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Halbfinale

„Hahaa!“, röhrt Korschinak. „Wen haben wir denn da?“ „Offensichtlich auch ein Spion, Majestät!“ Prebichl schneidet aufgeregte Grimassen. „Der gehört sicher zu den anderen beiden!“

Korschinak pflanzt sich vor dem gefesselten Motte auf und stemmt die Ärmchen in die Speckhüften. „Tja! Pech gehabt, Bürschchen!“, kräht er triumphierend! „Ist er der Letzte, oder gibt es noch mehr von seiner Sorte?“

Motte schüttelt den Kopf.

„Und wenn es doch mehr von seiner Sorte gibt!“, setzt Korschinak lässig fort, „dann ist mir das auch schnurzpiepegal. Es wird allen so wie ihm ergehen! Mit Traugott Korschinak spielt niemand Indianer! Niemand!“

Mit dem Mut der Verzweiflung streckt Motte dem Obmann und seinem Schergen die Zunge raus. „Seine Fisimatenten, seine frechen, die werden ihm schon vergehen, er Lausbub, er grauslicher!“, röhrt Korschinak und zwängt sich hinter seine Heimorgel. „Prebichl, das Gebräu fertig machen! Zombie Eins und Zombie Zwo kriegen einen Kollegen!“

Prebichl schlurft in die Küche. Kurze Zeit später wölken übel riechende Schwaden unter dem Türspalt hervor, grünlicher Dampf macht sich im Keller breit. Motte hört es leise blubbern. Er schluckt, seine Gedanken sind bei seinem Vater in Neuseeland und bei Tante Mina. Verzweifelt sucht er nach einem Ausweg. Was soll er machen? Seine Ausrüstung wurde ihm abgenommen, und gefesselt ist er auch noch. Während sich Obmann Korschinak auf seiner Heimorgel ein wenig „eingroovt“, durchzucken wilde Gedanken Mottes Gehirn.

Schon setzt Prebichl ihm den Totenkopf an die Lippen, da unterbricht ein Befehl von Gottkönig Korschinak das Geschehen: „Halt, Prebichl! Ich hab eine viel bessere Idee! Die künftigen Kollegen sollen dem Knaben das Gebräu verabreichen! Hol er Zombie Eins und Zombie Zwo!“

Prebichl schnauft und stellt den Totenkopf auf dem Tischchen neben der Orgel ab. Motte atmet hörbar aus, und Korschinak reibt sich hämisch kichernd die Hände. „Das wird ein Spaß!“, keckert er. „Ein Riesenspaß!“ Nach einigen Minuten kommt Prebichl zurück, Onkel Georg und Vladi im Schlepptau. Ihr Gang ist wackelig, beide Arme sind vor dem Oberkörper ausgestreckt, die Finger krallenartig gekrümmt. Beide geben stöhnende Laute von sich, die Motte durch Mark und Bein fahren. „Na, bumsti!“, denkt er. Die Schweißperlen auf seiner Stirne werden immer größer. Während Korschinak wieder zu seiner Orgel schreitet und zu spielen beginnt, schnappt Zombie Eins den gefesselten Motte, Zombie Zwei hält Motte die Nase zu, und Prebichl beginnt das blubbernde Gebräu in Mottes weit geöffneten Mund zu schütten. Motte würgt und spuckt, aber irgendwann lässt sein Widerstand nach, und er trinkt das Gebräu, um wenigstens nicht zu ersticken. Das Kellerzimmer beginnt sich mit der Musik zu drehen, Motte kommt sich vor, als säße er in einem Kaleidoskop. Irgendwann fängt er an hysterisch zu lachen, Arme und Beine zucken krampfartig, und dann ist es dunkel …