20

Am Montagmorgen stand ich um 6.00 Uhr auf und joggte langsame, schmerzvolle fünf Meilen. Ich war schlecht in Form, und eigentlich hätte ich überhaupt nicht da sein sollen, aber ich konnte nicht anders. Das mußte das schlimmste Weihnachten gewesen sein, was ich jemals verbracht hatte, und soweit ich es beurteilen konnte, fiel das neue Jahr auch nicht viel besser aus. Heute war der 3. Januar, und ich wollte mein Leben wieder so haben, wie es gewesen war. Mit ein wenig Glück würde Rosie später am Tag wieder eröffnen, und vielleicht kam auch Jonah aus Idaho zurück. Henry flog Freitag heim. Während ich lief, zählte ich mir innerlich alles Gute auf, ignorierte die Tatsache, daß mein Körper schmerzte, daß ich im Augenblick kein Büro hatte und daß noch immer eine Wolke des Mißtrauens über meinem Kopf schwebte.

Der Himmel war klar, eine stürmische Brise ging. Selbst um diese frühe Stunde schien der Tag für diese Jahreszeit außergewöhnlich warm, und ich fragte mich, ob es uns so ging wie den Leuten in Santa Ana, wo Wind von der Wüste hereinblies wie die Hitze aus einem Öfen. Es war die falsche Jahreszeit dafür, aber die Luft hatte diesen trockenen, staubigen Touch. Der Schweiß auf meinem Gesicht verdunstete fast augenblicklich, und mein T-Shirt klebte an meinem Rücken wie ein heißer, feuchter Lumpen. Als ich wieder in meine Gegend zurückkehrte, hatte ich das Gefühl, einen Teil der Spannung vertrieben zu haben. Kinsey Millhone, die ewige Optimistin. Ich joggte den ganzen Weg bis zu Henrys Tor, ging dann ein paar Minuten auf und ab, rang nach Atem, kühlte ab. Daniels Auto war fort. Statt dessen stand da ein Fahrzeug, das ich zuvor noch nicht gesehen hatte — den Umrissen nach handelte es sich um einen Kombi, aber er war unter einer hellblauen Autoabdeckplane verborgen. Das Parken abseits der Straße ist in unserer Gegend verboten, und Garagen sind selten. Wenn ich mir jemals einen neuen Wagen anschaffe, werde ich auch in eine Abdeckplane investieren müssen. Ich lehnte mich an den Zaun, dehnte pflichtbewußt meine Sehnen, ehe ich unter die Dusche ging.

Lance Wood rief mich um 8.00 Uhr an. Im Hintergrund hörte man Verkehr, seine Stimme klang hohl, was auf eine Telefonzelle schließen ließ.

»Wo sind Sie?« fragte ich, sobald er sich zu erkennen gegeben hatte.

»An einer Straßenecke in Colgate. Ich glaube, mein Telefon im Betrieb ist angezapft worden«, erklärte er.

»Haben Sie es überprüfen lassen?«

»Na ja, ich weiß nicht genau, wie man da Vorgehen muß, und ich komme mir einfach doof vor, wenn ich jemanden von der Telefongesellschaft bitte, herzukommen.«

»Das kann ich mir denken. Das ist ungefähr so, als wenn man den Fuchs bitten würde, den Hühnerstall zu bewachen. Wie kommen Sie darauf, die Leitung wäre angezapft worden?«

»Das ist komisch. Ich führe ein Gespräch, und als nächstes bemerke ich, daß irgend etwas, was ich gesagt habe, im ganzen Werk Gesprächsthema ist. Ich meine damit nicht den üblichen Büroklatsch. Es geht um Wichtigeres, wie zum Beispiel um Kommentare, die ich gegenüber Kunden aus anderen Staaten abgegeben habe, Dinge, von denen meine Leute hier keine Ahnung haben können.«

»Könnte es nicht einfach sein, daß jemand Sie belauscht? Viele Angestellte haben Zugang zu den Telefonen da draußen.«

»Nicht zu meinem Privatanschluß. Nicht, daß irgend etwas, was wir tun, Top Secret wäre, aber wir sagen alle mal Dinge, von denen wir lieber nicht wollen, daß sie sich herumsprechen. Irgend jemand sorgt dafür, daß ich wirklich sehr schlecht dastehe. Haben Sie die Möglichkeit, das irgendwie mal nachzuprüfen?«

»Ich kann es versuchen. Was ist mit dem Apparat selbst? Haben Sie schon versucht, das Mikrofon am Hörer abzuschrauben?«

»Klar, aber ich weiß nicht, wie das Innere eines Hörers aussehen muß. Aber ich habe keine merkwürdigen Geräusche, kein Klicken im Apparat, das kann ich wenigstens sagen.«

»Das hätten Sie auch nicht, wenn der Apparat sachgemäß angezapft ist. Eine solche Wanze wäre praktisch unauffindbar. Aber vielleicht ist es auch ganz anders«, meinte ich. »Vielleicht ist das Büro selbst angezapft.«

»Und was dann? Könnten Sie das herausfinden?«

»Mit etwas Glück, manchmal. Man kann auch ein elektronisches Gerät kaufen, das Wanzen aufspürt. Ich werde mal sehen, ob ich eines auftreiben kann, ehe ich herauskomme. Lassen Sie mir ein paar Stunden Zeit, dann treffe ich Sie in der Fabrik. Da sind noch ein paar andere Sachen, um die ich mich wohl zuerst kümmern sollte.«

»Alles klar. Danke.«

In der nächsten Stunde tippte ich meine Notizen, schnitt den Zeitungsartikel über die Explosion aus und heftete ihn in meine Akte. Ich versuchte es unter Lyda Cases Telefonnummer in Texas; es hätte ja sein können, daß ihre Zimmergenossin wider Erwarten von ihr gehört hatte. Es wäre schon eine Hilfe, wenn ich wüßte, wo ich sie hier in Santa Teresa finden könnte.

Um 9.10 Uhr klingelte mein Telefon. Es war Darcy, die mich von California Fidelity aus anrief. Sie sprach, als hätte sie eine Hand über das Mundstück gelegt. »Gibt Riesenärger«, murmelte sie.

Ich fühlte, wie mir das Herz in die Hosen rutschte. »Wieso?«

»Wenn ich plötzlich das Thema wechsle, weißt du, daß Mac reingekommen ist«, flüsterte sie. »Ich habe zufällig ein Gespräch zwischen ihm und Jewel mit angehört. Er sagt, jemand hätte die Bullen geschmiert, wegen des Inventars im Lagerhaus. Sieht so aus, als hätte Lance Wood die ganze Ware an einen anderen Ort schaffen lassen, ehe das Lagerhaus abbrannte. Die Sachen, für die er Entschädigung verlangte, das war alles nur wertloses Zeug.«

»Blödsinn«, widersprach ich. »Ich hab’ ’nen Teil davon selbst gesehen. Ich muß fünf oder sechs Kisten durchgesehen haben, als ich die Brandstätte überprüft habe.«

»Na ja, ich schätze, er hatte ein paar richtige Kisten unter die falschen geschmuggelt. Er wird angeklagt, Kinsey. Brandstiftung und Betrug, und du wirst als Mittäter benannt werden. Mac hat heute morgen alles dem Bezirksstaatsanwalt übergeben. Ich dachte, du würdest das gern wissen, falls du mit einem Anwalt sprechen mußt.«

»Wie sieht der zeitliche Ablauf aus? Weißt du das?«

»Mr. Motycka ist heute nicht im Haus, aber ich kann eine Nachricht für ihn entgegennehmen«, sagte sie.

»Ist das Mac?«

»Er hat nichts Genaues gesagt, aber wir erwarten ihn heute im Laufe des Tages. Hm-hm. Ja, das mache ich. Gut, danke«, sagte sie und legte auf.

Ich rief Lonnie King an und erzählte ihm von der Sache. Er versprach, im Büro des Bezirksanwalts anzurufen und herauszufinden, ob ein Haftbefehl ergehen würde. Er riet mir, mich freiwillig zu stellen, um so die Unannehmlichkeit einer öffentlichen Gerichtsverhandlung zu vermeiden.

»Herrje, ich kann einfach nicht glauben, daß das wirklich passiert«, sagte ich.

»Nun, ist es auch noch nicht. Mach dir keine Sorgen deswegen, bis ich es dir sage«, beruhigte er mich.

Ich schnappte meine Handtasche und meine Autoschlüssel und hastete hinaus. Wieder war ich völlig durcheinander. Aber es hatte keinen Sinn zuzulassen, daß mir meine Angst im Weg stand. Ich sprang ins Auto und fuhr in ein Elektrogeschäft drüben in Granita. Meine Kenntnisse in bezug auf elektronische Überwachungsgeräte mußten veraltet sein, denn sie beschränkten sich auf alles, was ich in einem Crash-Course der Police Academy vor etwa zehn Jahren mitbekommen hatte. Die Fortschritte im Bereich der Miniaturisierung hatten wahrscheinlich eine Revolution auf dem gesamten Gebiet bewirkt, aber ich vermutete, daß die grundlegenden Dinge sich niemals ändern würden. Mikrofon, Übertragungsgerät, irgendeine Art von Aufzeichnungsgerät, das heutzutage wahrscheinlich durch eine Stimme in Betrieb gesetzt wurde. Ein Techniker, verkleidet als Angehöriger irgendeiner öffentlichen Einrichtung, könnte das Gerät installieren: als Zählerableser, als Angehöriger der Telefongesellschaft, als Installateur des Kabelfernsehens. Elektronische Überwachung ist teuer, illegal, wenn sie nicht vom Gericht genehmigt wurde, und sieht im Fernsehen viel leichter aus, als sie in Wirklichkeit ist. Aber das Aufspüren ist wieder eine ganz andere Sache. Es war natürlich möglich, daß Lance Wood sich alles nur einbildete, aber das bezweifelte ich.

Das kleine Empfangsgerät, das ich kaufte, hatte ungefähr die Größe eines tragbaren Radios. Es reichte aus, um die meisten Abhörfrequenzen abzudecken: 30-50 MHz und 88-108 MHz. Wenn das Abhörgerät in seinem Büro über Draht lief, würde ich den selbst finden müssen, funktionierte es jedoch drahtlos, würde mein Empfangsgerät ein schrilles Pfeifen von sich geben, sobald ich in Reichweite kam.

Mit herabgelassenen Fenstern fuhr ich nach Colgate hinaus. Heiße Luft peitschte durch das Innere des VWs. Der Mann von der Wettervorhersage im Autoradio schien genauso verblüfft zu sein wie ich. Man hatte das Gefühl, es wäre August. Der Asphalt flimmerte in der Hitze. Normalerweise ist der Januar in Santa Teresa unser bester Monat. Alles ist grün, die Blumen stehen in voller Blüte, die Temperaturen sind angenehm mild. Jetzt zeigte das Thermometer am Bankgebäude unterwegs schon 35 Grad, und es war noch nicht einmal Mittag,

Ich parkte vor dem Gebäude von Wood/Warren und ging hinein. Lance kam aus seinem Büro, in zerknittertem Hemd, mit aufgerollten Ärmeln.

»Müssen wir aufpassen, was wir sagen, wenn wir erst da drin sind?« wollte er wissen und zeigte auf die Bürotür.

»Ich glaube nicht. Sollen die ruhig wissen, daß wir ihnen auf der Spur sind. Vielleicht kriegen wir sie damit aus der Deckung.«

Ehe wir mit der Arbeit anfingen, überprüfte ich sowohl die Innen- als auch die Außenwände des Büros, nur für den — allerdings unwahrscheinlichen — Fall, daß jemand ein kleines Mikrofon angebracht hatte, das man zwischen die Steine schiebt oder in einen hohlen Türrahmen, wobei die Tür selbst als Membrane dient, die den Ton überträgt. Lances Büro befand sich in der rechten vorderen Ecke des Gebäudes. Es bestand hier aus Feldsteinen, die eine derartige Installation nicht gerade erleichterten. Irgend jemand hätte soliden Fels durchbohren müssen. Im Innern war eine Bürowand mit dem Empfangsbereich verbunden. Dort hätte man Schwierigkeiten gehabt, das Aufnahmegerät zu verstecken. Die vierte Wand war sauber.

Firmenangestellte sahen uns beiden desinteressiert zu, als wir die Anfangsphase der Suche durchliefen. Wenn irgend jemand Angst haben sollte, wir könnten etwas finden, so war davon jedenfalls nichts zu bemerken.

Wir betraten das Büro. Als erstes überprüfte ich das Telefon, entfernte die Bodenplatte und schraubte den Hörer auseinander. Soweit ich es beurteilen konnte, war das Gerät sauber.

»Ich nehme an, es ist nicht das Telefon«, bemerkte Lance, der mir zugesehen hatte.

»Wer weiß? Die Wanze kann auch weiter unten angeschlossen sein«, meinte ich. »Ich habe keine Möglichkeit festzustellen, ob jemand die Leitung am Telefonmast angezapft hat. Wir müssen davon ausgehen, daß die Wanze irgendwo hier im Zimmer ist. Es kommt jetzt nur noch darauf an, sie zu finden.«

»Was suchen wir eigentlich genau?« fragte Lance.

Ich zuckte die Achseln. »Mikrofon, Sender. Wenn Sie vom FBI oder CIA bespitzelt werden, finden wir wahrscheinlich gar nichts. Ich nehme an, daß die Jungs dort gut sind. Wenn es sich allerdings um einen Amateur handelt, dann könnte die Anlage ziemlich einfach sein.«

»Und was ist das da für ein Ding?«

»Mein immer griffbereiter, kleiner Detektor«, erklärte ich. »Sollte jeden Laut auffangen, den die Wanze überträgt, und durch die Rückkopplung entsteht dann ein schriller Pfeifton. Wir versuchen es zuerst damit, und wenn es nichts bringt, nehmen wir das Büro Stück für Stück auseinander.«

Ich schaltete den Empfänger ein und fing an, mich durch die beliebtesten Abhörfrequenzen zu arbeiten. Dabei ging ich im Büro hin und her wie jemand, der nach einer Wasserader sucht. Nichts.

Ich stopfte das Gerät in die Außentasche meiner Handtasche und fing an, ernsthaft zu suchen, arbeitete mich zuerst an den äußeren Wänden des Raumes entlang, dann immer weiter auf die Mitte zu, nach einem imaginären Muster, das keinen Zentimeter ausließ.

Nichts.

Einen Moment lang blieb ich völlig verblüfft stehen, ließ meinen Blick über die Decke schweifen, an den Wänden entlang, über den Boden. Wo steckte das Ding? Meine Aufmerksamkeit wurde von dem Telefonanschluß gleich rechts von der Tür angezogen. Eine Telefonschnur kam nicht daraus hervor.

»Was ist das?«

»Was? Ach, das. Ich habe den Anschluß verlegen lassen, als ich das Büro umgeräumt habe. Früher stand das Telefon dort.«

Ich ließ mich auf Hände und Füße hinab und untersuchte den Anschluß. Sah okay aus. Ich holte meinen Schraubenzieher heraus und entfernte die Abdeckplatte. Ein kleines Stück der Fußleiste war entfernt worden. In den Hohlraum hatte jemand einen Mikro-Kassettenrecorder geschoben, ungefähr so groß wie ein Kartenspiel.

»Hallo«, sagte ich. Das Band drehte sich halb und hielt wieder an. Ich entfernte den Sensorkopf von dem Gerät, das sich einschaltete, sobald Stimmen ertönten, und stellte den Recorder auf seinen Schreibtisch. Lance ließ sich schwer in seinen Drehstuhl fallen. Er und ich wechselten einen Blick.

»Warum?« staunte er.

»Ich weiß es nicht. Sagen Sie es mir.«

Er schüttelte den Kopf. »Ich weiß nicht mal, wo ich zu denken anfangen soll. Soweit ich weiß, habe ich keine Feinde.«

»Anscheinend doch. Und nicht nur Sie. Hugh Case ist tot, und Terry wäre es, wenn er das Paket aufgehoben hätte und nicht Olive. Was haben Sie drei miteinander gemein?«

»Nichts. Ich schwöre es. Wir haben alle mit Wood/Warren zu tun, aber wir machen nicht einmal dieselbe Arbeit. Wir stellen Schmelzöfen her. Das ist alles. Und Hugh ist vor zwei Jahren gestorben. Warum? Wenn jemand die Gesellschaft in den Griff bekommen will, warum sollte er dann die Angestellten töten?«

»Vielleicht ist das nicht das Motiv. Es könnte etwas sein, das überhaupt nichts mit der Fabrik zu tun hat. Denken Sie darüber nach. Ich spreche mit Terry. Er soll das auch tun. Vielleicht gibt es etwas, das Sie übersehen haben.«

»Muß wohl so sein.« Sein Gesicht war rot vor Hitze und Anspannung. Mit einem Finger stieß er den Recorder an. »Danke hierfür.«

»Seien Sie vorsichtig. Es könnte noch einen geben. Vielleicht ist dieser so oberflächlich versteckt worden, um uns von dem anderen abzulenken.« Ich nahm meine Handtasche und ging auf die Tür zu, blieb auf der Schwelle noch einmal stehen. »Rufen Sie mich an, wenn Ihnen irgend etwas einfällt. Und wenn Sie von Lyda Case hören, lassen Sie es mich wissen.«

Als ich durch die Empfangshalle ging, bog ich nach rechts ab. In diesem Büro standen die Zeichentische der Ingenieure. John Salkowitz blickte von dem Diagramm, an dem er zeichnete, zu mir auf. »Kann ich Ihnen helfen?«

»Ist Ava Daugherty irgendwo in der Nähe?«

»Sie ist gerade gegangen. Mußte einiges erledigen, sollte aber jeden Augenblick wieder zurückkommen.«

Ich zog meine Karte und legte sie auf ihren Schreibtisch. »Richten Sie ihr bitte aus, sie möchte mich anrufen.«

»Mach ich.«

Um 15 Uhr war ich wieder daheim. Ich fühlte mich verschwitzt und schmutzig vom Herumrutschen in Lances Büro. Ich schloß auf, betrat meine Wohnung und warf die Handtasche auf die Couch. Ein schrilles Pfeifen erklang, ich machte einen Satz und packte meine Tasche. Ich zerrte das Suchgerät aus der Vortasche und legte den Schalter um. Mein Gott, ich hatte mich zu Tode erschreckt! Die Stille war wundervoll. Da stand ich nun, mit klopfendem Herzen, genoß die kühle Luft auf meiner schweißnassen Haut. Ich klopfte mir auf die Brust und atmete hörbar aus. Dann schüttelte ich den Kopf und ging in die Kochnische. Ich sehnte mich nach einem Bier. In der Wohnung war es heiß und dampfig wie in einer Sauna. Ich warf einen Blick in den Kühlschrank. Ich hatte nicht mal eine Dose Diät-Pepsi.

Und dann hielt ich inne, drehte langsam den Kopf zum Zimmer hinter mir um. Ich schloß den Kühlschrank und ging zur Couch zurück. Ich hob das Suchgerät auf und schaltete es wieder ein, ging durchs Zimmer. Das schrille Pfeifen durchschnitt die Stille wie eine Alarmsirene.

Ich ging in die Ecke und stand da, starrte nach unten. Dann ließ ich mich auf die Fersen hinunter und fuhr vorsichtig mit einer Hand in Daniels Gitarre. Der winzige Sender, nicht größer als eine Streichholzschachtel, war mit Tesafilm am Klangkörper der Gitarre befestigt. Ein kalter Schauer lief mir über den Rücken. Daniel hing irgendwie in dieser Sache mit drin.