von einem Paar bis hin zu vieren. Das einzige Zugeständnis an die Sicherheit der Landezone war ein Werk roter und blauer Linien, die über den Permabeton verliefen und mit Warnungen wie ÜBERSCHREITEN DIESER LINIE FÜR FUSS GÄNGER VERBOTEN und ACHTUNG VOR BODENVERKEHR versehen waren.

Doch jeder übertrat die Linien, wie es ihm beliebte, und zerbeulte Speeder mit Personal in der Montur der Charbi-Raumhafenver-waltung hupten dann jedes Mal verärgert.

Ben gelangte zu dem Schluss, dass dies tatsächlich der letzte Ort war, von dem irgendjemand vermuten würde, dass zwei Staatsoberhäupter dort ein streng geheimes Treffen abhielten.

»Bereithalten«, sagte Lekauf leise und drückte seine Fingerspitze gegen sein Ohr. »Es ist der Captain ... Ja, Sir ... Verstanden.« Er schaute auf. »Noch ungefähr zwölf Minuten, bis Omas eintrifft. Shevu ist in der Landefolge direkt hinter ihm.«

Ben wurde schlagartig munter. Die Karpaki steckte zusammengeklappt in seiner Jacke, gerade noch im Rahmen dessen, was er verstecken konnte, und die Vibroklinge war in seiner Gesäßtasche verstaut.

Es wäre besser gewesen, Gejjen zu erwischen, wenn er von Bord ging oder während er einige Sekunden lang ungeschützt auf dem Landefeld stand, ohne umherwandernde Zuschauer. Doch Jacen wollte, dass das Treffen aufgezeichnet wurde. Hierzu mussten sie Gejjen - oder Omas - zu dem Raum folgen, den sie für eine Stunde angemietet hatten, und dann eine Streifenkamera durch den Spalt unter den Türen hindurchschieben. Die Blaupausen des Gebäudes zeigten jede Menge Stellen, an denen man das papierdünne Gerät einsetzen konnte. Alle Zimmertüren befanden sich in Nischen, in die man sich hinkauern konnte, als würde man ein Stück Abfall aufheben, um die Streifenkamera durch die Lücke zu schieben.

»Ich hätte eine Wanze in Omas' Mantel oder seiner Aktentasche oder so verstecken sollen«, murmelte Lekauf. »Dann könnten wir hier sitzen, Gejjens Schiff bestimmen und ihn auf der Rampe erledigen, wenn er aussteigt.«

Ben fummelte mit der Vibroklinge herum und fragte sich, wie seine Mutter einen Auftrag wie diesen angepackt hätte. »Man kann Leute nicht verwanzen, ohne dass sie früher oder später dahinterkommen.«

»Ja, bei unserem Glück hätte er seine Jacke gewechselt. Früher gab es mal dieses Zeug namens Aufspürstaub, weißt du. Das war genau wie normaler Staub. Wenn die Zielperson ihn eingeatmet hat, konnte man anschließend noch jahrzehntelang Signale davon auffangen.«

»Da fragt man sich doch, was dieser ganze Kram kostet«, sagte Ben. »Ich meine, wir sind spottbillig, aber wir müssen dieses Schiff aufgeben.«

»Das ist eine alte Kiste. Erspart dem Verteidigungsministerium die Kosten für die Verschrottung.«

Und das Schiff hier zurückzulassen würde dem abgekarteten Spiel mehr Glaubwürdigkeit verleihen, dass corellianische Dissidenten ihren eigenen Premierminister ermordet hatten, weil er der GA gegenüber klein beigegeben hatte. Das war jedenfalls der Plan.

Ben wechselte im beengten Inneren der Fähre die Sitze, um an der Steuerbordseite hinauszusehen. Dem Flugplan zufolge sollte Gejjens Schiff inzwischen gelandet sein: ein Pilot, drei Passagiere, höchstens fünf Stunden Aufenthalt. Das ging aus der öffentlichen Informations-datenbank hervor, die ihm sein - finden Fall der Gefangennahme von sämtlichen Identifikationsmöglichkeiten bereinigtes - Datenpad zeigte.

Ben vermied es, auf die Uhr an der Schottwand zu sehen. Er wartete nur auf Lekauf's Anweisungen.

»Also, was ist das für ein Gefühl, jetzt ein Offizier zu sein?«, fragte Ben.

»Seltsam. Aber mein Großvater wäre unglaublich stolz auf mich. Ich wünschte, er wäre noch am Leben, um das mitzuerleben.«

Lekauf sprach nie über seine Eltern. Es ging immer nur um seinen Großvater. Ben fiel auf, dass nahezu jeder, mit dem er aufgewachsen war oder mit dem er zusammenarbeitete, keine Familie hatte oder wichtige Familienmitglieder fehlten oder völlige Funkstille zwischen ihnen herrschte. Das war nicht normal. Er dachte daran, dass Töten für seine ganze Familie eine Art Routine war, und wusste, dass die meisten Wesen der Galaxis ihr gesamtes Leben hinter sich brachten, ohne jemals jemanden umzubringen, weder mit Vorsatz noch versehentlich.

Es war sonderbar, dass Familien wie die seine die wirklich wichtigen Entscheidungen für Welten voller normaler, gewöhnlicher, friedliebender Leute treffen mussten.

Ben versuchte sich zu sammeln, näherte sich ein wenig dem Zustand, in dem er aus der Macht verschwand. Genau in dem Moment, als ihn ein Gefühl des Dahintreibens überkam, zog er sich wieder zurück.

»Stöpsel dich ein«, flüsterte Lekauf. »Es geht los.«

Ben aktivierte sein Kommlink und den Ohrhörer und schaltete die Umweltkontrollen aus, um die Reisefähre zu verlassen.

Als Lekauf die Luke öffnete, trafen die Luft und der Lärm Ben ■wie eine massive Wand. Ks roch nach Fabriken und Schwefel.

Sie schlenderten die Rampe hinunter, gaben sich alle Mühe, unauffällig zu wirken, und bahnten sich ihren Weg auf die Schaltergebäude zu, als wollten sie Zeit totschlagen und keine Politiker.

Lekauf kratzte sich am Ohr. rückte sein Ohrstück zurecht. »Hab Sie. Sir. Position?«

Ben empfing Shevus Stimme klar und deutlich. »Wenn er nicht abbiegt, wird er dreißig Meter links von euch vorbeikommen. Er geht zu Gebäude G. Ihr übernehmt ihn, und ich folge euch nach drinnen.«

»Bislang kein Sichtkontakt zur Zielperson.«

»Er muss schon drin sein.«

Oh, das hier ist echt. Das hier passiert wirklich.

Dieser Gedanke warf Ben irgendwie zurück in die Zeit, als er begonnen hatte, verrückte Risiken auf sich zu nehmen. Doch diese Mission barg eine Extraportion Risiko: Omas kannte ihn vom Sehen und hatte auch Shevu schon getroffen. Sie konnten es sich nicht erlauben, entdeckt zu werden. Ben sackte in sich zusammen und schlenderte dahin, wie vierzehn Jahre alte Jungen das häufig taten, und drehte sich von Zeit zu Zeit um, um mit Lekauf über bedeutungslose Bagatellen zu plaudern - Baka-Rock, Speeders, alles Mögliche -, während er über den Permabeton einen vorsichtigen Blick in Omas' Richtung warf.

Und da war er: Flankiert von zwei Männern in Arbeitskleidung, er selbst eine sorgsam auf ungepflegt getrimmte Gestalt. Sein selbstsicheres Auftreten verriet ihn jedoch als Mann, der es gewohnt war. dass man ihm gehorchte.

»Geht in Ordnung«, flüsterte Lekauf, ohne zu den drei Männern hinüberzusehen.

Einer der GA-Geheimdienstagenten ging vor Omas durch die Türen von Gebäude G. Die anderen folgten dicht genug, um ihm auf die Hacken treten zu können. Sie tauchten beinahe in der Menge im Innern des Schaltergebäudes unter, doch Ben behielt sie im Blick, auch wenn er Lekauf für ein paar Sekunden aus den Augen verlor. Einer von ihnen schien beim Gehen die Zahlen an verschiedenen Türen und Ausgängen zu überprüfen und blieb schließlich vor einer stehen, die mit 53-L markiert war. Er schob einen Creditchip in den Schlitz neben der Tür, und sie teilte sich. Ben erhaschte einen flüchtigen Blick in einen kleinen, hell erleuchteten Raum, der fast zur Gänze von einem weißen, von Stühlen umringten Duraplasttisch beherrscht wurde. Es befand sich bereits jemand drinnen.

Die Türhälften schlossen sich wieder. Ein steter, zweigleisiger Fluss aus Passagieren, Hafenarbeitern, Flugbesatzungen und der allgemeinen Bevölkerung eines Raumhafens befand sich zwischen Ben und den Türen.

»Du schaffst das«, sagte Lekauf. »Wie viele sind drin? Ich kann die Streifenkamera nicht unter der Tür platzieren, falls noch irgendjemand anderes daherkommt und sie wieder öffnet.«

Ben schloss die Augen und konzentrierte sich. »Sechs«, sagte er.

Das machte Sinn - zwei Leibwächter pro Mann und zwei Staatsmänner, die einander nicht trauten. »Ja, sechs. Es sind jetzt alle drinnen.«

»Kannst du auch Lotteriezahlen vorhersagen?« Lekauf bahnte sich beiläufig seinen Weg durch die Scharen von Leuten und kniete nieder, angeblich um seinen Stiefel zuzuschnüren. Ben sah, wie er etwas hervorholte, das wie ein kleiner Papierstreifen aussah, ehe er das Ding mit rascher Vorsicht durch den haarfeinen Spalt schob.

Streifenkameras waren ziemlich klein, von der Größe eines Garderobenzettels. Sie bestanden tatsächlich aus Papier und waren genauso leicht zu entsorgen, sobald sie ihre Übertragung abgeschlossen hatten.

»Entzückend«, erklang Shevus Stimme in Bens Ohr. »Ich kann geradewegs in Gejjens Nase sehen. Lauter, klarer Ton. Gute Arbeit, Jori.«

Ben schaute sich um und entdeckte Shevu, der auf der anderen Seite der Raumhafenhalle an einem Getränkeautomaten lehnte. Er zeichnete die Übertragung der Streifenkamera auf und übermittelte sie an das GGA-Hauptquartier. Sobald er die Bestätigung erhielt, dass man dort alles empfangen und gespeichert hatte, würde er sein Datenpad formatieren und den Code an die Steifenkamera senden, um ihre Daten zu löschen. Dann war die Kamera bloß noch ein Fetzen Abfall, den das Reinigungspersonal auffegen würde - falls es hier überhaupt welches gab. Dem Anschein nach kam es jedenfalls sehr selten in diese Ecke.

Ben und Lekauf konnten die Unterhaltung in ihren Ohrstücken mithören. Beide verfolgten sie das Gespräch, damit sie wussten, wann sie verschwinden mussten, um darauf zu warten, dass Gejjen herauskam, und ihm zu folgen.

Es war eine faszinierende Unterredung. Ben kannte inzwischen die Codewörter und verstand die Andeutungen, die Wesen an der Macht benutzten, um unschöne Dinge zu sagen, eine fremde Sprache, die es ihnen erlaubte, später zu leugnen, dass sie irgendetwas Schlechtes im Sinn gehabt hatten. Jacen war gut darin. Ben hoffte, dass er das nie sein würde, weil es rasch zur Angewohnheit werden konnte, doch Jacen schien dieses Spiel mit großem Gefallen um seiner selbst willen zu spielen.

Er erkannte Omas' Stimme. Gejjen klang weicher als in den HNE-Berichten.

Es war ausgesprochen eigenartig, einem Mann zu lauschen, den man umbringen würde. Ben hörte soeben die letzten Worte, die Dur Gejjen je sagen würde.

»Also - können wir uns als Gentlewesen darauf einigen, die Feindseligkeiten einzustellen, während wir einen Kompromiss erarbeiten?«

»Bevor oder nachdem ich das hier dem Senat vorgetragen habe?«, fragte Omas.

»Ich habe nicht vor, meinen Stab hierin mit einzubeziehen - noch nicht. Vielleicht sollten auch Sie darauf verzichten, Ihren darüber in Kenntnis zu setzen«, entgegnete Gejjen. »Wir werden uns zurückhalten, wenn Sie diesem überarbeiteten Wortlaut bezüglich der Verpflichtung zur Bereitstellung planetarer Verteidigungsposten für die GA zustimmen.«

»Sie können vielleicht die corellianischen Streitkräfte dazu bringen, aber können Sie auch dafür sorgen, dass sich die Bothaner wieder ruhig verhalten?«

»Sind Sie sicher, dass Niathal tun wird, was Sie ihr sagen?«

»Sie ist Berufsoffizierin. Sie wird es tun.«

»Und die Bothaner sind Pragmatiker. Sie werden sich also anschließen.«

»Als Zeichen Ihres guten Willens werden Sie Truppen zur Verfügung stellen, die uns dabei helfen, an Orten wie dem Sepan-System wieder für Ordnung zu sorgen.«

»Natürlich. Und Sie brauchen uns, denn wenn wir wieder in den Schoß der GA zurückkehren, werden die anderen Mitglieder aufhören abzuwandern.«

»Ich würde Sie um nichts bitten, das dazu führen könnte, dass Sie Ihr Gesicht verlieren. Ich weiß, wie ... stolz die Corellianer sind. Sprechen wir also einfach von überbrückbaren Differenzen.«

»Das ist sehr großzügig, Staatschef Omas. Allerdings werden diese Differenzen bloß dann überbrückt, wenn das militärische Gewicht nicht länger auf Admiralin Niathal und Colonel Solo ruht, so wie es nun der Fall ist.«

»Sie wollen, dass ich sie rauswerfe.«

»Ich denke, jetzt, da sie sich daran gewöhnt haben, ihren Willen durchzusetzen, müssen Sie möglicherweise mehr tun. als sie rauszuwerfen.«

»Ich fürchte, ich weiß, was Sie meinen, aber ich ziehe diese Möglichkeit nicht in Betracht.«

»Niathal - ehrgeizig. Gefährlich. Solo - ehrgeizig, gefährlich und noch dazu ein Jedi. Wir können das Problem dauerhaft für Sie lösen.«

»Wenn Sie es tun, möchte ich nichts darüber wissen.«

»Wenn wir es tun, möchte ich, dass Ihre Sicherheitsdienste in eine andere Richtung schauen. Solo hat Handlanger, die ebenso ehrgeizig sind wie er und vorübergehend taub und blind wären, wenn für sie eine Beförderung dabei herausspringt, nehme ich an.«

»Dann scheinen Sie Captain Girdun ja bereits zu kennen ...«

Und sie lachten. Die beiden lachten tatsächlich. Ben hörte ein schwaches Geräusch, als würde sich Shevu räuspern. Als Ben den Kopf wandte, sah Lekauf ihn an, ausnahmsweise nicht der stets gut gelaunte junge Mann, der so viel jünger aussah, als er war. Er wirkte alt und wütend.

»So viel sind wir denen also wert«, sagte er leise. »Ich wette, unseren Geheimdienstburschen da drinnen gefällt die Idee, dass ihr Mann wieder das Sagen hat.«

Mit einem Mal wurden Bens Eingeweide schwer und kalt. Das Ganze war ein schmutziges Spiel. Während er sich darauf vorbereitete, Gejjen zu eliminieren, schloss Gejjen einen Pakt, um Jacen und Niathal umbringen zu lassen, und Omas ließ es geschehen.

Man konnte jeden kaufen, wenn der Preis hoch genug war. Offensichtlich stellte Omas den Frieden über das Leben Einzelner. Auf lange Sicht unterschied ihn das vielleicht nicht von irgendeinem General, der Verluste im Kampf riskierte, aber es fühlte sich alles andere als richtig an.

Ben verlagerte seine Aufmerksamkeit und stellte sich das Innere der Schaltergebäude vor. Ein Laufsteg verlief am Dach entlang, eine wenig genutzte Zuschauerterrasse, wo sich jeder hinsetzen und den Schiffen beim Starten und Landen zusehen konnte. Es war kein beliebter Ort, aber perfekt für einen Scharfschützen. Sobald man hören konnte, dass das Treffen allmählich dem Ende zuging, würde Ben in ein oder zwei Minuten hoch auf dieses Dach gelangen, um darauf zu warten, dass Gejjen herauskam.

Es gab drei Türen, durch die Gejjen den Konferenzraum verlassen konnte, um zurück zum Landefeld zu gehen und wieder in sein Schiff zu steigen. Diesen Bereich musste er abdecken - ein paar hundert Meter also.

Ich bin bereit.

Er drückte einen Arm gegen seine Seite und fühlte die Karpaki. Es würde fast vollkommen lautlos ablaufen. Außerdem würde er ohne Deckung oben auf einer kahlen Permabetonplattform stehen.

Dann muss ich einfach nur schnell sein ...

Die Unterhaltung zwischen Omas und Gejjen stockte, und es gab längere Pausen und mehr unruhiges Schnaufen und Seufzen. Der Deal war so gut wie perfekt. Auf einen Stups von Lekauf hin setzte sich Ben in Bewegung und ging zum Dach-Turbolift, ohne auch nur einmal zurückzuschauen. Zusammen mit einer Trianii-Familie auf der Suche nach einem Tapcafe stand er in der Turboliftkabine und fragte sich, ob sie seine Absichten womöglich wittern konnten.

Einer der GGA-Soldaten fand Gefallen an Freifällsprüngen. Er hatte Ben erzählt, dass es, wenn man von einem fünftausend Meter hohen Gebäude springen wollte, einen Punkt gab, an dem man aufhören musste, sieh Gedanken darüber zu machen, was man tat, um einfach einen Schritt nach vorn in die Leere zu tun. Ben befand sich an genau diesem Punkt, als er auf der Dachterrasse entlangging und seine Position einnahm. Er trat in den Schatten eines einzelnen einsamen Klimaanlagenauslasses zurück und klappte die Karpaki auseinander. Wenn er es gegen das Bein seiner schlabberigen, zerknitterten Hosen hielt, war das Profil des Gewehrs kaum auszumachen.

Es war ohnehin niemand in der Nähe. Die Zuschauerplattform war rissig, und Unkraut wucherte in den Spalten. Er setzte sich, während Shevu und Lekauf für ihn die Lage auskundschafteten.

Jacen wird durchdrehen, wenn er hört, was Omas mit ihm im Sinn hat.

»Achtung, Ben!« Das war Shevu. »Gejjen ist auf dem Sprung. Er kommt durch den Südeingang raus. Geh nach rechts.«

Ben orientierte sich und lief zum anderen Ende der Plattform, wobei er sich dicht an die Rückwand hielt. Er hoffte, dass er Gejjen wiedererkennen würde. Vor der Mission hatte er das Gesicht und den Gang des Mannes aufmerksam studiert, aber jetzt sah er vielleicht bloß seinen Hinterkopf, abhängig von dem Weg, den er genau einschlug, um zurück zu seinem Schiff zu gelangen. Das war ein törichter, kleinkarierter Zweifel. Er hatte das Ganze nicht gründlich genug durchdacht, bevor er aufgebrochen war.

Doch als er auf den Permabeton hinabsah und auf das Durcheinander aus Schiffen, Frachtdroiden und Rassen aller Art. die dort unten umherwanderten, als wäre es ein Freizeitpark, zog dieser adrette Militärhaarschnitt - pechschwarz, glänzend, keine Strähne, die nicht an ihrem Platz war - seinen Blick wie ein Leuchtsignal auf sich.

Er legte sich auf den Bauch und zielte. Das Zielfernrohr brachte ihn augenblicklich hundert Meter näher an Dur Gejjen heran, und dann gab es keinen Zweifel mehr, dass er den richtigen Mann im Fadenkreuz hatte. Als Gejjen davonmarschierte. kamen zwei Sicherheitsleute in diskreter Zivilkleidung in Bens Schussfeld und verschwanden wieder.

Sobald Gejjen zu Boden ging, würde mindestens einer von ihnen Ausschau nach der Stelle halten, von wo der Schuss gekommen war. Ben würde sich bedeckt halten und wieder mit der Menge auf der Landezonenseite des Schaltergebäudes verschmelzen müssen, um sich dann mit Lekauf bei Shevus Transportmittel zu treffen.

Ich schaffe das. Ich hin in die Centerpoint-Station rein-und wieder rausgekommen, oder nicht?

Ben hielt den Atem an. wartete, bis sich die intelligente Zieloptik der Karpaki an Wind und Schusswinkel angepasst hatte, und fühlte, wie sich sein Finger fester um den Abzug legte. In der einen Sekunde füllte Gejjens adretter, dunkler Kopf das Fadenkreuz, und in der nächsten blickte Ben auf leeren Permabeton, als das Gewehr nach hinten gegen seine Schulter ruckte. Der gedämpfte Widerhall schien von sehr weit her zu kommen. Nichts schien in der Reihenfolge abgelaufen zu sein, wie er es erwartet hatte - Schuss, Rückstoß, erledigt. Gejjen lag am Boden.

Was ist passiert?

Habe ich ihn getötet?

Er konnte Rufe hören, die von der Luft aus drei Etagen tiefer in die Höhe getragen wurden. Sein Körper traf die Entscheidung für ihn. und er kroch hastig nach hinten, zur Rückwand, während Shevus Stimme in seinem Ohr immer wieder sagte: »Verschwinde von da. Ben!«

Er rannte geduckt zum Turbolift, erkannte, dass sich der Lift in einer tieferen Etage befand, und nahm stattdessen die Feuertreppe. Es war gut vorauszuplanen. Er konnte in der Menge untertauchen.

Unten im Erdgeschoss angelangt, schlüpfte er durch die Schutztüren und bemühte sich angestrengt, nicht panisch zu wirken. Vielleicht wurden professionelle Attentäter mit so etwas spielend fertig, aber er nicht. Er verdrängte die Tatsache, dass er gerade einen Mann getötet hatte, und stellte fest, dass er mit dem schlichten Versuch zu entkommen, völlig ausgelastet war.

Als Shevu von hinten die Hand auf seine Schulter legte, glaubte Ben, er würde einen Herzinfarkt kriegen.

»Geh weiter«, flüsterte Shevu. Trauben von Neugierigen sammelten sich bei den Transparistahltüren, um das sich entfaltende Drama auf dem Landestreifen zu begaffen, und Sicherheitskräfte kämpften sich durch die Menge. »Geh einfach weiter.«

Wenn sie die Türen versiegelten ...

Es war ein einziges Durcheinander. Noch schien niemand zu wissen, was passiert war. Das verschaffte Ben, Shevu und Lekauf einige Minuten mehr. Charbi war ein Ort, wo Passagiere und Frachterkapitäne einfach an einer Leiche vorbeiging, solange ihr Flug rechtzeitig abhob.

Darauf bauten sie.

»Ich bin direkt hinter dir«, sagte Lekaufs Stimme in seinem Ohrstück. »Wenn wir runter zum Südeingang gehen, können wir an der Eingrenzung entlang ohne Probleme zu Shevus Raumfähre marschieren.«

Ben hatte Angst. Er war froh darüber, das zugeben zu können. Auf der Centerpoint-Station hatte er überhaupt keine Angst gehabt, aber das war diesmal anders. Er hielt ein wenig Abstand zwischen sich und Shevu und ermahnte sich, hin und wieder stehen zu bleiben, um einen Blick auf den Tumult zu werfen, als wäre er aufrichtig neugierig, was da vorging, doch er ging weiter.

Über ihm wechselte der Holoschirm, der normalerweise die Ankünfte und Abflüge zeigte, zur Landestreifenansicht des Verkehrs-überwachungsturms. Ja, er hatte Gejjen umgebracht, mit einem Kopfschuss wie aus dem Lehrbuch.

Ben war bloß noch Sekunden von dem Ein-und Ausgang entfernt und bewegte sich inmitten des beständigen, aber dünner werdenden Stroms aus Droiden, Repulsorwagen und Passagieren, die unterwegs zu den Schiffen draußen waren.

Fast da.

Er war nur ein paar Meter von den Transparistahltüren entfernt, als er sah, wie ein Mann in vertrauter Freizeitkleidung mit vollem Tempo auf sie zulief. Die Türhälften teilten sich, und Ben starrte in die Mündung eines Blasters.

»Sicherheitsdienst, KSV!«, bellte der Mann. »Alle bleiben, wo sie sind!«

Ben wankte auf dem schmalen Grat zwischen Aufgabe und Flucht.