Die Eifersucht ist in gewisser Hinsicht gerechtfertigt
und verständlich, weil sie nichts anderes will,
als ein Gut bewahren, das uns gehört.

La Rochefoucauld

Die milde Eifersucht

Das große Interesse der Öffentlichkeit gilt meist der rasenden Eifersucht. Sie ist dramatisch und hat für den Leser einen gewissen Unterhaltungswert. Die seelische Tragik blendet man dabei aus. Eine Schauspielerin erzählte mir kürzlich: »Ich fuhr einmal seinem Auto hinterher, weil ich überzeugt war, dass er mich betrügen könnte. Stundenlang beschattete ich ihn und machte ihm dann eine Szene, obgleich alles ganz harmlos war. Aber ich war ja so eifersüchtig.« Doch diese rasende Eifersucht ist eher selten. Häufiger ist die milde Eifersucht, die sich durch drei Merkmale kennzeichnet:

  • Es handelt sich um vorübergehende Affekte und keinen Dauerzustand und
  • sie hat einen gewissen Realitätshintergrund, denn es liegen ihr konkrete Beobachtungen und Erlebnisse zugrunde, die allerdings oft falsch interpretiert werden. Und als positiv ist zu werten, dass sich
  • dieser Eifersüchtige leicht überzeugen lässt.

Doch ganz einfach ist dies nicht, denn zunächst muss es gelingen, dass der Eifersüchtige über diese Gefühle spricht. Aber dies ist schwierig, denn er redet nicht gern über seine Unsicherheitsgefühle, seine Ängste und Affekte, weil er sie als kränkend erlebt. Und so überspielt er diese Gefühle oder verdrängt sie. Nur gelegentlich blitzen die verdrängten Gefühle in anderen Situationen auf, wo man sie kaum versteht. Ein typisches Beispiel: Nachdem ein Mann etwas zu lange der hübschen Kellnerin hinterher geschaut hat, belehrt seine Partnerin ihn eine halbe Stunde später im Auto: »Fahr doch nicht so schnell, du musst immer rasen, pass doch auf, es gibt noch andere Menschen, nicht nur dich!«

Eifersucht und Schamgefühle

Doch glücklicherweise sind solche Situationen bei der milden Eifersucht selten. Denn Sie werden nur gelegentlich von diesen Gefühlen überfallen und meist empfinden Sie nur einen Anflug eines starken Affekts. Häufig können Sie ihre Zweifel in einer sehr entspannten Situation durchaus dem Partner mitteilen. Doch dazu gehört viel Vertrauen, und entsprechende Gespräche gelingen im Allgemeinen nur, wenn die Beziehung intakt ist. Es ist nicht leicht, sich so zu öffnen und dem Partner zu zeigen, wie verletzlich man ist. Denn Eifersuchtsgefühle weisen immer auf eine Abhängigkeit und eine Schwäche hin. Deshalb meinte Nietzsche, Neid und Eifersucht seien die Schamteile der menschlichen Seele. Man wird also die Eifersucht dem Partner nur erzählen, wenn man sich in der Beziehung verstanden fühlt. Sonst schweigt man, was immer zu einem kleinen Tod der Beziehung führt, weil das Band der Nähe verlorengeht. Man erlebt den Partner nicht mehr als vertrauenswürdig, misstrauisch beobachtet man nun seine Handlungen. Jede Abweichung vom früherem Verhalten wird als Beweis für dessen Rückzug gewertet. Wenn er etwas später kommt, innerlich abwesend ist, plötzlich abnimmt – alles wirkt als Verstärkung für das gewachsene Misstrauen. Dass man jedoch selbst mittlerweile auf dem emotionalen Rückzug ist, sieht man nicht.

Das mutige Gespräch

Deshalb sind Gespräche über diese ständigen Zweifel so wichtig. Wenn der Partner halbwegs verständnisvoll auf die Eifersuchtsregungen eingeht, wird damit der beginnende Rückzug aufgehoben und es entsteht eine stärkere Bindung. Wie aufregend solche Gespräche sind, zeigt Tolstoi mit dem kurzen Wortwechsel zwischen dem eifersüchtigen Lewin und seiner Frau Kitty. Lewin hat den Eindruck, dass seine junge Frau zu sehr mit einem anderen Mann flirtet und erklärt ihr: »Glaube ja nicht, dass ich eifersüchtig bin … ich kann nicht eifersüchtig sein, ich kann nicht glauben, dass … ich kann nicht sagen, was ich empfinde, doch es ist entsetzlich. Ich bin nicht eifersüchtig, aber ich bin beleidigt, fühle mich erniedrigt dadurch, dass es sich jemand herausnimmt, mit solchen Augen dich anzusehen.«3 Zwar ist seine Frau anfänglich verletzt, aber dann tut es ihr leid. Sie spürt seine Unsicherheit, kann ihn verstehen und ist innerlich auch beglückt über die Kraft, die Entschlossenheit seiner Liebe, die sich in der Eifersucht offenbart.

Die heftigen Vorwürfe

Ein solches Geständnis wird der Partner – wenn es nicht zu vorwurfsvoll vorgetragen wird – nicht als Angriff empfinden. Anders ist es, wenn ein Eifersüchtiger versucht, der Partnerin heftige Vorschriften zu machen. Folgendes Beispiel hörte ich vor kurzem: Sie tanzte bei einem Betriebsfest intensiv mit einem Kollegen, er kritisierte sie daraufhin, sie habe ein zu farbenfrohes Kleid an, das nicht zu ihr passen würde. Sie wehrte sich gegen die Kritik, der Abend endete mit einer Verstimmung, so dass sie auf dem Sofa schlief … Wirklich geredet haben die beiden nicht, eine Chance wurde vertan. Er grollte und es war ihm nicht klar, dass er in Wirklichkeit eifersüchtig war. Er gehörte zu jenen Menschen, die große Angst haben, sich lächerlich zu machen und die Eifersucht deshalb verdrängen.

Soll ich meinen Gefühlen vertrauen?

Allerdings besteht oft das Problem, dass der Eifersüchtige seine Gefühle nicht nur verdrängt. Er kann auch deshalb nicht reden, weil er nicht weiß, ob seine Gefühle überhaupt berechtigt sind. Kennen Sie das auch, dass Sie sich sagen: »Mach dich nicht verrückt, da ist nichts. Das bildest du dir nur ein, du übertreibst.« Das hilft aber nur zeitweise, dann geht das Grübeln weiter. Und so wie sich die Regentropfen in einer Tonne ansammeln, ist dann zunehmend ein gewisses Misstrauen vorhanden. Lassen Sie mich das an zwei Beispielen aus der Praxis aufzeigen:

Das Leuchten in seinen Augen

Eine 48-jährige Patientin ist immer dann eifersüchtig, wenn ihr Mann viel von seiner neuen Kollegin erzählt. Das ist an sich nicht beunruhigend, aber früher hat er nie von Kolleginnen berichtet und nun hat er immer ein Leuchten in den Augen, wenn er von der guten Zusammenarbeit schwärmt. Die Patientin meinte: »Es ist einfach so ein komisches Bauchgefühl. Und das hat sich noch verstärkt als ich das mal ansprach. Er wurde rot und hat alles abgeleugnet. Wahrscheinlich ist da wirklich nichts, aber ein wenig verkuckt hat er sich wahrscheinlich doch.«

Eine 40-jährige Patientin meinte nachdenklich, dass sie das Verhalten ihres Mannes misstrauisch mache. Er würde plötzlich abnehmen (was ihm immer schwer fiel), er würde sich neu einkleiden, sich jeden Tag zweimal duschen, sehr auf seine Figur achten und er sei so gut gelaunt. Manchmal habe sie den Eindruck, er würde auf Wolken schweben. »Als ich ihn darauf ansprach, meinte er, er wolle noch einmal durchstarten. Er sei jetzt 50 Jahre alt, das sei die Halbzeit des Lebens. Und ich wäre die große Liebe seines Lebens. Aber ich bin skeptisch … wir haben schon lange nicht mehr miteinander geschlafen, da ist doch die Luft raus aus unserer Beziehung.«

Die Beziehung intensivieren

In beiden Fällen lagen keine Seitensprünge des Partners vor. Doch war die Eifersucht deshalb wirklich ein Fehlalarm? Ich bin überzeugt, dass die leichte Eifersucht selten völlig unberechtigt ist. Sie ist meist ein Warnsignal, das vor allem dann ertönt, wenn es einen zu großen Abstand in der Beziehung gegeben hat. Nun kann es in jeder Beziehung passieren, dass man sich ein wenig auseinanderlebt. Nach Krisen zieht man sich zurück. Man verletzt sich in Gesprächen, ist gekränkt und enttäuscht, was den Rückzug verstärkt. Die Beziehung bekommt den Charme einer Wohngemeinschaft. Wir spüren den anderen nicht mehr richtig und sind beunruhigt. Denn in dieser Phase kann es leicht passieren, dass der aktivere Partner nicht nur Trennungsgedanken verspürt, sondern für Versuchungssituationen offen ist. Das spüren wir und sind eifersüchtig, auch wenn noch nichts passiert ist.

Diese Eifersucht beinhaltet dann immer drei »Aufgaben«:

  • Wir zeigen dem Partner, dass wir achtsam sind.
  • Wir verteidigen unser Revier und verdeutlichen unsere Eigentumsrechte – würde ein Biologe sagen.
  • Und wir müssen wieder in unsere Beziehung investieren, damit das Band der Nähe jene Intensität bekommt, die uns beruhigt.

Im Allgemeinen ist dies sehr einfach. Man braucht dafür Zeit, etwas Phantasie und man muss wissen, auf welche Weise der Partner erreichbar ist. Und man muss realistisch einschätzen, ob es in der letzten Zeit schwerwiegende Konflikte, Meinungsverschiedenheiten und Verstimmungen gegeben hat, die zu einer tieferen Entfremdung geführt haben. Allerdings wäre es oft verfehlt, wenn wir solche Punkte direkt ansprechen, um die vertraute Nähe wieder herzustellen. Dies wäre übereilt. Man würde den Partner nur bedrängen. Schließlich hat er einen gewissen Sicherheitsabstand eingelegt, den wir nicht einfach überwinden können. Deshalb müssen wir zunächst vertrauensbildende Maßnahmen ergreifen. Gehen Sie also möglichst auf die Wünsche des Partners ein – auch wenn Sie massive Kritikpunkte haben! Meist gibt es ja doch eine positive Basis in der Beziehung, die Sie erhalten wollen. Und nun müssen Sie so handeln wie Diplomaten, die zunächst auch immer auf eine gute Stimmung im Verhältnis zu anderen Staaten achten. Zeigen Sie also Interesse an seinen Projekten und Gedanken. Und dann planen Sie gemeinsam schöne Erlebnisse, die durchaus mit einer sinnlichen Massage enden können. Vielleicht kommt es dann auch wieder zur Sexualität. Zumindest spürt der Partner, dass er geliebt wird, dass seine Bedürfnisse in Erfüllung gehen könnten. »Wir sind uns wieder gut« – sagen dann viele Liebespaare. Und dazu gehört auch, dass man dem Partner Anerkennung gibt, viel Anerkennung. Sicher ist die Anerkennung eine der wichtigsten Brücken zur Nähe. Den Partner gekonnt zu loben, seine positiven Eigenschaften hervorzuheben ist eine der schönsten Möglichkeiten, um wieder Nähe herzustellen. Lob macht wehrlos – las ich kürzlich. Deshalb können wir mit einem schlichten Lob viele schwierige Situationen meistern und Nähe herstellen. Und dann wird es auch viel leichter sein, offen über die Kritikpunkte zu sprechen. Sigmund Freud hat dies als Ambivalenzfähigkeit bezeichnet: die kritischen Punkte sehen und trotzdem die positiven Eigenschaften würdigen zu können – das ist das Geheimnis vieler guter Partnerschaften.

Einen Liebesbrief schreiben

Wenn wir mutig sind, schreiben wir dem Partner vielleicht auch einen Liebesbrief. Das muss keine romantische Gefühlsbekundung sein, das würde auch nicht passen, solange die Konflikte nicht vollständig geklärt sind. Und nach zehn oder zwanzig Jahren glaubt uns der Partner diese Gefühlsaufwallungen ohnehin nicht mehr. Vielmehr könnten wir ihm schreiben: »Lieber Paul, wir sind nun schon seit sechs Jahren zusammen, es war nicht immer leicht, aber noch immer freue ich mich, wenn wir zusammen etwas unternehmen. Ich rede so gern mit dir, ich schmiege mich so gern an dich an, wenn wir schlafen gehen. Und mir gefällt diese humorvoll-ironische Art, mit der du Menschen beschreibst – auch dich selbst. Ich freue mich, dass wir bisher alle Krisen gemeistert haben und ich bin mir sicher, dass wir einen guten Weg für unsere Beziehung finden. Und das ist mir wichtig. Denn wenn ich nachts aufwache, weil du so leise schnarchst, dann fühle ich, dass ich dich liebe … Deine Karin.«

Wenn Sie einen solchen Liebesbrief schreiben, können Sie sicher sein: dieser Brief geht ihm nicht aus dem Kopf. Und Sie können überzeugt sein: zwischen Ihnen und Ihrem Mann passt dann kein Stück Papier mehr. Der Eifersucht wird so jeglicher Nährboden entzogen.

Nun haben viele selbstbewusste Frauen heute glücklicherweise gelernt, in der Beziehung Ansprüche zu stellen. Sie kritisieren den Partner, wenn er in der Küche zu wenig hilft, sich an der Kindererziehung nicht genügend beteiligt, kaum zärtlich ist und zu wenig redet, wenn es Konflikte gibt. Doch viele Frauen werden dann feststellen, dass der Ehemann uneinsichtig ist und mauert, wenn er kritisiert wird. Und oftmals wendet er sich dann sogar stärker anderen Frauen zu, um dort die ersehnte Anerkennung zu erhalten. »Warum macht er das?«, fragte mich eine 45-jährige Angestellte. Ihr Mann hatte die Angewohnheit, dass er vor allem dann allen Nachbarinnen im Haus half, wenn sie mit ihm unzufrieden war. Er reparierte nun fremde Steckdosen, brachte Waschmaschinen wieder in Gang und holte sich damit jene Anerkennung, die er zuhause vermisste. Und seine Frau hatte immer Angst, dass er sich für eine andere Partnerin entscheiden könnte. Sie war ziemlich eifersüchtig auf die Nachbarinnen, die ihren Mann so anhimmelten und ich riet ihr – trotz aller berechtigten Vorbehalte – ihren Mann gelegentlich stärker zu loben.

Was kann der Partner tun

Nun ist es aber nicht nur Ihre Aufgabe mehr Nähe herzustellen. Auch der Partner muss dazu bereit sein. Und er muss sich so verhalten, dass er keine Eifersuchtsgefühle auslöst. Und deshalb müssen Sie sich fragen: Sind Sie wirklich überempfindlich oder trägt der Partner zur Eifersucht bei? Flirtet er vielleicht etwas zu stark oder hält er sich manchmal so zurück, dass das Band der Nähe kaputt gegangen ist? Eine Patientin erzählte mir: »Ich bin immer eifersüchtig, wenn mein Partner zu viele Geheimnisse hat. Ich bin mit einem Mann zusammen, der häufig sagt, er habe noch was vor. Er sagt aber nicht, was. Er macht es spannend. Und er schaut anderen Frauen hinterher. Das ist ganz offensichtlich. Ich weiß nie, woran ich bin. Ich habe manchmal so eine Unsicherheit und frage mich innerlich: mal sehen, ob du Weihnachten und Silvester mit ihm verbringst.«

Zur Bewältigung der Eifersucht wäre es deshalb wichtig, dass ihr Partner genügend Verbindlichkeit herstellt, Ihnen ausreichend Anerkennung gibt und Ihnen zeigt, dass er gern mit Ihnen zusammen ist.

Was kann man selbst tun

Allerdings ist es nicht sinnvoll, dass wir bei der Eifersucht zu sehr auf einen Beitrag des Partners schauen. Bei der Eifersucht ist man ohnehin viel zu sehr mit dem Partner beschäftigt. Also beginnen Sie am besten bei sich selbst. Nun meinte Max Frisch, die Eifersucht sei Angst vor dem Vergleich. Vergleichen Sie sich auch mit anderen Frauen und kommen zu dem Ergebnis, dass diese klüger, attraktiver und schöner sind? Deshalb frage ich Sie: Ihr Mann ist doch schon seit vielen Jahren mit Ihnen zusammen. Was also fasziniert ihn an Ihrer Person? Vielleicht fragen Sie ihn? Ich bin immer wieder verwundert, wie wenig die meisten Menschen ihre eigenen Vorzüge kennen. Sie können stundenlang darüber reden, was Sie falsch machen, warum sie sich minderwertig fühlen. Doch was an ihnen wunderbar, einzigartig und liebenswert ist, erzählen sie nicht. Doch dies Selbstbewusstsein ist die Voraussetzung zu einem souveränen Umgang mit der Eifersucht.

Einen besseren findet sie nicht

Ich habe immer einen guten Freund bewundert, der nur eine sehr geringe Neigung zur Eifersucht hat. Er kann schon eifersüchtig werden, wenn seine Partnerin zu sehr mit anderen flirtet. Aber ansonsten ist er immer recht vernünftig. Es stört ihn nicht, dass sie allein tanzen geht. Er hat Knieprobleme, so dass er lieber mit dem Rad fährt und im See schwimmt. Und er spürt, dass es ihr gut tut, wenn sie allein etwas mit anderen unternimmt. Er sagte mir einmal: »Ich bin intelligent, hilfsbereit und sehe halbwegs gut aus – im Vergleich zu anderen. Ich glaube, dass es mit mir nicht langweilig ist. Und dass ich ein ziemlich verträglicher Mensch bin. Einen besseren Partner bekommt meine Freundin nicht. Sie wäre schon ziemlich »dumm«, wenn sie sich von mir trennen würde, ich kann mir das nicht vorstellen.« Das klingt vielleicht etwas überheblich, aber ich musste dem Freund bei seiner Selbsteinschätzung zustimmen. Und vor allem: er war nicht eifersüchtig – auch wenn seine Frau viele interessante Männer traf und mit ihnen befreundet war. Sie war ihm dankbar dafür, dass er ihr eine so große Freiheit ließ.

Wie werden Sie selbstbewusst?

Wie können Sie also selbstbewusster werden? Die meisten Menschen sind doch in der Kindheit eher kritisiert worden, positive Leistungen wurden nicht erwähnt, gute Noten verstanden sich von selbst. Deshalb mache ich Ihnen einen Vorschlag. Schreiben Sie Ihren Freundinnen und Freunden einen Brief:

»Liebe …

Wahrscheinlich geht es mir so wie den meisten Menschen. Ich finde mich ganz akzeptabel, aber gelegentlich bin ich unsicher, bin unruhig und ich war immer sehr erstaunt, wenn sich ein Mann in mich verliebt hat. Immer habe ich gedacht: wenn der mich erst einmal richtig kennenlernt … Und dann war ich natürlich eifersüchtig. Insgesamt glaubte ich immer, er könnte eine Bessere kriegen … Dies Gefühl würde ich gern überwinden und bin auf deine Mithilfe angewiesen. Deshalb meine Frage: Was sind die drei positiven Eigenschaften, die dir an mir auffallen? Ich wäre sehr froh, wenn du diese etwas ausführlicher beschreiben könntest. Bitte schriftlich, damit ich in meinen dunklen Stunden wieder draufschauen kann … Ganz herzlich dankt deine …«

Meine Patientinnen sind immer wieder sehr angerührt, wenn sie darauf die Antworten bekommen. Ihr Selbstbewusstsein steigt, wenn sie sich mit dem Blick der Freundinnen sehen. Und es ist tatsächlich so: Was an uns besonders ist, können uns nur andere Menschen sagen. Denn das Besondere ist das, was uns von anderen Menschen unterscheidet. Doch dazu muss man viele andere Menschen kennen und vergleichen. Dann weiß man, was das Einzigartige an uns ist. Und das sehen die Partner, aber auch unsere Freunde immer genauer als wir selbst.

Die Auslöser der Eifersucht

Nun kennen wir alle die klassischen Auslöser der Eifersucht: Sie tanzt wild mit einem fremden Mann, während er angespannt am Rande der Tanzfläche steht und innerlich kocht. Oder er schaut im Restaurant immer wieder zu der gutaussehenden Frau hinüber, die gerade gekommen ist. Doch die häufigsten Eifersuchtssituationen sind die Kinder, die Arbeit und die Hobbys.

Bereits in der Schwangerschaft sind viele Männer eifersüchtig. Sie spüren, dass sich das Interesse der künftigen Mutter nun stärker auf jenes Leben konzentriert, das sie in sich trägt. Ein Mann beschwerte sich einmal bei mir: »Meine Frau wirkte auf mich damals fast autonom. Früher war sie anhänglich, jetzt strahlte sie von innen, manchmal nannte ich sie: meine Madonna. Ich spürte, dass sie jetzt in ihrer Welt lebte, mich nicht mehr so stark brauchte … und ich wurde schon eifersüchtig und fragte mich, hältst du das durch?« Und schließlich ging er fremd, was die Beziehung an den Rand des Scheiterns brachte.

Eifersucht auf die Kinder

Nun verändern Kinder gravierend die Beziehung zwischen den Partnern, und gelegentlich ist etwas Eifersucht sehr verständlich. Ich entsinne mich, dass meine Tochter am Abendbrottisch oft nur meine Partnerin ansprach, ich fühlte mich häufig wie ein Gast. Und wenn ich dann doch zu Wort kam, wurde ich unterbrochen. Es war zwar meine Ziehtochter, insofern war die Problematik noch gravierender als in ›normalen‹ Familien. Aber dadurch kenne ich jene Eifersucht, die durch Kinder ausgelöst wird. Denn meine Ziehtochter hatte eine Grundregel: Wenn sie sprach, hatten alle anderen Sendepause … Und sie sprach natürlich eher mit ihrer Mutter. Das ist typisch für viele Familien, und so sagt auch Balzac: Junge Ehemänner sind früher oder später auf die Liebe eifersüchtig, die eine Mutter für ihre Tochter hegt. Das fängt meist schon kurz nach der Geburt an. Manche Männer sind dann so eifersüchtig, dass sie sich nach Aussagen der Ehefrauen wie ein Kleinkind verhalten. Aber verständlich ist diese Eifersucht schon. Die Männer müssen nun täglich mit ansehen, dass die kleinen Geschöpfe unendlich viel Aufmerksamkeit, Zuwendung und Zärtlichkeit bekommen. Für die Ehemänner bleibt dann weder viel Zeit, noch viel Kraft oder gar Leidenschaft. Vor allem die Erotik bleibt nach durchwachten Nächten meist auf der Strecke. Der Mann müsste nun die Ehefrau entlasten und ihr bei der Kindererziehung helfen. Die Problematik der Kindererziehung liegt im Wesentlichen noch immer auf den Schultern der Frauen. Und oft erleben sie dann ihren quengelnden Partner als zusätzliche Belastung und fühlen sich bedrängt.

Die Eifersucht auf die Mütter

Schwierig an dem Verhalten der Männer ist es meist, dass sie mit Stimmungsschwankungen agieren und ihre Eifersucht nicht ansprechen. Stattdessen kritisieren sie gern die Erziehungsmethoden der Ehefrau: »Du verwöhnst den Kleinen zu sehr, das ist eine Affenliebe.« Dann brennt natürlich in der Ehe die Luft. Sie gibt sich so viel Mühe in der Erziehung, dass sie seine Kritik empört zurückweist. Kinder sind für eine Mutter meist das Wichtigste im Leben, noch wichtiger als der Ehemann. Sie sind bereit, dem alles unterzuordnen. Denn die Kinder sind ihr »Fleisch und Blut«, ein Teil ihres eigenen Lebens. Und wenn die Kinder sehr krank sind, höre ich nicht selten von Müttern, dass sie sagen: »Die Kinder sind mir wichtiger als ich selbst«. Wenn die Väter die Erziehungsmethoden kritisieren, sägen sie an den Fundamenten der Liebe. Der Ehefrau fällt es dann sehr schwer, ihren Mann zu verstehen, denn sie ahnt nicht, aus welcher emotionalen Quelle sein Unmut kommt. Oft weiß er es selbst nicht. Denn im Allgemeinen haben diese Männer keinen Zugang zu ihren Eifersuchtsgefühlen. Und so gibt es massive Streitigkeiten, die Entfremdung nimmt ihren Lauf, die Gefahr besteht, dass sich der Vater zuhause oft wie ein Gast fühlt und eifersüchtig ist.

Die Eifersucht auf die Väter

Doch dies enge Bündnis zwischen Mutter und Kind ist nicht naturgegeben. Es ist durchaus möglich, dass sich auch zwischen dem kleinen Mädchen bzw. dem Jungen und dem Vater eine enge emotionale Bindung ergibt. Und diese Bindung wird umso stärker und intensiver werden, wenn sich die Ehepartner etwas entfremdet haben. Das kann tragische Folgen haben, wenn das hübsche Mädchen schließlich in die Pubertät kommt. Mitunter gibt es dann eine so enge Bindung zwischen dem Vater und der attraktiven Tochter, dass man fast an ein ungleiches Liebespaar denkt. Denn oft ist jene Vater-Tochter-Bindung so zärtlich und vertrauensvoll, dass sie manchmal fast wie eine Partnerschaft wirkt. Und das kann natürlich zum Problem werden, wenn das Band der Nähe zwischen den Partnern längst zerrissen ist. Die Ehefrau wird dann natürlich eifersüchtig und es beginnt ein Kampf zwischen Mutter und Tochter, der immer die Frage beinhaltet: Wer hat die bessere Beziehung zum Vater? Wie häufig solche Kämpfe sind, zeigen die Märchen. Lesen Sie noch einmal Schneewittchen, dann wird Ihnen deutlich, wie mörderisch die Eifersuchtsgefühle einer Ehefrau sein können. Denn es geht bei Schneewittchen natürlich nicht um eine Stiefmutter. Vielmehr beschreibt das Märchen den Kampf zwischen der eifersüchtigen Mutter und der aufregend hübschen Tochter.

Die Eifersucht auf die Interessen des Partners

Die Eifersucht beinhaltet fast immer den Wunsch nach ausschließlicher Zuwendung. Deshalb kann man auf alles eifersüchtig sein, was die Aufmerksamkeit des Partners in Anspruch nimmt. Insofern kann man auch auf die Interessen und den Beruf des Partners eifersüchtig sein. Man kann sogar darauf eifersüchtig sein, dass der Partner morgens die Zeitung liest. Deshalb sagt Pauline in dem Roman »Die tödlichen Wünsche«: »… Ich bin auf die Zeitung eifersüchtig … das ist doch ein Verrat … in meiner Gegenwart russische Proklamationen zu lesen und die Prosa des Kaisers Nikolaus den Worten und Blicken der Liebe vorzuziehen.« Das mag kleinlich wirken, aber diese Eifersucht spüren wir meist dann, wenn unsere Liebe etwas zu erkalten beginnt. Wir fühlen uns zu kurz gekommen und sind auf alles eifersüchtig, was die Aufmerksamkeit des Partners fesselt. So ist überliefert, dass Heinrich Heine dermaßen eifersüchtig auf den Papagei seiner Frau war, dass er ihn schließlich vergiftete.

Die Eifersucht auf die Arbeit

Der wichtigste Eifersuchtsauslöser ist natürlich die Arbeit. Und inzwischen sind nicht nur die Frauen, sondern auch die Männer eifersüchtig auf die Arbeit der Frauen … So schilderte mir eine Patientin, ihr Mann habe oft gesagt: »Du bist ja mit der Firma verheiratet.« Tatsächlich ist die Arbeit oft eine Geliebte, die viel Kraft und Gedanken und Zeit bindet. Und diese Arbeit ist dann ein wichtiger emotionaler Rückzugsort. Wenn wir uns zuhause nicht mehr wohl fühlen, bleiben wir länger bei der Arbeit und ziehen uns zurück. Dort bekommen wir jene Anerkennung, die wir zuhause vermissen. Wie schwierig dann die Lösung einer solchen Eifersuchtsproblematik sein kann, schildert Balzac in seinem Roman »Der Alchimist«. Dort beschreibt er eine verzweifelte Frau, die eifersüchtig auf die Wissenschaft ihres Mannes ist. Er liebte sie, obgleich sie sich als hässlich empfand. Doch als sie ihr jüngstes Kind austrug, zog er sich zurück. Sie musste mit ansehen, dass er sich nur noch um wissenschaftliche Apparaturen und Experimente kümmerte und begriff, dass die Wissenschaft ihre Rivalin war. »Die Qualen der Eifersucht zehrten an ihrem Herzen … Aber was ließ sich gegen die Wissenschaft tun? Wie sollte man ihre immerwährende tyrannische und stets wachsende Macht brechen?«4 Doch wie sollte sie reagieren? Mit einer Nebenbuhlerin hätte sie kämpfen können, doch gegenüber der Wissenschaft fühlte sie sich machtlos. Sie wollte in sein Reich eindringen, doch er fühlte sich gestört. Schließlich kränkelte sie und erklärte ihrem Mann auf dem Sterbebett, dass ihre Krankheit in dem Moment anfing, als er der Wissenschaft mehr angehörte als der Familie.

Macht Eifersucht blind?

Nun ist diese Eifersuchtsgeschichte wirklich dramatisch. Die Frau ist deshalb so eifersüchtig, weil sie davon überzeugt ist, nicht schön zu sein. Das ist ihre Achillesferse, ihre verwundbare Seite. Hätte sie doch nur verstanden, warum sich ihr Mann zurückzog! Ich bin überzeugt, dass jede Ehe auflebt, wenn eine Frau wieder um ihren Mann wirbt. Erst wenn der Rückzug des Mannes länger als zwei Jahre anhält, kann es mitunter sehr schwierig sein, ihn zu erreichen. Er hat sich dann innerlich bereits so weit entfernt, hat seine neue innere Unabhängigkeit gefunden, hat sich mit der mangelnden Nähe in der Ehe arrangiert und empfindet jeden Versuch einer Klärung als Ruhestörung.

Tragisch ist natürlich die Tatsache, dass diese Ehefrau das Nächstliegende nicht sehen kann. Sie begreift nicht, dass auch ihr Mann eifersüchtig auf das Neugeborene war. Natürlich stellt sich die Frage: Weshalb hat sie ihren Mann nicht gefragt: »Warum hast du dich nach der Geburt des Kindes zurückgezogen?« Offenbar fühlte er sich überflüssig, war eifersüchtig und wandte sich stärker der Wissenschaft zu. Doch diese Ehefrau war zu einem solchen Gespräch nicht in der Lage. Zu schnell fühlte sie sich vom Rückzug ihres Mannes bedroht, weil sie selbst massive Minderwertigkeitsgefühle hatte.

Diesen Rückzug der Männer gibt es oft. Sie ziehen sich in den Hobbykeller zurück, hinter den Computer. Anstatt mit der Ehefrau zu reden und ihr im Haushalt zu helfen, sitzen viele Männer vor dem Bildschirm und können sich stundenlang auf ein Strategiespiel konzentrieren. Irgendwann reagieren dann auch die sanftmütigsten Ehefrauen sehr wütend und fragen: Bist du mit dem Computer verheiratet oder mit mir?

Die ungeschickte Eifersucht

Nun ist es nicht leicht, immer konstruktiv zu reagieren, wenn man eifersüchtig ist. Die Eifersucht ist doch meist ein Affekt, der uns nie ganz geschickt reagieren lässt. Oft sind wir dermaßen angesäuert, fühlen uns so sehr als die Nummer »Zwei«, dass wir nicht mehr freundlich und werbend reagieren können. Natürlich wissen wir selbst, dass es besser wäre, wenn wir unserem Ehemann sagen könnten: »Du bist so attraktiv, ich habe so Sehnsucht nach dir, ich würde dich gern streicheln, verführen, mach doch bitte den Computer aus.« So ähnlich haben Sie früher vielleicht geworben, als die Beziehung noch harmonischer war. Doch auch dies hatte manchmal keinen Erfolg und jetzt machen Sie spitze Bemerkungen. Die Stimmung ist gereizt, nun gibt es nur noch im Urlaub Sexualität. Jetzt spüren wir die Doppelbedeutung der Eifersucht. Sie ist wie ein Stachel, sie enthält eine starke Sehnsucht nach Liebe und Verbundenheit, gleichzeitig ist sie ein Aufbegehren, weil die bisherigen Liebesstrategien nicht funktionieren. »Hilfe – du bist so schwierig!« – würden die meisten Frauen am liebsten ihren Ehemännern vermitteln.

Nach der Liebesphase – die ein bis zwei Jahre anhält – befinden Sie sich nun in der Streitphase. Viele Bemühungen um Liebe hatten keinen Erfolg und Sie fangen an, sich zu beschweren. Das mag nicht immer geschickt sein. Aber positiv daran ist doch, dass das ursprüngliche Begehren dabei noch lebendig ist. Schwieriger ist es, wenn in einer Partnerschaft buchstäblich eine Friedhofsruhe einkehrt. Wenn keiner mehr etwas sagt, keiner aufbegehrt. Dann hat eine Liebesbeziehung den Charme eines Sanatoriums, aus dem meist einer ausbricht und einen Seitensprung begeht.

Eifersucht auf die Freunde

Allerdings sind wir nicht nur auf die Arbeit des Partners eifersüchtig und auf seine enge Bindung an die Tochter. Auch auf enge Freundschaften kann man durchaus eifersüchtig sein. Natürlich wissen wir alle, dass Freundschaften eine Bereicherung für eine Partnerschaft sind. Sie entlasten eine Partnerschaft von zu großen Erwartungen und haben eine stabilisierende Wirkung. Aber wir müssen doch am Beginn einer Beziehung verarbeiten, dass der Partner enge Freunde hat, die er schon viele Jahre kennt. Wir selbst kennen unseren Partner vielleicht erst seit zwei oder drei Monaten. Als er uns seine Freunde vorstellt, spüren wir, wie intensiv die Umarmungen (ein Küsschen links, ein Küsschen rechts) und wie vertraut die Gespräche sind. Sie sind natürlich manchmal viel vertrauter als der noch vorsichtige Austausch in unserer neuen Liebesbeziehung. Wir registrieren, dass unser Partner dort viele Gefühle investiert hat, dass manche Innigkeit entstanden ist, die wir uns noch erarbeiten müssen. Ein spontanes Gefühl der Eifersucht ist dann nahe liegend, auch wenn man sich sagt: Ich habe ihn nachts, ich schlafe mit ihm, er liebt mich. Aber es ist doch eine Realität, dass dieser Mann mit seinen Freunden und Freundinnen eine vertraute Welt teilt, die wir uns noch erobern müssen. Tatsache ist auch, dass manche Freundschaft stabiler ist als Partnerschaften. Männer kommen und gehen, unsere Freundschaft bleibt bestehen – heißt es oft. Und so telefonieren viele Frauen mindestens einmal in der Woche mit der besten Freundin. Diese erfährt alles: über die Kinder, Träume, die Liebe und neue Kleider.

Und noch schwieriger ist natürlich die Beziehung zur Exfrau. Inzwischen steigt fast von Jahr zu Jahr der Anteil jener Paare, die sich trennen und hinterher noch befreundet sind. Während der Studentenbewegung waren es nur wenige Paare, die hinterher eine Freundschaft begannen. Doch heute werden wir immer toleranter, wir akzeptieren die Lebensabschnittspartnerschaft und auch wegen der Kinder bemühen wir uns, halbwegs vernünftig miteinander umzugehen.

Soll man alles mitteilen?

Meist haben wir nicht nur eine enge Partnerschaft. Häufig leben wir in einem intensiven Beziehungsnetz und investieren viele Gefühle in diesen Freundeskreis. Ist da nicht Eifersucht vorprogrammiert? Und es stellt sich natürlich die Frage: Soll man dem Partner sagen, mit wem man sich trifft? Grundsätzlich plädiere ich hierbei für eine große Offenheit. Wenn wir etwas heimlich tun, besteht doch die Gefahr, dass sich der Partner hintergangen fühlt oder dass wir selbst immer das Gefühl haben, letztlich etwas Verbotenes zu tun. Allerdings sind Geheimnisse in einer Partnerschaft durchaus wichtig. Wir müssen dem Partner nicht alle Phantasien, nicht alle Situationen und Gefühle mitteilen. Im Gegenteil: Wenn wir alles berichten, würde sich jeder von uns abwenden. Dies jedenfalls ist die Erkenntnis des Philosophen Lichtenberg.

Soll man alles sagen?

Wie würden Sie handeln, wenn Sie mit einem eifersüchtigen Mann zusammenwohnen? Eine meiner Patientinnen lebte mit einem sehr eifersüchtigen Mann zusammen. Sie fühlte sich durchaus wohl mit ihm, konnte aber nicht alles mit ihm besprechen. Er war ein typischer Mann, mit dem sie nicht unbedingt über Gefühle reden konnte. Also traf sie sich einmal in der Woche mit einem Sozialarbeiter zu einer »Redekur« – wie sie es in Anspielung an Sigmund Freud nannte. Er war nicht ihr Typ, sie hatte nie das Bedürfnis, ihn zu küssen oder mit ihm zu schlafen. Aber sie genoss es, wenn sie mit ihm ihre Eheprobleme besprach und über all ihre Gefühle sprechen konnte. Doch diese Treffen verheimlichte sie.

Am Beginn der Ehe hatte sie durchaus probiert, ihrem Mann etwas über diese Beziehung zu erzählen. Aber er hatte so eifersüchtig reagiert (»Alle Männer wollen immer Frauen ins Bett holen«), dass sie schließlich darauf verzichtete.

Die Eifersucht auf die Schwiegereltern

Es gibt natürlich noch viele andere Auslöser für Eifersuchtsgefühle: Wir können auf vergangene Liebesbeziehungen des Partners eifersüchtig sein oder auf die Schwiegereltern, die oft noch einen großen Einfluss auf ihren Sohn haben. Aber die Auslöser der Eifersucht haben Sie wahrscheinlich ohnehin verstanden? Es geht immer darum, dass ich meine besondere Position als Partnerin bedroht fühle.

Nun war Sigmund Freud der Ansicht, die Wiederholung sei die Mutter des Lernens. Lassen Sie mich daher noch einmal die bisher gewonnenen Erkenntnisse zusammenfassen:

  • Wir sollten den Mut haben, unsere Eifersuchtsgefühle mitzuteilen.
  • Wir sollten uns aber bemühen, dem Partner nicht zu viele Vorwürfe zu machen.
  • Wenn der Partner sehr eifersüchtig ist, ist manchmal ein Schweigen sinnvoller.
  • Wir sollten uns bemühen, das Band der Nähe wieder herzustellen.
  • Und es ist wichtig, dass wir selbstbewusster werden.

Um diese Erkenntnisse zu vertiefen, wenden wir uns jetzt der mittleren Eifersucht zu.