Sabotage!
Unten wurden die drei ??? von Bobs Vater erwartet. »Ist wirklich niemandem etwas passiert? Ich bin fast verrückt geworden vor Angst, als ich den Unfall mit ansehen musste. Es ist alles meine Schuld. Ich hätte euch niemals mitnehmen dürfen.«
Steve Landers unterbrach ihn. »Nein, Sie haben keine Schuld. Es gibt nur einen Menschen, der sich dafür verantworten muss – und das bin ich. Ich allein trage die Verantwortung für den Kletterpark. Ich werde die gesamte Kletteranlage bis auf Weiteres schließen.« Landers’ Stimme zitterte vor Aufregung.
Justus zog seine beiden Freunde zu sich. »Los kommt, ich will mir das zerbrochene Holz noch einmal genauer ansehen.« Mittlerweile waren die meisten Menschen wieder verschwunden, und auch von dem Reporter war nichts mehr zu sehen. Justus hob eines der Holzteile auf. Ein kurzer Blick genügte, und er wusste, was geschehen war. »Der Fall ist eindeutig! Hier: Das Brett ist angesägt worden. So war es nur eine Sache der Zeit, bis es zerbrach. Peter hat es zufällig erwischt.«

Bob wischte sich seine Brille am T-Shirt sauber. »Du meinst also, jemand hat das mit Absicht getan?«
»Ja, es gibt keinen Zweifel. Wir haben es mit Sabotage zu tun. Lasst uns zur Sicherheit noch die abgefallene Rolle von der Tarzanbahn ansehen. Mich würde es nicht wundern, wenn wir hier etwas Ähnliches entdecken.«
Noch immer lag die Rolle auf dem weichen Waldboden. Peter hob sie auf. »Seht ihr, wie tief die hier eingeschlagen ist? Ich möchte nicht wissen, wie viele Knochen ich mir gebrochen hätte.« Bob nahm ihm die Rolle aus der Hand und untersuchte sie. »Justus hat recht. Hier: An zwei Stellen wurden Schrauben gelöst. Das ist so, als würde man bei einem Rad die Muttern von der Achse lockern. Früher oder später fällt dann das ganze Teil ab.« Peter schüttelte den Kopf. »Ich kann das immer noch nicht glauben. Zweimal gab es Sabotage, und gleich zweimal erwischt es mich. Ein verrückter Zufall.« Justus knetete wieder seine Unterlippe. »Ob es wirklich Zufall war, werden wir herausfinden. Los, wir müssen Mr Andrews und Mr Landers von unseren Entdeckungen berichten.«
Steve Landers konnte es zunächst nicht glauben. Doch als er die beiden Beweisstücke vorgelegt bekam, gab es auch für ihn keinen Zweifel mehr. »Die Tatsachen lassen keinen anderen Schluss zu: Hier ist Sabotage im Spiel. Jemand will mich und meinen Park ruinieren.« Er war kreidebleich und musste sich auf einen Baumstumpf setzen. »Wenn das an die Öffentlichkeit kommt, bin ich erledigt.«
Bobs Vater sah den Leiter des Kletterparks nachdenklich an. »Ich werde meinen Bericht zurückhalten, bis alles geklärt ist. Sind Sie vielleicht erpresst worden? Hat jemand Geld von Ihnen gefordert?«
»Nein, in keinster Weise. Für mich kommt das alles aus heiterem Himmel.«
Bob mischte sich ein. »Wer könnte denn ein Interesse daran haben, Ihnen zu schaden? Haben Sie Feinde, oder gibt es Menschen, die Ihnen den Park nicht gönnen?«
»Nein, im Gegenteil. Ich habe sehr viele Freunde, die mich beim Bau des Parks unterstützt haben. Genauso wie ich, glauben alle fest an den Erfolg. Kletterparks sind sehr beliebt geworden. Darum werden auch so viele neue Anlagen gebaut.«

Justus hatte plötzlich einen Verdacht. »Gibt es in der Nähe noch andere Kletterparks? Vielleicht will Ihnen ein Konkurrent schaden?«
Steve Landers runzelte die Stirn. »Der nächste Park ist in der Nähe von Rocky Beach. Er hat fast zeitgleich mit unserem Monkey Mountain Park eröffnet. Nur klettert man dort nicht an echten Bäumen mitten im Wald. Stattdessen hat man riesige Pfähle im Boden verankert. Es ist sozusagen ein künstlicher Wald, und er befindet sich fast am Meer. Darum heißt der Park auch Ocean Kletterpark. Ich werde den Vorfall auf jeden Fall der Polizei melden.«
Wenig später setzten sich alle wieder in den Wagen von Bobs Vater, und sie fuhren zurück nach Rocky Beach. Die drei ??? verabredeten sich für den nächsten Morgen auf dem Schrottplatz.
Justus erzählte seiner Tante lieber nichts von den mysteriösen Vorgängen im Kletterpark. Sie machte sich immer schnell Sorgen. Tante Mathilda stand noch spät am Abend in der Küche und kochte Kirschen ein. »Dieses Jahr habe ich den Rekord gebrochen«, strahlte sie und wischte sich erschöpft mit einem Tuch den Schweiß aus dem Gesicht. »Das ganze Kellerregal ist voll mit Einweckgläsern.« Justus stopfte sich eine Handvoll Kirschen in den Mund. »Dann ist der Kirschkuchen für das Jahr gesichert«, lachte er. »Das ist zumindest mal eine gute Nachricht.«