Kapitel 9
Am nächsten Nachmittag nehme ich meine Wasserfarben und gehe unter dem Vorwand, mein Bild für Elena fertig malen zu wollen, hinaus in den Garten.
Ein Goldzeisig schreit in der Nähe auf und erhebt sich mit verärgertem Flügelschlagen in die Lüfte. Er dreht eine Runde, bevor er sich auf einer Eiche wieder niederlässt.
Mir ist auch nach Schreien zumute.
Stattdessen gehe ich dem Geräusch des Hämmerns am Hang entgegen. Finn sitzt auf der obersten Stufe der Leiter und schlägt gerade einen Dachbalken mit Nägeln fest. »Mr Belastra!«, rufe ich.
Finn dreht sich überrascht nach mir um, wobei seine abrupte Bewegung die Leiter ins Wanken bringt. Ich will ihn warnen, aber es ist schon zu spät – die Leiter kippt zur Seite und reißt ihn mit sich. Finn rudert noch mit den Armen, aber greift ins Leere. Er fällt und landet unglücklich auf seinem Knöchel.
Ich werfe meine Wasserfarben und den Skizzenblock ins Gras und laufe zu ihm hinüber, dabei verfluche ich mein verdammtes Korsett.
»Ist alles in Ordnung?« Ich hocke mich neben ihn.
Er setzt sich auf, aber er ist kreidebleich unter den Sommersprossen. Er wendet den Kopf ab und flucht wie ein Seemann.
Gespielt entsetzt schnappe ich nach Luft. »Mr Belastra, ich wusste gar nicht, dass Sie solche Wörter kennen!«
Er versucht, zu lächeln, aber es kommt eher eine Grimasse dabei heraus. »Ich habe einen großen Wortschatz.«
»Soll ich John holen? Brauchen Sie Hilfe?«
»Es geht schon«, schnauft er. Von oben kann ich sehen, wie sein Nacken unter dem Kragen ganz rot wird. Auch da hat er Sommersprossen.
Ich frage mich, wie viele Sommersprossen er wohl hat. Sind sie überall oder nur da, wo die Sonne hinkommt?
»… Ihren Arm reichen?«
Ich bin zu beschämt, ihm in die Augen zu blicken. »Was?« Guter Gott, warum stelle ich mir Finn Belastra ohne Bekleidung vor? Ich bin ganz durcheinander durch die Aufregung des Unfalls.
»Könnten Sie mir Ihren Arm reichen? Könnten Sie mir aufhelfen?«, fragt er.
»Oh. Ja!« Er fasst nach meiner Schulter und hievt sich hoch, wobei er eine ganze Reihe weiterer Flüche loslässt.
Ich greife noch nach seinem Mantel, der zusammengelegt auf dem Boden des Pavillons liegt, dann gehen wir langsam zurück durch die Gärten, Finn einen Arm um meine Schultern geschlungen und auf mir lehnend. Verstohlen beobachte ich ihn aus den Augenwinkeln. Jetzt, wo ich weiß, wie entschieden er seine Mutter und Clara beschützen würde –
Ich kann nicht anders, als ihn in einem anderen Licht zu sehen. Wenn ich ihn vorher bereits attraktiv fand, dann tue ich es jetzt umso mehr. Trotzdem, ich kann mich nicht in den Gärtner verlieben. Das klingt wie aus einem von Mauras Liebesromanen. Und da die Brüder den Buchladen so genau beobachten, würde jede Verbindung mit den Belastras uns nur noch mehr ihren prüfenden Blicken aussetzen.
Finn ertappt mich dabei, wie ich ihn anstarre. »Keine Sorge, ich falle nicht in Ohnmacht«, scherzt er.
»Das hoffe ich. Ich glaube nicht, dass ich Sie tragen könnte.«
Wir humpeln zur Küchentür. Finn lehnt sich gegen die Steinmauer, während ich nach Mrs O’Hare rufe. Sie unterbricht ihre Vorbereitungen des Abendessens – was vielleicht das Beste ist – und eilt herbei. Die Küche riecht nach frisch gebackenem Brot.
»Mr Belastra ist von der Leiter gefallen«, erkläre ich. Wir setzen ihn in Mrs O’Hares alten, braun geblümten Sessel vor dem Feuer.
Mrs O’Hare schnalzt mit der Zunge. »Oh je. Soll ich Dr Allen holen lassen?«
Finn schüttelt den Kopf. »Nein, danke. Lassen Sie mich nur meinen Stiefel ausziehen und mir den Schaden ansehen.«
»Natürlich. Ich hole Ihnen erst einmal einen Tee«, sagt sie und fährt ihm wie einem Kind durchs Haar. Mrs O’Hare hat keinerlei Berührungsängste.
Finn zieht seinen Arbeitsstiefel aus und wackelt in den grauen Socken mit den Zehen. Als er versucht, sein Fußgelenk zu bewegen, lässt er ein schmerzerfülltes Zischen durch die Zähne.
Mrs O’Hare kommt herbeigelaufen und fängt wieder an, ihn zu bemuttern. »Armer Junge. Ist es gebrochen?«
»Nur eine schlimme Verstauchung, denke ich.«
Mrs O’Hare holt ihren Nähkorb aus der Ecke. Einige unserer Unterkleider und Strümpfe sind darin aufgetürmt und warten darauf, ausgebessert zu werden. Ich werde rot und hoffe, dass Finn sie nicht bemerkt. »Lassen Sie mich mal sehen. Ich habe schon mehr als einen verstauchten Knöchel verbunden. Cate kann das bezeugen«, sagt Mrs O’Hare.
»Nein, nein, ich mach das schon selbst«, protestiert Finn.
»Unsinn! Ich bin gleich wieder da.« Mrs O’Hare hebt einen Topfdeckel, um etwas vor sich hin Kochendes umzurühren. Ein verführerischer Duft von Zwiebeln und Butternusskürbis erfüllt die Luft. Vielleicht wird das Abendessen heute doch gar nicht so schlecht.
»Können Sie das machen?«, fragt Finn mich leise.
»Ich?« Ich bin wirklich keine Krankenschwester. »Mit ihr wären Sie besser dran.«
Er sieht zu Mrs O’Hare hinüber, die immer noch mit dem Topf Suppe beschäftigt ist, und dann hebt er sein Hosenbein leicht an – nur so weit, dass ich die Pistole sehen kann, die um sein Schienbein gebunden ist. »Bitte, Cate.«
Oh. Ich nicke und knie mich neben ihn. »Ja, natürlich.«
Mrs O’Hare kichert, als sie mich mit ihren Bandagen hantieren sieht. »Du spielst Krankenschwester? Was ist nur in dich gefahren?«
Ich sehe sie unschuldig an. »Ich sollte lernen, wie es geht, oder nicht? Für den Fall, dass irgendwann jemand Mitleid mit mir hat und mich heiratet?«
»Der Herr stehe ihm bei«, lacht sie. »In Ordnung, aber binde es nicht zu fest, sonst schnürst du ihm die Durchblutung ab.«
Ich schenke Finn ein schalkhaftes Lächeln. »Finden Sie nicht, ein Holzbein wäre beeindruckend? Wie bei einem Piraten? Der erste Offizier auf der Calypso hatte eins, oder?«
»Es würde mir einen gewissen verwegenen Ausdruck verleihen. Haben Sie vielleicht noch eine Augenklappe übrig?«
»Seid vernünftig, ihr zwei. Mit Wundbrand ist nicht zu spaßen«, schimpft Mrs O’Hare.
Ich sehe zu Finn auf, und als ich dem Blick seiner braunen Augen begegne, hält meine Hand in der Bewegung inne. Ich starre ihn an, mein Magen rebelliert. Ich weiß nicht, warum ich auf einmal so schüchtern bin. Es ist ja nicht so, als wenn ich noch nie vorher die nackten Beine eines Jungen gesehen hätte. Als Paul und ich klein waren, hat er immer seine Hosen bis zu den Knien hochgekrempelt gehabt, und ich hatte meine Röcke gerafft, wenn wir im Teich gewatet sind, um kleine Fische zu fangen.
Aber das war Paul, und wir waren Kinder. Irgendwie fühlt sich das hier jetzt komplett anders an.
»Nun mach schon«, drängt mich Mrs O’Hare, und das tue ich. Ich wickle die Bandage um Finns Spann und seine Wade hinauf – die sehr muskulös und mit feinen kupferfarbenen Haaren und noch mehr Sommersprossen bedeckt ist. Ich bin fasziniert von dem Muster, das die Sommersprossen bilden. Ob sie das ganze Bein hinaufreichen?
Ich werde puterrot bei dem Gedanken.
»So, jetzt trinken Sie Ihren Tee und lassen das Bein für eine Weile aufgestützt liegen, und dann wird John Sie zurück in die Stadt fahren. Gut gemacht, Cate«, sagt Mrs O’Hare.
Verwirrt hänge ich meinen Mantel auf. Wenn ich von einem Mann Notiz nehme, dann sollte es doch Paul sein. Aber hast du Herzklopfen, wenn er in deiner Nähe ist?
Mein Herz flattert gerade wie ein Kolibri. Ich ziehe einen Stuhl quer durch das Zimmer und setze mich neben Finn. Er sieht mich mit seinen braunen Augen an, die durch die Brillengläser so groß aussehen wie die einer Eule. »Sie brauchen nicht hier bei mir zu bleiben.«
»Ich habe aber nichts Besseres zu tun.« Ich zucke mit den Schultern. Dann habe ich auf einmal Angst, dass er es lieber hätte, wenn ich ginge. »Es sei denn – Sie möchten, dass ich gehe?«
Er lacht – ein sehr nettes, leises Lachen. Es ist mir noch nie vorher aufgefallen. »Nein.«
»Was, haben Sie etwa kein Buch in der Tasche?«
»Doch, habe ich tatsächlich. Aber ich ziehe es nur in langweiliger Gesellschaft hervor.«
Soll das heißen, er genießt meine Gesellschaft? Ich streiche meinen grünen Rock glatt und bin ausnahmsweise mal froh, dass ich etwas Hübsches trage, meine Knie keine Matschflecken haben und meine Säume nicht zerlumpt sind.
Wir lächeln uns an und sitzen immer noch so da, als auf einmal die Küchentür auffliegt und Paul hereingestampft kommt.
»Da ist ja mein Mädchen! Ich habe die ganzen Gärten nach dir abgesucht. Maura sagte, du würdest draußen mit deinen Wasserfarben arbeiten.« Er nimmt meine Hand und küsst sie. Ich werfe ihm einen warnenden Blick zu – er sollte es besser wissen, als sich solche Freiheiten herauszunehmen, besonders vor anderen. »Belastra, was haben Sie denn gemacht?«
Finn nimmt einen Schluck Tee. »Ich bin von der Leiter gefallen«, sagt er gelassen.
Pauls Mund zuckt, und ich verspüre das Bedürfnis, Finn in Schutz zu nehmen. »Es war meine Schuld«, platze ich heraus.
»Wie das?« Paul sieht mich irritiert an.
Ich rutsche verlegen auf meinem Stuhl hin und her. »Ich habe ihn erschreckt.«
»Schon vergessen. Sie haben mich wunderbar verbunden«, sagt Finn.
»Cate?« Paul lacht, bis er Finns Lächeln wahrnimmt und sein Kiefer sich verkrampft. »Ich sollte vielleicht auch öfter mal von Leitern fallen, wenn ich dann so eine hübsche Krankenschwester bekomme.«
»Hör auf«, protestiere ich.
»Im Ernst, Cate, ich könnte John helfen, den Pavillon zu Ende zu bauen. Dann hätte ich eine Ausrede, öfter mal vorbeizukommen. Ich könnte vielleicht sogar ein paar Verbesserungen daran vornehmen«, sinniert Paul und grinst dabei.
»Das ist nicht notwendig. Ich bin in ein paar Tagen wieder auf dem Damm«, sagt Finn.
»Was?«, rufe ich. »Nein. Sie steigen auf keine Leitern mehr. Nicht, dass Sie sich nächstes Mal noch den Kopf verletzen.«
Paul lacht in sich hinein. »Herrschsüchtig wie immer.«
Himmel, ich habe Finn gerade herumkommandiert, wie ich es normalerweise mit meinen Schwestern tue. Ich ziehe eine Grimasse. »Entschuldigung. Ich wollte nicht so vorlaut sein. Ich –«
»Ich habe nichts dagegen«, unterbricht mich Finn. Seine Hand liegt auf der Sessellehne und damit sehr nah an meiner, auf der Lehne von meinem Stuhl. Wenn ich die Fingerspitzen ausstrecken würde, würden wir uns berühren. Es fällt mir auf einmal unerklärlich schwer, dem zu widerstehen. Mein gesamter Körper fühlt sich zu ihm hingezogen. Ob es sehr offensichtlich ist, wie begehrenswert ich ihn finde? Ich falte die Hände im Schoß.
Paul beobachtet uns stirnrunzelnd. »Das dachte ich mir. Mir gefällt es auch besser, wenn eine Frau temperamentvoll ist.«
»Temperamentvoll?«, blitze ich ihn an. »Das hört sich ja an, als wäre ich ein Pferd.« Wie etwas, dessen Wille gezähmt und gebrochen werden muss.
»Wohl kaum.« Er grinst, greift sich eine Pflanzschaufel vom Haken an der Wand und nimmt eine Fechtposition ein. »En garde.«
Beschämt sehe ich zu Finn hinüber. Paul und ich haben früher mit Stöcken im Garten gefochten – und mit Besteck in der Küche –, aber da waren wir zwölf. Ich schüttele den Kopf. »Nein, Paul.«
Paul fuchtelt mit seinem Möchtegerndegen vor mir herum. »Los, komm schon, ich könnte vielleicht tatsächlich mal eine Chance gegen dich haben. Ich habe in Jones’ Club geübt.«
Finn lacht. »Ich setze auf Cate.«
»Wetten wir?«, fragt Paul, holt eine Münze aus seiner Tasche und legt sie auf den Tisch.
Keiner von beiden hat das Geld, um auf so etwas Albernes zu wetten. »Nein, keine Wette. Wir setzen hier nur unseren Stolz aufs Spiel«, verkünde ich, woraufhin ich einen langstieligen Löffel vom Tisch ergreife und damit drohend auf Paul losgehe.
»Cate!«, jammert Mrs O’Hare. »Den habe ich gerade benutzt. Leg ihn wieder hin, du wirst überall Suppe –«
»Wunderbar!« Ich lande einen Treffer auf Pauls Schulter. Der Löffel hinterlässt einen kürbisfarbenen Fleck auf seinem grauen Gehrock.
»Das zahle ich dir heim!« Paul geht mit der Schaufel auf mich los. »Das ist ein neuer Mantel!«
Ich ducke mich und weiche ihm aus, und so laufen wir eine ganze Weile um den Küchentisch, die Eistruhe und den Ofen. Mrs O’Hare gluckst abwechselnd und ermahnt mich dann wieder, mich wie eine Dame zu benehmen. Ich lache, meine Haare lösen sich aus den Nadeln und fallen mir über den Rücken.
»Los, Sie schaffen ihn, Cate!«, ruft Finn.
Ich sehe ihn über die Schulter an, und er lächelt. Ich verschnaufe kurz.
Währenddessen schleicht Paul sich von hinten heran und nimmt mich vor seiner breiten Brust gefangen. Er dreht mich herum und tippt mit der Spitze der Pflanzschaufel auf meinen Kopf. »Habe ich dich«, sagt er zärtlich.
Er meint es immer noch im Spiel, aber es fühlt sich anders an. Als würde er Ansprüche anmelden.
»Miss Cate?« Die Tür zum Flur geht auf. Ich muss Lily nur ansehen, um sofort zu begreifen, dass etwas nicht stimmt.
Ich befreie mich von Paul. »Was ist?«
»Die Brüder sind hier.«
Ich erstarre, aber nur für eine Sekunde.
Maura oder Tess? Was können sie getan haben, als ich nicht hingesehen habe?
Warum habe ich nicht besser auf sie aufgepasst?
»Danke, Lily«, sage ich, und meine Stimme ist erstaunlich fest. Ich würde gern zu Finn hinübersehen, aber ich wage es nicht. Wenn ich es tun würde, könnte es passieren, dass ich ihn um seine Pistole bitte.
»Cate, deine Haare!« Mrs O’Hare kommt herübergeeilt, um sie mir zu richten. Als sie fertig ist, streiche ich das noch feuchte Gras von meinem Rocksaum und straffe die Schultern. Ich ziehe etwas Kraft aus dem mutigen Lächeln, das Mrs O’Hare aufgesetzt hat, dann folge ich Lily aus dem Raum.
Bruder Ishida und Bruder Ralston warten im Wohnzimmer auf mich. Bruder Ralston ist ein bärtiger Mann mit einem dicken Bauch und einer Stirn, die so faltig ist, dass sie aussieht wie ein im Frühjahr bestelltes Feld. Er unterrichtet Literatur und Aufsatzschreiben an der Jungenschule und ist ein Freund von Vater.
»Guten Tag, Miss Cate«, sagt er.
»Guten Tag, Sir.« Ich knie vor ihnen nieder.
Bruder Ishida legt seine mollige, weiche Hand auf meinen Kopf. »Der Herr segne und behüte dich heute und den Rest deiner Tage.«
»Dank sei dem Herrn.« Ich stehe auf und beiße mir auf die Zunge. Ich würde gern fragen, warum sie hier sind. Aber das wäre unverschämt.
Sie lassen mich eine gute Minute lang warten.
»Haben Sie irgendeine Korrespondenz mit Zara Roth geführt?«, fragt Bruder Ishida schließlich.
Ich hebe den Kopf, ein Gefühl der Erleichterung durchströmt mich. »Nein, Sir«, lüge ich. »Ich war mir noch nicht einmal dessen bewusst, dass ich eine Patentante habe, bis Mrs Ishida mir von ihr erzählt hat. Ist sie nicht in Harwood? Ich dachte, den Patientinnen dort ist es gar nicht gestattet, Briefe zu schreiben.«
»Das ist richtig, aber es hat in der Vergangenheit gewissenlose Krankenschwestern gegeben, die dazu bereit waren, Briefe aufzugeben. Sie haben also keinerlei Kontakt mit ihr gehabt?«
Ich mache große Augen. »Nein, Sir. Niemals.«
»Wenn Sie von ihr hören sollten – wenn sie versuchen sollte, Sie irgendwie zu kontaktieren –, müssen Sie es uns umgehend mitteilen«, ermahnt mich Bruder Ralston.
Ich falte die Hände und senke meinen Blick. »Selbstverständlich, Sir. Ich würde es Ihnen sofort sagen.«
»Sie war eine gottlose Frau, Miss Cahill. Eine Hexe, die sich als frommes Mitglied der Schwesternschaft ausgegeben hat. Sie hat gegenüber unserer Regierung und gegenüber dem Herrn Hochverrat begangen. Ich weiß wirklich nicht, warum Ihre Mutter, der Herr habe sie selig, solch eine Person zu Ihrer Patentante auserwählt hat.« Bruder Ishida sieht mich mit seinen dunklen Augen an, als wäre ich durch die Beziehung zu ihr irgendwie verdorben.
Ich sehe zu dem Familiengemälde auf – von dem Mutter gelassen und wunderschön herunterblickt – und schüttele traurig den Kopf. »Ich weiß es auch nicht, Sir. Mutter hat sie nie erwähnt.«
»Wir hoffen, es war nur weibliche Schwäche, die sie dazu veranlasst hat«, sagt Bruder Ralston. »Das verführerische Flüstern des Teufels versteckt sich gern in der Stimme von Freundinnen, Miss Cate. Sie müssen immer auf der Hut sein. Den falschen Leuten zu vertrauen, kann Sie auf dunkle Abwege führen.«
»Wir hoffen sehr, dass Sie nicht in die Fußstapfen Ihrer Patentante treten«, sagt Bruder Ishida. »Wir haben bemerkt, dass Sie gestern in Belastras Buchladen waren.«
Ich zucke innerlich zusammen. Sind sie mir etwa gefolgt? Warum sollten sie mir folgen? Aber Bruder Ralston macht eine Handbewegung, als wolle er ein scheues Fohlen beruhigen. »Wir beobachten seit einiger Zeit das Kommen und Gehen des Ladens. Es geziemt sich nicht für eine junge Dame Ihres Ranges, an solchen Orten zu verkehren, Miss Cate. Die Gesellschaft eines Mädchens ist entscheidend für ihren Ruf.«
»Ich habe doch nur etwas für Vater erledigt«, lüge ich.
»Sie haben nicht einmal irgendwelche Päckchen mitgenommen«, sagt Bruder Ishida.
»Ich dachte, Ihr Vater wäre in New London«, fügt Bruder Ralston hinzu.
Himmel, wir werden wirklich überwacht. Ich versuche, mir schnell etwas einfallen zu lassen. »Ich habe eine Nachricht überbracht. Finn Belastra ist unser neuer Gärtner. Wir sind ins Gespräch gekommen und …« Ich hoffe nur, sie fragen mich jetzt nicht, warum John die Nachricht nicht überbringen konnte. Oder ob Finn und ich allein im Laden waren.
Bruder Ralston lächelt liebevoll. Er glaubt nur allzu gern an die weibliche Schwäche. Wenn das nicht gerade von Vorteil für mich wäre, würde ich ihm das Lächeln am liebsten aus dem Gesicht schlagen. »Ah, das ergibt schon mehr Sinn. Ihr Vater sagte nämlich, Sie wären nicht besonders belesen.«
Ich beiße die Zähne zusammen. »Ich muss gestehen, ich verstehe nicht, was daran reizvoll sein soll, aus Büchern zu lernen.« Ich sehe die beiden rehäugig an und klimpere mit meinen blonden Wimpern. Sachi Ishida wäre stolz auf mich.
»Das ist auch gar nicht schlimm. Zu viel Wissen tut einem Frauenkopf nicht gut«, sagt Bruder Ralston.
»Sie müssen wegen Ihrer Patentante nicht bekümmert sein, Miss Cahill«, sagt Bruder Ishida. »Sie haben durch uns alle Führung, die Sie brauchen. Es ist unsere Pflicht, uns um unsere Söhne und Töchter zu kümmern, und wir tun es gern.«
Ich verstecke meine Wut hinter einem Lächeln. »Ja, Sir. Ich bin Ihnen sehr dankbar dafür.«
»Wann werden Sie siebzehn, Miss Cahill?«
Oh nein. »Am vierzehnten März, Sir.«
Bruder Ralston sieht mit seinen vergnügten blauen Augen auf mich hinunter, sein prüfender Blick ist mir unangenehm. »Sie sind sich der Bedeutung Ihres nächsten Geburtstages sicherlich bewusst?« Ich nicke in der Hoffnung, dass das alles ist, aber es geht noch weiter. »Drei Monate vor Ihrem Geburtstag müssen Sie entweder Ihre Verlobung bekannt geben oder Ihre Absicht, der Schwesternschaft beizutreten. Mitte Dezember wird es einen Gottesdienst geben, bei dem Sie entweder geloben werden, Ihrem zukünftigen Ehemann oder dem Herrn zu dienen. Wir nehmen die Absichtsbekundung sehr ernst.«
»Wenn Sie einen Monat vorher noch keine Verlobung bekannt geben können und auch noch kein Angebot der Schwesternschaft erhalten haben, wird die Bruderschaft sich Ihrer Sache annehmen. Wir werden einen passenden Mann für Sie finden«, sagt Bruder Ishida. »Wir verstehen es als eine Ehre und ein Privileg, unseren Töchtern zu helfen, ihren Platz in unserer Gemeinde zu finden.«
Bruder Ralston sieht mich sorgenvoll an. »Das bedeutet Mitte November.«
Mir läuft es kalt den Rücken hinunter. Heute ist der erste Oktober. Nur noch sechs Wochen. Ich muss mich noch früher entscheiden, als ich dachte.
»Wir haben bereits einige Interessenten«, sagt Bruder Ishida. »Ihre Hingabe an Ihre Schwestern seit dem Tod Ihrer Mutter ist nicht unbemerkt geblieben. Wir kennen einige Witwer mit kleinen Kindern, die die Fürsorge einer Mutter bräuchten. Bruder Anders und Bruder Sobolev wären beide gute Ehemänner für Sie.«
Ich kann keinen von diesen beiden alten Männern heiraten! Ich werde es nicht! Bruder Sobolev ist ein mürrischer Mann mit sieben Kindern im Alter von zwei bis elf. Wenigstens im Himmel hat seine Frau jetzt ihren Frieden. Und Bruder Anders ist noch älter als Vater – er ist mindestens vierzig, hat Zwillingsjungen im Alter von fünf Jahren, und er ist kahl.
»Ja, Sir. Ich danke Ihnen«, murmele ich.
»Sehr gut. Dann können wir ja wieder gehen«, sagt Bruder Ishida. »Wir befreien unseren Geist und öffnen unsere Herzen für den Herrn.«
»Wir befreien unseren Geist und öffnen unsere Herzen für den Herrn«, wiederholen Bruder Ralston und ich.
»Und nun gehe in Frieden und diene dem Herrn.«
»Dank sei dem Herrn.« Und ich bin tatsächlich dankbar. Sobald sie außer Sicht sind, bin ich so dankbar, dass ich spucken könnte.
Wie können sie es wagen! Wie können sie es wagen, hierher in mein Zuhause zu kommen und mir zu sagen, ich solle meinen Mund halten und möglichst dumm bleiben und besser einen Mann finden, bevor sie es für mich tun müssen!
Ich warte, bis ich die Kutsche der Brüder nicht mehr hören kann, dann stolziere ich zurück in Richtung Küche. Ich spüre, wie die Magie über mich hereinbricht wie die rauen Wellen auf dem Teich, wenn es stürmt. Ich presse die Handflächen gegen das kühle Fensterglas im Esszimmer und nehme einen tiefen Atemzug.
Ein roter Lichtblitz erregt meine Aufmerksamkeit. Maura geht Arm in Arm mit Elena unter den Eichen im Garten spazieren. Etwas von Mauras leuchtendem Haar schaut unter ihrer Kapuze hervor. Ich kann sie nie überzeugen, ihre verdammten Bücher liegen zu lassen und mit mir hinauszugehen. Aber für diese Fremde mit ihren schönen Kleidern und hübschen Manieren macht Maura alles. Sie hört Elena zu, sie bewundert sie, aber ich bin diejenige, die sich die ganze Zeit Sorgen macht, wie ich sie vor Gefahren beschützen kann.
Nur – welche Entscheidung würde weniger Gefahr für sie bedeuten? Soll ich Paul heiraten und wegziehen, sodass ich meine Schwestern nur ein- oder zweimal im Jahr sehen kann und ich sie Elenas Führung überlassen muss? Oder soll ich besser hier in Chatham bleiben und mich von den Brüdern wie ein Siegerfohlen verheiraten lassen, sodass ich auf meine Schwestern aufpassen kann und jederzeit bereit bin, meine Gedankenmagie einzusetzen, wenn sie unter Verdacht geraten?
Keine der beiden Möglichkeiten fühlt sich annehmbar an.
Auf einmal höre ich ein Knacken, das klingt, wie wenn im März das Eis auf dem zugefrorenen Teich bricht. Das Fensterglas unter meinen Handflächen ist von winzigen Rissen durchzogen.
Ich atme tief ein. Wenn ich in der Küche die Kontrolle verloren hätte, vor Finn und Paul und Mrs O’Hare –
Ich mag gar nicht daran denken. Ich muss vorsichtiger sein.
»Renovo«, flüstere ich. Und das Glas ist wieder ganz.
In der Küche werde ich mit einem Haufen Fragen begrüßt. Pauls mit Suppe bespritzter Gehrock hängt über einer Stuhllehne, und er geht in Hemdsärmeln und seiner beigen Weste unruhig auf und ab. »Was wollten sie?«, will er wissen.
Mrs O’Hare sieht vom Tisch auf, wo sie schon wieder Brotteig knetet, obwohl ein frischer Laib auf der Fensterbank liegt. »Ist alles in Ordnung, Cate?«
Aber ich sehe nur Finn an, der immer noch auf dem Sessel am Feuer sitzt. Im Gegensatz zu den anderen sitzt er ganz ruhig da, obwohl sein dickes Haar ein wenig zerzauster ist als vorher, als ob er wieder mit den Händen hindurchgefahren wäre. Doch sein Ausdruck ist entspannt. Berechnend. Als wenn er kopfrechnen würde – oder darüber nachdenken, wie er mir helfen könnte, wenn ich in Schwierigkeiten stecken sollte.
»Es war nichts weiter. Es ist alles in Ordnung«, behaupte ich.
Paul tritt näher an mich heran. »Cate, die Brüder kommen nicht einfach nur so –«
Ich drehe mich zu ihm um und explodiere vor Wut. »Ich sagte, es war nichts weiter!«
Abwehrend hält er die Hände hoch. »Ist ja schon gut.« Ich weiß, dass er mir nicht glaubt, aber was soll ich anderes sagen? Dass die Brüder mich verheiraten wollen, damit ich nicht so lästig werde wie meine Patentante, und ob er mir bitte helfen könnte? Es ist demütigend.
»John müsste die Kutsche inzwischen so weit haben«, sagt Finn. Er zuckt vor Schmerz zusammen, als er aufsteht. Mrs O’Hare hat ihm ihren Spazierstock geliehen. »Vielen Dank noch mal.«
Ich versuche, zu lächeln, aber es will mir nicht richtig gelingen. »Ich begleite Sie noch zur Tür.«
Finn räuspert sich. »Schon in Ordnung. Ich komme zurecht.« Er humpelt in Richtung Tür.
»Setz dich und trink einen Tee mit mir. Du siehst erschöpft aus«, drängt mich Paul, während er schon einen Stuhl für mich heranzieht.
»Gleich. Ich bringe Mr Belastra erst noch raus.« Ich laufe an Finn vorbei und aus der Küche, bevor einer von beiden noch etwas dagegen sagen kann. Ich werde mich noch früh genug den Anweisungen eines Mannes beugen müssen; jetzt werde ich es jedenfalls noch nicht tun.
Ich bin bereits mehrere Meter den Gartenweg hinunter, als Finn mich einholt. »Ich hätte auch allein hinausgefunden, wissen Sie. Ich möchte nicht, dass Sie meinetwegen Ärger mit Ihrem Verlobten bekommen.« Den Blick auf den Boden gerichtet, stützt er sich auf den Spazierstock.
»Er ist nicht mein Verlobter«, blaffe ich ihn an und pflücke eine Schwarzäugige Susanne. Was für Andeutungen Paul wohl in meiner Abwesenheit gemacht hat?
Sechs Wochen. Viel zu wenig Zeit. Noch vor sechs Wochen hatte ich weder eine Patentante noch eine Gouvernante; ich wusste nichts von dieser Prophezeiung; ich kannte Finn nicht einmal genug, um ihm Guten Tag zu sagen.
»Ach so? Ähm … nun. Tut mir leid. Da habe ich wohl die falschen Schlüsse gezogen.« Finn lächelt.
»Anscheinend.« Ich reiße einzelne Blütenblätter von der Blume in meiner Hand – er liebt mich, er liebt mich nicht – und schiebe ein leichtes Schuldgefühl beiseite. Ich habe Paul nichts versprochen. Ich habe lediglich gesagt, ich würde über seine Absicht nachdenken, und das tue ich auch. »Die Brüder – sie haben mich gefragt, warum ich bei Ihnen im Laden war. Sie wissen, dass ich da war und für wie lange und dass ich kein Päckchen dabeihatte, als ich gegangen bin. Sie beobachten den Laden. Ich wollte es Ihnen nicht vor Paul und Mrs O’Hare sagen.«
Finn presst die Lippen zusammen. »Das ist nichts Neues. Es tut mir leid, wenn ich Sie in Schwierigkeiten gebracht habe, aber –«
»Nein, überhaupt nicht, sie denken, ich wäre praktisch eine Analphabetin!«
»Was?« Finn lehnt sich gegen die Steinmauer, die unseren Garten umgibt.
»Offensichtlich ist es allgemein bekannt, dass ich nicht besonders helle bin«, fauche ich und werfe die zerpflückte Blume zu Boden. Finn starrt mich an. Dann – mutiger Mann – greift er nach meiner Hand und hält sie.
Es reicht aus, den Zorn in mir zu bändigen.
»Lassen Sie sich nicht von den Brüdern kleinmachen. Die Brüder sind sehr gut darin, aber jeder, der auch nur halbwegs intelligent ist, weiß, wie klug Sie sind.« Er betrachtet mich von der Seite. »Und tapfer. Sie haben kaum gezögert, als Sie hörten, dass die Brüder hier sind.«
»Sie halten mich für klug?« Er? Der brillante Gelehrte?
»Ja, das tue ich.« Er schlingt seine Finger um meine, und die Berührung beruhigt und beunruhigt mich gleichermaßen. Das Herz schlägt mir bis zum Hals. »Was haben die Brüder noch wissen wollen?«, fragt Finn.
Da höre ich Kutschenräder über ein Schlagloch rattern. John fährt die Kutsche aus der Scheune. Ich lasse Finns Hand los und bewege mich so weit zurück, bis ein angemessener Abstand zwischen uns ist. »Geht es Ihrer Mutter besser?«
Finn sieht mich verwirrt an. »Ja. Sie kümmert sich heute schon wieder um den Laden.«
»Vielleicht komme ich morgen mal vorbei. Ich möchte sie gern etwas fragen.« Es ist gewagt, da die Brüder den Laden beobachten, ich weiß. Aber wie soll ich sonst etwas über diese verdammte Prophezeiung erfahren? Ich muss mir eine andere Besorgung für Vater einfallen lassen. »Werden Sie morgen da sein?« Ich gebe mir Mühe, es so klingen zu lassen, als wäre es mir gleichgültig, aber ich merke doch, dass ich ihn gern wiedersehen würde.
Finn lächelt. »Vormittags, ja. Bis morgen dann.«
»Bis dann«, sage ich.
Ich lehne mich gegen die Mauer und zerpflücke noch eine Schwarzäugige Susanne, während ich ihm hinterherblicke, wie er den Weg entlanghumpelt. Ich habe das Gefühl, dass es bis morgen noch ganz schön lange hin ist, ohne ihn zu sehen.
Das kann ja kein gutes Ende nehmen.
Als ich zurück in die Küche komme, sitzt Paul auf Finns Sessel. Mrs O’Hare ist verschwunden. Er springt auf, als ich hereinkomme.
»Ich bin müde«, sage ich kurz angebunden. »Es war ein sehr anstrengender Vormittag.«
»Ach ja?« Paul bewegt seinen Unterkiefer auf die für ihn so typische Art. Noch eine Sache, die sich nicht verändert hat – ich kann es ihm immer noch ganz genau ansehen, wenn ich ihn verärgert habe. »Nun, ich werde nicht gehen, bevor du mir nicht gesagt hast, warum die Brüder hier waren, also kannst du auch genauso gut gleich damit herausrücken.«
Ich nehme den Brotlaib vom Fensterbrett und lege ihn auf den Tisch. »Es war nichts.«
Paul lehnt sich auf den Tisch und umfasst seine gebräunten, muskulösen Unterarme. »Erzählst du es mir trotzdem? Ich würde es wirklich gern wissen. Und Belastra hast du es ja anscheinend auch erzählt. Ich wusste noch gar nicht, dass ihr zwei so eng befreundet seid.«
Finn hat recht. Paul ist eifersüchtig.
»Sind wir nicht. Ich kenne ihn überhaupt nicht. Kaum.« Paul und ich starren uns eine Weile an. Ich habe schon oft die Geduld mit ihm verloren, aber ich sollte seine Gutmütigkeit nicht überstrapazieren. Er macht sich ja bloß Sorgen um mich.
Und um ehrlich zu sein, mache ich mir auch Sorgen.
»Es hatte mit dem Buchladen zu tun«, erkläre ich, während ich anfange, wie wild mit einem Silbermesser das Brot zu schneiden. »Die Brüder haben Mrs Belastra im Verdacht, verbotene Bücher zu verkaufen. Ich war gestern da, um eine Nachricht von Vater zu überbringen. Sie haben mich gesehen und wollten wissen, ob ich irgendetwas Ungewöhnliches bemerkt habe.«
»Das ist alles?« Die Erleichterung steht Paul ins Gesicht geschrieben.
»Fast. Sie wollten mich auch an meine Absichtsbekundung erinnern«, seufze ich.
Paul sieht auf einmal gar nicht gut aus. »Und das hast du Belastra erzählt?«
»Nein, ich habe ihm erzählt, dass die Brüder den Laden beobachten.«
»Oh.« Er nimmt seinen Gehrock von der Stuhllehne. »Dann ist also nichts zwischen euch?«
»Was sollte da sein? Er ist unser Gärtner.« Ich versuche, so unschuldig wie möglich zu klingen, aber ich muss schon wieder an die errötete Haut mit den Sommersprossen in Finns Nacken denken. An die Wärme seiner Finger, als sie meine Hand umschlossen.
»Ich weiß nicht. Ich war eine Weile weg.« Paul wirft sich den Mantel über seine breiten Schultern. »Woher soll ich wissen, wer dir in der Zwischenzeit Besuche abgestattet hat?«
»Finn Belastra hat mir keine Besuche abgestattet, das kann ich dir versichern.«
Er kommt um den Tisch herum, stützt sich mit der Hand an der Wand hinter mir ab und hält mich so zwischen Eistruhe, Tisch und seinem Körper gefangen. »Gut. Ich glaube auch nicht, dass Belastra die Art von Mann ist, der zu dir passen würde.«
Überhebliche Kreatur. »So? Und was für eine Art von Mann würde zu mir passen?«
Paul legt mir eine Hand unter das Kinn, seine Augen sind wieder voller Zuversicht. Und dann gleiten seine Finger auf eine Weise meinen Unterkiefer entlang, dass ich einen ganz trockenen Mund bekomme und mein Herz zu rasen anfängt.
»Ich.«