
Am laufenden Band
Im Winter bieten sich dem
Läufer phantastische Ausreden, um sich vor dem Training zu drücken:
zu kalt, zu dunkel, zu glatt.
Ein Fitnessstudio ist genau das Gegenteil: zu warm,
zu hell und exzellente Bodenhaftung nach allen TÜV-Normen des
Planeten.
Natürlich ist es für den naturliebenden
Ausdauersportler eine Zumutung, zwischen steppenden Hausfrauen und
muskelschweren Gorillas seinen Übungseinheiten nachzugehen. Aber
schaden kann es auch nicht. Mit ein paar Hörbüchern auf dem
MP3-Player kann man sich von der Umwelt abschotten. Sinnvoll ist
es, auf dem Laufband eine nicht zu knappe Steigung einzustellen.
Denn die federnde Gummimatte, die da unter den Füßen läuft,
verleitet dazu, die eigene Leistung völlig zu überschätzen. Die
Tempoangaben der Maschine sind allemal zu großzügig bemessen und in
der freien Wildbahn nicht wiederholbar. Ob sich eine Mitgliedschaft
für das Winterhalbjahr lohnt, muss jeder Läufer selbst entscheiden.
Zur Not tut’s auch ein Mc-Studio, wo sich der lasche Mittelbau des
Läufers an den Kraftmaschinen stärken lässt.
Dr. Matthias Marquardt empfiehlt Trainingseinheiten
mit Freihanteln und auf der Gymnastikmatte sowie an den
Kraftgeräten, wo besonders die Gesäßmuskeln – ein Schwachpunkt
bei Läufern – trainiert werden sollten.