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Wie kann ich einige meiner gesundheitlichen Schwierigkeiten beseitigen? Ich war das Opfer von so vielen chronischen Problemen, daß sie mindestens für drei Leben ausreichen. Warum habe ich sie alle jetzt – in diesem Leben?

LASS UNS ZUNÄCHST etwas klarstellen. Du liebst sie, jedenfalls die meisten davon. Du hast sie auf bewunderungswürdige Weise dazu benutzt, um dir selbst leid zu tun und die Aufmerksamkeit auf dich zu lenken.

Die wenigen Male, die du sie nicht geliebt hast, ergaben sich ausschließlich dann, wenn die Probleme ausuferten.

Und zwar sehr viel weiter, als du sie dir vorstelltest, als du sie dir erschufst.

Laß uns nun etwas feststellen, was du wahrscheinlich ohnehin schon weißt: Jegliche Krankheit wird von euch selbst erschaffen. Selbst konventionell denkende Mediziner erkennen nunmehr, wie Menschen sich selbst krank machen.

Die meisten Leute tun dies weitgehend unbewußt. (Sie wissen nicht einmal, was sie tun.) Sie wissen gar nicht, wie ihnen geschieht, wenn sie krank werden. Sie haben das Gefühl, daß sie von etwas befallen wurden, und nicht, daß sie sich selbst etwas angetan haben.

Der Grund dafür ist, daß die meisten Menschen – nicht nur hinsichtlich der Gesundheitsprobleme und deren Konsequenzen – unbewußt durchs Leben gehen.

Die Leute rauchen und wundern sich, wenn sie Krebs bekommen.

Sie verspeisen Tiere und Fett und wundern sich, wenn ihre Arterien verkalken.

Sie verbringen ihr ganzes Leben lang in einem Zustand der Wut und des Zorns und sind dann überrascht, wenn sie einen Herzinfarkt bekommen.

Sie konkurrieren – erbarmungslos und unter unglaublichem Streß – mit anderen Menschen und können es nicht fassen, wenn ein Schlaganfall sie niederstreckt.

Die weniger augenfällige Wahrheit ist die, daß sich die meisten Menschen zu Tode sorgen.

Das Sich-Sorgen ist so ungefähr die schlimmste Form mentaler Aktivität, die es gibt – neben dem Haß, dem eine zutiefst selbstzerstörerische Wirkung innewohnt. Sich-Sorgen und Beunruhigen sind sinnlos, vergeudete mentale Energie. Zudem erzeugen beide Verhaltensweisen biochemische Reaktionen, die den Körper schädigen und zu allem möglichen führen: angefangen bei Verdauungsbeschwerden und anderen Symptomen bis hin zum Herzstillstand.

Die Gesundheit verbessert sich fast sofort, wenn das Sich-Sorgen ein Ende hat.

Das Sich-Sorgen ist eine Aktivität des Geistes, der seine Verbindung mit mir, Gott, nicht zu nutzen versteht.

Haß ist der am schwersten schädigende mentale Zustand.

Er vergiftet den Körper, und seine Auswirkungen sind faktisch irreversibel.

Angst ist das Gegenteil von allem, was-ihr-seid, und übt eine eurer mentalen und physischen Gesundheit entgegenstehende Wirkung aus. Angst ist ein verstärktes Sich-Sorgen.

Sorge, Haß, Angst – im Verein mit ihren Randerscheinungen Ängstlichkeit, Bitterkeit, Ungeduld, Habsucht, Unfreundlichkeit, Neigung zur negativen Kritik und Verurteilung – attackieren allesamt den Körper auf zellularer Ebene.

Es ist unmöglich, unter diesen Bedingungen einen gesunden Körper zu haben. Ebenso führen – wenn auch in einem etwas geringeren Ausmaß – Selbstgefälligkeit, Sichgehenlassen und Gier zu physischer Krankheit oder einem Mangel an Wohlbefinden.

Jegliche Krankheit wird zuerst im Geist erschaffen.

Wie kann das sein? Was ist mit den Krankheiten, die man sich durch Ansteckung zuzieht? Erkältungen oder zum Beispiel Aids?

IN DEINEM LEBEN geschieht nichts – gar nichts –, was nicht zuerst als Gedanke existiert. Gedanken sind wie Magneten, die Auswirkungen anziehen. Der Gedanke ist als verursachendes Moment vielleicht nicht immer so klar und deutlich erkennbar wie zum Beispiel im Fall von: »Ich werde mir eine schreckliche Krankheit zuziehen.« Er kann sehr viel subtiler sein (und ist es gewöhnlich auch: »Ich bin es nicht wert, zu leben.« – »Mein Leben ist ein ständiges Dilemma… – »Ich bin ein Verlierer.« – »Gott wird mich bestrafen.« – »Ich habe mein Leben gründlich satt!«) Gedanken sind eine sehr subtile, jedoch extrem mächtige Energieform. Worte sind weniger subtil, sind dichter.

Handlungen weisen die dichteste Energie auf. Handlung ist Energie in massiver physischer Form, in wuchtiger Bewegung. Wenn ihr ein negatives Konzept wie »Ich bin ein Verlierer« denkt, aussprecht und ausagiert, setzt ihr eine gewaltige schöpferische Energie in Bewegung. Da ist es dann kein Wunder, wenn ihr euch eine Erkältung zuzieht. Und das wäre noch das Geringste.

Es ist sehr schwierig, die Auswirkungen negativen Denkens rückgängig zu machen, wenn sie erst einmal physische Form angenommen haben. Zwar ist es nicht unmöglich – aber extrem schwer. Es bedingt die Aktivierung eines außerordentlich starken Glaubens an die positive Kraft des Universums – ob ihr diese nun Gott, Göttin, den Unbewegten Beweger, Urkraft, Erste Ursache oder was auch immer nennt.

Heilerinnen und Heiler verfügen über einen solchen Glauben. Es ist ein Glaube, der sich dem Absoluten Wissen annähert. Sie wissen, daß ihr darauf ausgerichtet seid, jetzt in diesem Moment ganzheitlich, vollständig und vollkommen zu sein. Dieses Wissen ist auch ein Gedanke – und ein sehr machtvoller dazu. Er ist in der Lage, Berge zu versetzen – von den Molekülen in eurem Körper ganz zu schweigen.

Deshalb sind Heiler, häufig auch über große Entfernungen hinweg, imstande, Kranken zu helfen.

Der Gedanke kennt keine Entfernung. Gedanken reisen schneller um die Welt und durchqueren rascher das Universum, als ihr ein Wort aussprechen könnt.

»Sprich nur ein Wort, dann wird mein Diener gesund.« Und in derselben Stunde genas der Diener von seinem Leiden.

Dies bewirkte der Glaube des Hauptmanns von Kafarnaum.

Doch ihr seid alle mentale Leprakranke. Euer Geist wird von negativen Gedanken zerfressen. Manche davon werden euch mehr oder weniger aufgezwungen. Viele davon erfindet – beschwört – ihr selbst und hätschelt und pflegt sie dann für Stunden, Tage, Wochen, Monate, ja sogar Jahre …

… und fragt euch, warum ihr krank seid.

Du kannst »manche deiner Gesundheitsprobleme lösen«, wie du dich ausdrückst, indem du die Probleme deines Denkens löst. Ja, du kannst einige dieser bereits angeeigneten (dir selbst zugelegten) Krankheitszustände heilen sowie zudem verhindern, daß sich größere neue Probleme entwickeln. Und das alles ist dir dadurch möglich, daß du dein Denken veränderst.

Auch, und ich hasse es, dies zu erwähnen, da es – noch dazu aus dem Munde Gottes – so banal klingt: Kümmere dich um Gottes willen besser um dich selbst.

Die Fürsorge für deinen Körper spottet jeder Beschreibung: Du achtest kaum auf ihn – es sei denn, du hast den Verdacht, daß irgend etwas mit ihm nicht stimmt. Hinsichtlich einer Gesundheitsvorsorge unternimmst du praktisch gar nichts. Du kümmerst dich mehr um dein Auto als um deinen Körper – und das will nicht viel heißen.

Du beugst den Zusammenbrüchen nicht durch regelmäßige, alljährliche ärztliche Untersuchungen vor und wendest auch die verordneten Therapien und Arzneien nicht an.

(Kannst du mir etwa erklären, warum du zur Ärztin gehst, ihre Hilfe erbittest und dann ihre Heilvorschläge mißachtest?) Und nicht nur das, zwischen diesen Arztbesuchen mit ihren unbeachtet bleibenden Ratschlägen und Verordnungen mißhandelst du auch noch deinen Körper auf gräßliche Weise!

Du ertüchtigst ihn nicht, also wird er wabbelig, und schlimmer noch, er büßt an Leistungskraft ein, weil er nicht gefordert wird.

Du ernährst ihn nicht richtig, wodurch du ihn noch mehr schwächst.

Dann stopfst du ihn mit allen möglichen Giftstoffen voll und mit den absurdesten Substanzen, die sich Nahrung nennen. Und immer noch leistet dir diese wunderbare Maschine ihre Dienste, erfüllt unverdrossen ihre Pflicht trotz deiner Attacken auf sie.

Es ist schrecklich. Die Bedingungen, unter denen du deinem Körper das Überleben abverlangst, sind grausam. Aber du wirst in dieser Hinsicht wenig oder gar nichts unternehmen. Du wirst dies lesen, reuig zustimmend mit dem Kopf nicken und sogleich mit deinen Mißhandlungen fortfahren.

Und weißt du, warum?

Ich fürchte mich davor zu fragen.

WEIL DU KEINEN Lebenswillen hast.

Das scheint mir ein hartes Urteil zu sein.

WEDER IST ES hart noch als Urteil gemeint. »Hart« ist ein relativer Begriff und eine Wertung, die du den Worten beimißt. »Urteil« beinhaltet Schuld, und »Schuld« beinhaltet ein Vergehen. Doch hier sind weder ein Vergehen noch Schuld, noch ein Urteil impliziert.

Ich habe einfach eine wahrheitsgemäße Aussage gemacht.

Wie alle Aussagen über die Wahrheit hat sie die Eigenschaft, dich aufzuwecken. Manche – was heißt manche, die meisten – Leute mögen es nicht, wachgerüttelt zu werden.

Sie wollen lieber weiterschlafen.

Die Welt ist in den derzeitigen Zustand geraten, weil sie von Schlafwandlern bevölkert ist.

Und was scheint nun an meiner Aussage unwahr zu sein?

Du hast keinen Lebenswillen. Zumindest hattest du ihn bis jetzt nicht.

Wenn du mir erzählst, daß nun bei dir eine »sofortige Bekehrung« eingetreten ist, werde ich meine Vorhersage darüber, was du nun tun wirst, revidieren. Ich gebe zu, daß diese Vorhersage auf den Erfahrungen der Vergangenheit beruht.

… Sie sollte dich auch wachrütteln. Manchmal muß man eine Person, die tief schläft, etwas unsanfter wecken.

Nun, es soll mir fernliegen, mich über Gott zu ärgern. Das wäre ja wohl ein bißchen vermessen, nicht wahr? Aber ich denke, wir treiben es hier vielleicht doch ein bißchen zu weit. Mein Vater lehrte mich, »in allen Dingen maßzuhalten«. Und ich glaube, ich habe seine Worte befolgt, was den Alkohol angeht.

DER KÖRPER KANN sich leichter von einem gemäßigten Mißbrauch erholen. Von daher ist der Spruch vom Maßhalten nützlich. Trotzdem bleibe ich bei meiner Aussage: Der Körper ist nicht darauf ausgerichtet, Alkohol aufzunehmen.

Aber sogar einige Medikamente enthalten Alkohol!

ICH HABE KEINE Kontrolle über das, was ihr Medikamente nennt. Ich bleibe bei meiner Aussage.

Da bist du wirklich rigide, was?

SCHAU, WAHRHEIT IST Wahrheit. Wenn nun jemand im Kontext des Lebens, wie ihr es jetzt führt, sagte: »Ein bißchen Alkohol schadet euch nicht«, dann müßte ich ihm beipflichten. Das ändert aber nichts an dem, was ich gerade sagte. Es erlaubt euch nur einfach, es zu ignorieren.

Doch bedenkt folgendes. Gegenwärtig verschleißt ihr Menschen euren Körper normalerweise innerhalb von fünfzig bis achtzig Jahren. Manche Körper halten länger, aber nicht viele. Manche hören früher auf zu funktionieren, doch das ist nicht die Mehrheit. Können wir uns darauf einigen?

Ja, in Ordnung.

ICH HABE IN der Vergangenheit bemerkt, daß dein Lebenswille nur sehr mäßig ausgeprägt ist. Du magst das bestreiten, aber in diesem Fall sprechen deine Handlungen lauter als deine Worte.

Wenn du dir je eine Zigarette angezündet hast – ganz zu schweigen vom Rauchen eines Päckchens pro Tag, und das zwanzig Jahre lang, wie du es tatest –, dann hast du in der Tat einen sehr geringen Lebenswillen. Es ist dir egal, was du deinem Körper antust.

Aber ich habe vor zehn Jahren mit dem Rauchen aufgehört!

ERST NACH ZWANZIG Jahren härtester körperlicher Bestrafung.

Auch daß du deinem Körper Alkohol zugeführt hast, zeugt von einem miserablen Lebenswillen.

Ich trinke in sehr bescheidenem Maße.

DER KÖRPER IST nicht darauf ausgerichtet, Alkohol aufzunehmen. Das beeinträchtigt und schädigt den Geist.

Aber auch Jesus nahm Alkohol zu sich! Er besuchte eine Hochzeit und verwandelte Wasser in Wein!

WER HAT GESAGT, daß Jesus vollkommen war?

Ach Gott, was heißt das jetzt wieder?

DU SCHEINST ZIEMLICH sauer über mich zu sein.

Gut, damit haben wir einen guten Ausgangspunkt für unsere Diskussion. Als ich nun sagte, daß ich der Aussage »Ein bißchen Alkohol schadet euch nicht« zustimmen könnte, modifizierte ich dies durch den Zusatz: »Im Kontext des Lebens, wie ihr es jetzt führt”. Siehst du, ihr scheint mit eurem jetzigen Leben zufrieden zu sein. Aber das Leben, und das zu erfahren mag dich überraschen, war eigentlich dazu gedacht, völlig anders gelebt zu werden.

Und euer Körper war dazu angelegt, sehr viel länger zu halten.

Tatsächlich?

JA.

Wieviel länger?

UNENDLICH LÄNGER.

Was heißt das?

ES BEDEUTET, MEIN Sohn, daß er dazu angelegt war, ewig zu währen.

Ewig?

JA. LIES DAS: »für alle Zeiten«.

Du meinst, wir sollten an sich niemals sterben?

IHR STERBT NIE. Das Leben ist ewig. Ihr seid unsterblich. Ihr verändert lediglich die Form. An sich hättet ihr noch nicht einmal so etwas nötig. Doch ihr habt euch dazu entschieden, das zu tun, ich nicht. Ich habe euch mit Körpern versehen, die ewig halten. Glaubst du wirklich, daß das Beste, was Gott ersinnen konnte und zuwege brachte, ein Körper war, der nach sechzig, siebzig, vielleicht achtzig Jahren auseinanderfällt? Bildest du dir ein, das sei die Grenze meiner Fähigkeiten?

Ich habe nie daran gedacht, es so auszudrücken …

ICH HABE EUREN herrlichen Körper so entworfen, daß er ewig währt! Und die ersten von euch lebten tatsächlich in einem schmerzfreien Körper und ohne Angst vor dem, was ihr nun den Tod nennt.

In eurer religiösen Mythologie symbolisiert ihr eure zellulare Erinnerung an diese erste Menschenversion durch die, denen ihr den Namen Adam und Eva gegeben habt. Natürlich existierten mehr als zwei.

Am Anfang stand die Idee, daß es euch wunderbaren Seelen möglich sein sollte, euch in eurem Selbst als die zu erkennen, die-ihr-wirklich-wart, und zwar durch die Erfahrungen, die ihr in einem physischen Körper in der Welt der Relativität gewonnen hattet, wie es hier wiederholte Male von mir erläutert wurde.

Dies geschah durch die Verlangsamung der unermeßlichen Geschwindigkeit aller Schwingung (Gedankenform) zur Manifestierung von Materie – einschließlich der Materie, die ihr den physischen Körper nennt.

Das Leben entwickelte sich in einer Schrittabfolge binnen eines Augenblicks, den ihr nun nach einem Zeitraum von Milliarden von Jahren bemeßt. Und in diesem heiligen Moment kamt ihr aus den Wassern des Lebens ans Land und erlangtet jene Gestalt, die ihr nun habt.

Dann haben die Verfechter der Evolutionslehre recht?

ICH FINDE ES amüsant – es ist wirklich eine Quelle ständiger Belustigung –, daß euch Menschen ein so starkes Bedürfnis beherrscht, alles in richtig oder falsch aufzuteilen. Es kommt euch nie in den Sinn, daß ihr diese Etiketten erfunden habt, um das Material – und euer Selbst – definieren zu können.

Ihr (mit Ausnahme eurer besten Geister) verschwendet keinen Gedanken daran, daß etwas richtig und falsch sein kann; daß nur in der Welt der Relativität die Dinge entweder das eine oder das andere sind. In der Welt des Absoluten, der Zeit/Zeitlosigkeit, sind alle Dinge alles.

Es gibt kein männlich und weiblich, kein davor und danach, kein schnell und langsam, kein hier und dort, oben und unten, links und rechts – und kein richtig und falsch.

Eure Astronauten und Kosmonauten haben ein Gefühl dafür entwickelt. Sie glaubten sich hinaufzuschießen, um in den Weltraum zu gelangen, nur um dann festzustellen, daß sie von dort zur Erde hinaufsahen. Oder doch nicht? Vielleicht sahen sie auch zur Erde hinunter! Aber wo war dann die Sonne? Oben? Unten? Nein! Da drüben, links. Und dann war plötzlich ein Ding weder oben noch unten – es war seitwärts … Und so verflüchtigten sich alle Definitionen.

Und so ist es in meiner Welt – unserer Welt –, unserem wirklichen Reich. Alle Definitionen verschwinden, was es schwierig macht, über dieses Reich in bestimmten Begriffen überhaupt zu sprechen.

Die Religion ist euer Versuch, über das Unaussprechliche zu sprechen. Das gelingt euch nicht sonderlich gut.

Nein, mein Sohn, die Verfechter der Evolutionslehre haben nicht recht. Ich erschuf dies alles – in einem Augenblick; in einem einzigen heiligen Moment –, so wie es die Anhänger der Weltschöpfungslehre glauben. Und – es geschah alles in einem Evolutionsprozeß, der Abermilliarden eurer sogenannten Jahre andauerte, so wie die Verfechter der Evolutionslehre behaupten.

Sie haben beide »recht«. Es hängt alles davon ab, wie man es betrachtet, wie eure Raumfahrer feststellen mußten.

Aber die wirkliche Frage lautet doch: Ein einziger heiliger Moment/Milliarden von Jahren – wo ist da der Unterschied? Könnt ihr nicht einfach dem beipflichten, daß manche Fragen des Lebens ein zu großes Rätsel sind, das nicht einmal ihr lösen könnt? Warum dieses Rätsel nicht als heilig betrachten? Warum das Heilige nicht heilig sein und es dabei bewenden lassen?

Ich vermute, wir haben ein unersättliches Bedürfnis nach Wissen.

ABER IHR WISST bereits! Ich habe es euch gerade gesagt! Aber ihr seid nicht an der wirklichen Wahrheit interessiert, ihr wollt die Wahrheit wissen, wie ihr sie versteht. Das ist das größte Hindernis für eure Erleuchtung. Ihr denkt, ihr kennt bereits die Wahrheit! Ihr denkt, ihr versteht bereits, wie es sich verhält. Also erklärt ihr euch einig mit allem, was ihr seht oder hört oder lest und was in das Paradigma eures Verständnisses fällt, und lehnt alles ab, was nicht hineinpaßt. Und das nennt ihr dann Lernen. Das nennt ihr dann für Unterweisung offen sein. Doch ihr könnt für Unterweisungen nicht offen sein, solange ihr euch mit Ausnahme eurer eigenen Wahrheit allem verschließt.

Und deshalb wird auch dieses Buch von manchen als Blasphemie bezeichnet werden, als Teufelswerk.

Doch laßt die hören, die Ohren haben zu hören. Ich sage euch dies: Dem Gedanken nach solltet ihr niemals sterben. Eure physische Gestalt wurde als eine herrliche Annehmlichkeit erschaffen, als wundervolles Instrument, als edles Vehikel, das euch gestattet, die Realität zu erfahren, die durch euren Geist entwickelt wurde, damit ihr das Selbst kennenlernt, das ihr in eurer Seele erschaffen habt.

Die Seele ersinnt, der Geist erschafft, der Körper erfährt.

Der Kreis ist vollendet. Die Seele erkennt sich dann selbst in ihrer eigenen Erfahrung. Wenn ihr nicht gefällt, was sie erfährt (fühlt), oder sie sich aus irgendwelchen Gründen eine andere Erfahrung wünscht, ersinnt sie sich einfach eine neue Erfahrung des Selbst und ändert ganz buchstäblich ihre geistige Vorstellung.

Bald findet sich der Körper in einer neuen Erfahrung. (»Ich bin die Wiederauferstehung und das Leben« war ein wunderbares Beispiel dafür. Wie, glaubt ihr, hat Jesus das überhaupt bewerkstelligt? Oder glaubt ihr nicht, daß es je geschah? Glaubt es. Es ist geschehen!) Doch es verhält sich auch so: Die Seele wird sich nie über den Körper oder Geist hinwegsetzen. Ich habe euch als dreieiniges Wesen geschaffen. Ihr seid drei Wesen in einem, nach meinem Ebenbild geschaffen.

Die drei Aspekte des Selbst existieren gleichrangig. Jeder hat seine Funktion, aber keine davon ist größer oder wichtiger als die andere, und es geht auch im Grunde keine einer anderen voraus. Alle sind gleichrangig wechselseitig miteinander verbunden.

Erdenke – erschaffe – erfahre. Was ihr erdenkt, das erschafft ihr; was ihr erschafft, das erfahrt ihr; was ihr erfahrt, das erdenkt ihr.

Und so heißt es folglich: Wenn ihr euren Körper dazu bringen könnt, etwas zu erfahren (nehmen wir zum Beispiel die Fülle), werdet ihr bald das entsprechende Gefühl in eurer Seele verspüren, die dann eine neue Vorstellung von sich selbst entwirft (sich selbst als ein Wesen der Fülle vorstellt) und somit dem Geist einen diesbezüglichen neuen Gedanken präsentiert. Dem neuen Gedanken entspringt weitere Erfahrung, und der Körper fängt an, eine neue Realität als permanenten Seinszustand zu leben.

Euer Körper, euer Verstand, eure Seele (Geist) sind eins.

Darin seid ihr ein Mikrokosmos von mir – dem Göttlichen All, dem Heiligen Allem, der Summe und der letzten Wirklichkeit. Ihr begreift nun, daß ich der Anfang und das Ende von allem bin, das Alpha und das Omega.

Nun werde ich euch das letztliche Mysterium erklären: eure wahre und genaue Beziehung zu mir.

IHR SEID MEIN LEIB.

Was euer Leib für euren Geist und eure Seele ist, das seid ihr für meinen Geist und meine Seele. Und deshalb: erfahre ich alles, was ich erfahre, durch euch.

So wie euer Körper, Verstand und eure Seele (Geist) eins sind, sind sie auch in mir eins.

So hat Jesus von Nazareth, der wie viele andere um dieses Mysterium wußte, die unveränderliche Wahrheit gesprochen, als er sagte: »Ich und der Vater sind eins.«

Nun will ich euch sagen, daß ihr eines Tages in noch größere Wahrheiten als diese eingeweiht werdet. Denn so wie ihr mein Leib seid, bin ich der Leib eines anderen.

Soll das heißen, du bist nicht Gott?

DOCH, ICH BIN Gott, wie ihr ihn gegenwärtig versteht. Ich bin die Göttin, wie ihr sie gegenwärtig begreift. Ich bin der Planer und Schöpfer und Alles, was ihr gegenwärtig kennt und erfahrt, und ihr seid meine Kinder … so wie ich das Kind eines anderen bin.

Willst du mir damit zu verstehen geben, daß auch Gott einen Gott hat?

ICH WILL SAGEN, daß eure Wahrnehmung von der letztlichen Wirklichkeit begrenzter ist, als ihr dachtet, und daß die letztliche Wahrheit grenzenloser ist, als ihr euch vorstellen könnt.

Ich gewähre euch einen winzigen Einblick in die Unendlichkeit – und in die unendliche Liebe. (Einen größeren Einblick könntet ihr in eurer Realität nicht aushalten. Ihr seid kaum fähig, diesen zu ertragen.)

Moment mal! Du meinst, ich spreche hier im Grunde nicht mit Gott?

ICH HABE DIR gesagt, wenn du dir Gott als deinen Schöpfer und Herrn vorstellst – auch wenn ihr die Schöpfer und Herren eures eigenen Körpers seid –, dann bin ich der Gott deines Verständnisses. Und ja, du sprichst mit mir. War es nicht eine köstliche Unterhaltung?

Köstlich oder nicht, ich dachte, ich spräche mit dem wirklichen Gott, dem Gott der Götter. Du weißt schon – mit dem Generaldirektor, dem Oberhäuptling.

DAS TUST DU, glaub es mir.

Und doch sagst du, daß in dieser hierarchischen Ordnung der Dinge noch jemand über dir steht.

WIR VERSUCHEN NUN etwas Unmögliches: nämlich von etwas Unaussprechlichem zu sprechen. Wie ich schon sagte, unternehmen die Religionen diesen Versuch. Wir wollen mal schauen, ob sich das irgendwie zusammenfassen läßt.

Immerdar ist länger, als ihr wißt. Ewig ist länger als immerdar. Gott ist mehr, als ihr euch vorstellt. Vorstellung ist mehr als Gott. Gott ist die Energie, die ihr Vorstellungskraft nennt. Gott ist Schöpfung. Gott ist der erste Gedanke.

Gott ist die letzte Erfahrung. Und Gott ist alles dazwischen.

Hast du je einmal durch ein sehr starkes Mikroskop geblickt oder Bilder oder Filme von einer Molekularbewegung gesehen und gesagt: »Du lieber Himmel, da unten ist ja ein ganzes Universum. Und diesem Universum muß ich, der gegenwärtige Beobachter, gleichsam als Gott erscheinen!« Hast du das je gesagt oder diese Erfahrung gemacht?

Ja, ich denke, jeder denkende Mensch hat das.

IN DER TAT. Ihr habt euch selbst euren eigenen Einblick in das verschafft, was ich euch hier aufzeige.

Und was würdet ihr tun, wenn ich euch sagte, daß diese Realität, die euch diesen Einblick gewährt hat, niemals endet?

Erkläre das – ich bitte dich.

NIMM DEN KLEINSTEN Teil des Universums, den du dir vorstellen kannst. Stell dir diesen winzigen Materiepartikel vor.

In Ordnung.

ZERTEILE IHN IN der Mitte.

Habe ich getan.

WAS SIEHST DU?

Zwei kleinere Hälften.

GENAU. NUN ZERTEILE diese jeweils in der Mitte. Was hast du jetzt?

Zwei noch kleinere Hälften.

RICHTIG. UND JETZT wieder und wieder! Was bleibt übrig?

Winzigere und noch winzigere Partikel.

JA, ABER WANN hört es auf? Wie viele Male kannst du Materie zerteilen, bis sie zu existieren aufhört?

Ich weiß es nicht. Ich vermute, sie hört nie auf zu existieren.

DU MEINST, DU kannst sie nie völlig zerstören! Du kannst nur ihre Form verändern?

So sieht es aus.

ICH SAGE DIR dies: Du hast gerade das Geheimnis allen Lebens erfahren und einen Blick auf die Unendlichkeit geworfen. Nun habe ich eine Frage an dich.

Nur zu …

WAS LÄSST DICH denken, daß sich diese Unendlichkeit nur in eine Richtung erstreckt?

Also gibt es kein Ende nach oben hin, wie es auch kein Ende nach unten hin gibt.

ES GIBT KEIN oben oder unten, aber ich verstehe, was du meinst.

Aber wenn die Winzigkeit kein Ende hat, dann bedeutet das, daß dies auch auf die Größe zutrifft.

RICHTIG.

Doch wenn die Größe kein Ende hat, dann gibt es auch kein Größtes. Das heißt, im allergrößten Sinn gibt es keinen Gott!

ODER VIELLEICHT – ALLES ist Gott, und es gibt nichts anderes.

Ich sage euch dies: ICH BIN, DAS ICH BIN.

Und IHR SEID, DAS IHR SEID. Ihr könnt nicht nicht sein. Ihr mögt so oft die Form ändern, wie ihr wünscht, aber ihr könnt nicht aufhören zu sein. Doch ihr könnt aufhören zu wissen, wer-ihr-seid – und in diesem Mangelzustand nur die Hälfte davon erfahren.

Das wäre die Hölle.

GENAU. DOCH IHR seid nicht dazu verdammt, nicht in alle Ewigkeit in sie verbannt. Um aus der Hölle herauszukommen – aus dem Nichtwissen –, braucht ihr nur wieder zu wissen.

Es gibt viele Wege und viele Orte (Dimensionen), auf denen und wo ihr dies tun könnt.

Ihr befindet euch gegenwärtig in einer dieser Dimensionen.

Ihr bezeichnet sie eurem Verständnis nach als die dritte Dimension.

Und es gibt noch viele andere?

HABE ICH EUCH nicht erklärt, daß es in meinem Reich viele Wohnungen gibt? Das hätte ich nicht gesagt, wenn es nicht so wäre.

Dann gibt es keine Hölle – nicht wirklich. Ich meine, es gibt keinen Ort oder keine Dimension, wohin wir ewig verdammt sind!

WAS HÄTTE DAS für einen Sinn?

Ja, ihr seid stets durch eure Erkenntnis begrenzt, denn ihr seid – wir sind – ein selbsterschaffenes Wesen. Ihr könnt nicht sein, was ihr nicht als Wesen eures Selbst erkennt.

Deshalb ist euch dieses Leben gegeben worden – damit ihr euch selbst in eurer eigenen Erfahrung erkennen könnt.

Dann könnt ihr euch eine Vorstellung, einen Begriff davon machen, wer-ihr-wirklich-seid, und euch selbst als das in eurer Erfahrung erschaffen. Und damit vervollständigt sich der Kreis wieder … nur ist er nun größer.

Und so befindet ihr euch in einem Wachstumsprozeß, oder wie ich es in diesem Buch nenne, in einem Prozeß des Werdens.

Es gibt keine Grenzen für das, was ihr werden könnt.

Du meinst, ich kann sogar – ja, ich traue mich kaum, es auszusprechen – ein Gott werden … so wie du?

WAS DENKST DU?

Ich weiß es nicht.

SOLANGE DU ES nicht weißt, kannst du es nicht werden.

Denk an das Dreieck – die heilige Dreieinigkeit: Seele – Geist – Körper. Erdenke – erschaffe – erfahre. Denk daran, und ich bediene mich hier eurer Symbolik:

HEILIGER GEIST = INSPIRATION = ERDENKEN/ERSINNEN

VATER = ELTERNSCHAFT = ERSCHAFFEN

SOHN = NACHKOMMENSCHAFT = ERFAHRUNG

Der Sohn erfährt die Erschaffung des erzeugenden Gedankens, der vom Heiligen Geist ersonnen wurde.

Kannst du dir vorstellen, eines Tages ein Gott zu sein?

In meinen kühnsten Träumen.

GUT, DENN ICH sage dir dies: Du bist bereits ein Gott. Du weißt es bloß nicht.

Habe ich nicht gesagt: »Ihr seid Götter«?