7. KAPITEL

Cameron war alles andere als begeistert, als ich in Begleitung von Allison aus der Umkleide zurückkehrte. Meine Freundin trug jetzt nicht mehr ihr Sportdress, sondern war wieder ganz normal gekleidet mit Leggins, einem knielangen Rock, Sneakers und einer Collegejacke.

„Das ist mein Freund Cameron“, stellte ich ihn vor. Außerdem sagte ich ihm natürlich, wer die Studentin neben mir war. Cameron würdigte Allison keines Blickes, sondern sprach mich direkt an.

„Lindsay, hast du dir das gut überlegt? Ich würde einen Freund, der mich ein Mal enttäuscht hat, für immer in den Wind schießen.“

„Menschen können sich ändern, Cameron“, brachte Allison beschämt hervor.

Aber er zuckte nur mit den Schultern.

„Ihr müsst wissen, was ihr tut.“

Insgeheim war ich froh darüber, dass Cameron meine Freundin so offensichtlich ablehnte. Allison ist nämlich sehr attraktiv. Trotz ihrer großen Kraft hat sie auf keinen Fall eine unweibliche Figur, sondern sieht im Gegenteil richtig knackig aus. Wenn sie erst mal in einem knappen Bikini bei dem Bodybuilding-Wettbewerb auf der Bühne stand, würden die Typen bestimmt Stielaugen bekommen. Doch ob es dazu kommen würde, war eine ganz andere Frage. Denn wenn wir das Verbrechen wirklich aufklären konnten, würde ja herauskommen, warum meine Freundin die Polizei zunächst angelogen hatte. Und dann konnte sie ihre Sportkarriere wegen des Dopings knicken. Doch im Moment war mir das herzlich egal. Ich wollte endlich die Wahrheit ans Licht bringen.

Jetzt half uns Allison jedenfalls ganz konkret, indem sie Cameron und mich in ihr Auto verfrachtete. Meine Freundin besaß einen alten Mitsubishi Colt, den sie auf dem Parkplatz des Sportzentrums abgestellt hatte. Cameron und ich setzten uns nach hinten, und Allison ließ den Motor an.

„Wohin fährst du uns? Zum Polizeipräsidium?“

„Sehr witzig, Cameron. Ich bringe euch zur Kunsthochschule. Und dann schicke ich Fiona eine SMS und hoffe, dass sie rauskommt.“

Das war ein guter Plan, jedenfalls fiel mir selbst kein besserer ein. Fiona war die Ehrgeizigste von uns. Sie würde nur sehr ungern das Seminar verlassen. Plötzlich kam mir ein entsetzlicher Gedanke: Was, wenn Fiona von dem Stipendium erfahren hatte, das mir verliehen werden sollte? Ob das ein Grund gewesen war, mir den Mord in die Schuhe zu schieben? Doch kaum war mir dieser Einfall gekommen, als ich ihn auch schon wieder verwarf. Schließlich war Fiona, soweit ich mich erinnern konnte, während der Tatzeit mit Allison und mir zusammen gewesen. Und außerdem – Alices Tod wäre für sie sinnlos gewesen, denn dadurch bekam sie das Stipendium garantiert nicht zugesprochen. Es hätte Fiona mehr gebracht, mich zu ermorden.

Schweigend quälte ich mich mit diesen düsteren Überlegungen. Auch Cameron war nicht gesprächig, hielt aber die ganze Zeit meine Hand, während wir im Auto saßen. Dadurch fiel etwas von der Anspannung von mir ab. Einmal wäre ich beinahe ausgeflippt, als ein Streifenwagen an einer roten Ampel direkt neben uns stand. Allison hätte einfach nur aus dem Mitsubishi Colt springen und zu den Officers hinüberlaufen müssen. Cameron und ich saßen ja hinten in der zweitürigen Karre und konnten nicht so schnell entkommen.

Aber meine Freundin bewegte sich nicht. Sie blieb hinter dem Lenkrad sitzen. Als die Ampel auf Grün sprang, fuhr sie so vorschriftsmäßig los, als ob sie gerade eine Fahrschulprüfung ablegen würde. Wenig später bog das Polizeiauto links ab, und ich stieß erleichtert die Luft aus.

„Hast du gedacht, ich würde euch verraten, Lindsay?“

„Es wäre ja nicht das erste Mal“, sagte Cameron, bevor ich etwas erwidern konnte. Während der restlichen Fahrt herrschte im Auto eisiges Schweigen. Ich war hin und her gerissen. Einerseits fand ich es schade, dass Cameron und Allison sich offenbar nicht ausstehen konnten. Aber andererseits war es auch sehr schmeichelhaft für mich, dass mein Freund sich so eindeutig auf meine Seite schlug. Was immer auch passieren würde, auf Cameron konnte ich mich hundertprozentig verlassen. Daran hatte ich nicht den geringsten Zweifel.

Endlich erreichten wir die Glasgow School of Art. Allison parkte auf der gegenüberliegenden Straßenseite unweit eines Seiteneingangs. Bis dorthin reichte der Radius der Überwachungskameras nicht, jedenfalls hofften wir das. Meine Bodybuilding-Freundin griff zu ihrem Handy.

„Ich werde Fiona simsen, dass sie zu der Tür hier kommen soll“, sagte Allison. „Ich schreibe ihr, dass etwas Wichtiges geschehen ist, über das ich persönlich mit ihr sprechen will. Sobald sie erscheint, verfrachte ich Fiona in mein Auto. Und dann sehen wir weiter.“

Sie schickte die Nachricht ab. Zwei Minuten verstrichen, die mir wie eine halbe Ewigkeit vorkamen. Wenn meine Streberfreundin Fiona nun im Seminar ihr Telefon abgeschaltet hatte? Oder wenn sie misstrauisch wurde und den Sicherheitsdienst rief? Je länger ich darüber nachdachte, desto blöder kam mir Allisons Einfall vor.

Doch dann ertönte das Signal, dass soeben eine Textnachricht eingetroffen war.

„Fiona schreibt, sie will runterkommen“, sagte Allison aufgeregt. „Ich fange sie ab, bevor sie es sich anders überlegt. Bis gleich.“

Und ehe Cameron und ich etwas erwidern konnten, hatte sie ihr Auto verlassen und die Fahrbahn überquert. Wir konnten beobachten, wie sich Allison direkt neben dem Eingang auf die Lauer legte.

Nun verhielt sich Allison ganz anders als in der Umkleidekabine. Zuerst war sie unsicher gewesen, hatte sich in Grund und Boden geschämt. Trotz ihrer körperlichen Stärke war sie mir sehr schwach vorgekommen. Doch seit meine Freundin mir ihre Hilfe angeboten hatte, wuchs ihre Entschlossenheit von Minute zu Minute. Jedenfalls war das mein Eindruck. Eine Verbündete wie Allison konnten wir jetzt gut gebrauchen.

Nur Cameron war immer noch nicht überzeugt von ihr. Das wurde mir klar, als ich mich plötzlich mit ihm allein im Wagen befand.

„Lindsay, willst du dich wirklich auf diese falsche Schlange verlassen? Wegen ihr bist du unter Mordverdacht geraten, ist dir das eigentlich klar?“

„Ja, und Allison weiß es auch. Sie bereut ihren Fehler zutiefst. Alice hat sie und Fiona erpresst; so kamen die Falschaussagen überhaupt nur zustande.“

„Ich hoffe, dass du dich auf deine Menschenkenntnis verlassen kannst. Sonst landen wir beide nämlich im Handumdrehen im Knast.“

Mir war natürlich klar, dass Camerons Schicksal nun untrennbar mit meinem verbunden war. Die Justiz würde es gar nicht lustig finden, dass er mir bei der Flucht geholfen hatte. Konnte es einen besseren Liebesbeweis geben? Plötzlich wurde mir so richtig klar, was Cameron alles für mich riskierte. Ich wurde von einem warmen Gefühl der Zuversicht durchströmt, obwohl wir, objektiv gesehen, immer noch ziemlich in die Röhre schauten.

„In dir habe ich mich jedenfalls nicht getäuscht“, flüsterte ich ihm ins Ohr. „Und du musst Allison einfach zugestehen, dass sie aus ihren Fehlern lernen kann.“

Darauf erwiderte Cameron nichts. Stattdessen gab er mir einen Kuss. Dieser Kerl war einfach fantastisch. Obwohl ich sehr angespannt war, ließ mich die Berührung durch seine heißen Lippen für einen Moment meine Sorgen ein wenig vergessen. Wir lösten uns wieder voneinander.

Da öffnete sich der Nebeneingang der Kunsthochschule. Unwillkürlich hielt ich den Atem an. Ich erblickte Fiona, die ein grünes Sommerkleid trug und ihre Umhängetasche dabeihatte. Allison sprach sie an. Natürlich konnte ich nicht hören, was geredet wurde. Schließlich befanden sich die beiden auf der gegenüberliegenden Straßenseite. Allison deutete auf ihr Auto, in dem wir saßen. Fiona machte eine ängstliche, abwehrende Bewegung. Aber Allison gestikulierte wild, offenbar redete sie mit Engelszungen. Nun blickte Fiona in unsere Richtung. Für einen Moment spürte ich wieder die freundschaftlichen Gefühle aufflackern, die es zwischen Fiona und mir gegeben hatte. Jedenfalls gab sich Fiona jetzt einen Ruck. Zögernd kam sie auf unser Auto zu. Gleich darauf öffnete sie die Beifahrertür und ließ sich auf den Sitz fallen. Auch Allison stieg wieder ein und deutete mit dem Daumen auf mich.

„Du hörst dir jetzt an, was Lindsay zu sagen hat, Fiona! Und wenn du auch nur noch einen Funken Anstand im Leib hast, wirst du dich genauso schämen wie ich.“

Als sie nun den Mund öffnete, wurde mir klar: Fiona war stur. Sie wollte sich nicht eingestehen, dass sie einen Fehler gemacht hatte.

„Wir konnten nicht anders, Alice hat uns dazu gezwungen“, behauptete sie. Ich war so perplex, dass ich darauf zunächst nicht reagieren konnte. Auch Cameron blieb ausnahmsweise die Luft weg. Allison dagegen schüttelte traurig den Kopf. Sie fuhr sich mit beiden Handflächen über das Gesicht. Ihre Augen schimmerten feucht, als sie zu sprechen begann. Noch nie zuvor hatte ich die taffe Sportlerin weinen gesehen. Dadurch erschienen mir ihre Worte noch eindringlicher.

„Wir konnten nicht anders, ja? Sieh dir Lindsay genau an, Fiona. Ihr Leben ist verpfuscht. Glaubst du, als verurteilte Mörderin wird sie jemals einen anständigen Job kriegen? Wenn sie eines Tages aus dem Knast entlassen wird, dann gibt ihr niemand eine Chance. Und warum nicht? Weil sie ein Mal gesessen hat. Lindsay hat mich nicht dazu gezwungen, meine Leistungen mit Doping aufzupeppen. Und sie hat dir auch nicht gesagt, dass du deinen Freund betrügen sollst. Das haben wir uns nämlich selbst zuzuschreiben.“

Allisons Appell an Fionas Gewissen verfehlte seine Wirkung nicht. Meine andere Exfreundin wurde kreidebleich. Ihr Adamsapfel hob und senkte sich. Sie nagte an ihrer Unterlippe. Als sie zu sprechen begann, klang ihre Stimme dünn und brüchig, wie bei einem kleinen Kind. Von ihrer bockigen Fassade war nichts übrig geblieben.

Eigentlich war ich froh, dass ich mich in meinen Freundinnen nicht so völlig getäuscht hatte. Sicher, beide waren mir in den Rücken gefallen. Doch sobald sie mir Auge in Auge gegenüberstanden, erinnerten sie sich an unsere Freundschaft. Ich glaubte nun auch Fiona, dass sie ihren Verrat bereute. Jedenfalls klangen ihre Worte wirklich ziemlich zerknirscht.

„Ich wünschte, ich könnte alles ungeschehen machen, Lindsay. Es war so dumm und unüberlegt von mir, gegen dich auszusagen. Du musst uns doch hassen, Allison und mich.“

„Nein, ich hasse euch nicht. Aber ich brauche eure Hilfe, um meine Unschuld zu beweisen. Ich glaube inzwischen, dass Alice untertauchen wollte. Sie muss ein düsteres Geheimnis gehabt haben, von dem niemand etwas wusste.“

Fiona nickte zerstreut und warf Cameron einen scheuen Blick zu. Ich erklärte ihr, wer er war und warum er neben mir im Auto saß. Fiona war bekannt dafür, dass sie alle attraktiven Typen hemmungslos anflirtete, aber bei Cameron versuchte sie es nicht. Also musste sie wirklich im Innersten zutiefst erschüttert sein. Vielleicht dachte Fiona auch nur angestrengt nach. Jedenfalls schnippte sie plötzlich mit den Fingern.

„Hey, dazu fällt mir was ein! Ich war mal mit Alice unterwegs, weil wir für ein Uni-Projekt Alufolie besorgen sollten. Plötzlich klingelte ihr Handy. Offenbar passte es ihr überhaupt nicht, angerufen zu werden. Sie ging ein paar Schritte zur Seite, damit ich das Gespräch nicht mithören konnte. Alice zoffte sich mit dem Anrufer, so viel war klar. Ich kriegte nur noch den Schluss des Telefonats mit. Alice sagte: ‚Aber wir wollten doch gemeinsam fortgehen, Delbaeth!‘ Dann beendete sie das Gespräch. Für den Rest des Uni-Tages hatte sie eine fürchterliche Laune.“

„Und du hast keine Ahnung, wer dieser Delbaeth ist?“, hakte ich nach. Fiona schüttelte heftig den Kopf.

„Nein, Alice war ja keine Freundin von mir. Wir kannten uns nur, weil wir einige Kurse gemeinsam belegt hatten. Sie wusste ja, dass du und ich miteinander befreundet waren. Schon weil sie dich nicht ausstehen konnte, hielt sie mich auf Distanz. Ich nehme an, dass Delbaeth ein Liebhaber oder Verehrer von ihr war.“

„Ich habe den Namen Delbaeth auch noch nie gehört“, meinte Allison. „Aber wir können ja mal sehen, was das Internet dazu sagt.“

Allison griff zu ihrem Smartphone und jagte den Namen Delbaeth durch verschiedene Suchmaschinen. Aber es gab in Glasgow niemanden, der so hieß. Wir versuchten verschiedene Schreibweisen, aber auch das brachte nichts. Allerdings stießen wir immer wieder auf eine Information, die uns ziemlich irritierte.

„Delbaeth ist eine keltische Sagenfigur“, stellte ich fest, während ich Allison über die Schulter schaute. „Er wird als ein Sohn des Kriegsgottes Neit beschrieben und soll in grauer Vorzeit geherrscht haben.“

„Das bringt uns aber überhaupt nicht weiter“, meinte Fiona entmutigt.

„Vielleicht doch“, sagte Cameron, der lange Zeit geschwiegen hatte. „Delbaeth könnte ein Spitzname sein. Wenn Alice nicht wollte, dass Fiona ihr Telefonat mithört, dann hat sie den Typen bewusst mit seinem Spitznamen angeredet. Fiona oder andere Personen sollten nicht mitkriegen, wer er wirklich ist. Und dafür gibt es nur eine Erklärung: Alice wollte um jeden Preis vermeiden, dass jemand mitkriegt, dass sie mit diesem geheimnisvollen Delbaeth in Verbindung steht.“

„Das ist ihr ja auch gelungen“, seufzte Allison. „Ich jedenfalls habe keine Ahnung, wer dieser Delbaeth sein könnte.“

Auch Fiona hatte offenbar keine zündende Idee und ich ebenfalls nicht. Doch ein Seitenblick auf Camerons Gesicht gab mir Hoffnung. Er sah so aus, als ob er einen guten Einfall hätte.

„Was ist, Cameron? Ich bin für jede Anregung dankbar.“

„Später, Lindsay. Ich habe noch eine Idee, die brauchbar sein könnte. Aber das werde ich dir unter vier Augen erzählen.“

„Wieso?“, fragte Allison. „Vertraust du uns nicht?“

„Nein, nicht wirklich. Wenn Lindsay das anders sieht, ist das ihre Angelegenheit. Ich kann aber nur für mich sprechen.“

Ich fand, dass Cameron ganz schön hart zu Allison und Fiona war. Doch ich fand es gut, dass er bei seiner eigenen Meinung blieb. Ich kann es nicht ausstehen, wenn ein Typ mir immer nur nach dem Mund redet. Obwohl ich mir in diesem Fall gewünscht hätte, dass er meinen Freundinnen etwas entgegengekommen wäre.

Allison und Fiona erzählten noch von ihren polizeilichen Vernehmungen. Aber dabei kam nichts heraus, was uns bei der Suche nach dem wahren Mörder von Nutzen gewesen wäre. Die einzige heiße Spur war offenbar wirklich dieser Delbaeth. Ich konnte nur hoffen, dass sich Fiona nicht verhört hatte. Denn Alice würden wir nicht mehr fragen können. Nie mehr.

Allison fuhr Cameron und mich noch an den Stadtrand, wo nicht so viele Polizeistreifen unterwegs waren wie in der Nähe der zentral gelegenen Kunsthochschule. Dann verabschiedete ich mich von meinen beiden Freundinnen. Fiona warf mir einen wehmütigen Blick zu.

„Ich hoffe, dass eines Tages wieder alles so sein wird wie früher, Lindsay – auch wenn dein Freund uns nicht ausstehen kann.“

Cameron sagte nichts, sondern wartete einige Schritte entfernt. Ich war jetzt doch froh, dass ich den Kontakt zu Allison und Fiona wieder aufgenommen hatte. Wir umarmten uns sogar. Dann stiegen die beiden in das Auto und fuhren davon.

Cameron kam zu mir herüber und legte den Arm um meine Schultern.

„Ich hoffe nicht, dass es hier gleich von Streifenwagen wimmelt.“

„Du gibst den beiden wirklich keine Chance, was?“

„Sie haben dir ja auch keine gegeben. – Aber lass uns nicht wegen diesen Hühnern streiten, okay? Ich habe mir überlegt, dass wir Onkel Arthur anrufen sollten. Er wird sich sowieso schon Sorgen machen und wissen wollen, was mit uns passiert ist. Aber vor allem ist er ein erfahrener Mann, der sich in Glasgow unheimlich gut auskennt. Er hat die Stadt niemals verlassen und kann tausend Geschichten über die Leute hier erzählen. Wenn jemand mit dem Spitznamen Delbaeth etwas anfangen kann, dann er.“

„Das ist eine gute Idee. Doch was ist, wenn die Polizei Onkel Arthur überwacht?“

„Okay, die Gefahr besteht. Aber ich denke, er ist clever genug, um die Beamten auszutricksen.“

Sofort setzten wir das Vorhaben in die Tat um. Nach einigem Suchen fanden wir eine Telefonzelle. Cameron hatte zwar die ganze Zeit sein Handy bei sich, aber es blieb ausgeschaltet. Wir konnten nicht riskieren, es zu benutzen. Zu groß war das Risiko, dass die Cops uns orten könnten.

Cameron wählte die Nummer des alten Bildhauers. Währenddessen lief ich nervös hin und her. Meine ganze Hoffnung ruhte jetzt auf diesem Namen Delbaeth, der vielleicht gar keine Bedeutung hatte. Sicher, ich war nun mal keine Kriminalistin. Wie konnte ich mir überhaupt einbilden, diesen Fall besser lösen zu können als die Polizei? Sicher, ich selbst war nicht schuldig. Aber der wahre Mörder hatte mich auf teuflisch geniale Art zum Sündenbock aufgebaut. Gab es das perfekte Verbrechen etwa doch?

Plötzlich war ich ziemlich verzagt. Der Mut hatte mich verlassen. Meine ganze Flucht kam mir sinnlos vor. Ob ich vielleicht lieber meinen Anwalt anrufen sollte? Wenn ich mich freiwillig der Polizei stellte, würde sich das für mich doch positiv auswirken, oder?

Zum Glück hatte Cameron sein Telefonat beendet, bevor ich vollends den Mut verlor. Lächelnd kam er zu mir herüber.

„Onkel Arthur will sich gleich mit uns treffen. – Hey, was ist denn los?“

„Ich komme mir vor wie die Maus in der Falle, Cameron. Ich klammere mich an jeden Strohhalm, aber allmählich geht mir die Power aus. Das, was wir hier abziehen, kommt mir so sinnlos vor.“

Cameron nahm mich in die Arme und strich mir zärtlich mit zwei Fingern über die Wange.

„Ich kann verstehen, wie du dich fühlst. Mir sind auch schon schlimme Dinge passiert. Aber immer, wenn ich keine Chance mehr sah, ist es irgendwie doch weitergegangen. Onkel Arthur hat sich jedenfalls sehr über meinen Anruf gefreut. Und ich bin sicher, dass er uns helfen kann. – Lass uns gehen, er will uns an der Templetons Factory im Glasgow Green treffen.“

Glasgow Green ist ein weitläufiger Park im Südosten der City. Ich kannte mich dort nicht besonders gut aus, aber ich hatte ja Cameron an meiner Seite. Auf jeden Fall fühlte ich mich jetzt, nachdem er mich aufgemuntert hatte, schon etwas besser. Wir riskierten es, einen Bus zu nehmen. Vom Stadtrand bis zu dem Parkgelände war es doch ganz schön weit. Ich wurde immer zappliger, während wir im Bus saßen. Gleichzeitig fürchtete ich mich aber auch davor, dass Arthur Elliot mir gar nicht helfen konnte. Falls das passieren sollte, hatte ich wirklich überhaupt keinen Plan mehr.

Cameron führte mich zur Templeton Factory, die eher an einen Palast als an eine Produktionsanlage erinnerte. Unweit davon wartete Onkel Arthur schon auf einer Parkbank. Er hatte einen guten Treffpunkt gewählt. In diesem Teil der Grünanlage war nicht allzu viel los. Außerdem schirmten uns hohe Hecken gegen neugierige Blicke ab. Und falls sich aus Richtung Haupteingang eine Polizeipatrouille näherte, würden wir sie rechtzeitig bemerken und uns aus dem Staub machen können.

Der alte Bildhauer umarmte uns herzlich. Dann forderte er Cameron und mich mit einer Geste auf, uns zu ihm zu setzen.

„Ich freue mich, euch immer noch in Freiheit zu sehen. Dabei tut die Polizei von Glasgow wirklich alles Menschenmögliche, um euch zu erwischen. Bei mir standen die Cops auch schon auf der Fußmatte. Aber ich hatte die kaputten Handschellen und Lindsays Kleider schon längst beseitigt. Die Polizisten haben nicht den geringsten Hinweis auf dich gefunden, Lindsay. Außerdem habe ich behauptet, ich hätte meinen Neffen schon seit Wochen nicht mehr gesehen. Nach dir suchen sie also auch, Cameron. Offenbar hat der Kumpel, von dem du das Auto geliehen hattest, seinen Mund nicht halten können.“

Cameron nickte.

„Das ist blöd. Aber warum sollte Ernie für Lindsay schweigen? Er kennt sie ja noch nicht mal. Wenn er wüsste, dass sie vom wahren Mörder verschaukelt werden soll, hätte er bestimmt zu uns gehalten. Ich bin jedenfalls nicht sauer auf ihn. Aber wir haben uns vor allem mit dir getroffen, weil wir dich etwas fragen wollen.“

„Und was?“

„Delbaeth, Onkel Arthur. Ich spreche jetzt nicht von der keltischen Sagengestalt, sondern von jemandem, der diesen Spitznamen trägt. Es muss eine Person sein, die etwas mit dem Mordopfer zu schaffen hatte. Jedenfalls hat Alice Wright einmal bei einem Telefonat diesen Namen erwähnt.“

Während sein Neffe sprach, nickte der alte Bildhauer langsam. Arthur Elliot lehnte sich auf der Parkbank nach hinten und kniff die Augen zusammen. Er richtete seinen Blick in die Ferne. Aber ich glaubte, dass er gar nicht auf das Flussufer schaute, das weit vor uns am Rand der Rasenfläche zu erkennen war. Stattdessen blickte er gewiss nach innen, vielleicht auch weit in die Vergangenheit. Ich ertappte mich dabei, dass ich ungeduldig auf der harten Holzbank hin und her rutschte. Nach einer Weile, die mir wie eine halbe Ewigkeit vorkam, öffnete er wieder die Lippen.

„Delbaeth, ja, das sagt mir etwas. Aber es ist lange her, verflucht lange. Dreißig Jahre mindestens, schätze ich. Aber damals gab es hier in Glasgow einen Typen, der allgemein nur Delbaeth genannt wurde. Oh, das war ein Schönling, so ein richtiger Womanizer. Ich war ja damals ebenfalls jung, auch wenn ihr euch das wahrscheinlich nicht vorstellen könnt. Wir anderen Kerle waren jedenfalls neidisch auf Delbaeth, weil er bei den Ladys so gut ankam. Aber ich muss zugeben, dass er wirklich nicht übel aussah. Groß, athletisch, sehr ausdrucksvolle Augen, eine Körpersprache wie ein gefährliches Raubtier. Wenn ich malen würde, hätte ich ihn gerne als Modell gehabt. Aber ich war damals schon mehr für die Bildhauerei zu haben, obwohl ich noch mehr mit Marmor gearbeitet habe und weniger mit Metall.“

Das interessierte mich in diesem Moment herzlich wenig. Gespannt fragte ich: „Und warum wurde dieser Mann Delbaeth genannt?“

„Wegen seinem aufbrausenden Temperament, Lindsay. Du weißt ja vielleicht, dass die Sagengestalt Delbaeth der Legende nach der Sohn des keltischen Kriegsgottes sein soll. Nun, aggressiv war dieser junge Playboy damals ebenfalls. Wenn ihm bei den Frauen ein anderer Typ in die Quere kam, benahm er sich wie ein Berserker. Da flogen schnell mal die Fäuste, er hatte sich einfach nicht im Griff. Deswegen kam er auch öfter mal mit dem Gesetz in Konflikt, aber nichts Ernstes. Jedenfalls hat es seiner Karriere nicht geschadet.“

Mein Pulsschlag beschleunigte sich noch weiter.

„Dann weißt du also, was dieser Mann, der Delbaeth genannt wurde, heutzutage macht?“

„Ja, allerdings. Der ehemalige Raufbold mit dem großen Frauenverschleiß ist niemand anders als der ehrwürdige Professor Angus MacLaren, einer der angesehensten Dozenten an der Glasgow School of Art. Ich nehme an, dass du ihn kennst, Lindsay.“

Ich nickte geistesabwesend. Diese Nachricht musste ich erst einmal verdauen. Sie schlug ein wie eine Bombe. Aber plötzlich ergab alles einen Sinn. Ich öffnete den Mund, um die Puzzleteile des Rätsels zusammenzusetzen.

„Ja, der Name Angus MacLaren sagt mir etwas. Ich habe ihn auch schon öfter in der Cafeteria und auf den Korridoren gesehen. Allerdings war ich bisher noch nie in seinen Seminaren und Übungen, weil sie nicht in meinen Studienplan passten. Ich muss zugeben, dass er immer noch sehr gut aussieht.“

Cameron runzelte die Stirn.

„Willst du mich jetzt eifersüchtig machen?“

Ich wuschelte ihm lächelnd durch sein Haar.

„Quatsch, überhaupt nicht. Ich stehe nicht auf ältere Herren mit grauen Schläfen. Ich wollte nur das bestätigen, was Onkel Arthur gesagt hat: Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass Angus MacLaren damals nichts hat anbrennen lassen. Es würde mich wundern, wenn er heutzutage seiner Frau treu ist. Es ist unübersehbar, wie stark ihn einige Studentinnen anflirten. Und Angus MacLaren hatte auch eine sehr attraktive studentische Hilfskraft – nämlich Alice Wright!“

Elliot und Cameron schauten mich verblüfft an. Offenbar hatten die beiden das noch nicht gewusst.

„Alice Wright war die Assistentin von dem Prof?“

„So ist es, Cameron. Du weißt ja, dass ich Alice nicht ausstehen konnte. Und dafür gab es viele Gründe. Mich hat ihre arrogante und angeberische Art völlig genervt. Dauernd musste sie bei jeder passenden und unpassenden Gelegenheit von sich geben, wie wichtig und unentbehrlich ihre Hilfe für MacLaren wäre.“

„Wahrscheinlich nicht nur bei irgendwelchen Uni-Projekten“, meinte der alte Bildhauer. „Warum sollte sich Angus MacLarens Charakter so grundlegend geändert haben? Wie heißt es doch so schön im Sprichwort: Die Katze lässt das Mausen nicht.“

„Und Alice Wright war ein ganz schön attraktives Mädchen“, räumte ich ein. „Das muss ich ihr zugestehen, auch wenn ich sie nicht leiden konnte. Alice war zwar mit Robert Cincade zusammen, aber von dem hat sie sich ja angeblich getrennt. Außerdem traue ich ihr zu, dass sie neben ihrem Freund auch noch was mit ihrem Prof angefangen hat. Moralische Hemmungen hatte sie sicher nicht.“

„Angus MacLaren konnte problemlos die Mordwaffe besorgen“, erinnerte Onkel Arthur. „Er ist Professor und wird ganz sicher nicht vom Sicherheitsdienst der Uni verdächtigt, ein Messer aus einem Seminarraum zu klauen.“

„Und er wusste, dass Alice und ich uns spinnefeind waren! Also konnte er mich als den perfekten Sündenbock aufbauen, während er selbst eiskalt seine Geliebte umbrachte. Und Alice hat ihm, ohne es zu wissen, auch noch geholfen, indem sie zunächst ihren eigenen Tod nur vortäuschen wollte. Oh, was für ein Dreckskerl!“

Cameron legte mir beruhigend den Arm um die Schultern.

„Hey, bleib cool. Noch wissen wir nicht, ob MacLaren wirklich seine Assistentin auf dem Gewissen hat. Wir haben nur von Fiona gehört, dass Alice sich mal am Telefon mit einem Typen namens Delbaeth gestritten hat. Mehr Hinweise haben wir nicht. Mit dieser Information brauchen wir gar nicht erst zu den Cops zu gehen.“

„Du kannst einem wirklich Mut machen“, murmelte ich mürrisch. Im nächsten Moment taten meine Worte mir schon wieder leid. Ich wusste ja, dass Cameron und auch Onkel Arthur auf meiner Seite waren. Aber mein neuer Freund nahm mir meine schlechte Laune nicht krumm.

„Wir müssen einfach mehr Belastungsmaterial gegen MacLaren sammeln, das ist alles. Ich frage mich natürlich vor allem nach dem Mordmotiv. Angenommen, Alice wollte wirklich aus Schottland verschwinden. Wenn der Prof so ein besitzergreifender Kerl ist, wollte er sie vielleicht einfach nicht gehen lassen. Und als Alice trotzdem nicht nach seiner Pfeife tanzte, hat er sie schlichtweg umgebracht. So nach dem Motto: Wenn ich sie nicht haben kann, dann darf sie nicht weiterleben.“

Elliot nickte.

„Ich würde MacLaren so eine Bluttat auch zutrauen. Aggressiv genug war er ja früher schon. Aber wir sollten noch eine andere Variante berücksichtigen: Soweit ich weiß, ist der Professor verheiratet. Wäre es denkbar, dass Alice ihn erpresst hat? Wenn er nicht das tut, was sie will, erzählt sie alles seiner Frau. Das wäre auch ein überzeugender Grund, die hübsche Assistentin loszuwerden. Jedenfalls für einen Kerl mit so einem miesen Charakter, wie Angus MacLaren ihn hat.“

„Das klingt alles sehr überzeugend, Cameron und Onkel Arthur. Aber ich fürchte, dass MacLaren den Mord ziemlich gut durchdacht hat. Ihr wisst selbst, dass alle Hinweise auf mich deuten. Selbst wenn Fiona und Allison ihre Aussagen bei der Polizei widerrufen, bleibt immer noch die Mordwaffe mit meinen Fingerabdrücken darauf. So etwas lässt sich nicht wegdiskutieren. Außerdem wissen die Cops, dass ich früher mit Fiona und Allison befreundet war. Es wird so aussehen, als wollten die beiden Mädels mir nur aus Sympathie plötzlich ein Alibi verschaffen. Wir haben einfach nichts gegen den Killer in der Hand. – Also müssen wir ihm eine Falle stellen.“

Onkel Arthur und Cameron schauten mich verblüfft an. Der Einfall war mir gerade eben erst gekommen. Ich wusste noch nicht, ob er überhaupt etwas taugte. Also sprach ich einfach weiter.

„Ich rufe MacLaren an und behaupte, dass Alice kurz vor ihrem Tod noch mit mir gesprochen hat. Sie fürchtete sich vor MacLaren und hat mir Material übergeben, das ich im Fall ihres Todes an die Cops weiterleiten soll.“

Cameron runzelte die Stirn.

„Aber dieses Belastungsmaterial existiert doch gar nicht, oder?“

„Nein, leider nicht. Ich muss nur so glaubhaft klingen, dass der Professor mir die Story abkauft.“

„An MacLarens Stelle würde ich mich fragen, warum du mit diesen Beweisen erst jetzt um die Ecke kommst.“

„Okay, guter Einwand! Weil … weil … sie an einem Ort versteckt waren, an den ich erst mal nicht so einfach rankam. Immerhin bin ich auf der Flucht vor der Polizei, das weiß der Mörder doch auch.“

„Und was ist, wenn wir uns mit unserem Verdacht völlig verrannt haben?“, warf Elliot ein. „Falls MacLaren unschuldig ist, wird er sofort die Cops verständigen.“

„Dieses Risiko muss ich eingehen“, meinte ich. „Außerdem sucht die Polizei mich doch sowieso schon mit Hochdruck. Aber ich bin überzeugt davon, dass MacLaren der wahre Täter ist.“

Cameron gefiel die ganze Sache nicht. Das konnte ich deutlich spüren, als er jetzt das Wort ergriff.

„In Ordnung, Lindsay. Aber nur mal angenommen, MacLaren legt nicht sofort auf. Wie soll es dann weitergehen?“

„Ich werde ihm ein Treffen vorschlagen. Und wenn ich dem Prof Auge in Auge gegenüberstehe, versuche ich, ihm ein Geständnis zu entlocken. Ich dachte, du könntest mir dein Handy leihen, damit ich einen Tonmitschnitt machen kann.“

„Mein Handy kriegst du, das ist kein Problem. Aber so eine Begegnung mit MacLaren ist viel zu gefährlich. Immerhin ist der Kerl ein Frauenmörder. Ich will auf jeden Fall dabei sein.“

„Darauf wird er sich bestimmt nicht einlassen.“

„Dann solltest du dir diesen Anruf sparen, Lindsay. Ich will nicht, dass du dein Leben riskierst.“

Ich war innerlich hin und her gerissen. Einerseits fand ich es total süß, dass sich Cameron so um mich sorgte. Andererseits sah ich gerade in einem Treffen mit MacLaren die einzige Chance, um meine Unschuld zu beweisen. Deshalb redete ich eindringlich auf meinen Freund ein.

„Überleg doch mal, Cameron. MacLaren ist clever, er wird nichts riskieren wollen. Er weiß, dass ich auf der Flucht vor der Polizei bin und nichts mehr zu verlieren habe. Ich werde behaupten, dass ich Geld von ihm will, damit ich Großbritannien verlassen kann. Die ganze Aktion steht und fällt mit meiner Glaubwürdigkeit. Wenn der Prof den Fake durchschaut, ist die Sache sowieso gestorben.“

Nun sagte auch Elliot seine Meinung.

„Es geht mich zwar nichts an, aber ich finde Lindsays Idee auch gut. Gewiss, es ist riskant. Aber was für andere Möglichkeiten gibt es, um Lindsays Unschuld zu beweisen? Mir ist noch keine eingefallen, und ich zerbreche mir ständig den Kopf darüber.“

„Ich auch“, gab Cameron zu. „Also gut, Lindsay, dann ruf jetzt MacLaren an. Aber ich möchte in deiner Nähe bleiben, wenn du diesen Mörder triffst.“

Ich lächelte meinem Freund zu.

„Dagegen habe ich absolut nichts einzuwenden.“

Mir war auch wohler bei dem Gedanken, dem Killer nicht mutterseelenallein gegenübertreten zu müssen. Wir fingen sofort damit an, mein Vorhaben in die Tat umzusetzen. Als Erstes suchten wir wieder eine funktionierende Telefonzelle. Dort rief ich zunächst die Auskunft an, um mir MacLarens Telefonnummern geben zu lassen. Tagsüber hielt er sich wahrscheinlich in seinem Uni-Büro auf, falls er nicht gerade ein Seminar oder eine Vorlesung gab. Ansonsten bekam ich auch noch seine Privatnummer.

Zunächst hängte ich den Hörer wieder ein. Ich musste mich innerlich einen Moment lang sammeln. Cameron und Elliot standen draußen vor der Zelle. Während der alte Bildhauer eine aufmunternde Geste machte, schien mein Freund immer noch nicht von meinem Plan überzeugt zu sein. Aber ich tat das hier auch für ihn. Ich wollte ein normales Leben führen und mit Cameron zusammen sein. Ich hatte weder Lust auf ein Leben im Untergrund noch auf eine lebenslange Haftstrafe in einem schottischen Frauengefängnis.

Also tat ich, was ich tun musste: Ich rief den Mörder an.