27.) Der Schulhamster – oder warum man niemals voreilige Versprechungen machen sollte
Sommerferien. Eine nette Einrichtung, wenn sie in Dubai – wegen der unglaublichen Hitze im Sommer – nicht zwischen 11 und 12 Wochen lang wären. Spätestens am Abend des ersten Tages gehen meine Kinder mir auf die Nerven und ich verstehe, warum die Lehrer der Schule jedes Jahr am letzten Schultag eine große Party für alle veranstalten.
Diese Party ist immer sehr nett und man lässt sich gerne von der guten Laune der Lehrer und Schüler anstecken. Ich auch. Mit schlimmen Konsequenzen. Schon bei anderen Gelegenheiten habe ich feststellen müssen, dass „ausgelassen“ und „fröhlich“ nicht gut für mich sind. Ich neige dann dazu, dumme Entscheidungen zu treffen. Sehr dumme Entscheidungen.
Bei der Party am letzten Schultag war es nicht anders. Ich weiß nicht, welcher Teufel mich geritten hat, als ich zugestimmt habe, den Klassenhamster meiner älteren Tochter für vier Wochen zu betreuen. Wie blöd kann man sein? Ich mag nicht mal Hamster.
Mr. Chumpy - der Name des Klassenhamsters - hat dazu noch eine lange Vorgeschichte von Beißattacken. Jetzt sitz´ ich hier mit einem aggressiven, nachtaktiven Hamster, der aussieht wie ein Ratte und total verhaltensgestört ist, da er tagsüber nie zum Schlafen kommt. Schließlich lebt er während des Schuljahres in der Schule und irgendein Kind klopft oder zerrt immer an seinem Käfig rum.
Selbstverständlich hat mir die Lehrerin auch erst auf dem Weg nach draußen nachgerufen, dass Mr. Chumpy ja nun schon zweieinhalb Jahre alt sei und damit eher am Ende seines Hamsterdaseins stehe. Ich werde als die Mutter, die den Klassenhamster umgebracht hat, in die Schulgeschichte eingehen.
Das alles würde ja noch gehen, wenn da nicht auch noch der dicke, schwarze Kater wäre. Den hatte ich im Überschwang des letzten Schultages ganz vergessen. Sieben Kilo schwarzer, gewaltbereiter Kater sitzen nun vor dem Schrank, auf dem Mr. Chumpy sein Übergangsdasein fristet, und miauen. In voller Lautstärke. Die Nachbarskatzen, die draußen darauf warten, verprügelt zu werden, sind vergessen. Es zählt nur noch die überdimensionale Maus, die da oben auf dem Schrank sitzt.