10

Das nächste, was ich mitbekam, war das Klimpern eines Schlüsselbunds. Ich riss die Augen auf. Eine Wachbeamtin schloss die Tür auf. Sie war klein und stämmig und sah aus, als brächte sie eine Menge Zeit mit Krafttraining zu. Die vier anderen in der Zelle schliefen noch. Die Wachbeamtin zeigte auf mich. Ich stützte mich verschlafen auf den Ellbogen hoch und strich mir die Haare aus dem Gesicht. Ich zeigte mit dem Finger auf meine Brust — meinte sie mich? Sie wedelte ungeduldig mit der Hand. Offenbar wollte sie, dass ich zur Tür kam. Ich rappelte mich so leise wie möglich hoch. Ich konnte an nichts ablesen, wie spät es sein mochte oder wie lange ich geschlafen hatte. Ich fühlte mich zerschlagen und desorientiert. Sie öffnete wortlos die Tür, und ich schlüpfte hinaus. Ich folgte ihr auf Socken den Gang hinunter und hatte nur den einen Wunsch, mir die Zähne zu putzen.

Ich war mal eine Zeit lang mit einem Polizisten zusammen gewesen, der sich einen Schreibtisch von knapp zweifünfzig auf dreidreißig hatte bauen lassen und gern kundtat, dass die Maße die gleichen waren wie die der Zwei-Mann-Zellen im Folsom-Gefängnis. Der Raum, in den ich jetzt gebracht wurde, hatte etwa diese Größe und enthielt einen schlichten Holztisch, drei hölzerne Stühle mit steilen Lehnen und eine Milchglaskugel über einer Glühbirne. Ich hätte wetten können, dass irgendwo ein Tonband installiert war. Ich spähte unter den Tisch. Kein Kabel zu sehen. Ich setzte mich auf einen der Stühle und fragte mich, wie ich es am besten schaffen konnte, einen einigermaßen gesitteten Eindruck zu machen. Ich wusste, ich sah verheerend aus. Meine Haare fühlten sich verfilzt an und standen vermutlich in Büscheln ab. Ich war mir sicher, dass die Wimperntusche und der Lidstrich sich zu jenem Waschbär-Effekt verteilt hatten, den Frauen an sich so schätzen. Das nuttige Outfit, das ich mir zusammengemixt hatte, war nicht nur zerknittert, sondern auch immer noch ein bisschen feucht. Ach, scheiß drauf. Falls sie mich misshandeln würden, brauchte ich mir wenigstens nichts draus zu machen, wenn ich meine Klamotten vollblutete.

Die Tür ging auf, und herein kam Lieutenant Dolan, begleitet von einem anderen Mann, der wohl ebenfalls ein Zivilbeamter war. Zum ersten Mal seit Beginn dieser ganzen Tortur überkam mich Angst. Dolan war der letzte, von dem ich wollte, dass er mich in diesem Zustand sah. Ich fühlte, wie mir die Schamröte den Hals hinaufkroch. Dolans Begleiter war in den Sechzigern, mit dichtem, zurückgekämmtem Silberhaar, breitem Gesicht, tiefliegenden Augen und nach unten gezogenen Mundwinkeln. Er war größer als Dolan und wesentlich besser in Form, kräftig gebaut, mit ausladenden Schultern und massigen Oberschenkeln. Er trug einen Dreiteiler in gedecktem Giencheckmuster und dazu ein hellblaues Hemd und eine breite, kastanienbraune Krawatte mit einem Blumenmuster, das besser auf einen Sofabezug gepasst hätte. Er hatte einen Goldring an der rechten Hand und an der linken eine Uhr mit einem breiten Goldarmband. Er raffte sich gar nicht erst zu irgendwelchen Höflichkeiten auf. Falls er irgendeine Meinung über mich hatte, ließ er sie sich nicht anmerken. Zusammen schienen die beiden Männer den Raum auszufüllen.

Lieutenant Dolan steckte den Kopf in den Gang hinaus und sagte irgendwas zu irgendwem. Dann schloss er die Tür. Er rückte sich einen Stuhl ab und setzte sich rittlings darauf. Der andere Mann setzte sich ebenfalls und schlug, nachdem er das eine Hosenbein ein wenig gerafft hatte, die Knie übereinander. Er ließ die großen Hände locker in seinem Schoß ruhen und verzichtete darauf, mich anzusehen.

Verglichen mit ihm wirkte Dolan geradezu munter. »Ich habe uns Kaffee geordert. Sie sehen aus, als könnten Sie welchen gebrauchen.«

»Woher wussten Sie, dass ich hier bin?«

»Ein Polizeibeamter hat Sie erkannt, als Sie hergebracht wurden, und mich benachrichtigt«, erklärte er.

»Wer ist das?«, fragte ich mit einem Blick auf den anderen Mann. Ich sah nicht ein, weshalb er den Vorteil der Anonymität genießen sollte. Er wusste offensichtlich, wer ich war und genug über meine Person, um sich unverhohlenem Desinteresse hinzugeben.

»Lieutenant Santos«, sagte Dolan. Santos regte sich nicht. Was war das? Die Woche der stieseligen Männer?

Ich stand auf und beugte mich mit vorgestreckter Hand über den Tisch. »Kinsey Millhone«, sagte ich. »Freut mich, Sie kennen zu lernen.«

Er reagierte so langsam, dass ich mich schon fragte, wie weit er die Unhöflichkeit zu treiben gedachte. Wir wechselten einen Händedruck, und er begegnete meinem Blick gerade so lange, dass ich in seinen Augen steinerne Neutralität ausmachen konnte. Ich hatte zunächst gedacht, er hätte etwas gegen mich, sah mich jetzt aber gezwungen, diese Einschätzung zu revidieren. Er hatte überhaupt keine Einstellung zu mir. Vielleicht konnte ich ihm nützlich sein. Er war sich noch nicht darüber im klaren.

Es klopfte an der Tür. Dolan beugte sich hinüber und öffnete sie. Ein Beamter reichte ihm ein Tablett mit drei Styroporbechern mit Kaffee, einer Tüte Milch und ein paar Päckchen Zucker. Dolan dankte ihm und schloss die Tür wieder. Er stellte das Tablett auf den Tisch und reichte mir einen der Becher. Santos griff sich ebenfalls einen. Ich goss Milch in meinen und gab zwei Päckchen Zucker dazu, in der Hoffnung, es würde mich vielleicht noch rechtzeitig ankurbeln. Der Kaffee war zwar nicht heiß, schmeckte aber köstlich, so sanft und süß wie Karamell.

»Was ist mit Jimmy Tate?«, fragte ich.

»Im Moment ist er wegen Mord dran. Ein guter Anwalt kann es vielleicht auf Totschlag runterhandeln, aber darauf würde ich mich bei seiner Vorgeschichte nicht verlassen«, erklärte Dolan. »Würden Sie uns vielleicht ein bisschen mehr über diese Schießerei erzählen?«

»Sicher«, sagte ich eilfertig, wobei ich mir darüber im klaren war, dass ich nicht darum herum kommen würde, die Wahrheit ein bisschen zu strapazieren. »Die California Fidelity hat mich beauftragt, mich um Bibianna Diaz zu kümmern, wegen Verdachts auf versuchten Versicherungsbetrug. Ich habe mich bemüht, so weit an sie heranzukommen, dass ich konkrete Beweise in die Hände kriege, aber bisher habe ich nichts weiter zu bieten als ein paar heiße Tipps. Der Tote heißt Chago. Er ist der Bruder eines gewissen Raymond Irgendwas, mit dem Bibianna früher mal etwas hatte. So weit ich weiß, hat Raymond aus irgendwelchen unbekannten Gründen diesen Chago und seine Frau Dawna hierher geschickt, um Bibianna zu kidnappen. Ich kriege nicht aus Bibianna heraus, worum es eigentlich geht, aber sie sind auf jeden Fall fürchterlich sauer...«

Jetzt machte Lieutenant Santos den Mund auf. »Es war geplant, dass sie und Raymond Maldonado heiraten sollten. Sie hat einen Rückzieher gemacht. So was kann er gar nicht leiden.«

»Das glaube ich gern«, sagte ich. »Er hat Chago offenbar angewiesen, sie umzulegen, falls sie nicht spurt.«

Santos rutschte auf seinem Stuhl hin und her und sagte tonlos: »Alles Bluff. Er will sie zurückhaben.«

Ich sah vom einen zum anderen. »Wenn Sie das alles schon wissen, warum fragen Sie mich dann?«

Sie ignorierten mich beide. Ich begriff, dass Aufmüpfigkeit mir nichts bringen würde.

Lieutenant Dolan konsultierte jetzt einen kleinen Spiralblock und blätterte ein Blatt zurück. »Was ist mit Jimmy Tate? Was hat er mit der Sache zu tun?«

»Das weiß ich nicht so genau«, sagte ich. »Offenbar hat er mit Bibianna seit ein paar Monaten eine heiße Beziehung laufen. Es scheint was Ernstes zu sein — jedenfalls im Moment.« Ich schilderte die Ereignisse des gestrigen Tages und fügte hinzu, was ich über den Toten und über Jimmy wusste — im einen Fall nicht viel, im anderen eine ganze Menge. So gern ich Tate mochte, sah ich doch keinen Sinn darin, ihn zu schützen, was die Schießerei betraf. Es gab noch andere Augenzeugen, und ich musste damit rechnen, dass Dolan schon mit ihnen gesprochen hatte.

Als ich fertig war, fiel erst einmal kein Wort. Ich sah auf meine Hände und merkte, dass ich während des Erzählens systematisch meinen mittlerweile leeren Kaffeebecher zerpflückt hatte. Ich deponierte die Fragmente auf dem Tisch.

»Und Tate hat den Mann erschossen«, sagte Dolan schließlich.

»Na ja, direkt gesehen habe ich es nicht, aber man kann ja wohl davon ausgehen. Er hat zwei Mal auf den Wagen gefeuert, und nachdem ich mich hingeworfen hatte, fielen noch ein paar weitere Schüsse. Ich glaube nicht, dass Bibianna eine Waffe hatte.«

»Und was ist mit der anderen Frau? Dieser Dawna? Hatte sie eine Pistole?«

»Nach dem, was ich gesehen habe, nicht, jedenfalls nicht in dem Restaurant. Natürlich kann sie eine im Wagen gehabt haben. Ist sie noch nicht aufgetaucht?« Ich rechnete nicht damit, dass Dolan mir antworten würde, aber es gefiel mir, so zu tun, als seien wir gleichgestellte Kollegen. Wir Gesetzeshüter unter uns, bei einem netten kleinen Plausch im Kreisgefängnis.

Zu meiner Überraschung antwortete Dolan tatsächlich. »Sie wurde angeschossen. Nichts Ernstes. Wohl eher ein Querschläger, der sie am Schlüsselbein geschrammt hat. Wir haben sie in einer Telefonzelle ein paar Ecken weiter aufgesammelt. Wahrscheinlich hat sie gerade mit Raymond gesprochen, obwohl sie es nicht zugeben wollte.«

»Ist sie im Krankenhaus?«

»Im Moment ja. Aber wir werden an ihr dranbleiben. Mal sehen, was sie uns erzählen kann.«

»Worüber?«

Lieutenant Dolan schielte zu Lieutenant Santos wie ein Pokerspieler auf das Ass in seinem Ärmel. Ich hatte das Gefühl, dass Santos eine Entscheidung traf. Sein Gesicht blieb unbewegt, aber irgendeine stumme Verständigung musste zwischen den beiden stattgefunden haben.

»Ich denke, wir sollten Ihnen besser sagen, was los ist«, sagte er. Seine Stimme war polterig, seine Vortragsweise methodisch. »Sie sind da in eine brenzlige Geschichte hineingetappt.«

»Ach, erzählen Sie.«

Santos kippte seinen Stuhl nach hinten, bis die Lehne an der Wand ruhte, und verschränkte die Arme hinter dem Kopf. »Ich leite eine Sonderkommission, die eingerichtet wurde, um einer Sache nachzugehen, von der wir glauben, dass sie das größte Kraftfahrzeug-Versicherungsbetrugs-Unternehmen ist, das je in Südkalifornien aufgezogen wurde. Sie sind lange genug in diesem Metier, um zu kapieren, was das heißt. Los Angeles ist die Metropole des Kraftfahrzeug-Versicherungsbetrugs in den Vereinigten Staaten. Und jetzt greift diese Seuche auch auf Ventura und Santa Teresa über. Der Ring, mit dem wir es zu tun haben, ist nur einer von Dutzenden, die zusammen pro Jahr etwa fünfhundert Millionen bis eine Milliarde Dollar aus den Versicherungen herausholen. In diesem Fall haben wir es mit fünfzehn Anwälten, zwei Dutzend Ärzten und einem halben Dutzend Chiropraktikern zu tun. Dazu kommt noch ein wechselndes Reservoir von fünfzig bis sechzig Leuten, die dafür rekrutiert werden, die Unfälle zu türken, auf die sich die Forderungen gründen.« Er stieß sich von der Wand ab, sodass die Vorderbeine seines Stuhls ächzend wieder aufsetzten. »Können Sie mir so weit folgen?«

»Oh, vollkommen«, sagte ich.

Er beugte sich vor und legte den einen Arm auf den Tisch. Er taute jetzt zunehmend auf. Er gehörte wohl zu den Leuten, die aufleben, sobald es um ihre Arbeit geht. Ich hatte keine Ahnung, worauf diese Erklärungen hinauslaufen sollten, aber mir war klar, dass er nicht mitten in der Nacht den ganzen Weg von Los Angeles hierher gefahren war, um mit unbewegter Miene seine beruflichen Probleme vor mir auszubreiten. »Wir sind seit zwei Jahren an dieser Sache dran und tragen Stückchen um Stückchen zusammen. Trotzdem sind wir immer noch nicht so weit, dass wir ihnen das Handwerk legen können.«

»Aber wo ist der Zusammenhang?«, fragte ich. »Bibianna gehört doch wohl nicht zu diesem Ring, oder?«

»Sie hatte damit zu tun. Raymond Maldonado hat als Schlepper angefangen. Wir glauben, dass er inzwischen zu den Drahtziehern gehört, aber wir können es bisher nicht beweisen. Sie wissen, wie diese Banden arbeiten?«

»Nicht genau«, sagte ich. »Ich habe normalerweise nur mit Amateuren zu tun.«

»Nun ja, die Methoden werden sich wohl nicht so grundlegend unterscheiden«, sagte er. »Heutzutage verzichten auch die Profis meistens auf den ganz großen Coup, um lieber relativ harmlose Summen einzustreichen, die aber insgesamt einen Haufen Geld ausmachen. Sie operieren mit Gesundheitsschäden, die schwer widerlegbar sind, so wie Schleudertrauma oder Kreuzschmerzen... Sie wissen ja, wie diffizil da der medizinische Nachweis ist.« Er schien nicht wirklich eine Antwort zu erwarten. »Der Job des Schleppers ist es, Fahrzeughalter zu rekrutieren — meistens Leute, die arbeitslos sind und dringend Geld brauchen. Sie schließen durch den Versicherungsagenten des Rings eine Vollkasko-Versicherung für den Wagen ab. Der Schlepper liefert dem Halter des Wagens die Namen von zwei >Mitfahrern<, die bei dem Unfall dabei gewesen sein sollen, und auch die Namen der angeblichen Insassen des anderen Autos. Eine Version dieses Tricks nennt sich >Bullen und Kühe< und wird mit zwei Autos inszeniert, die beide mit zum Verein gehören. Der >Bulle< — das ist der versicherte Wagen — rammt die >Kuh<, also den nicht versicherten Wagen, der vollbesetzt ist mit Leuten, die alle fiktive Verletzungen erleiden. Das versicherte Auto ist meistens eine alte Schrottkiste, die von der Versicherung unbesehen angenommen wurde.«

»Ich habe schon Fälle erlebt, die von vorn bis hinten erfunden waren — wo es noch nicht mal einen getürkten Unfall gab«, sagte ich.

»Ach, das haben wir auch gehabt. Bei Maldonados Leuten finden manche Unfälle nur auf dem Papier statt, andere werden getürkt. Wir sind diesem Ring überhaupt nur deshalb auf die Spur gekommen, weil immer wieder dieselben Namen in Zusammenhang mit Schadensfällen auftraten, zwischen denen scheinbar keinerlei Verbindung bestand. Derselbe Versicherungsagent, derselbe Anwalt. Schließlich haben wir diese Namen in den Computer gefüttert und Parallelen zu fünfundzwanzig früheren Fällen festgestellt. Die meisten waren offensichtlich frei erfunden. In einem Fall entpuppte sich die Adresse des Geschädigten als die Teergruben von La Brea. In einem anderen war es ein ehemaliges Bus-Depot.«

»Und nach welcher Masche werden die Unfälle inszeniert?«, fragte ich.

»Das Verfahren nennt sich >Prescher und Prellbock< und wird mit zwei Wagen praktiziert. Sie ziehen es fünf- bis sechsmal die Woche durch. Die operieren auf normalen Stadtstraßen...«

»Wieso nicht auf den Schnellstraßen?«, fragte ich dazwischen.

Er schüttelte den Kopf. »Zu gefährlich. Sie haben ja keine Lust, dabei draufzugehen. Als erstes suchen sie sich ein Opfer — meistens ein teures Auto oder einen Firmenwagen — irgendeine Karre, die aussieht, als wäre sie gut versichert. Der Prellbock setzt sich vor das Opfer. Auf diesen Straßen zuckeln die Leute alle relativ gemütlich vor sich hin. Auf ein Signal kommt der Prescher von hinten angeflitzt und schneidet den Prellbock, dessen Fahrer voll in die Bremse steigt. Das Opfer kann gar nicht anders, als ihm hintendrauf zu brummen. Der Prescher macht sich davon. Der Prellbock und das Opfer fahren wie zivilisierte Bürger rechts ran und tauschen die Fahrzeugkennzeichen aus. Das Opfer ist in dem Moment ziemlich durcheinander. Es ist schließlich auf einen anderen Wagen aufgefahren und weiß, dass es somit schuld ist. Der Prellbock-Fahrer ist voller Mitgefühl — kein Wunder, er kann sich’s ja auch leisten. Er versichert dem Opfer, was es dringend hören möchte — dass es überhaupt nichts dafür kann.«

»Aber seine Versicherung zahlt trotzdem«, sagte ich.

»Sie muss. Wer in diesem Staat einem anderen hintendraufbrummt, haftet automatisch. Na, und dann stellt sich raus, dass der Fahrer des Prellbocks als Folge des Unfalls alle möglichen >Beschwerden< hat. Er geht zu einem Anwalt, und der schickt ihn zum Arzt. Oder er muss zum Chiropraktiker...«

»Und alle gehören mit zu dem Verein.«

»So ist es«, sagte Lieutenant Santos.

»Und Bibianna ist über Raymond in die Sache reingeraten?«

»Scheint so. So weit wir bisher in Erfahrung gebracht haben, hat Raymond sie vor zwei Jahren angeworben, obwohl er sie schon viel länger kennt. Vor einem Jahr wurde dann der Hochzeitstermin festgelegt, aber sie hat ihn aus irgendeinem Grund sitzenlassen. Sie ist verschwunden und kurz darauf in Santa Teresa aufgetaucht. Es scheint, als hätte sie vorgehabt, sich auf anständige Weise durchs Leben zu schlagen, aber es sah finster aus mit Arbeit. Schließlich hat sie einen Job bei einer Reinigung gefunden, aber das ist mies bezahlt, und so konnte sie wohl der Versuchung nicht widerstehen, ein, zwei kleine Dinger auf eigene Faust zu drehen.«

Langsam fügte sich alles zusammen. »Und jetzt habe ich mit meinen Nachforschungen Ihre Ermittlungen gefährdet.«

»Noch nicht, aber Sie sind vielleicht kurz davor. Wir können nicht zulassen, dass Sie uns blindlings dazwischenpfuschen. Aber das ist nicht das einzige Problem. Es sieht so aus, als ob es da irgendwo eine undichte Stelle gibt und entscheidende Informationen zu Raymond durchsickern. Wir hatten schon mindestens dreimal große Razzien geplant, um die Bande auszuheben... zuletzt in einer Karosseriewerkstatt, die Raymond gehört. Es war alles vorbereitet, Haft- und Durchsuchungsbefehle vorwärts und rückwärts. Aber wie wir hinkommen, ist der Laden längst dichtgemacht, und wir stehen in der leeren Bude — auf dem ganzen Gelände nichts zu finden als ein Montiereisen und eine Pepsi-Dose.«

»Augenblick mal, was haben Sie denn gesucht?«

Lieutenant Santos räusperte sich. »Akten, Unterlagen. Alle Spuren, die wir haben, führen direkt zu Raymond. Natürlich könnten wir ihn kassieren, aber was nützt es, wenn alle Beweise beiseite geschafft oder vernichtet sind und die Staatsanwaltschaft die Sache einstellt?«

»Dann war der ganze Aufwand mit der Razzia also völlig umsonst?«

»Nicht ganz. Wir haben den Oberboss ausgehoben und noch ein halbes Dutzend weitere Mitglieder — ein paar Anwälte und Ärzte, zwei Chiropraktiker. Aber Raymond hat davon profitiert, indem er seinen Anteil an dem Unternehmen ausgedehnt hat. Er hat den Kahlschlag genutzt, um sich das freie Terrain unter den Nagel zu reißen. Natürlich sind wir weiter hinter ihm her, aber wir müssen zuerst dieses Leck stopfen, sonst passiert uns immer wieder dasselbe. Das Problem ist: Da wir nicht wissen, wo das Leck sitzt, wissen wir nicht, wem wir trauen können. «

Lieutenant Dolan war unruhig auf seinem Stuhl hin- und hergerutscht und ergriff jetzt zum ersten Mal wieder das Wort. »So ungern ich das sage — es spricht manches dafür, dass sich die undichte Stelle irgendwo in einer der hiesigen Dienststellen befindet. Wahrscheinlich ist es auch über diesen Kanal zu Raymond durchgedrungen, dass Bibianna in Santa Teresa ist. Sie ist vor etwa einem Monat hier verhaftet worden, und irgendjemand hat sie gegen Kaution herausgeholt.«

Ein Erinnerungsblitz zuckte durch meinen Kopf. »Oh, natürlich. Jetzt fällt mir wieder ein, dass sie davon gesprochen hat. Sie hat eine Heidenangst davor, dass Raymond sie finden könnte.«

»Dazu hat sie auch allen Grund. Der Mann tickt nicht ganz richtig«, bemerkte Santos. »Ich habe schon gesehen, was dabei herauskommt, wenn er selbst Hand anlegt.«

»Aber ich verstehe immer noch nicht ganz, warum Sie mir das alles erzählen.«

Nach kurzem Schweigen ergriff wieder Dolan das Wort. »Wenn wir Sie bei diesen Leuten einschleusen können, kriegen wir sie vielleicht zu fassen.«

Ich starrte ihn verdattert an. »Aber... das ist doch nicht Ihr Ernst.« Ich sah vom einen zum andern, aber es kam keine Reaktion. »Und wie stellen Sie sich das vor?«

Dolan lächelte, ohne rechte Fröhlichkeit auszustrahlen. »Das Schwierigste haben Sie ja schon geschafft. Sie haben Kontakt zu Bibianna hergestellt, was wir nicht können.«

»Und was nützt das? Ich dachte, sie sei mit Raymond fertig.«

Dolan zuckte die Achseln. »Aber er nicht mit ihr. Wenn Daw-na es geschafft hat, ihn zu informieren, ist er jetzt vermutlich schon auf dem Weg hierher. Bleiben Sie einfach an Bibianna dran, vor allem dann, wenn er versuchen sollte, sie nach L. A. zurückzubringen. Wir brauchen Sie mittendrin.«

»Moment mal. Ich bin Dawna doch bei der CF begegnet. Was ist, wenn Sie mich wiedererkennt?«

»Machen Sie sich wegen Dawna keine Gedanken. Die werden wir schon aus dem Verkehr ziehen.«

Ich fuhr mir mit der Hand durch mein Haar, das sich vor lauter Haarspray wie eine Perücke anfühlte. »O Mann, Sie haben wirklich Nerven«, sagte ich. »Ich habe keine blasse Ahnung von Undercover-Arbeit.«

»Wir wollen Sie ja nicht blind ins Messer laufen lassen...«

»Na, das beruhigt mich ja.«

Er überging diese Bemerkung. »Wir würden Sie natürlich gründlich vorbereiten. Und Sie könnten sich darauf verlassen, dass wir noch jemanden vor Ort haben, der immer weiß, wo Sie sind.«

Ich sah wieder vom einen zum anderen. Ich traute ihnen nicht. Ich hatte das Gefühl, dass es da noch etwas gab, was sie mir verheimlichten. »Irgendwie scheint mir, dass Sie das schon probiert haben.«

»Mit wenig Erfolg«, sagte Santos. »Wir glauben, dass eine Frau in dem Fall mehr erreichen kann. Diese Typen haben keine sonderlich hohe Meinung von weiblicher Intelligenz. Und Sie hätten schon einen gewissen Vorschuss, auch wenn Sie keine Chicana sind. Wie ist es? Sind Sie interessiert?«

»Nein.«

Dolan legte die Hand hinters Ohr, als hätte er nicht richtig gehört.

»Darauf werde ich mich nicht einlassen, Lieutenant Dolan. Es ist zehn Jahre her, dass ich bei der Polizei war, und auch damals habe ich nie als Undercover-Agent gearbeitet. Vergessen Sie’s. Ich bin dafür nicht ausgebildet, und es ist verdammt gefährlich. «

»Manchmal hat man keine Wahl«, sagte Lieutenant Santos.

»Sie vielleicht nicht. Ich schon.«

Lieutenant Santos kappte den Blickkontakt. »Diese Geschichte gestern bringt Ihnen vermutlich ein Jahr Gefängnis ein. Tätlichkeiten gegen eine Polizeibeamtin sind ein schwerwiegendes Delikt. Wir können Ihnen Ihre Lizenz entziehen lassen.«

Ich starrte ihn an. »Jetzt wollen Sie mir wohl mit Drohungen kommen? Na, wunderbar. Das liebe ich. Aber wissen Sie was? Ich werde Ihre Dreckarbeit nicht machen. Was kümmert mich dieser Raymond Maldonado!« Ich fühlte, wie der Zorn in mir hochstieg. Ich hasse es, wenn man mich einschüchtern will, und ich reagiere gar nicht dankbar, wenn man mir mit dem Stock kommt, um mich zu motivieren. Wenn jemand etwas von mir will, muss er sich schon was anderes einfallen lassen.

Lieutenant Santos schien diesen Strang weiterverfolgen zu wollen, aber Dolan brachte ihn mit einer unwirschen Handbewegung zum Schweigen. »Lassen Sie uns noch genauer darüber reden, ehe Sie sich entscheiden.«

»Die Antwort heißt >nein<.«

Wieder wechselten die beiden Männer einen Blick, den ich nicht recht entziffern konnte. Ganz offensichtlich versuchten sie, alle Register zu ziehen, was mir nur albern erschien, denn ich war fest entschlossen, nicht nachzugeben.

Lieutenant Dolan beugte sich näher zu mir und dämpfte seine Stimme um ein paar Phon. »Eins sollen Sie noch wissen. Dann können Sie von mir aus machen, was Sie wollen. Ihr Freund Parnell Perkins war einer von Raymonds Leuten. Wir glauben, dass Raymond ihn umgelegt hat, aber wir haben keine Beweise.«

»Das glaube ich nicht.«

»Perkins hieß in Wirklichkeit Darryl Weaver. Er war Schadenssachbearbeiter bei einer Versicherung in Compton. Raymond ließ alle seine Forderungen über Weaver laufen, bis die beiden Streit bekamen. Weaver verschwand aus Los Angeles, zog hierher, legte sich einen neuen Namen zu und fing bei der California Fidelity an.«

Plötzlich begriff ich, warum er Bibiannas Akte an Mary Bellflower weitergegeben hatte. Er hatte wahrscheinlich gedacht, dass Raymond und Bibianna wieder zusammen waren und dass Raymond ihm auf die Spur kommen würde, wenn er sich nicht schleunigst etwas einfallen ließ. Beim Anblick von Bibiannas Namen musste ihm das Herz stehen geblieben sein...

Lieutenant Santos erwachte jetzt wieder zum Leben und nahm den Faden auf. »Er erschien vor etwa einem Monat bei uns und bot uns seine Mitarbeit an. Nach dem Mord hat die Polizei von Santa Teresa die Fingerabdrücke identifiziert und uns benachrichtigt, und darum bin ich jetzt hier.«

»Deshalb haben Sie die Mordsache unter den Teppich gekehrt«, sagte ich, »um die ganze Aktion nicht zu gefährden.«

»Genau«, sagte Dolan. »Wir können nicht riskieren, dass Raymond Lunte riecht. Wir haben die Ermittlungen nicht eingestellt, wir führen sie nur dezent weiter.«

Dann war plötzlich völlige Stille. Sie sahen ruhig zu, wie sich das Schweigen akkumulierte. Sie hatten mich am Haken, und sie wussten es. Ich ließ mir Zeit und versuchte, die Konsequenzen zu durchdenken. In meinem Kopf sang eine leise Stimme: Tu’s nicht. Tu’s nicht. »Wie viel Zeit hat die Sache?«, fragte ich.

Dolan sah Santos an. »Wenig. Einen halben Tag höchstens.«

»Was genau sollte ich denn tun?«

»Dreierlei. Die undichte Stelle aufspüren. Herausfinden, wo die Unterlagen sind, und uns Beweise dafür beschaffen, dass Raymond Ihren Kollegen umgebracht hat.«

Santos klinkte sich jetzt wieder ein, und beide trieben mich in den Pferch wie zwei Schäferhunde. »Sie sagen uns einfach, was Sie brauchen. Wir beschaffen Ihnen alles, was Sie wollen.«

Dolan sagte: »Ihr Ziel ist es zunächst, sich von ihnen rekrutieren zu lassen. Dann müssen Sie selbst sehen, wie Sie weiterkommen, ob mit oder ohne Bibiannas Hilfe.«

Ich dachte kurz darüber nach und fragte mich noch einmal, ob es wohl klug war, mich darauf einzulassen. Aber ich fühlte, wie mein Denkapparat trotz aller unausgeräumten Zweifel ansprang. »Also, wenn es um getürkte Unfälle geht... wäre es doch sicher geschickt, mir eine Versicherungspolice auf den Namen Hannah Moore zu beschaffen.«

»Könnten Sie das über die CF arrangieren?«, fragte Dolan.

»Das könnte ich schon, aber es wäre sicher besser, Sie würden das übernehmen. Sie müssten es direkt mit Mac klären, aber selbst dann muss sicher noch alles seinen bürokratischen Gang gehen.«

»Je weniger Leute davon wissen, desto besser. Und außerdem müssen wir uns beeilen«, sagte Dolan.

»Meinen Sie, das wird ein Problem sein?«, fragte mich Lieutenant Santos.

Ich sagte: »Ich denke, die CF wird da schon mitmachen.«

»Wir möchten, dass Sie einen Sender tragen«, sagte Lieutenant Santos. »Wir können um neun einen Techniker kommen lassen, der Ihnen einen verpasst.«

»Und wenn sie mich durchsuchen?«

Santos sagte: »Das glaube ich nicht, aber wenn — vergessen Sie nicht, wir sind immer in Rufweite.«

Dolan schien zu merken, dass ich noch nicht beruhigt war. »Wenn Sie einen Sender tragen, können wir einen Wagen mit Zivilbeamten einen halben Block entfernt postieren. Wir werden alles tun, um Sie zu schützen. Das ist für uns vielleicht die Chance, diesen Leuten das Handwerk zu legen, und wir werden sie uns nicht vermasseln lassen. Noch irgendwelche Fragen?«

»Mir wird bestimmt noch die eine oder andere einfallen.«

Santos sagte: »Die nötigen Informationen können wir Ihnen später noch geben. Jetzt sperren wir Sie erst einmal wieder zu Bibianna. Sobald der Betrieb hier losgeht, werden wir für Sie beide Kaution hinterlegen. Tun Sie so, als ginge das auf Ihr Konto. Es kann nur gut sein, wenn Sie sich diese Frau ein bisschen verpflichten. Wir werden Ihre Entlassung dann so lange hinauszögern, bis der Techniker da ist.«

»Wird es ihr denn nicht komisch Vorkommen, wenn sie rauskommt und ich nicht?«

»Ich bin sicher, Sie werden irgendeine Erklärung dafür finden«, sagte Dolan trocken. »Bis dahin sollten Sie mit ihr abgesprochen haben, wie Sie später wieder Verbindung mit ihr aufnehmen können.«

»Und was ist, wenn Raymond schon vorher auftaucht?«

»Dann werden wir uns etwas anderes einfallen lassen. Ach, wo wir gerade davon sprechen...« Dolan schrieb mir eine spezielle Telefonnummer auf, über die er jederzeit erreichbar sein würde. Ich steckte den Papierfetzen in eines meiner Söckchen. Er sah auf seine Uhr und erhob sich dann — das Signal, dass die Sitzung aufgehoben war.

Ich stand auf und verabschiedete mich mit einem Händedruck von Lieutenant Santos. »Wie spät haben wir?«, fragte ich.

»Vier Uhr zwo.«

»Ich bin nicht mehr sportlich genug, um diese Zeit noch auf zu sein«, sagte ich. Dann sah ich Dolan an. »Könnten Sie mir einen Gefallen tun? Ich habe meine schwarze Lederjacke in dem Restaurant gelassen, und mein VW steht immer noch auf dem Parkplatz neben der >Räucherkammer<. Ich werde sicher nicht vor heute Nachmittag hinkommen. Könnten Sie wegen der Jacke nachfragen und die Politesse informieren? Ich möchte keinen Strafzettel und schon gar nicht abgeschleppt werden.«

»Wird gemacht. Mit diesen Politessen ist nicht zu spaßen«, sagte Dolan. Er bleckte die Zähne zu einer Art Lächeln und streckte mir die Hand hin. »Danke.«

»Bis jetzt habe ich ja noch gar nichts getan.«

Die Vollzugsbeamtin führte mich zurück in die Ausnüchterungszelle und sperrte mich ein. Mir war ganz schlecht vor Müdigkeit. Mein Gehirn war überdreht von dem Kaffee und mein Körper bleischwer vor Schlafmangel. Ich schlich zu meiner Matratze, ließ mich dankbar daraufsinken und rollte mich auf der Seite ein, das Gesicht den anderen zugekehrt. Bibianna war wach und fixierte mich misstrauisch. »Wo sind Sie gewesen?«

»Der Mensch von der Mordkommission wollte ein paar Sachen über die Schießerei wissen.«

»Haben sie Dawna schon?«

»Im Moment ist sie gerade im Krankenhaus, weil sie verletzt ist, aber nur leicht. Tate ist drüben im Männertrakt. Sie sagen, sie wollen ihn wegen Mord drankriegen, aber ich kann mir nicht denken, dass sie das können. Es wird bestimmt auf Totschlag rauslaufen.«

»Schweinehunde.«

»Er wird’s überleben.«

»Hm-mm, wird er wohl.« Bibianna schien schon wieder halb weg.

Ich zauderte kurz und nahm dann all meinen Mut zusammen. »Ach, übrigens: während ich eben draußen war, habe ich einen Bürgen angerufen, wegen der Kaution für uns beide. Er wird um acht da sein.«

Ihre Augen klappten blitzartig wieder auf. »Sie wollen mich auch rausholen? Wie kommen Sie dazu? Ich hab’ nicht so viel Geld. Das sind doch fünfhundert Dollar!«

»Dann geben Sie’s mir eben später irgendwann zurück. Das ist kein Problem.«

Sie sah mich verblüfft an. »Aber wieso dann erst jetzt? Warum haben Sie das nicht gleich gemacht?«

»Mir ist eben erst wieder eingefallen, dass ich noch fünfhundert Dollar auf dem Sparkonto habe. Mein Wagen ist in der Werkstatt. Ich hatte Geld zurückgelegt, um das Getriebe reparieren zu lassen. Aber was soll’s. Das kann warten. Was hab’ ich davon, wenn ich hier drin hocke?«

Sie nahm mir meine Geschichte noch nicht recht ab. »Ich kann’s nicht glauben, dass Sie so was tun.«

Die magere Frau schnauzte jetzt ärgerlich von ihrer Matratze herüber: »Bist du nicht ganz dicht? Nimm’s schon an und halt die Klappe. «

Bibianna sah zu der Frau hinüber und musste trotz aller Zweifel grinsen. Sie musterte mich einen Moment und murmelte dann ein leises »Danke«. Ihre Augen klappten wieder zu. Sie drehte sich auf den Bauch und zog die Arme unter sich, um sie zu wärmen. Gleich darauf war sie eingeschlafen.

Die Luft in der Zelle roch nach schlafenden Menschen: nach feuchten Socken, schlechtem Atem, ungewaschenem Haar. Ich hatte befürchtet, womöglich alle zu wecken, aber niemand rührte sich. Vom Gang draußen drang schwaches Schummerlicht herein. Es war jetzt völlig still. Ich konnte immer noch das Zahlengitter sehen, das Bibianna mit Spucke für mich auf den Fußboden gemalt hatte. Wandel und Bewegung. Na, wenn das nicht stimmte!