Kapitel 7

Na, was sagt ihr?« Lydia zeigte stolz ein Hochglanzfoto im DIN-A4-Format und fächelte dann weitere auf.

»Großartig!« Simon klatschte Beifall und warf Hamish einen verliebten Blick zu. »Auch wenn mir das Original noch viel besser gefällt als jedes Foto.«

Caitrionas Helfer erwiderte sein Lächeln und rückte etwas näher an ihn heran. Es war offensichtlich, dass beide nur darauf warteten, Lydias Zimmer verlassen zu dürfen, um ihre Zweisamkeit zu genießen.

»Nun, bist du auch zufrieden?«, wandte sich Lydia an Alasdair.

Er packte sie an den Hüften und zog sie auf seinen Schoß. »Ich mach mir nach wie vor nichts aus Mode.« Er betonte das letzte Wort so, als sei es etwas Schreckliches. »Aber ich freue mich, dass diese Aufnahmen für dich ein solcher Erfolg sind.«

»Das sind sie.« Lydia wurde ernst. »Wenn die Kampagne gefloppt oder aus irgendeinem anderen Grund nicht zustande gekommen wäre, hätte ich damit meine Agentur verloren. So habe ich nicht nur das saftige Honorar – was eine wirklich schöne Summe ist –, sondern auch mein Ansehen in der Werbebranche gesteigert. Künftig werden also weitaus mehr Aufträge hereinkommen.«

»Aber deine Agentur in Deutschland gibst du dennoch auf.«

»Doch nur, um hier eine neue zu eröffnen.« Ungeachtet dessen, dass sich außer Alasdair und ihr selbst noch sechs andere Personen im Zimmer befanden, küsste sie ihn. »Und du wirst mein Star-Model.«

Er gab ein Knurren von sich. Lydia flüsterte ihm daraufhin etwas ins Ohr, und sofort schien er ihrer Idee gegenüber aufgeschlossener zu sein.

Jenna warf dem neben ihr sitzenden Craig einen Blick zu und bemerkte, dass er sie mit dem gleichen Verlangen anschaute, das auch in Alasdairs Augen schimmerte, wenn er Lydia ansah. Simon und Hamish stahlen sich gerade zur Tür hinaus. Auch Callum und Caitriona gingen.

Craig nahm Jennas Hand. »Komm!«

Jenna warf noch einen Blick auf Lydia, die immer noch auf Alasdairs Schoß saß, und beschloss, dem Beispiel ihrer Chefin zu folgen.

Craig wartete lediglich, bis sie im Flur standen. Dann zog er Jenna zu einem Kuss an sich, der heißes Verlangen in ihr weckte. »Ich bin so froh, dass du hierbleibst.«

»Ich auch.« Sie lächelte ihn an und streichelte über seine Brust. Ihn berühren zu können und ihn unverletzt bei sich zu haben, erschien ihr wie ein Geschenk. Eine Woche war der Kampf mit Sheamus nun her. Der Kratzer auf Craigs Brust war inzwischen verheilt. Die Angst um ihn aber nicht vergessen.

Als sie in der Pension waren, hatte Craig ihr erzählt, dass er Sheamus MacNeill schon länger im Verdacht hatte, ihnen zu schaden. Er war ein alter Feind der Familie und missgönnte besonders Caitriona den Erfolg mit der Pension. Festgenommen hatte er dann gestanden, das Feuer gelegt zu haben, sowie weitere Vergehen, die bereits vor Jennas Ankunft in Schottland geschehen waren.

Aber das alles war nun nicht mehr wichtig. Es zählte nur, dass sie mit Craig glücklich war. Er hatte ihr erzählt, dass er als Biologe an einem Forschungsprojekt arbeitete, das die Wiederansiedlung bestimmter in Schottland ausgerotteter Tierarten ermöglichen würde. Jenna war gespannt, wie es sich entwickeln würde.

Genauso freute sie sich darauf, ihre Arbeit in Lydias Agentur fortzusetzen. Ihre Chefin hatte sie damit beauftragt, nach geeigneten Räumen Ausschau zu halten. Aber das hatte Zeit bis morgen. Denn als Craig sie nun auf seine Arme hob und in sein Zimmer trug, dachte sie nur noch daran, wie er sie nun mit zärtlicher Leidenschaft lieben würde.