24
»Danke«, flüstere ich Minuten später, als Benedict den Keller verlassen hat, um sich zu waschen, und mich mit Jenna zurücklässt.
Sie lächelt gequält, wird aber sofort darauf wieder zu dem kleinen Biest. »Das habe ich nicht für dich getan, du kleine Schlampe. Ich wollte nicht, dass du Benedict in den Schwanz beißt.«
Oh Gott, auf die Idee wäre ich gar nicht gekommen! Aber danke für den Hinweis, ich notiere ihn in meinem Hinterkopf, falls sich die Gelegenheit noch mal ergibt. Was ich nicht hoffe. Meine Beine schmerzen überall. Die Knie vom langen Hocken auf dem Steinboden, die Oberschenkel von den brutalen Peitschenhieben. Obendrein habe ich auch noch eine saftige Ohrfeige von dem Perversen kassiert, von der mir jetzt noch die Ohren klingeln. Unfassbar, dass irgendeine Frau sich so etwas freiwillig gefallen lässt und auch noch Spaß daran hat!
»Jenna. Ich kann nicht mehr lange so sitzen. Kannst du die Fußfesseln nicht ... Wenigstens die, bitte?« Ich sehe ihr fest in die Augen und hoffe, dass irgendwo in dieser Person noch ein Funken Menschlichkeit steckt. Doch zu meiner Enttäuschung lacht sie mich nur aus.
»Ich verstehe echt nicht, was er mit dir will. Du taugst absolut nicht zur Sklavin. Völlig verweichlicht.« Sie spitzt die Lippen, als ob sie auf mich spucken wollte, überlegt es sich nach einem kurzen Blick über ihre Schulter aber zum Glück anders. Mein Kopf dröhnt noch immer von dem heftigen Schlag, ich bin mir sicher, dass ich eine Gehirnerschütterung habe. Mir ist schwindelig und ich habe entsetzlichen Durst. So muss sich jemand fühlen, der sich in der Wüste verirrt hat.
»Wenigstens ein Glas Wasser? Bitte, ich verdurste.«
Sie grinst. In der engen Lederhose und dem Korsett sieht sie selbst aus wie eine Domina, aber offenbar hat sie die Verkleidung extra für mich angezogen. Um mir Angst zu machen?
»Gut, das wird wohl in Ordnung gehen«, murmelt sie dann vor sich hin, während sie sich umdreht und den Keller verlässt.
Sofort sind all meine Sinne hellwach. Ich lasse den Blick durch den Keller fliegen und versuche, so viel wie möglich zu erkennen. Irgendwas, das mir helfen könnte. Eine Waffe, irgendwas. Aber ich bin leider nicht MacGyver, und selbst wenn in der Ecke links eine Axt läge könnte ich in meiner Situation gar nichts damit anfangen! Mir wird wieder übel, ich schließe die Augen und versuche nicht dran zu denken, dass ich in einer verdammt verzweifelten Lage bin. Plötzlich sind die Peitschenhiebe, die er mir zufügen wird, nicht mehr das Schlimmste, womit ich rechnen muss. Die nächsten Wochen ... ich stecke hier fest und verdammt in der Klemme. Denk nach, Gwendolyn. Denk nach!
Die Kälte an meiner Lippe erschreckt mich und ich fahre zusammen. Jenna hält mir ein Glas an den Mund, das mit einer klaren Flüssigkeit gefüllt ist. Ob sie irgendwelche Drogen darin aufgelöst hat, um mich gefügig zu machen? Egal, ich habe keine Wahl. Ich muss etwas trinken, sonst werde ich gleich ohnmächtig und dann ist sowieso alles zu spät. Das darf nicht passieren. Vorsichtig nippe ich an dem Glas, dann kippt sie es mit so viel Schwung zu mir, dass die Hälfte des Wassers über meinen Körper läuft.
»Nett«, sagt sie süffisant, aber es kümmert mich nicht, dass mein Kleid jetzt nass ist. Ich habe verdammt andere Probleme. »Ich lasse dich jetzt allein. Vielleicht kannst du ein bisschen schlafen bis morgen. Allerdings nur in der Position, in der du dich gerade befindest.«
»Jenna, bitte ... das könnt ihr nicht machen! Was ist, wenn ich zur Toilette muss?«
Lieber Himmel, daran habe ich noch gar nicht gedacht! Mir wird ganz heiß bei der Vorstellung. Ich stöhne entsetzt und werfe ihr einen bittenden Blick zu. Okay, anstatt auf Knien Adrian anzuflehen, dass er mit mir was auch immer tut, hocke ich gefesselt vor einer fremden Frau und flehe sie an, mir wenigstens ein bisschen zu helfen. Sogar die Erinnerungen an meine Mutter verblassen plötzlich. Ich beiße mir auf die Lippen, um mein Schluchzen zu unterbinden, aber die Tränen fließen ungehemmt aus meinen Augen.
»Ach Gott, du bist wirklich ... da hinten in der Ecke ist ein Eimer, da kannst du dich erleichtern.«
Mit angewidertem Gesichtsausdruck deutet sie auf die dunkle Ecke rechts, und ich starre verdattert auf meine Beine. Wie soll ich mit diesen Fesseln überhaupt dahin kommen? Ich kann wohl kaum auf den Knien kriechen. Was, wenn ich hinfalle und mit dem Gesicht auf dem Boden aufschlage?
»Jenna! Geh nicht weg!«, rufe ich, als sie mit großen Schritten auf die Tür zugeht.
Doch sie reagiert gar nicht. Stattdessen höre ich die quietschenden Scharniere und kurz darauf wird es dunkel. Ziemlich dunkel.
Meine Zähne klappern und ich versuche, mich mitsamt meiner Fesseln irgendwie hinzulegen. Auf den eisigen Steinboden unter mir. Natürlich falle ich um, aber zum Glück zur Seite, immerhin entspannen sich meine Beine ein klein wenig. Auch wenn ich keinen Schimmer habe, wie ich aus dieser Lage jemals zurückfinden sollte. Ich heule hemmungslos und zermartere mir das Hirn, aber mir fällt einfach nichts ein. Alles ist schwarz und dunkel, mein Kopf dröhnt und ist leer. So endet es also mit mir. Gefangen von einem verrückten Perversen und seiner Freundin. Wäre das alles nicht so entsetzlich, müsste ich fast über die Ironie lachen.
*
Zwei starke Arme richten mich auf, noch ehe ich die Augen aufschlagen kann. Helles Licht sticht, sodass ich die Lider stöhnend direkt wieder schließe. In meinem Mund lebt ein Pelztier und in meinem Kopf hämmert und pocht es so sehr, dass ich taumle, als meine geschundenen Knie den Boden berühren.
»Fuck«, höre ich eine männliche Stimme, dann spüre ich, dass jemand hinter mir die Handschellen aufschließt.
»Adrian?«, lalle ich hoffnungsvoll und öffne nun doch die Augen, blinzle ins grelle Licht. Und sehe die widerliche Visage von Benedict, der mich angrinst.
»Ich wusste, dass Blondie zu dämlich war. Sorry, Kleines, das war nicht so geplant.«
Was zum ...? Ist er jetzt ganz durchgedreht? Will er mir jetzt erzählen, dass sie sich nur einen Spaß erlaubt haben? Ein kleines Spielchen, haha, nicht der Rede wert? Langsam kehren die Lebensgeister zurück, obwohl mein Körper schwach ist und meine Blase sich anfühlt wie ein zu prall gefüllter Ballon.
»Mach mich los, Benedict, und lass mich zu Adrian. Ich verspreche, wenn du mich jetzt gehen lässt, werde ich niemandem sagen, was du ...«
Seine Finger umklammern mein Kinn wie ein Schraubstock und verdrehen mir wieder den Kopf, bis ich aufkeuche.
»Ich schätze, ich werde ein gesundes Muskeltraining durch dich bekommen. Oder hatte ich mich nicht klar ausgedrückt, wie ich von dir genannt werden möchte?«
Mit einem Ruck lässt er meinen Kopf los, der wie von einem Gummiband gezogen nach hinten schnellt. Meine Augen fangen wieder an zu brennen, obwohl sie von den vielen Tränen so geschwollen sind, dass ich kaum etwas sehen kann. Ich beiße die Zähne so fest zusammen, dass es knirscht. Wenn ich Angst zeige, macht ihn das an, und da wir offenbar allein hier sind, muss ich das verhindern. Unbedingt!
»Deine Erziehung wird mir besondere Freude bereiten«, flüstert er dann dicht vor mir.
Sein Atem lässt mich erneut würgen. Mein Magen ist leer, ich schmecke Säure in der Kehle. Ein beißender Geruch nach Zigaretten und Schweiß dringt in meine Nase, ich atme durch den Mund.
»Steh auf.«
Erst jetzt wird mir klar, dass er meine Fesseln gelöst hat. Alle. Trotzdem gehorchen meine Beine mir nicht, sie haben alle Kraft verloren und knicken sofort weg, als ich mich an der Wand festhaltend aufrichten will. Benedict schiebt seine feisten Hände unter meine Achseln und zieht mich hoch, bis ich mit dem Rücken an der kalten Kellerwand lehne. Jetzt im hellen Licht der Leuchtstoffröhre sieht er noch fieser aus als gestern, ich bin kurz davor, mich auf seine Schuhe zu übergeben.
»Ich denke es ist an der Zeit, dass ich uns beiden ein bisschen Spaß gönne«, sagt er heiser. Ich höre den Reißverschluss seiner Hose und beiße meine trockenen Lippen so fest aufeinander, dass es wehtut. Nicht weinen. Keine Angst zeigen. »Vielleicht wirst du gefügiger, wenn du erst meinen Schwanz in dir hattest. Und danach kannst du mir sagen, wer von uns besser fickt, der schöne Adrian Moore oder Stahlschwanz Benedict.« Er lacht. Widerlich.
»Bitte, Benedict. Sir«, versuche ich es mit Flehen, aber das ist wohl vergeblich. Wieder laufen mir die Augen über, als er seine Hand zwischen meine Beine schiebt. Meine Blase pocht und mein Unterleib brennt, sodass ich mir ein Stöhnen nicht verkneifen kann. Was er natürlich völlig falsch interpretiert.
»Du bist trocken wie die Sahara«, stellt er fest und lässt mich verächtlich los. »Ich habe aber keine Lust, dich vorzubereiten. Was soll’s, wenn du mich erst mal in dir hast, wird sich das sehr schnell ändern.«
Ich sehe nicht hin, als ich seine eindeutige Armbewegung aus dem Augenwinkel erkenne. Das eindeutige Geräusch zeigt mir, was er da tut, und ich würge wieder. Der Raum verschwindet gnädig hinter meinem Tränenschleier, genau wie sein Gesicht. Ich schließe die Augen und versuche, mich aus meinem Körper zu befreien. Ich muss mich schützen. Wenn er mich jetzt wirklich ... Ich schlottere am ganzen Leib und kann kaum aufrecht stehen. Seine linke Hand liegt wie eine Kralle um meinen Oberarm. Er braucht lange, um selbst bereit zu sein für das, was er da vorhat. Vielleicht ist er doch nicht so hart, wie er glaubt. Mein Herz schlägt mir bis zum Hals, mir ist schwindelig, mein Kopf dröhnt und mein Körper fühlt sich an wie ausgedörrt. Aber ich sammle mich und spanne alle Muskeln an, als er auch meinen linken Arm loslässt, um ein Kondom überzustreifen. Meine Chance. Jetzt oder nie.
Ich höre nur noch das Blut in meinen Ohren rauschen, als ich das Knie anhebe und mit so viel Kraft wie möglich zwischen seine Beine ramme. Ich sehe nicht hin, höre seinen Schrei nicht, sondern tauche unter seinem Arm hindurch und renne auf die offene Tür zu. Um kurz vorher zurückgerissen zu werden. An den Haaren.
Der Schmerz schießt durch meinen Körper, es fühlt sich an, als ob er mir die Kopfhaut abreißen wollte. Ein schwerer Stiefel trifft mich in die Seite und ich keuche auf vor Schmerz, krümme mich auf dem Boden zusammen und heule, als er sich über mich beugt. Mit einem blitzenden Messer in der Hand, das er mir an die Kehle legt.
»Wenn du nicht brav bist, schlitze ich dich auf«, droht er, und das Funkeln in den wässrig-blauen Augen lässt mich entsetzt schlucken. Mein Kehlkopf drückt sich gegen die Schneide. Oh Gott, ich traue es ihm zu. Traue ihm zu, dass er mir den Hals durchschneidet.
»Benedict«, flüstere ich heiser und versuche, ihm in die Augen zu sehen. Rede mit ihm. Zeig ihm, dass du ein Mensch bist und kein Gegenstand. Irgendwo tief drin muss auch in ihm ein Herz stecken. Irgendwo ...
Er ist schwer auf mir, so schwer, dass ich kaum atmen kann. Ich spüre seine Erektion zwischen meinen Beinen, fühle, wie er sich mir nähert, und meine Blase ist schmerzhaft geschwollen. Heulend kneife ich die Augen zusammen, bete, dass es wenigstens schnell geht. Bitte ... ganz, ganz schnell. Ich kann den Kopf nicht bewegen, weil die scharfe Klinge schon meine Haut angeritzt hat.
»Geh runter von ihr, Benedict.«
Keuchend reiße ich die Augen wieder auf und drehe meinen Kopf zur Tür, was einen schmerzhaften Schnitt zur Folge hat. Blut quillt hervor, aber ich spüre den Schmerz kaum. Mein Herz rast und stolpert, weil ich seine Stimme natürlich sofort erkannt habe. Seine Augen sind zu Schlitzen verengt, die Kiefer aufeinandergepresst. Er ist blass und hat dunkle Augenringe, aber ich fand ihn noch nie so schön wie in diesem Moment. Vor Erleichterung heule ich wieder, obwohl Benedict keine Anstalten macht, von mir aufzustehen oder seine Hose wieder anzuziehen. Stattdessen hebt er nur den Kopf und grinst Adrian an.
»Master Adrian persönlich. Du möchtest wohl gern zusehen?«
Adrian ballt die Hände zu Fäusten und kommt langsam auf uns zu. Sein Blick flackert, aber er sieht mich nicht an, sondern fixiert Benedict. Hinter ihm entdecke ich Jennas blonde Haare, sie versteckt sich im Flur. Ich bin ihr so dankbar, denn offenbar hat sie Adrian hierher geführt.
»Runter. Von. Ihr.«
»Keinen Schritt weiter, sonst ...«
Benedict drückt das Messer fester gegen meinen Hals. Die Schnittwunde brennt und ich blute, aber ich bin wild entschlossen, mich jetzt zu befreien. Ich kann mich kaum bewegen unter ihm, weil er mich mit seinem Gewicht und seinen Beinen festhält. Dann rieche ich wieder seinen rauchgeschwängerten Atem in meinem Gesicht, spüre, wie er näherkommt.
»Ich habe mich getäuscht, Kleines«, sagt er und grinst diabolisch. Mein Atem stockt vor Panik. »Es macht nicht nur Spaß, dich mit Gewalt zu nehmen. Es ist sogar noch sehr viel besser, wenn er dabei zusieht. Wenn er mit ansehen darf, wie ich dich küsse. Bei Gisele hat er oft zugesehen, weißt du? Erst, als wir ihn nicht mehr zusehen lassen wollten, hat er gestreikt. Seinetwegen ist sie tot, wusstest du das? Er hat sie auf dem Gewissen.«
»Das ist nicht wahr, Benedict«, ertönt jetzt Jennas Stimme.
Ich kann sie nicht sehen, weil Benedicts Gesicht alles ist, was ich wahrnehme. Mein Kopf ist fixiert durch das Messer und durch ihn. Ihre Stimme zittert deutlich.
»Es ist nicht wahr, und du weißt es.« Jemand saugt scharf Luft durch die Zähne ein. »Es ist deine Schuld, dass sie nicht mehr lebt. Du hast sie dazu gezwungen, nicht Adrian.«
»Halt den Rand!«, schnauzt Benedict, aber ich kann seine plötzliche Unsicherheit spüren, weil das Messer sich um wenige Millimeter von mir entfernt.
Ich spanne alle Muskeln an, um bereit zu sein. Bitte, Jenna, red weiter!
»Lass sie gehen, Benedict, und wir vergessen die ganze Sache.« Adrians Stimme löst Hitze in mir aus. Hält mich wachsam und am Leben. Ich starre auf Benedicts Kiefer, weil er noch immer nach hinten sieht. Jetzt müsste ich ... oh Gott, er ist so verdammt schwer! Als ich meine Beine ein wenig bewege, verstärkt er den Druck und quetscht mich mit seinen kräftigen Oberschenkeln ein. Mein Puls rast, noch nie im Leben habe ich so große Angst verspürt wie in diesem Moment.
»Das könnte dir so passen, Master Adrian.« Benedict spuckt auf den kahlen Boden neben uns, dann verlagert er sein Gewicht. Himmel, er drückt auf meine Blase! Wieder schießen mir Tränen hoch. Angst, Wut und Scham. Alles auf einmal. Immerhin hat die Unterbrechung seine Erektion vernichtet, was mich etwas sicherer macht. Er wendet sich wieder mir zu und neigt den Kopf, bis ich seinen Mund auf meinen Lippen spüre. Ich würge und versuche, ihm meinen Mund zu entziehen, aber er drückt das Messer fester gegen meine Kehle. Hinter uns höre ich Adrian leise knurren.
»Ein Schritt, und ich schneide ihr die Kehle durch, während ich sie küsse«, raunt Benedict an meinen Lippen, die ich so fest zusammengepresst habe, als ob er mir Gift einflößen wollte.
Dann sehe ich ihm in die Augen, erkenne Verzweiflung und Wut darin. Mein Schädel klopft zum Zerspringen, aber ich tue es. Öffne die Lippen und strecke die Zunge heraus, ganz vorsichtig, ein Stück nur. Hebe meinen Hinterkopf ein wenig an, bis ich ihn spüren kann. Lecke über seine Unterlippe und suche seinen Blick, der tatsächlich etwas irritiert wirkt.
»Lass es uns tun, Benedict«, flüstere ich. »Fick mich und lass ihn dabei zusehen. Es wird ihm das Herz zerreißen, zu sehen, wie du Dinge mit mir tust, die ich ihn nicht machen lasse. Fick mich, wohin du willst, so hart du willst. Je härter, umso besser, damit er leidet. Er hat mich verletzt und es macht mir Spaß, ihm wehzutun. Genau wie dir. Ich bin auf deiner Seite, Benedict. Lass mich deinen harten Schwanz spüren, ich bin auch schon feucht für dich, sieh nach.«
»Halt die Klappe«, raunt er, aber ich höre nicht auf ihn und mache einfach weiter. Rede wie im Fieberwahn auf ihn ein, die Worte purzeln einfach so aus meinem Mund und ich habe nicht mal genug Nerven, um mich dafür zu schämen. Herr im Himmel, bitte mach, dass es funktioniert. So wie es bei mir funktioniert hat, schließlich hat Adrian mich vor allem mit Worten verführt. Natürlich mit anderen Worten, aber der Zweck heiligt die Mittel, und ein Typ wie Benedict fährt hoffentlich auf andere Sachen ab, die mir wirklich schwer von den Lippen gehen.
»Sir Benedict! Großer Master. Ich habe gesehen, was für einen riesigen Schwanz Ihr habt. Er ist so viel größer als Adrians, und ich will ihn, Sir. Bitte, gebt mir Euren Schwanz, mit all Eurer Härte. Fickt mich, benutzt mich, wie Ihr wollt.«
Nur wenige Millimeter kann ich mein Becken anheben, aber es genügt, um zu spüren, dass meine Worte Wirkung haben. Mit halb geöffnetem Mund sehe ich ihn an, schließe die Lider ein wenig und küsse ihn. Er wird härter, die Verwirrung weicht, aber ebenso weicht das Messer an meinem Hals. Millimeter für Millimeter. Ich kneife die Augen zu und denke an Adrian. An unseren Sex. Daran, wie er mich küsst und mich anfasst, mich berührt und ... es funktioniert. Ich kann ihn küssen, ohne zu würgen. Vergesse, dass es nicht Adrian ist, sondern ein anderer, und gebe alle Lust in diesen Kuss, zu der ich in der Lage bin. Bis ich höre, wie das Messer klirrend zu Boden fällt. Und dann passieren ganz viele Dinge auf einmal.
Ein heiserer Schrei. Eine Faust in meinem Gesicht, die Blitze vor meine Augen zaubert. Ein Messer, das mich sticht, schneidender Schmerz, ich weiß nicht, wo. Ein kräftiger Arm, der das Gewicht von mir reißt. Blaue Augen, die mich kurz besorgt ansehen, bevor sie wieder verschwinden. Blonde Haare, die meine Nase kitzeln. Eine weiche Hand, die mich nach hinten zerrt. Blut, das fließt, irgendwo. Schreie. Schläge. Etwas, das gegen die Wand geschlagen wird. Ich höre mich stöhnen, der Schmerz kommt plötzlich und heftig mit Verzögerung. Dann wird mir schwarz vor Augen und ich verliere das Bewusstsein.