II

Eburovic erwachte vom Licht des Mondes. Ein blendend heller Silberstrahl drang durch den Spalt zwischen dem ledernen Türvorhang und dem senkrechten Eichenpfosten in das strohgedeckte Rundhaus und streifte seine Augen, um seinen Traum zu unterbrechen. Eburovic blieb reglos liegen und horchte angespannt. Die Nacht war still. Er hatte von Gefahr geträumt und war noch leicht benommen vom Widerhall des Traumes, so dass er einen Moment brauchte, um richtig wach zu werden und wieder klar denken zu können. Die gedämpften Atemzüge der anderen Schlafenden bildeten eine Geräuschdecke, scheinbar schichtweise über dem Rauch des schwelenden Feuers angeordnet, um sein Ohr zu betäuben. Er drehte den Kopf und hörte das Winseln eines Hundes und das leise Kratzen und Trippeln von Nagetieren. Irgendwo draußen ertönte der Ruf einer Eule und wurde gleich darauf beantwortet. Eburovic lauschte und wartete; dies waren die gewohnten Geräusche, die nachts seinen Schlaf begleiteten, und keines davon hatte ihn geweckt. Er lag ganz still da und hielt den Atem an, während er sich angestrengt bemühte, die Geräusche jenseits des Rauchs auszumachen. Nach einer Weile ertönte es abermals, das leise Klirren von Eisen gegen Eisen - ein Geräusch, das von einem unvorsichtigen Mann stammen könnte, der zuließ, dass sein Schwert gegen seinen Schild schlug oder dass seine Rüstung knirschte, während er über einen Schutzwall kletterte, um diejenigen zu überfallen, die ahnungslos im Inneren schliefen. Aber Eburovic schlief nicht. Schon seit sechs Monaten hatte er nicht mehr richtig geschlafen, weil er Nacht für Nacht auf einen Augenblick wie diesen gewartet hatte. Jetzt fühlte er fast so etwas wie Freude in sich aufwallen, als er mit einer raschen Bewegung nach dem Schwert griff, das er seit dem Angriff der Coritani Tag und Nacht in greifbarer Nähe aufbewahrte. Seine Finger schlossen sich um das Heft und schmiegten sich an das kühle Metall, als ob sie einzig für diese Aufgabe erschaffen wären. Langsam zog er die Klinge aus der Scheide. Poliertes Eisen glitt an eingeöltem Ochsenleder entlang und machte dabei nicht mehr Lärm als die Schlafenden. Und dennoch hörte ihn jemand.
»Deine Tochter ist schon früh an der Arbeit.«
Eburovic hielt mitten in der Bewegung inne. Seine Freude verblasste wieder. Das Flüstern kam von seiner Linken, von der Stelle, wo die Frauen schliefen. Es klang trocken, wie das Streifen des Windes über Stein. Er spähte angestrengt in die Finsternis. Die Glut des Feuers vom vergangenen Abend spendete nur wenig Licht, aber er sah, wie sich eine gekrümmte Gestalt in der Dunkelheit bewegte, und er sah das Schimmern milchig-trüber Augen, so dass er wusste, wer da gesprochen hatte. Die ältere Großmutter war voller Launen und hart mit ihren Worten, aber er hatte noch nie erlebt, dass sie grundlos oder unvernünftig sprach. Und sie hatte ihn noch niemals belogen. Er setzte sich auf die Kante seines Bettes und legte die blanke Schwertklinge quer über seine Knie.
»Was für eine Arbeit ist denn das, Großmutter?« Er sprach in halblautem Ton, damit seine Stimme zwar die Atemgeräusche der Schlafenden übertönte und an das Ohr der alten Frau drang, die anderen aber nicht weckte.
»Woher soll ich das denn wissen? Das musst du sie schon selbst fragen.«
Ihr Ton war ätzend, doch er hatte schon vor langer Zeit gelernt, die Bissigkeit, die fast immer in ihrer Stimme mitschwang, zu ignorieren und das herauszuhören, was die wahre Bedeutung ihrer Worte ausmachte. So auch jetzt. »Was ist das für eine Arbeit, die ganz allein und bei Dunkelheit getan werden muss?«
»Sie befreit sich von ihrem Traum. Und du solltest das Gleiche tun«, erwiderte die alte Frau. »Es bringt weder einem Mann noch einem Kind etwas ein, zu oft von Gewalt zu träumen.«
Eburovic sagte nichts darauf. Er hatte seit dem Herbst jede Nacht den gleichen Traum gehabt. In diesem Traum schlief er mit seinem Schwert in der Hand; es hing nicht wie sonst an der Wand, und er bewahrte es auch nicht getrennt von den Frauen auf, obwohl Graine in den ersten Geburtswehen lag. Er hörte die feindlichen Krieger nahen, noch bevor sie mit ihrer Metzelei beginnen konnten, und er war rechtzeitig da und stellte sich ihnen in den Weg, während er messerscharfes und tödliches Eisen schwang, um ihnen Einhalt zu gebieten. In seinem Traum starb niemand außer den Coritani. Die ersten drei der feindlichen Krieger fielen seinem Schmiedehammer sowie seinem Schwert zum Opfer, lange bevor sie über die Frauen herfallen konnten. Der Letzte starb - genau wie in der Realität - durch den Speer seiner Tochter. Am Ende seines Traumes stand Eburovic jedes Mal in einer Tür und blickte Breaca über den Körper des gefallenen Kriegers hinweg an, innerlich noch immer von der wilden Ekstase des Kampfes aufgewühlt, während sich sein Herz beim Anblick seiner Tochter mit Stolz füllte. Das Licht der aufgehenden Morgensonne fiel einem Feuerstrahl gleich über seine Schulter und steckte Breacas Haar, ihr Lächeln, ihre schimmernde Speerspitze in Brand. Sie hob ihren Speer zur Begrüßung, und er glaubte, sein Herz würde vor Freude bersten. Dann sah er jedes Mal ihre Augen. In Wirklichkeit waren sie von einem glänzend polierten Grün, durchzogen von dünnen kupferroten Fäden, die sich von der Mitte her ausbreiteten, einer Farbe ganz eigener Art. Doch in seinem Traum blickte er in das tiefe Blau der Augen ihrer Mutter, und das Lächeln, das sie aufleuchten ließ, war dasjenige, das sich schon lange, bevor er Vater geworden war, unauslöschlich in sein Herz eingebrannt hatte. Es war dieses Lächeln, das ihn schlagartig wieder an seinen Verlust erinnerte und den lähmenden Schmerz zurückbrachte. Weinend beobachtete er, wie seine Tochter den Mund zum Sprechen öffnete, und er wusste, dass sie mit der Stimme ihrer Mutter sprechen würde. Er bemühte sich verzweifelt, sie zu hören, aber ihre Worte gingen in der Woge von Kummer und Gram unter, die über ihm zusammenschlug, und bevor sie ihn erreichen konnten, erwachte er jedes Mal. Jetzt saß er in der Dunkelheit und fühlte den Schmerz, so wie er ihn jeden Morgen gefühlt hatte, diesmal jedoch noch quälender gemacht durch die Erkenntnis, dass auch Breaca von den Toten geträumt hatte und er es nicht gewusst hatte.
»Es ist nicht gut für ein Kind, so zu träumen«, sagte er.
»Sie weiß das. Sie arbeitet, weil es sie danach drängt, weil sie das Gefühl hat, dass es ihr hilft, ihren Schmerz zu überwinden. Du hast kein Recht, sie daran zu hindern.«
»Nein.« Er schob sein Schwert wieder in die Scheide zurück und stand auf. Seine Tunika lag gefaltet auf seinen Schlaffellen, so, wie Graine sie immer zurechtgelegt hatte. Er zog sie sich über den Kopf.
»Du willst zu ihr gehen?« Die Stimme der alten Frau plagte ihn wie ein schmerzender Zahn, und die Verachtung, die darin mitschwang, richtete sich voll und ganz gegen ihn. »Würde sie nachts im Dunkeln arbeiten, wenn sie dich dabei haben wollte?«
»Ich bin frühzeitig aus meinem Traum aufgewacht«, erwiderte er und erkannte, dass es das erste Mal gewesen war, dass er den Traum nicht zu Ende geträumt hatte. »Vielleicht muss ich sehen, was sie gerade macht.«
»Sie bringt sich Geduld bei.« Die Großmutter tat es als Kleinigkeit ab. Doch sie beide wussten, dass es das nicht war. »Es ist nie zu früh, sich in Geduld zu üben.«
»Dann werde ich nur kurz nach ihr sehen. Ich werde ihr nur dann meine Hilfe anbieten, wenn sie mich darum bittet. Ich werde nichts tun, um sie von ihrer Arbeit abzuhalten.« Eburovic ging an dem Feuer vorbei zur Tür. Eine ältere Hündin wollte ihm folgen. Er versetzte ihr einen leichten Stups gegen die Schnauze und drehte sie wieder in die andere Richtung herum. Sie tappte zu seinem Schlafplatz davon und grub sich ein Bett zwischen den Schlaffellen. Er wartete, bis sie sich hingelegt hatte, und schlüpfte dann hinaus.
 
Die Schmiede stand ein Stück von dem Rundhaus entfernt auf der anderen Seite des Lagers, mit dem Vordereingang nach Süden, um zu verhindern, dass Funken von dem Schmiedefeuer bei trockenem Wetter das Strohdach des Rundhauses in Brand steckten und verheerenden Schaden anrichteten. Das Gebäude, das die Schmiedewerkstatt beherbergte, war aus Holz erbaut und das Dach mit Latten aus Haselholz gedeckt, die Eburovic regelmäßig mit Wasser einsprengte, damit sie nicht Feuer fingen. Der Fußboden bestand aus Erde, angefeuchtet und festgestampft und durch das Feuer glasiert, bis er vollkommen eben war und undurchlässig glatt, außer im Eingang, wo die Hennen eine Staubkuhle gescharrt hatten, in der sie gelegentlich lagen, um sich in der Wärme des Feuers zu aalen.
In der Nacht waren jedoch keine Hennen da. Sie hatten sich bei Einbruch der Abenddämmerung erhoben, um sich im letzten Rest von Tageslicht einen Platz auf der sicheren Stange unter den Dachsparren des Kornspeichers zu erkämpfen, und Eburovic hatte hinter ihnen die Tür verschlossen, indem er eine Reihe von Steinen auf den Saum des ledernen Türvorhangs gelegt hatte, so dass der Schmelzofen keine Zugluft abbekam und seine Hitze bis zum anderen Morgen bewahren konnte. Als er jetzt im silbrigen Licht des Mondes auf die Schmiede zuging, sah Eburovic den Dunst kerzengerade aus dem Rauchabzugsloch aufsteigen und wusste, dass das Feuer nicht schlief. An der Tür stellte er fest, dass die Steine beiseite gelegt und sehr viel ordentlicher der Größe nach angeordnet worden waren, als er es zu tun pflegte, und dass der Saum des Türvorhangs nach innen umgebogen war, beschwert mit einem einzelnen Kupfergewicht, das ihn von innen auf dem Boden festhielt. Er stand einen Moment lang da, sein Ohr an das Leder gedrückt, aber er hörte nichts; falls Breaca zuvor seinen Schmiedehammer benutzt hatte, so tat sie es in diesem Augenblick zumindest nicht. Er ließ eine Hand um den Rand des Ledervorhangs gleiten, schob sein Gesicht an den Spalt, um in den Raum zu spähen, und machte sich dabei auf einen Schwall von Hitze gefasst, der jedoch ausblieb. Er war hocherfreut darüber. Es war schließlich seine Tochter, die in seiner Schmiede arbeitete, und er hatte ihr eine Menge beigebracht; sie wusste, wie man ein Feuer machte und es richtig schürte, so dass es heiß brannte, die Flammen aber nicht zu hoch aufloderten, und wie man die Ränder eindämmte, damit die Hitze sich in sich selbst zurückzog und nicht nach außen abgegeben wurde, um die Nachtluft zu erwärmen. Und dennoch war es hell im Raum. Als sich seine Augen an das Licht der Flammen gewöhnt hatten, sah er, dass Breaca ein spezielles Feuer zum Gießen von Metall angezündet hatte; die eingedämmten Ränder waren höher, als er sie zum Schmieden machte, und die Knochenkohle in der Mitte glühte weiß und bröckelte in Form von weißer Asche und kleinen Rauchwölkchen ab. Im Herzen des Feuers stand eine Gussform, keine von seinen. Breaca hockte davor, mit dem Rücken zu ihm. Das Licht, das von den Flammen ausstrahlte, schimmerte auf ihrem Haar und ließ es wie geschmolzenes Kupfer aussehen, das in einer Woge über ihre Schultern herabfloss. Als sie aufstand und nach dem Blasebalg griff, sah Eburovic, dass sie ihre alte Tunika trug, diejenige mit den schon uralten Brandflecken auf der Vorderseite, und darüber die Schürze aus gekochtem Ochsenleder, die er im vergangenen Sommer für sie gemacht hatte. Die Schürze war ihr inzwischen zu klein geworden, wie ihm jetzt auffiel. In den sechs Monaten des Winters war seine Tochter vor seinen Augen, aber ohne dass er etwas davon wahrgenommen hätte, zur Frau herangewachsen. Er fragte sich, wie nahe ihre erste Monatsblutung bevorstand, und wusste plötzlich, dass das der Grund war, weshalb Breaca hier war. Sie konnte noch nicht eingesetzt haben, sonst wäre Breaca jetzt in der Obhut der Großmütter gewesen, aber sie würde ganz sicherlich bald anfangen.
Der Blasebalg seufzte, als sie zu pumpen begann. Das Feuer knisterte und prasselte, und die Gussform in seiner Mitte glühte weiß. Eburovic beobachtete, wie seine Tocher seine längste Zange ergriff, diejenige, die er selbst angefertigt hatte, um auch mit dem heißesten Eisen arbeiten zu können. Vorsichtig schob sie die Zange in das Feuer hinein, vorbei an der Gussform zu einem Tiegel mit geschmolzenem Metall. Er hatte sie das noch nie zuvor tun sehen. Er hielt den Atem an, während er auf die Oberfläche der flüssigen Bronze blickte und stumm betete, dass er Breaca richtig unterwiesen hatte - dass sie wusste, wie wichtig es war, ihre Hände dabei ganz ruhig zu halten. Doch selbst wenn sie es wusste, war er sich nicht sicher, ob sie es auch konnte. Ihre linke Hand war noch immer schwächer als die rechte. Die Schwertverletzung, die sie beim Tod ihrer Mutter davongetragen hatte, war den Winter über nur schlecht verheilt. Die ältere Großmutter hatte in den dunklen Nächten in der Mitte des Winters einige Zeit darauf verwandt, indem sie die Wunde wieder geöffnet und mit einer frisch geschmiedeten Silbernadel darin herumgestochert hatte, bis sie einen losen Knochensplitter im Fleisch fand. Seine Tochter hatte währenddessen auf der Bank gesessen, die sie für sie aufgestellt hatten, ihr Gesicht kreidebleich und ihre Lippen fest zusammengepresst, so dass kein Laut herausdringen konnte. Ihre grünen Augen hatten seinen Blick festgehalten, so ruhig und reglos wie gefrorenes Wasser, und er war stolz auf seine Tochter gewesen, dass ihre Augen trocken blieben, als die Nadel in die Wunde geglitten war. Ihre freie Hand hatte seinen Arm gepackt, während die Großmutter ihre Untersuchung fortsetzte, und er hatte erst später bemerkt, wie hart Breacas Griff gewesen war. Es hatte fünf Tage gedauert, bis die blauen Flecken auf seinem Arm verblasst waren.
Danach war die Wunde allmählich sauber zusammengewachsen, der Heilungsprozess unterstützt durch Breiumschläge und sorgfältige Pflege; aber durch die Mitte ihrer Handfläche zog sich eine Narbe, die ein Leben lang bleiben würde, und zwischen dem Daumen und den übrigen Fingern klaffte eine Lücke, die breiter als normal war. Und mehr noch, die Hand war nicht mehr so funktionstüchtig wie früher, und Breaca war nicht der Typ, der Unfähigkeit gelassen hinnahm. Sie hatte sich täglich darüber geärgert, wenn sie sich von der Großmutter helfen lassen musste, und verzweifelt versucht, mit einer Hand die Dinge zu bewerkstelligen, die sie selbst mit zwei Händen nie so recht zu Stande gebracht hatte.
Als der Verband abgenommen worden war, hatte sie ernsthaft zu üben begonnen. Es hatte Eburovic in der Seele weh getan, als er beobachtet hatte, wie sie durch die Felder ging oder um den Schutzwall herum und dabei immer wieder ihre Finger um ein Knäuel aus altem Leder krümmte, während sie verbissen den Schmerz zurückdrängte, bis alle Farbe aus ihrem Gesicht wich und ihre Augen in Tränen schwammen. Als er sie einmal gebeten hatte, damit aufzuhören, hatte sie ihn wütend angefahren und ihren Tränen freien Lauf gelassen und geschrien, wenn die Götter wollten, dass sie eine Kriegerin war, dann sei es ihre verdammte Pflicht und Schuldigkeit, dafür zu sorgen, dass sie ihren eigenen Schild halten konnte. Zu der Zeit war er erschüttert darüber gewesen, sie so wütend zu erleben. Als er jetzt an jenen Tag zurückdachte, erkannte er, dass es das einzige Mal gewesen war, dass er sie hatte weinen sehen.
Jetzt beobachtete er, wie Breaca zuerst die Gussform und dann den Schmelztiegel zum Rand des Feuers hob. Selbst von der Tür aus konnte er das Zittern in ihren Bewegungen erkennen. Mit Erleichterung sah er, wie sie die Zange wieder niederlegte und ihre Finger ein paarmal streckte und beugte. Sie versuchte es erneut, doch diesmal zitterte ihre Hand noch stärker. Er konnte förmlich fühlen, wie sich ihre Muskeln verkrampften und ihre Anspannung wuchs. Sie schüttelte verärgert den Kopf. Er hörte das Zischen ihres Atems über das Prasseln des Feuers hinweg und den gemurmelten Fluch, der darauf folgte. Und er sah in Gedanken bereits vor sich, wie sie die Gussform im kritischen Moment des Gießens umstieß, wie glühend heißes, geschmolzenes Metall über ihre Beine strömte und die Stellen suchte, die die Schürze nicht mehr bedeckte, um Brandwunden zu hinterlassen, die selbst die ältere Großmutter nicht mehr würde heilen können. Hastig schob er seinen Arm durch den Türvorhang und griff hinunter, um das Gewicht zu entfernen, das ihn auf dem Boden hielt, fest entschlossen, hineinzugehen, um seiner Tochter zu helfen. Als seine Hand die Kupferscheibe ergriff, fiel ihm plötzlich wieder die Unterhaltung ein, die er vorhin mit der Großmutter geführt hatte. Würde sie nachts im Dunkeln arbeiten, wenn sie dich dabei haben wollte? Und seine eigene Antwort: Dann werde ich nur kurz nach ihr sehen. Ich werde ihr nur dann meine Hilfe anbieten, wenn sie mich darum bittet. Ich werde nichts tun, um sie von ihrer Arbeit abzuhalten.
Ich werde nichts tun, um sie von ihrer Arbeit abzuhalten. Er hatte es nicht als Schwur gemeint, aber es war trotzdem nicht ratsam, sich leichtfertig über das hinwegzusetzen, was er der älteren Großmutter in der Dunkelheit der Nacht versprochen hatte. Die Götter blickten nicht mit Wohlwollen auf einen Mann herab, der sein Wort brach, und kein Schmied konnte es sich leisten, deswegen ihren Unwillen zu erregen oder womöglich sogar ihren Zorn herauszufordern, und noch weniger einer, der erst so kürzlich einen solch schweren Verlust erlitten hatte.
Er zog seinen Arm wieder zurück, biss sich auf den Daumenknöchel und ließ den Türvorhang los, um ihn nur einen so schmalen Spalt offen zu lassen, dass er hindurchspähen konnte. Er beobachtete, wie seine Tochter den Kopf senkte und mehrmals tief durchatmete, um den Atem dann langsam wieder ausströmen zu lassen. Dann legte sie mit großer Sorgfalt beide Hände um die Zange und hob sie waagerecht hoch. Als offensichtlich war, dass die Spitzen der Zange nicht zitterten, schob sie sie vorwärts ins Feuer, ergriff den Schmelztiegel und hob ihn nur gerade hoch genug, um damit den Rand der Gussform zu streifen. Das Gießen selbst geschah zügig. Ein dünner Strom flüssiger Bronze ergoss sich in die Aushöhlung, die Breaca dafür gemacht hatte. Eburovic hörte das Zischen und Seufzen der Luft aus den seitlichen Abzugsschlitzen, und der Teil von ihm, der für sein Handwerk lebte, zollte ihr stumm Lob dafür, dass sie sie an der richtigen Stelle angebracht hatte. Der Teil seines Ichs, der Vater war, hielt den Atem an, bis der Schmelztiegel leer war. Dann klopfte Breaca dreimal mit dem Hammer gegen die Gussform, um die Luftblasen entweichen zu lassen, und die Gefahr war vorüber. Sie hatte ihre Sache geschickt und gut gemacht. Eburovic stieß erleichtert den angehaltenen Atem aus und entspannte sich wieder.
Die Gussform kühlte nur langsam ab. Die Zeitspanne des Wartens zwischen dem Gießen des Metalls und dem Aufbrechen der Gussform war immer der schwierigste Teil für Breaca gewesen. Von seinen drei Kindern war sie diejenige, die am impulsivsten handelte. Als Kind hatte sie zweimal zu früh nach der Gussform gegriffen, und er hatte sie danach zu der älteren Großmutter bringen müssen, die ihre verbrannte Haut mit Ampferblättern und Fenchelwurz verbunden hatte, um zu verhindern, dass die Wunde zu eitern begann. Jetzt richtete Breaca sich langsam aus der Hocke auf, um die verkrampften Muskeln in ihren Oberschenkeln zu entspannen, und machte sich daran, ihr Werkzeug wegzuräumen. Voller Staunen beobachtete Eburovic, mit welcher Sorgfalt sie die Zange wieder an ihren Haken an der Wand hängte und den Hammer in das Regal neben die Feilen zurücklegte. Seine Tochter, sein ungestümes, impulsives, ungeduldiges Feuer-Kind, war nie der Typ gewesen, der sonderlich viel von Ordnung hielt. Seit sie alt genug gewesen war, um in die Schmiede zu kommen und ihm bei der Arbeit zuzuschauen und zu »helfen«, hatte er sie immer wieder ruhig darauf hingewiesen, dass bestimmte Dinge nun einmal ihren bestimmten Platz hatten, und dass es gut wäre, sie am Ende eines Arbeitstages wieder dorthin zurückzulegen, wo sie hingehörten. Breaca hatte ihn dann immer mit ihren großen grünen Augen angesehen, gegrinst und »später« gesagt und war hinausgerannt, um auf den Koppeln zu spielen, ihre Mutter zu suchen oder sich den zahlreichen anderen Dingen zuzuwenden, die ihre dringende Aufmerksamkeit erforderten, und hatte es einfach ihrem Vater überlassen, die Arbeitsgeräte wieder wegzuräumen und Ordnung zu schaffen. Er hatte sich beim Aufräumen immer eingeredet, dass sie sich eines Tages vielleicht doch noch daran erinnern würde, wie wichtig es war, einen Hammer wieder an seinen Platz zurückzulegen, wenn er ihr nur lange genug zusetzte. Er hätte nie gedacht, dass er noch einmal erleben würde, wie sie es von sich aus tat.
Das Gussstück war fast fertig. Breaca stand darüber gebeugt, die Stirn in Falten gelegt, während sie aufmerksam die Oberfläche des Metalls betrachtete und darauf wartete, dass der Schaum auf der Oberfläche hart wurde. Das Feuer, jetzt ohne Nahrung, brannte allmählich herunter, während es röteres Licht und weichere Schatten in die Ecken und Winkel der Schmiede warf und die Herbsttöne ihres Haares und ihrer Augenbrauen zum Vorschein brachte und aus dem Rest ihres Körpers eine Silhouette machte. Im Profil war Breaca das Ebenbild ihrer Mutter. Die hohe, flache Stirn ging direkt in den üppigen Haarschopf über. Die Nase war gerade und fest und bildete ein harmonisches Gleichgewicht zu der kräftigen Linie ihres Kinns und den breiten, ausgeprägten Wangenknochen. Ihre Haut war jedoch dunkler, als Graines gewesen war. Sie hatte diesen bräunlichen Teint von ihrem Vater geerbt, und genau wie seine Haut, so neigte auch ihre dazu, sich in der Sonne ein klein wenig dunkler zu verfärben, nicht zu dem dunklen Rindenbraun von Macha und Bán, aber auch nicht zu dem sonnenscheuen Rot ihrer Mutter. Mit zunehmendem Alter, das wusste Eburovic, würde sie dankbar dafür sein. Sie hatte auch den hohen Wuchs von ihm geerbt. Er konnte schon jetzt erkennen, dass sie in dieser Beziehung mehr von ihm hatte als eines seiner anderen Kinder und dass sie, wenn sie erwachsen war, genauso groß wie Bán sein würde, wohingegen Silla immer ein bisschen kleiner bleiben würde. Als sie sich aufrichtete und nach seinem kleinsten Hammer griff, konnte er an der Geschmeidigkeit ihrer Bewegungen erkennen, dass sie sich zu einem ebenso anmutigen Geschöpf entwickelte, wie ihre Mutter es gewesen war. Dann beobachtete er, wie sie tief Luft holte, bevor sie mit dem Hammer gegen die Gussform schlug, und das Lächeln, das dabei um ihre Lippen spielte, brach ihm schier das Herz. Der Hammer fiel herab, und die Gussform zersprang, um das glänzende Metall freizugeben. Seine Tochter hob den Kopf und blickte ihm direkt in die Augen, noch immer auf die gleiche Art und Weise lächelnd, wie sie es in seinem Traum getan hatte. »Du kannst jetzt reinkommen«, sagte sie. »Es ist fertig.«
Eburovic zögerte. Er hatte sich niemals zuvor unsicher gefühlt, wenn er seine eigene Schmiede betrat. Doch jetzt benahm er sich plötzlich regelrecht linkisch. »Woher hast du gewusst, dass ich an der Tür war?«
»Das Feuer hat es mir verraten.« Ihr Lächeln wurde noch ein klein wenig breiter. Sie war erfüllt vom Anbruch des Tages und von dem Werk, das sie vollbracht hatte. Sie strahlte förmlich vor Freude und Zufriedenheit, so als ob sie im vollen Sonnenlicht stünde. Sie sagte: »Die Flammen haben sich im Luftzug bewegt, als du den Türvorhang beiseite geschoben hast. Irgendjemand musste es sein. Als du gewartet hast, wusste ich, dass du es warst. Niemand sonst hat die Geduld dafür.«
»Und du bist dabei, Geduld zu erlernen«, erwiderte er. »Du hast dir diesmal nicht die Finger verbrannt.«
»Noch nicht.« Sie blickte abermals stirnrunzelnd auf das Gussstück auf der Werkbank. »Aber es ist schwierig, und ich muss immer überlegen. Du kannst das alles, ohne nachzudenken.« Sie hob den Kopf. »Möchtest du nicht sehen, was ich gemacht habe?«
»Was?« Er hatte geglaubt, es wäre ein Geheimnis. Er war gar nicht auf den Gedanken gekommen, dass sie ihm erlauben würde, es sich anzusehen. »Doch. Natürlich.«
Das Gussstück lag auf seiner Werkbank, deren versengtes Holz bereits durch hundert andere frisch gegossene Stücke schwarz verfärbt war. Eburovic wartete schweigend, während Breaca eine seiner kleinen Zangen zur Hand nahm und das heiße Gussstück in das Abschreckbad tauchte. Das Zischen des Dampfes war eines der typischen Geräusche, die untrennbar mit seinem Leben verbunden waren. Er schloss die Augen und ließ sich von dem Geräusch beruhigen. Als er die Augen wieder öffnete, hatte Breaca ihr Arbeitsstück zur Begutachtung auf die Werkbank gelegt und stand schweigend neben dem Schmiedeblock, während sie auf seine Meinung wartete. Mit einigem Widerstreben riss er seinen Blick von ihrem Gesicht los und heftete ihn auf die Werkbank und auf den Gegenstand, den sie gefertigt hatte.
Wie die besten Stücke, so wirkte auch dieses täuschend einfach. Auf den ersten Blick war es eine kleine Speerspitze, nicht länger als sein Mittelfinger, mit einer langen, blattförmigen Klinge und einer Spitze, so scharf wie jede, die aus einer Gussform stammte. Es war ein Ding von grimmiger Schönheit, und Breaca hatte die Speerspitze ganz offensichtlich nach dem Vorbild der alten angefertigt, die er in seinem Arbeitsbeutel aufbewahrte und die noch von den Ahnen stammte und durch die Linie ihrer Mutter von Generation zu Generation weitervererbt worden war, bis Graine sie schließlich ihm, Eburovic, überreicht hatte. Er war beeindruckt von der Qualität der Arbeit und davon, wie viel Zeit Breaca sich genommen hatte, um die Proportionen richtig hinzubekommen und das Ganze zu vergrößern, so dass das Endergebnis um ein Drittel größer war als das Original. Gleichzeitig empfand er jedoch eine flüchtige Enttäuschung darüber, dass sie bei ihrem allerersten Abguss etwas so Einfaches und Gewöhnliches wie eine Speerspitze gemacht hatte. Er drehte die Speerspitze herum, um die Rückseite zu inspizieren und Zeit zu gewinnen.
Und da entdeckte er die erste Besonderheit. Es war nicht nur eine Speerspitze; als Breaca sie auf die Werkbank gelegt hatte, hatte sie sie sorgsam so platziert, dass die Rückseite verdeckt war, und deshalb hatte er das Detail auf der anderen Seite nicht gesehen, das aus der Speerspitze zugleich eine Brosche machte - eine Brosche, gegossen im Stil seiner Vorväter, mit einer Vorderseite, die ein fein ziseliertes Muster aufwies, und mit zwei Löchern dahinter, durch die man eine Nadel schieben konnte, um das Ganze an einem Umhang zu befestigen. Es war so geschickt gemacht, dass Eburovic fühlte, wie warmer Stolz in ihm aufwallte. Breaca hatte in den Jahren des Zuschauens besser von ihm gelernt, als er jemals erwartet hatte, und dies hier war genauso gut wie alles, was er als sein erstes Werkstück hätte anfertigen können. Dann, als er das Gussstück wieder herumdrehte, entdeckte er die dritte Besonderheit, und da wusste er, dass seine Tochter ihn sogar noch übertroffen hatte. Wie die besten Kunsthandwerker, so hatte auch sie das Leben in Schlichtheit eingefangen und der Bewegung eine Form gegeben. Was er da vor sich sah, bewirkte, dass sich die feinen Härchen auf seinen Armen aufrichteten. Wenn man es in die eine Richtung hielt, war es noch immer eine Speerspitze, ein Ding, das für einen Krieger gemacht worden war. Hielt man es anders, löste sich das bogenförmige Muster auf der Vorderseite jedoch in etwas völlig anderes auf. Eburovic drehte die Speerspitze auf seiner Handfläche hin und her, um das Licht des Feuers einzufangen. Die Bronze schimmerte in der Hitze, und auf der Oberfläche, deutlich in plastisch hervortretenden Linien erkennbar, starb der Rote Milan der Coritani unter den mörderischen Klauen der kleinen, wilden, gelbäugigen Eule, die am Tage jagt - derjenigen, die Breacas Mutter im Traum erschienen war. Er, Eburovic, hatte den ganzen Winter über seine Rache lediglich im Traum erlebt. Seine Tochter dagegen hatte ihrer Rache eine Form gegeben und sie in Bronze gegossen.
Er stand lange Zeit schweigend da. Die Worte der älteren Großmutter hallten in seinen Ohren wider. Sie befreit sich von ihrem Traum. Und du solltest das Gleiche tun. Dann endlich hob er den Blick. Breaca stand noch genauso da wie zuvor, ihre gesunde Hand noch immer auf dem Schmiedeblock, die andere locker herabhängend. Ihr Lächeln war verblasst, und ihr Gesicht hatte alle Farbe verloren und war jetzt aschgrau vor Erschöpfung. Sie würde ihn nicht fragen, was er von ihrer Arbeit hielt, er wusste, dass ihr Stolz das nicht zulassen würde. Er musste ihr von sich aus geben, was sie brauchte, freimütig und ohne Vorbehalte, aber es fiel ihm schwer, das Gussstück kritisch zu betrachten, so wie er es bei dem Werk eines anderen Schmieds tun würde. Er zwang sich, die Linien mit seinem Blick nachzuziehen, um zu überprüfen, ob die Details der Zeichnung in Größe und Form übereinstimmten und sich zu einem harmonischen Gesamtbild zusammenfügten. Ohne nachzudenken griff er nach seinem Poliersand und glättete einen kleinen Schönheitsfehler auf der Oberfläche. Erst als Breaca eine kaum merkliche Armbewegung machte, kam er wieder zu sich.
Er legte das Gussstück zurück auf die Werkbank. Er schuldete seiner Tochter Aufrichtigkeit, mit weniger würde sie sich nicht zufrieden geben. »Es ist fast perfekt«, sagte er.
»Aber...?«
»Aber du hast das Zeichenwerkzeug nicht benutzt. Die beiden Bögen der Augen sind nicht ganz symmetrisch. Dieser hier...« Er zeichnete mit der Fingerspitze eine Linie auf der Oberfläche nach, »... passt nicht genau zu dem hier drüben.«
Sie hatte es gewusst. Er konnte es in der Neigung ihres Kopfes erkennen und in der einzelnen steilen Falte auf ihrer Stirn. »Ich konnte das Werkzeug nicht nehmen, ohne dass du es gemerkt hättest«, erklärte sie. »Ich habe versucht, mir selbst eines zu machen, aber es hat nicht funktioniert.«
»Aber trotzdem, es ist ein bemerkenswertes Stück. Und sehr schön.« Er griff zum obersten Bord hinauf, um seinen Werkzeugkasten herunterzunehmen. Der Prägestempel, der in der Mitte lag, sorgfältig in Wolle eingewickelt, hatte die Form einer fressenden Bärin, das spezielle Zeichen seiner Familie. Jetzt nahm Eburovic den Stempel aus seiner schützenden Umhüllung und hielt ihn seiner Tochter hin. »Du kannst ihn gerne benutzen, wenn du möchtest«, bot er ihr an. »Deine Brosche ist das Zeichen durchaus wert.«
Es war das schönste Geschenk, das er ihr machen konnte, und sie hatte offensichtlich nicht damit gerechnet. Ihre Augen leuchteten vor Freude, und er sah zu seiner Bestürzung, dass Tränen in den Winkeln schimmerten. »Findest du wirklich, dass sie gut genug ist?«
»Ich würde dir den Stempel nicht anbieten, wenn ich das nicht dächte.«
Er reichte ihr seinen mittelgroßen Hammer. Sie nahm ihm den Prägestempel aus der Hand und platzierte ihn auf die Vorderseite der Brosche, auf eine Stelle blanken Metalls, das keine Musterung aufwies. Der Hammerschlag hallte so laut wie eine Glocke durch den Raum. Mit dem eingeprägten Zeichen wirkte die symbolträchtige Darstellung auf der Brosche insgesamt sehr viel ausgewogener, so dass Eburovic sich fragte, ob die Asymmetrie nicht vielleicht doch beabsichtigt gewesen war. Draußen stieg gerade die Sonne über dem Horizont auf. Ein einzelner Strahl hellen Lichts fiel schräg zur Tür herein und auf die Werkbank. Eburovic schob die Brosche in den Sonnenstrahl hinein, so dass die Eule golden glänzte. Sie betrachteten sie gemeinsam. »Möchtest du sie gleich jetzt tragen?«, fragte er.
»Nein.« Breaca schüttelte den Kopf. Er sah ihre Zähne weiß auf ihrer Unterlippe schimmern. In gewisser Weise war sie immer noch ein Kind. »Sie ist nicht für mich.«
Einen Moment lang glaubte er, sie wollte ihm die Brosche zum Geschenk machen, und in seinem Inneren wallte Freude auf. Dann sah er die beiden roten Flecken, die auf ihren Wangenknochen brannten und einen starken Kontrast zu der Blässe ihrer Haut bildeten, und plötzlich begriff er mit niederschmetternder Klarheit. Er starrte Breaca schweigend an.
Mit sichtlicher Anstrengung erklärte sie: »Es ist ein Geschenk für... für diejenige, die die Eule kannte.«
Sie war stocksteif vor Anspannung, ihre Stimme klang tonlos und gepresst. Ihre verletzte Hand lag flach auf der Kante seiner Werkbank, und sie zitterte am ganzen Körper wie ein Blatt im prasselnden Regen. Ihre Stirn war gerunzelt, und die Furchen wirkten wie mit einem Messer in ihre Haut eingeritzt. Sie holte tief Luft, um erneut zu sprechen, doch er brachte sie zum Schweigen, indem er die Hand nach ihr ausstreckte und ihr langsam und mit großer Behutsamkeit - denn es war offensichtlich, dass sie seelisch kurz vor dem Zusammenbruch stand und doch nicht zusammenbrechen wollte - einen Arm um die Schultern legte und sie mit sich herunterzog, so dass sie gemeinsam in jener schattigen Ecke hinter dem Schmelzofen saßen, wo sie als Kind so viel Zeit verbracht hatte. Er streichelte ihr Haar und sprach auf sie ein, so wie er es bei einem erst kürzlich gezähmten Pferd tun würde, bei dem noch immer die Gefahr bestand, dass es die Flucht ergriff, seine Stimme von einem Rhythmus erfüllt, der beruhigender wirkte als die eigentlichen Worte.
Als die Sonne den Raureif auf dem Gras schmolz und die Hennen sich von ihrer Sitzstange im Getreidespeicher erhoben, entspannte Breaca sich unter seiner Berührung wieder ein wenig, und ihre Atemzüge, obwohl noch immer leicht gepresst, klangen weniger erzwungen. Eburovic drehte sie sanft herum, so dass ihr Rücken gegen seine Brust drückte, und schlang von hinten die Arme um sie.
Seine Wange an ihr Haar geschmiegt, sagte er: »Breaca, es tut mir so Leid. Ich habe den ganzen Winter damit verbracht, meinen Schmerz zu nähren, und ich hatte immer gedacht, du hättest den deinen inzwischen überwunden. Wir können von deiner Mutter sprechen, selbstverständlich können wir das. Wir sollten sogar von ihr sprechen. Wir dürfen nur ihren Namen nicht aussprechen, das ist alles. Ihr Geist ist noch immer dabei, sich einen Weg über den Fluss zu bahnen. Er wird das andere Ufer erst dann erreichen, wenn wir ein Jahr nach ihrem Tod ihre Gebeine verbrennen. Bis dahin hat sie ihren Weg gefunden, und wir sollten in der Zwischenzeit nichts tun, was sie wieder hierher zurückziehen könnte.«
»Es zieht sie bereits wieder zurück.« Breacas Körper war erneut ganz starr vor Anspannung geworden, und ihre Stimme klang erstickt. »Ich habe von ihr geträumt. Ich habe in meinen Träumen ihren Namen gesagt, und da ist sie gekommen. Sie kommt immer wieder zu mir.«
Darauf war Eburovic nicht gefasst gewesen. Ihm war zu Mute, als ob ihm das Blut in den Adern gefröre, und es kostete ihn große Anstrengung, sich seine Bestürzung nicht anmerken zu lassen. Hektisch suchte er nach einer Erwiderung. »Und was sagt sie?«, fragte er schließlich.
»Das, was sie immer gesagt hat: dass nur die Götter die Zukunft kennen und dass es mir nicht zusteht, über sie zu urteilen, und dass ich keinen Zorn auf die Coritani hegen sollte, dass sie nicht unsere wahren Feinde sind. Sie sagte, die Ratsversammlung hätte recht daran getan, als sie entschied, im Winter nicht anzugreifen, und dass ich von meinem Stimmrecht Gebrauch machen sollte, um erneut von einem Angriff abzuraten, wenn wir im Frühjahr wieder zur Beratung zusammenkommen.« Sie entspannte sich ein bisschen und ließ ihren Kopf an seine Schulter sinken. »Ich möchte das nicht tun.«
»Nein. Aber es wäre trotzdem gut, das zu sagen, und sie werden bestimmt auf dich hören. Du bist schließlich ihre Tochter und wirst eines Tages ihre Nachfolge antreten und die Anführerin unseres Stammes sein. Und du bist jetzt schon eine Kriegerin. Sie respektieren dich.«
»Ich weiß.«
Sie sprach mit einem neuen und unerwarteten Ernst. Indem sie ihren Angreifer tötete, hatte seine Tochter eine Kriegerin aus sich gemacht und sich damit einen Sitz in der Ratsversammlung verdient, und zwar etliche Jahre vor ihrer Zeit. Dass jemand so Junges in den Rat aufgenommen wurde, war seit Menschengedenken nicht mehr vorgekommen, aber es war wiederum auch nichts Einzigartiges. In den alten Geschichten von den Helden und ihren Ruhmestaten tauchte hier und dort immer mal wieder ein Kind auf, das bereits einen Feind getötet und in den folgenden Jahren noch größere Taten vollbracht hatte. Die Eceni hatten keinen Sänger mehr, der die Geschichten vortrug - das war Breacas Mutter gewesen -, aber es gab diejenigen, die die Geschichten kannten und sie gut erzählen konnten, und es schien so, als ob jeder Einzelne, der sich in den langen Nächten des Winters erhoben hatte, um etwas vorzutragen, speziell eine Geschichte von jemandem ausgewählt hatte, der schon in sehr jungen Jahren zum Helden geworden war. Eburovic, der zudem auch jene Geschichten kannte, die sie nicht zu erzählen pflegten - Geschichten von denjenigen, die in jungen Jahren getötet hatten, aber auch jung gestorben waren und niemanden hinterlassen hatten, der um sie trauerte -, hatte mit gemischten Gefühlen zugehört und seine eigenen Gedanken gehegt. Erst jetzt, als er zurückblickte, sah er die dunklen Schatten, die sich um seine Tochter zusammengezogen hatten.
»Hat deine Mutter dir gesagt, dass du die Brosche machen sollst?«, fragte er. »Oder die ältere Großmutter?«
»Nein. Es war Airmids Idee. Sie versteht mich.«
Airmid; das große, schweigsame, dunkelhaarige Mädchen war vor kurzem zur Frau geworden und von den Stammesältesten als wahrhaftige Träumerin anerkannt worden. In dem Herbst, bevor Breacas Mutter den Tod gefunden hatte, war Airmid noch keine spezielle Freundin seiner Tochter gewesen. Auch diese Freundschaft war etwas, was sich im Laufe des Winters entwickelt hatte, ohne dass Eburovic etwas davon wahrgenommen hatte. Er griff hinauf, nahm die Brosche von seiner Werkbank und drückte sie Breaca in die Hand. »Wir könnten gleich heute Morgen zu der Plattform gehen. Wenn wir jetzt losreiten, könnten wir wieder zurück sein, bevor der Vormittag zur Hälfte vorüber ist.«
»Ich kann nicht. Es ist schon hell. Ich muss mich um die Großmutter kümmern. Ich bin sowieso schon spät dran.«
Seit zwei Jahren diente seine Tochter der älteren Großmutter als Augen und Glieder, die bei der alten Frau immer mehr den Dienst versagten, und half ihr bei ihren morgendlichen Verrichtungen, um ihr ein wenig das Leben zu erleichtern und etwas von der Last des Alters auf ihre jugendlichen Schultern zu nehmen. Es war eine große Ehre, für eine solche Aufgabe ausgewählt zu werden, aber es bedeutete auch eine große Einschränkung ihrer Freiheit. Eburovic hatte mit Belustigung beobachtet, wie seine Tochter sich eher widerwillig an ihre Pflichten gewöhnte, so wie sich ein nur halbwegs zugerittenes Fohlen an das Geschirr gewöhnte, während es sich immer wieder an den lästigen Fesseln scheuerte und seine Grenzen testete. In letzter Zeit war sie allerdings gewissenhafter geworden.
Jetzt erhob Breaca sich vom Boden. Eburovic spürte, wie ihm etwas Wichtiges entglitt, ähnlich wie ein Fisch im Fluss. Er zog sie wieder in seine Arme zurück und sagte: »Nein. Vor dir hat Airmid der Großmutter gedient. Könnte sie das nicht heute ausnahmsweise einmal wieder tun?«
»Vielleicht.« Sie drehte sich um, um zu ihm aufzublicken. Ihr Gesicht war tränenfeucht, aber ihr Lächeln war ruhig. »Wenn sie weiß, warum.«
»Ist sie unten am Fluss?«
»Noch nicht. Um diese Zeit ist sie im Westhaus.«
»Ach so.« Er fragte sie nicht, woher sie das wusste. Das Westhaus war der Ort, wo die jungen Frauen im gebärfähigen Alter schliefen, die sich noch keinen Mann genommen hatten. Die jungen Männer gleichen Alters schliefen im Süden der Siedlung. Das Rundhaus im Zentrum war den Familien und den Alten vorbehalten. Eburovic spürte, wie eine weitere Tradition in dem Sturm schwankte, der durch den Tod seiner Frau und seines ungeborenen Kindes ausgelöst worden war: Man rechnete nicht damit, dass ein Mann das Westhaus ungebeten betrat. Dieser Morgen, so fand er, war eine Zeit der Ausnahmen. Er stand auf und ließ seine Tochter los. »Ich werde zu Airmid gehen und mit ihr sprechen«, erklärte er. »Du holst das Geschirr und fängst die Pferde ein. Wir treffen uns dann bei den unteren Koppeln.«
 
Sie trafen wieder zusammen, als die Sonnenstrahlen die unteren Zweige des Rotdorns in der Ecke des Feldes berührten. Airmid hatte sich bereit erklärt, sich um die ältere Großmutter zu kümmern, und die alte Frau hatte diese Änderung in ihrer täglichen Routine akzeptiert. Auf dem Weg durch die Siedlung nahm Eburovic noch seinen guten Umhang mit und stellte dabei fest, dass Breaca schon vor ihm da gewesen sein musste, um ebenfalls ihren Umhang zu holen und ihre alte Tunika gegen die neue zu vertauschen, die in dem speziellen Blau der Eceni gewebt war und am Saum ein verschlungenes Muster in einem dunkleren Farbton aufwies. Er hängte sich sein Schwert über den Rücken und griff nach seinem Speer und dem Kampfschild mit dem eisernen Knauf und dem Zeichen der Bärin, das in die Umrandung aus Ochsenleder eingebrannt war. Die zusätzlichen Waffen waren eigentlich nicht notwendig, aber seit der Errichtung der Plattform war er nicht mehr dort gewesen, und er hatte das Bedürfnis, in feierlichem Aufzug dort hinzugehen.
Er schlenderte zu den unteren Koppeln und stellte fest, dass Breaca mitgedacht und den Rotschimmel eingefangen hatte, mit dem er in den Kampf zu reiten pflegte, und dass sie die Zwischenzeit damit verbracht hatte, die Kletten und den getrockneten Schmutz aus seinem Fell zu bürsten. Neben dem Schimmel stand, fertig aufgezäumt und gesattelt, ein eisengraues Stutenfohlen mit einem fleischfarbenen Mal auf dem Maul und einem schmalen, über die Mitte des Rückens verlaufenden Streifen. Eburovic war überrascht darüber, dass Breaca ausgerechnet dieses Tier eingefangen hatte, und blickte über die Koppel auf die zwei Dutzend gut abgerichteter Pferde, von denen jedes Einzelne bereitwillig auf ihren Ruf hin gekommen wäre. Breaca warf ihm einen Blick zu, der sowohl herausfordernd als auch entschuldigend war. »Sie wird gut sein«, sagte sie. »Fast so gut wie der Rotschimmel. Sie braucht nur etwas Zeit, bis sie Vertrauen zu irgendjemandem fasst.«
Eburovic war geneigt, ihr zu glauben. Er hatte die junge Stute im Herbst auf dem Pferdemarkt verkaufen wollen, aber sie hatte gleich den Ersten, die sich ihr näherten, schmerzhafte Tritte versetzt, und die Übrigen hatten daraufhin gehörigen Abstand gewahrt, so dass Eburovic schließlich gezwungen gewesen war, sie wieder vom Markt zu nehmen. Er hatte sie den Winter über zusammen mit den anderen Pferden auf der Weide gelassen, in der Absicht, sich erst im Frühjahr mit ihr zu beschäftigen, wenn der Boden wieder fester war. Aber da war ihm offensichtlich jemand zuvorgekommen.
Lächelnd sagte seine Tochter: »In letzter Zeit hat sie nicht mehr versucht, jemanden zu entmannen. Wenn du den Rotschimmel als Ersten rauslässt, wird dir nichts passieren. Sie wird ihm folgen, wohin er auch geht.«
»Wenn du es sagst.«
Sie führten die Pferde auf den schmalen Pfad, der zwischen den Koppeln entlanglief. Eburovic trieb den Rotschimmel mit einem Zungenschnalzen zum Trott an und lief ein paar Schritte neben ihm her. Als er den richtigen Rhythmus gefunden hatte, griff er dem Tier in die Mähne und sprang nach Kriegermanier auf den Rücken des Pferdes. Im Hochsommer, wenn er etwas Zeit zum Üben gehabt hatte und wieder richtig in Form war, konnte er das sogar freihändig und in voller Bewaffnung, mit seinem Schwert in der einen Hand und dem Speer in der anderen, wohl wissend, dass er sich selbst umbringen oder ein Pferd, das er liebte, verstümmeln würde, wenn er sich in der Wahl des richtigen Zeitpunkts verschätzte. Jetzt genügte es, dass sein Schwert in seiner Lederscheide auf seinem Rücken hing und dass er in seiner Speerhand auch seinen Schild hielt. Er setzte sich im Sattel zurecht und klemmte sich den Schild unter den Arm. Sein Blut rauschte in seinen Ohren, und durch dieses Rauschen hindurch hörte er plötzlich das Trommeln von Pferdehufen hinter sich. Er zog den Rotschimmel herum und sah, wie die graue Stute in einen kurzen, leichten Galopp verfiel. Rasch streckte er die Hand nach ihrem Zügel aus, bereit, sie abzufangen, als er Breaca sah, die auf der Speer-Seite des Pferdes lief und nach der Mähne griff. Sie war auf der falschen Seite, und sie sprang mit dem falschen Fuß ab - und schwang sich dennoch geschickt und exakt im richtigen Augenblick auf den Rücken der Stute. Das Lächeln, das sie ihrem Vater zuwarf, war das Spiegelbild des strahlend hellen Morgens. Er ertappte sich dabei, wie er zurückgrinste, während sich sein Pferd dem Tempo der Stute anpasste und ebenfalls in Handgalopp fiel. »Kannst du das auch mit einem Speer in der Hand?«, rief er über das Trommeln der Hufe hinweg.
»Ich glaube schon.«
»Na schön, dann fang auf. Hier!« Es war sein Kampfspeer, schlanker und leichter als der Jagdspeer, mit dem Breaca den feindlichen Krieger getötet hatte, aber mit einer größeren Reichweite und einer Klinge, so scharf und fein geschliffen, dass sie sogar Metall durchbohren konnte. Er warf Breaca den Speer zu, sorgfältig darauf achtend, dass die Spitze nach oben zeigte. Sie fing ihn mit einer Hand auf, glitt zu Boden, rannte ein paar Schritte neben der Stute her und benutzte den Speer dann als eine Art Hebel, indem sie das dicke Ende des Speerschafts für einen flüchtigen Moment auf dem Boden aufsetzte, um sich erneut auf den Rücken des Tieres zu schwingen. Die Graue wechselte dabei nicht ein einziges Mal ihre Gangart. Eburovic lächelte und machte eine anerkennende Handbewegung. Breaca lachte stolz und wirbelte den Speer in der Luft herum, und dann - einfach nur, um Eindruck zu machen - ließ sie sich abermals auf den Boden gleiten und vollführte ihren Sprung noch einmal auf der Schildseite. Eburovic schaute zu und überlegte, ob sie das auch schon vor dem Winter gekonnt hatte. Er glaubte nicht. Er dachte an seine Jugend zurück und versuchte sich zu erinnern, ob er mit zwölf Jahren - in dem gleichen Alter, in dem Breaca jetzt war - ebenfalls schon von beiden Seiten auf ein Pferd hatte aufspringen können. Er war sich fast sicher, dass dem so gewesen war.
Die Graue war noch nicht kampferprobt und abgehärtet, und daher erschreckte sie das Sirren des Speers so dicht über ihrem Kopf und trieb sie in den Galopp. Sie ließen den Pferden für eine Weile die Zügel, verließen dann den Pfad, um querfeldein zu galoppieren und ein kleines Wettrennen zu veranstalten, ritten dann in einem Bogen wieder zurück und ließen die Pferde im Schritt gehen. Es war der erste Ausritt in diesem Frühjahr, und es war nicht gut, die Kräfte der Pferde zu sehr zu strapazieren. Eburovic ließ die Zügel locker und überließ es den Pferden, sich einen Weg zu suchen, während er die Herrlichkeit des Morgens genoss. Den ganzen Winter über hatte er lediglich existiert, aber nicht wirklich gelebt. Jetzt freute er sich zum ersten Mal seit langer Zeit wieder darüber, am Leben zu sein. Die Luft war frisch und scharf, kalt genug, um beim Einatmen die Härchen in seiner Nase zu kräuseln, aber wiederum nicht so kalt, dass seine Finger steif wurden. Überall um ihn herum sprengte der Frühling die Fesseln des Winters. An den Weidenbäumen hingen die ersten Kätzchen, mit Raureif überstäubt. Die Birken trugen neue Blätter, die sich im Licht der höher steigenden Sonne entfalteten. Weißdornblüten, zu festen kleinen Knospen zusammengerollt, überzogen die Hecken in einem Tupfenmuster, das an die letzten Überreste des Schnees erinnerte.
Die Pferde verloren allmählich ihr dickes Winterfell. Der Rotschimmel ging mit hoch erhobenem Kopf und gespitzten Ohren, so wie er in eine Schlacht zu ziehen pflegte. Die junge Stute trottete ruhig hinter ihm her und rollte auch nicht erschrocken mit den Augen, als Eburovic sich hinüberbeugte, um getrockneten Schlamm von ihrem Hals zu kratzen. Breaca trieb sie weiter vorwärts, bis sie und ihr Vater Knie an Knie ritten. Sie war jetzt ernster - nicht wie erstarrt vor Schreck und dem Nachgeschmack ihrer Albträume, so wie sie in der Schmiede gewesen war, aber auch nicht von dem wilden Überschwang erfüllt, den sie vorhin beim Galoppieren gezeigt hatte. Sie strahlte eine Beherrschtheit aus, die neu für Eburovic war. Er dachte wieder daran, wie sie nach Art der Krieger auf den Rücken ihrer Stute gesprungen war und wie geschickt sie sich dabei angestellt hatte. Noch vor einem Jahr hätte seine Tochter niemals die vielen Stunden des Übens investiert, die nötig waren, um die Technik des Sprungs zu erlernen und ein Gefühl für den richtigen Zeitpunkt zu entwickeln. Das erinnerte ihn wieder an das Schmelzfeuer, das sie in der Schmiede gemacht hatte, die Ränder hoch eingedämmt, um die Hitze nicht nach außen entweichen zu lassen. Vor dem Tod ihrer Mutter war sie wie ein loderndes Herdfeuer gewesen, das wahllos Funken versprühte und mit einer lebhaften, unbekümmerten Freude brannte. Jetzt konnte sie ihr eigenes Innerstes schmelzen, wenn sie wollte. Dieses Bild ließ ihm keine Ruhe und beraubte den Morgen seiner Schönheit. Er drehte es im Geist hin und her. Nur zu oft hatte er gesehen, was mit einem Gefäß passierte, das überhitzt worden war, oder mit einer Gussform, in die glühend heißes Metall gegossen wurde, ohne dass die Hitze durch Entlüftungslöcher entweichen konnte. Eburovic ritt schweigend neben seiner Tochter her und sandte ein stummes Gebet zu den Göttern empor, dass sie eine Möglichkeit finden möge, die Hitze des Zorns, die in ihrem Inneren brodelte, herauszulassen, bevor sie sie verzehren konnte.
Die Pferde trotteten weiter. Eburovic lenkte seinen Rotschimmel mit den Knien, während er seinen Erinnerungen nachhing. Als er das letzte Mal diesen Weg entlang gekommen war, war er zu Fuß gegangen und hatte dabei Graine gestützt, voller Angst und Sorge, dass das Kind zur Welt kommen könnte, bevor sie die Hütte erreichten, die er für sie gebaut hatte. Sie hatte ihn mit ihrem einzigartigen Lächeln angeblickt und ihm versichert, dass es bestimmt nicht eher kommen würde, und da es bereits ihr zweites war, hatte er versucht, ihr zu glauben. Seine Tochter war damals noch ein Kind gewesen; sie war ein Stück vorausgelaufen, um an den Rändern der Koppeln nach Pilzen zu suchen, und hatte ihnen dann stolz eine schmutzige Hand voll davon gebracht. Graine hatte die Pilze in ihrem Beutel verstaut und dann später in einem anderen Beutel auch noch Platz für den eigenartig geformten Kieselstein gefunden, der, aus einem bestimmten Blickwinkel betrachtet, Ähnlichkeit mit dem Kopf einer Eidechse aufwies, sowie für das getrocknete Gewölle einer Eule, in dem noch die winzigen Knochen des Tieres erkennbar waren, das sie gefressen hatte. Beide Dinge, sowohl der Kieselstein als auch das Gewölle, hatten Graine bis in den Tod begleitet und waren neben ihren Leichnam auf die Plattform gelegt worden, wo sie den Krähen als Spielzeug dienten.
Die Sonne schien warm auf Eburovics rechte Schulter, als sie die Trümmer der Gebärhütte erreichten, die er damals erbaut hatte. Das Dach war wenige Tage nach dem Angriff der Coritani vollständig eingestürzt, und den Rest hatte der Winter besorgt. Eburovic war bisher nur ein einziges Mal wieder bei der Hütte gewesen und hatte dabei einen flüchtigen Blick auf einen rostroten Pelz erhascht, als ein Fuchs vor ihm herausgeschlüpft war, aber der Geruch war nicht stark genug gewesen, als dass das Tier schon lange dort hätte leben können, und er hatte die Hunde zurückgerufen, bevor sie über den Fuchs herfallen konnten. Heute folgte er seiner Tochter, während sie im Gänsemarsch an der Hütte vorbeiritten und dann den Pfad verließen, um nach rechts abzubiegen und auf das Dickicht zuzuhalten, das sich auf der Ostseite den Abhang hinaufzog. An dem Dickicht angekommen, wandten sie sich abermals nach rechts, um an seinem Rand entlang zu reiten.
Graines Gebeine waren auf der Plattform südlich des Dickichts aufgebahrt. Sie war mit einem Speer in der Hand gestorben, und die kleine Eule war die Hüterin ihrer Seele gewesen. Eburovic konnte sich kein besseres Totengeschenk vorstellen als die Brosche, die Breaca für ihre Mutter gemacht hatte. Er zwang sich, an die Brosche zu denken und sich die Form des Gussstücks vorzustellen, den Abdruck der in die Form eingeritzten Linien, und wie es ausgesehen hatte, als Breaca die Gussform zerschlagen hatte - alles, was es auch sei, nur um sich abzulenken und nicht daran denken zu müssen, wohin er jetzt ging. Breaca ritt ein Stück vor ihm, ihr Rücken kerzengerade, ihr Haar wie ein glutroter Umhang um ihre Schultern gebreitet, und es war unmöglich zu erkennen, woran sie gerade dachte.
Sie erreichten den Ort am frühen Vormittag. Die Sonne schien von hinten und warf kurze Schatten zu Füßen der Pferde. Es wehte ein leichter Ostwind, der die Fetzen blauen Wollstoffs auf der Plattform hochhob. Bei ihrer Ankunft erhoben sich träge eine Elster und zwei Dohlen und flogen auf einen Ast in der Nähe. Sie bewegten sich völlig lautlos. Schweigend - denn er hätte in diesem Moment kein Wort hervorbringen können - saß Eburovic ab und führte sein Pferd zu der Plattform. Breaca trieb die graue Stute an den Fuß eines der Holzpfosten. Sie war noch nicht groß genug, um über den Rand der Plattform hinwegsehen zu können. Eburovic wollte ihr gerade behilflich sein, als sie zu dem Querbalken hinaufgriff und sich mit einer Mühelosigkeit, die von viel Übung zeugte, daran hochzog, während sie sich mit der Spitze eines Fußes auf dem Rumpf der Stute abstützte. Auf diese Weise konnte sie sich nach vorn recken und ihre Brosche dort hinlegen, wohin sie wollte. Eburovic sah, wie sie die Lippen bewegte, hörte aber nicht die Worte. Und da er das Gefühl hatte, sie mit seiner Anwesenheit zu stören, zog er den Rotschimmel herum und entfernte sich mit ihm ein Stück von der Plattform. Kurz danach sprang Breaca wieder herunter und kam zu ihm geritten. Er betrachtete forschend ihr Gesicht und ihre Augen, suchte nach Anzeichen dafür, dass der Traum seinen Schrecken verloren hatte, dass sie sich davon befreit hatte, wie die Großmutter gesagt hatte. Da lächelte Breaca und nickte, und er drang nicht weiter in sie. Schweigend ritten sie wieder zurück. Der Wind drehte nach Süden, und die Luft wurde drückend. In der Ferne ballten sich dünne graue Wolken am Himmel zusammen, die Regen verhießen.
Erst als sie die Felder erreichten und die Pferde auf die Koppel zurückbrachten, fand Eburovic seine Stimme wieder. »Hast du viel zu tun?«, fragte er.
Die Anbau- und Pflanzsaison hatte begonnen, und Breaca verbrachte ihre Tage von morgens bis abends auf den Feldern. Wenn sie nicht gerade Saatgut ausbrachte, jätete sie Unkraut oder säuberte die Felder von Steinen. Sie musste sich sorgfältig gewaschen haben, bevor sie gekommen war, sonst hätte sie noch Erde vom vergangenen Tag unter den Fingernägeln gehabt. Weit draußen hinter den Koppeln konnte er die anderen bereits bei der Arbeit sehen.
Breacas Gedanken waren nicht bei der Arbeit gewesen. Sie starrte ihn einen Moment lang verständnislos an, ihre Stirn gerunzelt, dann sagte sie: »Airmid und Macha haben angefangen, den Färberwaid anzupflanzen. Sie werden Hilfe brauchen, um damit fertig zu werden, bevor es zu regnen anfängt. Ich sollte jetzt auch dort sein.«
»Komm in die Schmiede, wenn du fertig bist. Ich werde dann etwas haben, was ich dir zeigen möchte.«
 
Sie kam bei Einbruch der Abenddämmerung zu ihm, als die Hennen noch in der Tür der Schmiedewerkstatt lagen, um den letzten Rest von Abendlicht zu genießen. Während des Nachmittags hatte es geregnet, aber die Dachplatten, die über den Eingang hinausragten, und auch die gescharrte Staubkuhle waren trocken. Eine kleine weiße Henne mit einem einzelnen dunklen Fleck auf jeder Feder spreizte die Flügel, plusterte ihr Gefieder auf und neigte den Kopf nach hinten, um etwas von der Wärme abzubekommen, die von drinnen ausstrahlte. Im Inneren der Schmiede war es äußerst heiß. Die Feuer hatten den ganzen Tag gebrannt, so dass der größte Teil der Knochenkohle aufgebraucht war. Eburovic hatte seine Lederschürze abgelegt und sich bis zur Taille entkleidet. Er arbeitete mit dem Rücken zur Tür, damit beschäftigt, ein Stück Metall zurechtzuhämmern. Breaca setzte sich zu den Hennen, zog die Beine unter sich und beobachtete ihren Vater bei der Arbeit, während sie fühlte, wie der Rhythmus der Hammerschläge durch ihren Körper pulsierte, ein Rhythmus, der nicht so ganz zum Pulsschlag ihres Herzens passte. Sie war müde und erschöpft. Ihre verletzte Hand schmerzte vom Pflanzen und Jäten. Sie massierte ihre Handfläche mit dem Daumen der anderen Hand und ließ sich von dem metallischen Klirren des Hammers erfüllen, um ihre gereizten Nerven zu beruhigen. Sie war an diesem Tag äußerst gereizt, mehr, als sie eigentlich Grund dazu gehabt hätte, und das machte ihr Sorge; sie hatte die ältere Großmutter angefaucht, was völlig sinnlos war und nur Ärger einbrachte, und sich dann später auch noch mit Airmid gestritten, die ihre Freundin war und es nicht verdient hatte, beschimpft zu werden. Selbst der Ritt zu der Plattform war nicht so gewesen, wie er hätte sein können, obwohl sie sich bemüht hatte, sich ihrem Vater gegenüber nichts von ihrer Frustration anmerken zu lassen. Sie ließ im Geist noch einmal die einzelnen Augenblicke des Tages Revue passieren, um herauszufinden, wo der Tag verkehrt gelaufen war.
»Breaca?« Das Hämmern hatte inzwischen aufgehört, ohne dass sie es gemerkt hatte. »Geht es dir gut?«
»Ja.« Sie lächelte, um ihn zu beruhigen. Es war keine Lüge. Das Einzige, was sie brauchte, war, einmal eine Nacht lang ruhig und ungestört durchzuschlafen, und sie glaubte, dass das jetzt möglich war. »Es ist ziemlich spät geworden«, sagte sie. »Tut mir Leid. Nemma steht kurz vor der Niederkunft, und Airmid wollte unbedingt noch etwas Baldrianwurz für sie finden. Wir haben uns länger mit der Suche aufgehalten, als wir eigentlich hätten sollen.«
»Aber ihr habt ihn gefunden?«
»Natürlich.« Diesmal war ihr Lächeln echt. »Wäre ich sonst hier? Airmid ist nicht der Typ, der so schnell aufgibt, wenn sie sich erst einmal etwas in den Kopf gesetzt hat.« Was dummerweise die Ursache ihres Streits gewesen war. Sie stand langsam auf, sorgsam darauf bedacht, die Hennen nicht zu erschrecken. »Komme ich zu spät?«
»Nein. Komm nur rein. Ich bin gerade erst fertig geworden.«
In der Schmiede sah es fast genauso aus, wie es bei Tagesanbruch darin ausgesehen hatte; das Feuer glühte orangefarben und warf seltsam geformte, flackernde Schatten an die Wände. Es roch nach brüniertem Metall und nach dem Schweiß ihres Vaters. Aus einem plötzlichen Impuls heraus drückte Breaca einen Kuss auf seinen Arm und schmeckte Salz und versengtes Haar. Er schlang die Arme um sie, und sie fand heraus, warum die Feuer so heiß und so lange gebrannt hatten: Eburovic hatte den ganzen Rest des Tages mit Schweißen zugebracht. Auf der Werkbank lag ein halb fertiges Schwert, die Klinge so lang wie ihr Arm und so breit wie ihre Hand, wobei sich das eine Ende zu einem Dorn verjüngte, an dem eines Tages das Heft befestigt werden würde. Sie hob das Schwert hoch. Das Heftende passte gut in ihre Hand, und das Gewicht der Klinge war nicht zu groß. Auf dem Metall waren noch immer die Spuren des Walzblocks zu erkennen und die bläulichen Streifen der Schweißnähte, wo die neun schmalen Streifen Roheisen zu einer breiteren Klinge zusammengefügt worden waren. Breaca schwang das Schwert einmal versuchsweise durch die Luft und fühlte dabei die prickelnde, fast schon an Furcht grenzende Erregung, die sie jedes Mal überkam, wenn sie die vollendet gearbeiteten Waffen ihres Vaters berührte. Ehrfürchtig legte sie es wieder auf die Werkbank zurück.
»Und?«
»Es ist gut«, sagte sie. Sie hatte von ihm gelernt, sparsam mit ihrem Lob zu sein.
»Möchtest du es mal gegen ein fertiges Schwert ausprobieren?«
»Darf ich?«
»Ja. Nimm es.«
Sie tat es und schloss ihre Finger um die Klinge. Diesmal fühlte sie sich sogar noch besser in ihrer Hand an, so als wäre sie speziell für sie gemacht, und schmiegte sich perfekt in die Höhlung ihrer Handfläche. Wenn sie diese Waffe hielt, schienen ihre Gelenke freier beweglich zu sein, so wie nach dem Reiten oder nachdem sie mit ihrem Speer geübt hatte. Sie schwang das Schwert ein paarmal durch die Luft, um sein Gewicht zu fühlen, und sah dann, als sie aufblickte, dass Eburovic sich in Kampfstellung vor ihr aufgebaut hatte, sein eigenes Schwert in der Hand, das große schwere Kampfschwert mit der Bärin auf dem Knauf, die Symbol für das Leben und die Heldentaten ihrer Vorfahren in der Linie ihres Vaters war.
Er sagte: »Mach den Rückhandschlag gegen den Kopf.«
Die Klinge schien förmlich darauf zu brennen, sich zu bewegen. Breaca legte beide Hände um den Knauf, holte zum Rückhandschlag aus und zielte auf Eburovics Schläfe. Eisen schlug klirrend gegen Eisen. Ein einzelner Funke stob auf und flog Richtung Tür.
»Gut. Und jetzt mit der Vorhand auf mein Knie.«
Die Luft pfiff an ihren Armen vorbei, als sie erneut zum Schlag ausholte. Die massive, ungeschliffene Schneide ihres Schwerts sauste an der gesamten Länge seiner Klinge entlang und glitt über die Kerbe, die der weißhaarige Kämpe der Catuvellauni gemacht hatte, als er sich mit ihrem, Breacas, Großvater im Zweikampf geschlagen hatte, um den Streit um eine Grenzlinie beizulegen. Ein wahrer Hagel von Funken zerstob in der Dunkelheit. Breaca ließ die Spitze ihrer Klinge von der festgestampften Erde des Fußbodens abprallen.
»Und jetzt ein Stoß gegen die Brust...« Diesmal war sie vorsichtiger, weil sie wusste, dass Eburovic das Gewicht des Schlags mit seinem Schwertheft abfangen würde. Sie holte mit ihrer Waffe zum Stoß aus, und ihre Klinge traf auf die seine und kam so abrupt zum Stillstand, dass die Wucht des Aufpralls durch ihren Arm hindurch bis in ihre Schulter vibrierte. Das Oval aus roter Schmelzglasur auf der linken Seite des Querstücks verzog sich zusammen mit dem Rest, zerbrach aber nicht, so wie es ihrem Urahnen passiert war, als er am Fluss gegen Cäsars Legionen gekämpft hatte.
»Gut. Sehr gut.« Eburovic lächelte ruhig, so wie er es immer tat, wenn er eine Überraschung für sie hatte. Er griff nach einem Stück Kreide und hielt die Schwertklinge an Breacas Arm, um die Länge abzumessen.
»Du bist noch jung. Du wirst bestimmt noch um zwei Handbreit wachsen, aber die Klinge ist trotzdem noch zu lang für die Größe, die du einmal erreichen wirst. Wir werden sie verkürzen, hier...«, er markierte das Metall mit der Kreide, »... im unteren Drittel. Wenn du möchtest, können wir das Eisen, das dabei abfällt, für das Querstück und den Knauf benutzen. Wir können sie aber auch in Bronze gießen, wenn dir das lieber ist. Wenn du diejenige wärst, die das Schwert schmiedet, welche von beiden Möglichkeiten würdest du dann vorziehen?«
Breacas Augen wurden riesengroß vor Überraschung. »Soll ich es etwa selbst schmieden?«
Das würde den Tag perfekt machen. Schon seit Jahren hatte sie sich ausgemalt, wie das Schwert aussehen sollte, das sie einmal schmieden würde, wenn ihr Vater sie für alt genug erachtete, um Eisen zu bearbeiten.
Sein Geschenk an sie war sogar noch besser. Er sagte: »Du kannst mir gerne bei der Arbeit helfen, wenn du möchtest, aber ich glaube, die Klinge deines eigenen Schwerts sollte besser von jemand anderem geschmiedet werden. Auf diese Weise ist es mächtiger.«
Ihr war ganz schwindelig vor lauter Aufregung. Das hier war sogar noch mehr als perfekt. Zögernd berührte sie die unfertige Klinge und fühlte wieder die prickelnde Erregung in sich aufwallen.
Ihr Vater sagte: »Als deine Mutter starb, habe ich mir geschworen, dir ein Schwert zu machen. Das hier ist es. Es ruft förmlich nach dir und du nach ihm. Und deshalb frage ich dich: Möchtest du, dass ich das Heft aus Bronze mache oder lieber aus Eisen?«
Es war einfach zu viel, zu früh. Sie setzte sich auf den Boden, mit dem Rücken zu dem Brennofen, und versuchte, ihrer Aufregung Herr zu werden und sich zu konzentrieren. Sie musste jetzt wie eine Schmiedin denken. Die Beschaffenheit und das Gewicht der Klinge waren ausschlaggebend für die Länge des Hiebs und die Wucht, die nötig war, um in Fleisch zu schneiden, aber ein guter Waffenschmied legte die Seele des Schwerts in die Muster auf dem Querstück, in die Art und Weise, wie sich der Griff anfühlte, und in die künstlerische Gestaltung des Knaufs; und es war die Wahl der Materialien, die jedes Einzelne dieser Teile einzigartig machte. Eisen war härter als Bronze, aber kälter. Bronze wiederum konnte sich einbeulen, war aber leichter zu bearbeiten und ließ sich außerdem detaillierter gestalten. Das Schwert ihres Vaters hing hinter ihm an der Wand. Die Muster auf dem Heft des Schwerts, dessen Knauf das Bild der Bärin zierte, waren uralt und kompliziert; wenn man Eisen zum Gießen verwendete, würde sich eine solche Feinheit unmöglich erreichen lassen. Als Breaca die Waffe betrachtete, wurde ihr plötzlich bewusst, dass sie sich ein Schwert wünschte, das dem ihres Vaters so ähnlich wie möglich war.
»Das Heft und der Knauf sollten aus Bronze sein«, sagte sie feierlich. »Aber wir sollten sie erst dann machen, wenn ich sie im Traum gesehen habe und weiß, welche Form sie haben müssen.«
»Gut, dann wird es so geschehen. Wir werden erst einmal die Klinge schmieden und dann deinen Traum abwarten. Komm in die Schmiede, wann immer du kannst, und dann werden wir sie gemeinsam machen. Ich habe da schon eine Idee von etwas Neuem, das wir ausprobieren könnten.«
Die Herrin der Kelten
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