Affenrätsel
Nachdem Peter mit seinen Eltern telefoniert hatte, um ihnen Bescheid zu sagen, ging es los. Zu dritt saßen die drei ??? auf dem Rücksitz des kleinen Sportwagens von Bobs Vater. Bob hielt es nun aber nicht mehr aus vor Ungeduld. »Dad, kannst du uns nicht einen klitzekleinen Tipp geben? Wohin genau fahren wir?«
»Okay, ihr liebt ja Rätsel, und vielleicht kommt ihr selber drauf. Also: Die Vögel lachen darüber, Affen lieben es, und für Schildkröten ist es überhaupt nichts.«
Peter runzelte die Stirn. »Hört sich an, als würden wir in den Zoo gehen? Was meinst du, Just? Du bist doch unser Superhirn.« Justus knetete seine Unterlippe. Das tat er immer, wenn er scharf nachdachte. »Vögel, Affen, Schildkröten? Hm, viel gemeinsam haben diese drei Tiere nicht. Ein Vogel kann fliegen, ein Affe kann klettern, und eine Schildkröte krabbelt am Boden herum.«
»Aber warum sollte der Affe es lieben?«, überlegte Bob laut. Plötzlich hatte Justus einen Verdacht. »Moment: Der Affe liebt das Klettern, also hat es was mit Klettern zu tun.« Bobs Vater grinste. »Gar nicht schlecht, ihr seid dicht dran.«
Mittlerweile waren sie weit oben in den Bergen angekommen. Links und rechts an der Straße standen riesige Bäume. »Wir fahren ja mitten durch den Wald«, staunte Peter.
»Und? Habt ihr schon eine Idee?«, fragte Mister Andrews und schaltete einen Gang runter. »Wir sind nämlich da.«

Jetzt hatte Justus die Lösung. »Na klar, wieso bin ich nicht gleich darauf gekommen? Affen, Bäume, klettern … Wir fahren in einen Kletterpark, oder?«
Bobs Vater nahm für einen kurzen Moment die Hände vom Lenkrad und applaudierte. »Bravo! Richtig kombiniert. Es stimmt tatsächlich. Hier oben hat nämlich genau vor einer Woche ein großer Kletterpark eröffnet. Ich habe von meiner Zeitung den Auftrag bekommen, über den neuen Park eine Reportage zu schreiben. Und da ist es natürlich gut, wenn ich dazu die Meinung von ein paar Jungs wie euch habe.«
In diesem Moment fuhren sie an einem großen Werbeschild vorbei. »Monkey Mountain Kletterpark«, las Bob vor. »Ein Affenpark. Das hört sich wirklich nach viel Kletterei an.« Nach wenigen Metern bogen sie von der Hauptstraße ab und fuhren auf einem steilen und holprigen Weg weiter den Berg hinauf. Dieser endete schließlich auf einem großen Parkplatz. »So, alle abschnallen, wir sind da«, lachte Mr Andrews. »Ich hoffe, Klettern macht euch Spaß?«
Peter war begeistert. »Na klar. Ich wollte schon immer einen Kletterpark besuchen. Je höher, desto besser.« Justus hingegen schien nicht so ganz begeistert zu sein. »Auch Affen fallen manchmal von den Bäumen. Ist das denn alles gut gesichert?« Mister Andrews beruhigte ihn. »Hundertprozentig, sonst hätten die Betreiber niemals eine Genehmigung bekommen. Das wird alles von den Behörden tausendmal geprüft. Da brauchst du dir keine Sorgen zu machen.«
Sie gingen jetzt durch ein großes Holztor, und ein kräftiger Mann mit Bart kam ihnen entgegen. Er trug einen Helm und eine Kletterausrüstung.
»Ah, ich denke, Sie müssen Mister Andrews sein«, begrüßte er sie freundlich. »Ich habe Sie schon erwartet. Ihre Zeitung hat mich informiert, dass Sie kommen. Mein Name ist Steve Landers. Ich bin der Leiter des Kletterparks.« Bobs Vater gab ihm die Hand. »Ja, und ich habe Verstärkung mitgebracht. Ich hoffe, das ist okay für Sie? Es sind sozusagen meine speziellen Kletterpark-Tester.«
»Natürlich, kein Problem. Alle sind herzlich eingeladen. Der Kletterpark ist für Kinder und Erwachsene. Kommen Sie! Ich zeige Ihnen, was wir alles zu bieten haben.«
Neugierig gingen sie dem Besitzer des Parks hinterher. Staunend blickte Bob auf die hohen Bäume. »Mann, die sind ja riesig! Wenn man da runterfällt, ist man platt wie ein Pfannkuchen.« Justus wurde immer stiller. »Vielleicht hätten wir lieber baden gehen sollen«, murmelte er.
Schließlich erreichten sie einen großen Platz. Ringsum standen Bäume, die mit unzähligen Seilen verbunden waren. Man sah wackelige Brücken aus dünnen Stämmen, und überall hingen Strickleitern. Stolz sah Steve Landers nach oben. »Das ist also unser Monkey Mountain Kletterpark. Es war ein hartes Stück Arbeit, das alles hier aufzubauen. Für jeden gibt es die passende Schwierigkeitsstufe. Vom Anfänger bis zum Kletterprofi.«

Beeindruckt sahen sich alle um. Obwohl der Kletterpark erst vor einigen Tagen eröffnet wurde, tummelten sich schon viele Besucher auf dem Gelände. »Ich bin froh, dass der Park so gut von den Gästen angenommen wird. Das war auch wichtig, denn so etwas aufzubauen ist nicht gerade billig. Was ist? Wollt ihr den Park kennenlernen? Ich schlage vor, wir machen zunächst einen kleinen Schnupperkurs und nehmen den Anfänger-Parcours.«
»Was ist denn ein Anfänger-Parcours?«, wollte Bob wissen.
»Nun, da geht es noch nicht so hoch hinauf. Aber einige schwierige Stellen müsst ihr dabei trotzdem überwinden.«
»Kein Problem«, grinste Peter. »Ich kann klettern wie ein Affe.« Steve Landers führte sie zu einer kleinen Hütte. »Zuerst müsst ihr das Kletterzeug und die Sicherheitsausrüstung anlegen. Hier hab ich schon mal für jeden einen Helm.«
Bobs Vater winkte ab. »Für mich nicht, danke. Ich verlasse mich auf das Urteil der drei Kletterprofis. Und außerdem muss ja jemand von unten Fotos machen. Schließlich soll das Ganze eine Reportage werden.«
Peter setzte sich den Helm auf. »Heißt das, dass wir in die Zeitung kommen?« Bob klopfte seinem Freund grinsend auf die Schulter. »Na klar. Und wenn Justus von oben runterfällt, dann kommen wir sogar auf die Titelseite.« Justus versuchte gerade, sich das Kletterzeug anzulegen. »Wie witzig! Vielleicht falle ich dir dabei ja sogar auf den Kopf. Dann kommen wir nicht nur in die Zeitung, sondern auch ins Fernsehen.«
Bobs Vater musste lachen. »Ach was. Da kann gar nichts passieren. Ich werde mich hier unten ein wenig umsehen. Viel Spaß bei der Kletterei!«