7.
Nach ihrer Ankunft in dem bescheidenen Hotel in Piteschti, wo Thorka Zimmer bestellt hatte, verabschiedeten sie sich von dem Rumänen unter dem Vorwand, daß ein geschäftiger Tag vor ihnen liege, und zogen sich zurück. Fünfzehn Minuten später schob Sanchez den Professor in Ktaras Zimmer. In der Mitte dieses Zimmers stand die große Kiste. Ktara füllte drei Gläser mit Kognak. Es war eine viel bessere Marke als der, den sie im Polizeibüro getrunken hatten.
„Die latenten Vorstellungsbilder waren sehr stark“, begann Ktara. „Sowohl die im Gehirn des toten Jungen, als auch jene, die in Stefan vorhanden waren. Die Frau, diese Dava Conescu, ist der mörderische Vampir vom Berg, obwohl ihre genaue Methode nicht klar wird. Man hat den Eindruck, daß sie selbst wahnsinnig ist, wenigstens wenn man sie danach beurteilt, wie sie diesen Nicolae behandelt hat.“
„Sie meinen, weil sie ihn laufen ließ?“ fragte Sanchez.
„Nein. Ich meine das, weil sie ihn zwang, in direktem Kontakt mit dem eben ermordeten Körper seines Freundes mit ihr zu schlafen.“
Harmon nickte und zog ein Gesicht. „Dava Conescu muß eine nette Frau sein. Und Stefan?“
„Radu Conescu hat ihn erwürgt und ihm den Hals gebrochen. Es war sein Lohn für eine verpfuschte Arbeit.“
Der Professor spielte mit seinem Glas. „Es erfordert wenig Phantasie, um auf die Natur dieser Arbeit zu kommen. Die ganze Angelegenheit hat Wendungen genommen, die mir nicht gefallen. Wir werden gut daran tun, so rasch wie möglich zu handeln.“
„Heute abend noch?“ fragte Sanchez. Sein Blick ruhte sinnend auf der großen Kiste.
„Das ist nicht ratsam“, erwiderte Ktara. „Nicht heute abend und zwar wegen der Komplikationen, die Sie eben erwähnten. Nachdem heute abend schon wieder ein Mord geschehen ist, der an Stefan, müssen wir den Dorfbewohnern Zeit geben, sich mit unserer Gegenwart abzufinden. Besonders wichtig ist, daß sie Professor Thorka und Mr. Sanchez dulden. Bei ihrem ersten Auftreten wurden sie als Dämonen oder gar Teufel hingestellt, und die Leute, die auf dem Marktplatz versammelt waren, werden sich daran erinnern, wenn die Nachricht von Stefans scheußlichem Ende die Runde macht. Wie auch immer, sobald bekannt wird, daß wir den Behörden helfen, die Verbrechen aufzuklären, werden wir uns freier bewegen können. Mit anderen Worten, wir werden tun können, was zu tun ist, und dann abreisen wie wir wollen und wann wir wollen.“
„Das klingt alles sehr vernünftig“, sagte Harmon. „Aber diese Sache bringt uns in Conescus Blickfeld, und das ist etwas, womit wir nicht gerechnet hatten.“
„Vielleicht wird es nötig sein, unsere Tarnung zu verändern?“ fragte Sanchez. Harmon dachte eine Weile nach, dann sagte er: „Nein. Nein, das glaube ich nicht. Unsere Geschichte klingt vielleicht nicht so glaubwürdig wie sie andernfalls geklungen hätte, aber sie ist immer noch die beste Methode, die es Ihnen erlaubt, tagsüber auf dem Berg herumzusteigen. Er mag vermuten, was er will, Conescu kann uns diese Bitte nicht gut abschlagen. Er sitzt selbst in der Klemme. Nein, ich glaube, wir werden unseren Plan nicht andern. Ich würde aber vorschlagen, Carmelo, daß Sie sehr sorgfältig auf Ihre eigene Sicherheit bedacht sind.“
„Ein ziemlich seltsames Ansuchen“, sagte Radu Conescu in den Lärm von fünf stationären Dieselmotoren, die die Preßluftbohrer versorgten. „Wir haben es hier nicht mit einer normalen archäologischen Ausgrabung zu tun, wie Sie wissen.“
Der stämmige, untersetzte Mann stand unweit der Ruinen des Schlosses, die im Licht der Morgensonne glänzten. Die Arbeit hatte vor gut einer Stunde begonnen. Weil Harmon sich ausgerechnet hatte, daß Conescu einige Probleme mit seinen Arbeitern haben würde, hatte er Thorka und Sanchez den Rat gegeben, dem Mann wenigstens eine Stunde zu geben, bevor sie ihm mit ihrer Anwesenheit ein zusätzliches Problem aufbürdeten. Daß sie ein Problem für ihn waren, und ein sehr unwillkommenes obendrein, war offensichtlich.
Thorka versuchte den Gesichtsausdruck und die Reaktion Conescus zu ignorieren. Mit verbindlichem Lächeln wandte er sich an seinen Landsmann: „Ich bin mir der Natur Ihrer Ausgrabung bewußt, Herr Conescu, aber sonst geschieht hier in der Gegend sehr wenig. Der junge Amerikaner ist ein Assistent eines guten Freundes von mir, verstehen Sie, und ich schulde meinem Freund Dank für viele Gefälligkeiten. Offen gesagt, ich glaube kaum, daß aus dem Jungen jemals ein bedeutender Archäologe wird, aber ich habe trotzdem versprochen, daß ich tun würde, was ich kann. Also bitte ich Sie höflich um Ihre freundliche Unterstützung in dieser Angelegenheit.“
Conescu zögerte. „Ich kann mir wirklich nicht vorstellen, was er hier lernen könnte, Professor Thorka, darum bin ich geneigt...“
„Wenn ich müßte“, unterbrach Thorka, „könnte ich die ganze Sache mit den Behörden in Bukarest arrangieren, denselben Behörden, die Ihnen Ihre Ausgrabungserlaubnis erteilten. Natürlich wäre das umständlich und nicht nach meinem Geschmack, aber...“
„Aber das wird nicht nötig sein, Professor Thorka“, sagte Conescu schnell. „Absolut nicht. Aber ich hoffe, daß der junge Mann uns nicht bei der Arbeit behindert.“
Thorka musterte ihn kühl. „Das ist bestimmt nicht seine Absicht, Herr Conescu. Wenn Sie uns vielleicht ein wenig herumführen könnten, damit ich mir einen Eindruck von Ihren Arbeiten verschaffen kann, wäre ich Ihnen dankbar. Ich habe andere Gäste und kann nicht lange hier oben bleiben. Hinzu kommt, daß die unangenehme Geschichte gestern abend zu einer gewissen Unruhe geführt hat, und ich als Gastgeber habe nun die Aufgabe, meine Besucher zu beruhigen.“
„Ja, eine scheußliche Sache, nicht wahr? Ein gutes Beispiel, wie tief verwurzelt der Aberglaube in Dörfern wie diesem ist. Sie können sich nicht vorstellen, welche Schwierigkeiten ich hatte, überhaupt Arbeitskräfte zu bekommen. Erst heute morgen hatte ich eine halbe Stunde zu tun, die Leute zu beschwichtigen,“
Thorka lächelte. „Aber Sie sind gekommen, den Aberglauben zu bekämpfen, nicht wahr? Wenigstens einen bestimmten Aberglauben.“
„Ja, natürlich. Und das bringt mich auf meinen wirklichen Grund, warum ich den Amerikaner zu diesem Zeitpunkt nicht gern auf dem Berg habe, obwohl ich Ihrem Wunsch nachkommen werde. Sehen Sie, gestern abend war er in eine Schlägerei mit einigen Einwohnern verwickelt...“
„Das war reine Notwehr“, unterbrach Thorka schnell. „Ich weiß nicht, ob ich jetzt hier stehen würde, wenn er sich nicht zur Wehr gesetzt hätte.“
„Ich verstehe das selbstverständlich, Professor, aber Sie hörten, was dieser Gastwirt - ich glaube, Stefan war sein Name -, Sie hörten, was er sagte. Er sagte, der junge Mann sei mit dem Teufel im Bunde.“
„Wenn ich mich richtig entsinne, sagte er das gleiche von mir.“
„Das ist wahr, aber niemand würde Sie verdächtigen, Stefan ermordet zu haben.“
Thorka hob die Brauen. „Stefan?“ fragte er erstaunt. „Ermordet?“
Conescu nickte. „Das besagen jedenfalls die Gerüchte, die heute früh unter meinen Leuten umlaufen. Anscheinend wurde der arme Mann mit gebrochenem Hals aufgefunden, und jemand hatte ihm das Kreuz in den Rachen gestoßen. Und die Wirbelsäule soll auch gebrochen sein. Der Mörder muß ein sehr kräftiger Mann gewesen sein.“
Thorka sagte: „Da haben Sie recht. Doch im Dorf gibt es viele kräftige Männer, Sie selbst nicht ausgeschlossen, wenn ich so sagen darf, Herr Conescu. Ich finde es bewundernswert, welche körperliche Form Sie in Ihrem Alter bewahrt haben, Herr Conescu.“ Er sagte nicht, daß es geplant gewesen war, Stefans Tod noch eine Weile zu verheimlichen. Er sagte auch nicht, daß er ziemlich genau wußte, wie das ‚Gerücht‘ unter die Leute gekommen war.
„In jedem Fall wird Mr. Sanchez bemüht sein, Schwierigkeiten zu vermeiden und weder Ihre Arbeiter noch Sie zu behindern. Nun, wenn Sie so gut sein wollen, uns ein wenig herumzuführen - oh, Sie sprechen Englisch, nicht wahr?“
Die plötzliche Frage überraschte Conescu völlig. Durch seinen Geist blitzten die verschiedenen Papiere und Formulare, die er unterzeichnet hatte, um die Erlaubnis für Ausgrabungen zu erhalten. Hatte es da irgendwo eine Frage über Sprachkenntnisse gegeben? Und wenn, hatte er zugegeben, die englische Sprache zu beherrschen?
„Ich spreche ein wenig Englisch“, sagte er zögernd zu Sanchez. „Allerdings nicht sehr gut.“
Sanchez nahm die Hand, die der andere ihm hinstreckte. Sie war nicht nur in der Proportion zur Körpergröße, sondern im tatsächlichen Vergleich größer als seine eigene. „Ich glaube, ich sollte mich entschuldigen“, sagte er, „daß ich Ihnen solche Ungelegenheiten bereite. Aber Professor Thorka versicherte mir, daß es Ihnen nichts ausmachen würde, solange ich die Arbeiten nicht behindere.“
„Nein, es macht mir nichts aus. Sie sind willkommen hier. Sehen Sie sich nur in Ruhe um. Aber nun kommen Sie und lassen Sie uns sehen, welche Fortschritte gemacht worden sind.“
„Die Logik schreibt uns vor, wo wir bohren, Mr. Sanchez“, erklärte Conescu mit einer Handbewegung zu den Ruinen hinter ihnen. „Eine Fluchtroute aus der Burg mußte von irgendeinem unterirdischen Raum unter dem Hauptgebäude ausgegangen sein. Normalerweise wäre es am einfachsten, diesen unterirdischen Raum zu suchen und von dort den Fluchtgängen nachzuspüren.“
„Das leuchtet mir ein“, sagte Sanchez. „Aber Sie graben nur außerhalb der Mauern.“ Die fünf Bohrmaschinen waren in einem Halbkreis angeordnet, der die Peripherie der Trümmerstätte in einem Abstand von etwa fünfundzwanzig Metern umschloß. An jedem Bohrer stand eine Mannschaft von sechs Männern, die die Maschinen bedienten und das Geröll forträumten. Die in den massiven Fels gebohrten Stollen hatten bereits eine ansehnliche Tiefe erreicht.
„Warum diese Anordnung?“ fragte Sanchez.
„Dafür habe ich zwei gute Gründe. Der eine ist, daß das Innere der Burg in so hohem Maße einsturzgefährdet oder schon eingestürzt ist, daß man nur mit großen Schwierigkeiten zu den Fundamenten vordringen könnte.“
Sanchez sah das ein. „Nun, das mag tatsächlich schwierig sein, aber wäre es nicht doch leichter, den Schutt und die Gesteinsbrocken hinauszuräumen, als Stollen in den massiven Fels zu bohren?“
„Sehr richtig. Und da kommt der zweite Grund ins Spiel. Die Männer, verstehen Sie. Sie gehen nicht ins Innere der Burg. Wenn sie es vor den unglücklichen Mordfällen vielleicht getan hätten, jetzt würde ich sie unter keinen Umständen dazu bewegen können. Aber solche Probleme können mich nicht aufhalten. Meine Strategie, die Sie an der Position der Bohrer erkennen können, ist ganz einfach. Wenn es Fluchtgänge gab, dann müssen sie notwendigerweise zum Fluß geführt haben.“
„Notwendigerweise?“ fragte Sanchez. „Warum nicht in die Berge?“
„Weil es in den Bergen nichts gibt, Mr. Sanchez. Dieses Gebirge ist noch heute verhältnismäßig unwegsam. Stellen Sie sich vor, wie es im Mittelalter gewesen sein muß. Für einen Flüchtling zu Fuß wäre es nahezu unmöglich gewesen, das mit Urwäldern bedeckte Gebirge zu überqueren. Darum ging ich davon aus, daß mögliche Fluchtrouten nach Osten zum Fluß geführt haben mußten.“
Sanchez blickte den Hang hinunter zu einer Ansammlung von Felstrümmern und Blöcken. Einer dieser Blöcke interessierte ihn besonders - und würde auch Conescu brennend interessieren, wenn er gewußt hätte, was für eine Bewandnis es damit hatte. Sanchez' Blick ruhte nur einen Moment auf der Stelle, dann drehte er den Kopf.
„Ich denke“, sagte er zögernd, „daß es einfacher wäre, am anderen Ende nach den Fluchtgängen zu suchen. Irgendwo müßten die Ausgänge zu finden sein, auch heute noch.“ Conescu wandte sich zu Thorka. „Sie haben recht“, sagte er auf Rumänisch. „Ihr junger Freund wird wahrscheinlich kein sehr guter Archäologe.“
„Wie bitte?“ fragte Sanchez.
„Ich sagte nur zu dem Professor, daß wir daran auch gedacht haben. Aber Sie müssen bedenken, daß der Berg sich nach unten verbreitert und in der Nähe des Flusses eine mehrere Kilometer lange Hanglinie hat. Wahrscheinlich müßten wir jahrelang graben und suchen, bis wir einen der verschütteten Ausgänge finden. Hier oben dagegen haben wir es mit hartem Fels zu tun, aber wir haben den Vorteil zu wissen, daß wir früher oder später einen der Fluchtgänge anschneiden, wenn wir nur beharrlich genug an der Arbeit bleiben.“
Sanchez nickte. „Beharrlichkeit ist richtig. Ich hoffe, daß es sich lohnt.“
Er warf Conescu einen langen, forschenden Blick zu, den dieser ruhig erwiderte. „Was könnte ein lohnenderes Ziel sein, als die Wiederherstellung der Familienehre, Mr. Sanchez? Das ist der Grund, warum ich hier ausgrabe.“
Thorka räusperte sich. „Die alten Werte, Mr. Sanchez. Wir sind ein sozialistisches Land, aber wir ehren unsere nationale Tradition und unsere Vorfahren.“ Er lächelte Conescu wohlwollend zu. Conescu lächelte breit zurück. Wie es schien, hatte er sich diesen alten Knaben zum Freund gemacht. „Ah! Da kommt meine Nichte. Mr. Sanchez, sie spricht ein ausgezeichnetes Englisch, und ich glaube, sie hat mehr freie Zeit als ich. Es wird ihr Freude machen, Sie herumzuführen. Dava!“
Sanchez hatte die Frau gesehen, die langsam den Berg heraufkam. Als sie nun das Winken ihres Pseudoonkels erwiderte, entschuldigte sich Thorka. „Mr. Sanchez, Herr Conescu, ich muß Sie jetzt leider verlassen. Der Professor und ich haben uns verabredet, und ich bin sicher, daß Sie sich gut vertragen.“
Er und Conescu schüttelten einander herzlich die Hände, dann machte er sich an den Abstieg. Sanchez sah schweigend zu, wie der alte Mann langsam den steinigen Weg hinunterging, den die Arbeiter angelegt hatten. Als Thorka die Frau passierte, sah es einen Moment aus, als wolle er stehenbleiben und mit ihr sprechen, doch dann ging er weiter. Als er kurz darauf wirklich halt machte, tat er es nicht, um der Frau nachzusehen, sondern blickte hinüber zu dem mit dürrem Gesträuch überwucherten Felsen, wo sich etwas im Schnee bewegte. Etwas Schwarzes. Eine große schwarze Katze.
Sanchez lächelte. Als die Frau herankam, bezog sie sein Lächeln offenbar auf sich. Sie erwiderte es beziehungsvoll, als Conescu sie einander vorstellte und seiner Nichte sagte, was er von ihr erwarte. Dann ging er, die Arbeiten zu beaufsichtigen.
„Ich freue mich, Sie kennenzulernen, Mr. Sanchez. Natürlich werde ich Sie gern überall herumführen, aber ich fürchte, Sie werden sich langweilen. Sehen Sie sich um. Seit Wochen ist es Tag für Tag das gleiche. Manchmal möchte ich auf und davon. Vielleicht hilft mir dieses Gespräch, daß ich mich wieder als intelligenter Mensch fühlen kann.“
Sie sprach gut. Und trotz der scharfen Linien, die ihr Gesicht durchzogen - Sanchez schätzte sie auf vierzig bis fünfundvierzig Jahre -, war sie eine hübsche und stattliche Frau. In diesem Punkt hatte Thorka nicht übertrieben. Ihre weiße Haut war von der Kälte gerötet, und ihr Gesicht zeigte die feingeschnittenen Züge einer Aristokratin. Obwohl sie einen dicken, schweren Mantel trug, verriet ihre Haltung, daß sie...
... daß sie eine gute Schauspielerin ist, ging es Sanchez durch den Kopf. Er wandte sich zu der schwarzen Katze um, die hinter ihnen lief. „Eine Freundin von Ihnen?“
Dava lächelte. „Darüber ist noch nicht entschieden. Sie schloß sich mir heute morgen an. Ich habe eine gute Hand mit Tieren, vielleicht weil ich selbst zu einem Teil Tier bin.“
„Sind wir das nicht alle?“ fragte Sanchez.
Sie musterte ihn von unten bis oben. „Ich wußte, daß Sie meine Langeweile erleichtern würden. Ich wußte es einfach.“
Carmelo Sanchez lächelte zurück. Er konnte sich denken, daß sie nicht nur von intellektueller Langeweile sprach. Als sie langsam von einem Arbeitstrupp zum nächsten schlenderten, fiel Sanchez auf, daß ein junger Mann, ein großer rötlichblonder Bursche, ihn unausgesetzt beobachtete. Und wenn seine Menschenkenntnis ihn nicht trog, beobachtete der andere ihn mit Gefühlen, die nicht weit von Haß entfernt waren.
War dieser Kerl einer von denen, mit denen er sich gestern abend geschlagen hatte? Nein, er konnte sich nicht entsinnen, diesen auffallend hellen Typ gesehen zu haben. Vielleicht ein Verwandter eines seiner Kontrahenten? Möglicherweise.
- Wenn es Sie interessiert...
Die Katze war immer noch hinter ihnen.
- Ich bin interessiert.
- Es ist die Art und Weise, wie die Frau Sie an strahlt. Auch er interessiert sich für sie.
- Ah, und sie sich für ihn?
- Mr. Sanchez. Ich bin keine Auskunftsstelle für Liebeshungrige. Wenn Sie...
Aber der Gedanke wurde nicht vollendet. Er brach ab, als von der Mannschaft vor ihnen Rufe kamen. Dava übersetzte aufgeregt: „Sie sind durch - sie sind auf Luft gestoßen! Wir sind durch!“