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Geheimnis Nr. 6: Ich glaube!

Im vorigen Kapitel sprachen wir darüber, dass das Reiz-Reaktions-System ein Glaubenssystem begründet, das sich früh im Leben ausbildet. Während sich unser Gehirn entwickelt, formt sich (mit der Fähigkeit zu Sprache und logischem Denken) ein zweites Glaubenssystem aus, das auf dem Reiz-Reaktions-Glaubenssystem fußt.

Als ich etwa zehn Jahre alt war, wurden wir eines Tages in meiner Schule zu einer ganz besonderen Veranstaltung zusammengerufen. Anders als die üblichen Schulversammlungen stellte sie sich als unglaublich faszinierend, inspirierend und großartig heraus. Ein Karatemeister berichtete von seinem Leben, während er alle möglichen Kunststückchen vollführte: Er zerschmetterte Holzbretter, Ziegelsteine, Steine und Eisblöcke und setzte sich gegen mehrere Angreifer gleichzeitig zur Wehr.

Und er erzählte uns eine wahre Geschichte, die ich nie wieder vergessen habe: In China lebte einmal ein Junge, der etwa im selben Alter war wie ich damals. Er begann, Kurse zu besuchen, um eine spezielle Form der Kampfkünste zu erlernen. Seine Schule lud regelmäßig die Familien und Freunde der Schüler ein, um deren Fortschritte zu zeigen. Schon lange im Voraus übten die Schüler für die Vorführung. Der Meister sagte zu dem Jungen, dass er bei der nächsten Vorführung eine gewisse Anzahl von Ziegelsteinen zerschlagen sollte. Diese Aufgabe war insofern ein wenig ungewöhnlich, da der Junge so etwas noch nie getan hatte und es auch nicht vorab üben durfte. Ja, er sollte wie alle anderen üben, aber nur die Technik, nicht das Zerschlagen selbst. Als der Junge dem Meister seine Bedenken mitteilte, lächelte dieser nur und sagte: «Du wirst keinerlei Probleme haben. Du kannst alles, was du können musst, um die Ziegelsteine zu zertrümmern.»

Der Tag der Vorführung kam, und alle Schüler schlugen sich zur Freude und Bewunderung des Publikums hervorragend. Endlich, als Schlussnummer, trat der Junge vor sie alle hin, verbeugte sich vor der Menge, verbeugte sich vor seinem Meister und schlug dann auf die Ziegelsteine ein, wie er es geübt hatte. Zu jedermanns Erstaunen brachen die Ziegelsteine ganz leicht unter der Hand des Jungen. Der Meister trat vor, bedeutete dem Publikum zu schweigen, und erklärte dann, dass das, was der Junge soeben vollbracht habe, noch nie zuvor in der Geschichte vollbracht worden sei. Nicht von ihm selbst und auch nicht von irgendeinem der anderen großen Meister. Der Meister fuhr fort, dass der Junge nicht nur dank seiner Begabung in der Lage gewesen sei, diese scheinbar unmögliche Meisterleistung zu vollbringen, sondern auch, weil er ohne jeden Zweifel in seinem Herzen einfach daran geglaubt habe. Das Brechen der Ziegelsteine sei nur noch die physische Manifestation der inneren Glaubenssätze dieses Jungen gewesen.

Welches sind die Ziegelsteine in Ihrem Leben? Was auch immer sich dahinter verbirgt, es ist sehr wahrscheinlich, dass sie da sind, weil es Ihnen schwerfällt zu glauben. Ich kann Ihnen eines versprechen: Wenn Sie in der Lage sind, die Wahrheit zu glauben, werden die Ziegelsteine, die Ihnen den Weg verstellen, einfach wegfallen.

Was dieser Junge vor vielen Jahren in China vollbrachte, ist eine vollkommene Demonstration der Macht, die der Glaube mit sich bringt – und zwar in dem Maße, dass fast nichts mehr unmöglich ist.

Unsere bewussten und unsere echten Glaubenssätze

Die erste Verabredung, die ich mit meiner Frau Tracey (Hope) hatte, fand 1985 statt. Ich holte sie ab, wir gingen in einen Park, und ich breitete eine Decke auf dem Boden aus. Wir redeten vier Stunden lang. Wir sprachen über das, woran wir glaubten. Über das Leben, Kinder, Familie, Gott, Religion, einfach über alles, was uns einfiel. Ich weiß noch gut, dass ich an diesem Abend oft «Ich denke» und «Ich glaube» sagte, und Tracey antwortete darauf: «Und ich glaube …»

Das war ein für die erste Zeit unserer Beziehung und auch für unsere Verlobungszeit recht typisches Gespräch. Tatsächlich war ich entschlossen, dass meine Ehe anders als so viele Ehen werden würde, die in Scheidung, Apathie oder ewigem Streit geendet hatten. Ich war überzeugt, dass Tracey und ich heirateten, weil wir dasselbe glaubten und anstrebten. Ich wollte, dass wir um die möglichen Landminen wussten, die auf dem Weg lauern mochten. Mit anderen Worten: Unsere Ehe würde traumhaft werden, weil wir uns liebten, dieselben großen Ziele im Leben hatten und so gut vorbereitet waren wie nur möglich.

Über den Tag, an dem Tracey und ich heirateten, kann ich ehrlich sagen, dass wir meiner Meinung nach so bereit waren, wie man nur bereit sein konnte. Nicht nur dass wir schon viele Gespräche wie an unserem ersten Abend gehabt hatten, wir hatten auch einen Ehevorbereitungskurs gemacht, Persönlichkeitsgutachten eingeholt und sie verglichen, niedergeschrieben, was wir im Leben erreichen wollten und was nicht und wie wir mit welchen Situationen umgehen würden. Junge, waren wir vorbereitet!

Also heirateten wir, und nicht einmal ein Jahr später wünschten wir uns beide die Scheidung. Was in aller Welt war nur passiert? Ich weiß jetzt, dass Tracey und ich, wenn wir «Ich glaube» sagten, das meinten, was wir bewusst glaubten. Das, was unserer Schlussfolgerung nach den meisten Sinn ergab, wenn wir die logische Faktenlage betrachteten. Das Problem ist nur, dass uns 90 Prozent unserer Glaubenssätze nicht bewusst sind. Unser rationales, bewusstes Glaubenssystem baut auf dem Reiz-Reaktions-System aus Geheimnis Nr. 5 auf, und dieses System ist uns weitgehend unbewusst. Selbst wenn diese schützenden Glaubenssätze in unserem Unbewussten weggesperrt sind – um jedes Mal reaktiviert zu werden, sobald Umstände eintreten, die uns (wieder) Kummer machen könnten –, wissen wir nicht, dass das so ist. Wenn wir also «Ich glaube» sagen, meinen wir eigentlich «Mein Bewusstsein glaubt».

Nach unserer Heirat traten Umstände ein, die bei beiden von uns schmerzliche Erinnerungen reaktivierten. Diese schmerzlichen Erinnerungen umgingen die bewussten Glaubenssätze, über die Tracey und ich uns verständigt hatten. Anders ausgedrückt: Unsere bewussten Glaubenssätze hatten sich weitgehend verabschiedet, und wir lebten nach unseren Reiz-Reaktions-Glaubenssätzen, ohne es jedoch zu wissen. Wir führten unsere Gedanken, Gefühle und Verhaltensweisen auf die aktuelle Situation zurück. Ich gab Tracey die Schuld daran, und sie gab sie mir. Wir regten uns auf, schmollten, wir taten alles Mögliche, weil wir glaubten, dass es die aktuelle Situation war, die uns Probleme machte. Dabei war es doch schon immer unser Reiz-Reaktions-Glaubenssystem gewesen.

Gewohnheiten und was wir wirklich glauben

Jahrelang war es zwischen Tracey und mir immer wieder darüber zum Streit gekommen, wer die Betten machen sollte. Aus irgendeinem Grund ist das eine meiner Aufgaben, nur bin ich offenbar (wie Sie sich wahrscheinlich schon denken können) nicht dazu geschaffen. Also blieben die Betten jahrelang ungemacht, Tracey war frustriert und wütend auf mich, sodass ich mich schuldig fühlte und ebenfalls ärgerlich wurde. Ich ertappte mich häufig dabei, wie ich es unbewusst so einzurichten versuchte, dass Tracey dann doch die Betten machte: etwa, indem ich zu spät aufstand, nur um sagen zu können, ich sei in Eile und könne die Betten nicht mehr machen. Ich wusste, dass Tracey die Betten machen würde, sobald ich das Haus verlassen hatte. Wie Sie vielleicht bemerkt haben, versuchte ich Tracey durch eine Lüge zu manipulieren. Die meisten Menschen lügen ständig, würden das aber nie zugeben und sind sich oft selbst nicht einmal im Klaren darüber, weil sie so daran gewöhnt sind. In unserem Fall bereitete die Sache mit den Betten uns beiden lange Zeit Kummer. Nachdem ich die Healing Codes entdeckt hatte und wir viele unserer destruktiven Erinnerungen enttarnt hatten, geschah etwas Interessantes: Es machte mir nichts mehr aus, die Betten zu machen. Und wissen Sie was? Tracey machte es auch nichts mehr aus. Keine Schuldgefühle, kein Ärger, kein Frust. Keine Erbsenzählerei.

Warum erzähle ich das? Die Wurzel unserer destruktiven Gewohnheiten sind Herzenserinnerungen. Um sie erfolgreich zu heilen – ohne durch jahrelange «Bewältigungsstrategien» noch mehr Stress zu schaffen –, müssen wir die destruktiven Erinnerungen heilen, die die Wurzel der Gewohnheit sind. Wenn wir das tun, heilt das Problem automatisch und in den meisten Fällen sogar mühelos.

Interessanterweise ist hier anzumerken, dass diejenigen, die Experten darin sind, mit alten Gewohnheiten zu brechen, sich fast ausschließlich auf bewusste Verhaltens- und Denkweisen konzentrieren. Das ist, als würde man einen Felsbrocken hügelaufwärts rollen – und doch hat all ihre Sisyphusarbeit nur vorübergehenden Erfolg. Die meisten Alkoholiker zum Beispiel sind sich bewusst, dass es ein Teufelskreis ist, nur für eine Weile mit dem Trinken aufzuhören und dann wieder zur Flasche zu greifen. Das trifft auf alle schlechten Gewohnheiten zu, aber wenn Rauschmittel im Spiel sind, muss noch eine ganz andere Hürde genommen werden.

Süchte und ihre Wurzel

Irgendwie fügte es sich, dass ich mit einer Reihe von professionellen Wrestlern arbeitete. Ich nehme an, der erste war mit den erzielten Ergebnissen zufrieden und sagte es den anderen weiter. Einmal kam einer dieser Wrestler zu mir nach Nashville und klagte mir sein Leid. Vince Mahon, Leiter der World Wide Wrestling Federation, habe ihn kürzlich in sein Büro gerufen, da er bereits zweimal wegen Drogenmissbrauchs erwischt worden sei. Vince drohte ihm, dass er beim nächsten Mal aus dem Verband fliegen würde. Mein Klient, ein Hüne von einem Mann (der im Übrigen einer der nettesten Menschen war, die ich jemals getroffen habe), stand nun also vor der Wahl, entweder ein professioneller Wrestler zu bleiben, der einen sechs- oder siebenstelligen Betrag im Jahr verdiente und von dem es bei Wal-Mart Spielzeugfiguren zu kaufen gab – oder selbst bei Wal-Mart zu arbeiten. Er hatte es bisher schon mit stationärem und ambulantem Entzug probiert, mit einschlägiger Ratgeberliteratur, Kursen, Tabletten, Therapien – allem Möglichen. Er kämpfte verzweifelt um sein Leben und um seine Familie. In den nächsten beiden Tagen arbeitete er intensiv mit den Healing Codes. Dabei konzentrierte er sich nicht auf seine Sucht, sondern auf seine destruktiven Zellerinnerungen, die seine Heilung von der Abhängigkeit blockierten. Schließlich flog er, von seiner Sucht befreit, nach Hause. Vier Jahre später sah ich ihn in Orlando, Florida, und bis heute arbeitet er in seinem Beruf, ist gesund, glücklich und seitdem nicht wieder rückfällig geworden.

Seit Jahren ist in der Medizin allgemein bekannt, dass Frauen mit Essstörungen Dinge von sich glauben, die nicht der Wahrheit entsprechen. Zumindest wissen alle anderen, dass es nicht der Wahrheit entspricht. Erstaunlicherweise können diese wunderbaren, schönen Frauen in den Spiegel schauen, und ihre falschen Glaubenssätze über sich sind so stark, dass sie einen ganz anderen Körper sehen als den, den sie tatsächlich haben. Andere Menschen können direkt neben ihnen vor dem Spiegel stehen, sie können sogar gleichzeitig auf denselben Körperteil deuten, und doch wird die Magersüchtige nur ein verzerrtes Bild dessen sehen, was ihr der Spiegel zeigt. Dies ist eines der deutlichsten Beispiele dafür, wie destruktive Herzensbilder im Allgemeinen und destruktive Reiz-Reaktions-Glaubenssätze im Besonderen dafür sorgen können, dass wir eine falsche Sicht auf die Welt entwickeln. Und doch sind wir uns zu 100 Prozent sicher, dass unser Blick auf die Dinge «stimmt».

Die meisten Menschen begreifen nicht, dass dieses Phänomen eine breite Palette von Äußerungsformen umfasst, von totaler Enttäuschung (wie bei der Magersüchtigen) bis hin zu der felsenfesten Überzeugung, die Wahrheit gepachtet zu haben. Anders formuliert: Die meisten von uns sehen die Welt bis zu einem gewissen Grad jeden Tag so, wie sie nicht ist. Ich habe selbst mehr als einmal gehört, wie eine Verwandte, die stets mit Gewichtsproblemen zu kämpfen hatte, vor dem Spiegel sagte: «Mit diesem Spiegel muss etwas nicht in Ordnung sein. Ich weiß doch, dass ich nicht so dick bin.» Oder sie meinte: «Dieses Outfit steht mir nicht. Es macht mich dick.» Jedem anderen in der Familie war die Wahrheit seit Jahrzehnten sonnenklar. Es gab kein Problem mit dem Spiegel. Das Outfit passte. Sie war einfach zu dick! Es steckte dasselbe Prinzip dahinter wie bei der magersüchtigen Frau, nur hatte es kein so destruktives Ausmaß angenommen.

Glaube und Erfolg

Eine ganz andere Sicht auf diese «Glaubensprobleme» gewinnen wir, wenn wir Spitzenleistungen im Sport betrachten. Ich sah mir neulich das Endspiel um die Basketballmeisterschaft an. Die Kommentatoren sprachen über Spieler, die sich den Ball noch holen wollen, wenn er schon auf der Aus-Linie ist, und Spieler, die das gar nicht erst versuchen. Ihrer Meinung nach ließ sich der Unterschied zwischen beiden folgendermaßen beschreiben: Die Spieler, die sich den Ball noch holen wollten, glaubten, dass sie einen Korb legen würden, während die anderen Spieler glaubten, dass sie den Korb verfehlen würden.

Und die Kommentatoren hatten recht. Jemand erzählte mir eine Geschichte über Michael Jordan. Vor Spielen setzte er sich oft hin und stellte sich genau vor, wie das Match ablaufen könnte, auch jenen Korbwurf in letzter Sekunde, der darüber entschied, wer gewann und wer verlor. Als sich das Match dann in Wirklichkeit dem Ende zuneigte und sein Ausgang an den letzten paar Sekunden hing, wollte Michael den Ball mit aller Macht. Ich habe mehrere Interviews mit ihm gesehen, in denen er bestätigte, dass er in dieser Situation fest daran geglaubt habe, er würde den spielentscheidenden Treffer landen.

Auf dem College hatte ich ein Tennis-Stipendium, und schon damals gehörten derlei Dinge zum Allgemeinwissen unter Tennisspielern. Wir nannten es den «eisernen Ellbogen», wenn das Spiel so stand, dass ein einziger Schlag über Sieg oder Niederlage entscheiden konnte. Einige Spieler gaben in diesen Augenblicken stets ihr Bestes und gewannen fast immer. Andere Spieler bekamen solche Angst, dass sie kaum noch den Schläger heben konnten. Es war, als wäre ihr Ellbogen plötzlich aus Eisen. Sehen Sie sich einmal große Sportereignisse an. Sobald die Entscheidung ansteht, werden Sie von den Kommentatoren Sätze hören wie «Wer gewinnt oder verliert, wird jetzt nicht mehr vom Körper, sondern nur noch vom Kopf entschieden» oder «Jetzt gibt nur noch die mentale Stärke den Ausschlag».

Ihre Glaubenssätze können Sie heilen oder umbringen

Unsere Glaubenssätze sind nicht nur entscheidend im Ballspiel, in Vortragssituationen und in der Magersucht, sondern auch in jedem anderen Bereich unseres Lebens. Ob unsere Beziehungen innig, leidenschaftlich und erfüllend sind, wird – wie bei Tracey und mir – von unseren Glaubenssätzen bestimmt. Darüber, ob Sie sechsstellige Summen verdienen oder sich allzeit frustriert mit Gelegenheitsjobs über Wasser halten, entscheiden nicht so sehr Ihre Fähigkeiten als vielmehr Ihre Glaubenssätze. Bitte denken Sie immer daran: Wenn Ihre Glaubenssätze liebevoll und wahrhaftig sind, werden Sie in jedem nur erdenklichen Bereich außergewöhnliche Fähigkeiten entwickeln. Mehr dazu in Geheimnis Nr. 7.

Erinnern wir uns noch einmal an die Eis-am-Stiel-Geschichte. Diese Frau brachte denkbar gute Voraussetzungen mit: einen IQ von 180, einen Elite-Uni-Abschluss und ein Händchen für Finanzgeschäfte. Ihr gesamtes Umfeld war der Meinung, dass sie das Zeug nicht nur zum Erfolg, sondern zu überragenden Leistungen hatte. Stattdessen blieb sie stets weit unter ihren Fähigkeiten und fand fast täglich neue Möglichkeiten, sich selbst im Weg zu stehen. Jedes Mal führte sie scheinbar vernünftige Entschuldigungen für ihr Versagen an: «Ich war erkältet», «Eine meiner Assistentinnen hat ihren Job nicht gemacht», «Einer Freundin ging es schlecht, das hat mich abgelenkt», «Meine Katze war krank», «XYZ sucht Streit mit mir» und so weiter und so fort. War all das etwa gelogen? Nein! All das belastete sie tatsächlich. Das würde jedem so gehen. Doch was ihr Leben ruinierte, hatte nichts mit alldem zu tun. Es waren die falschen Glaubenssätze, die ihr das Eis-am-Stiel-Erlebnis eingeimpft hatte, als sie fünf Jahre alt gewesen war: dass ihre Mutter sie nicht so liebte, wie sie sollte, und dass deshalb etwas mit ihr nicht stimmen könne.

Am Ende, da derlei Dinge immer wieder geschahen, Jahr um Jahr, kam sie zu dem Schluss, dass etwas anderes dahinterstecken müsse. An diesem Punkt rief sie mich an. Es war schon immer ein Glaubensproblem gewesen. Als wir den Reiz-Reaktions-Glaubenssatz, der das Problem verursachte, aus der Welt geschafft hatten, veränderte sich automatisch auch ihr rationales, bewusstes Glaubenssystem. Kam es trotzdem immer noch vor, dass es nicht so lief, wie sie es gern gehabt hätte? Selbstverständlich. Das geht uns doch allen so. Aber nun brachte sie solche Tage einfach hinter sich, und ansonsten fingen ihre Talente endlich an, die Früchte zu tragen, die ihr stets jeder prophezeit hatte.

Wollen Sie etwas Wunderbares hören? Das wartet auch auf Sie: eine großartige Ernte. Wenn Sie Ihre Glaubenssätze in Einklang mit der Wahrheit bringen, wird sie sich auch bei Ihnen einstellen.

Nicht zufällig haben die Forschungsarbeiten der medizinischen Fakultät von Stanford erbracht, dass der Auslöser für Krankheit und Leiden im Körper immer ein falscher Glaubenssatz ist und dass umgekehrt, sobald wir die Wahrheit glauben können, unsere Zellen immun gegen Krankheit und Leiden werden. Überspitzt formuliert heißt das: Was Sie glauben, wird Sie heilen oder umbringen.

Verborgene Glaubenssätze aufspüren

Wie aber bringen Sie in Erfahrung, ob Sie einen Reiz-Reaktions-Glaubenssatz haben, der fortwährend reaktiviert wird, obwohl nicht die aktuelle Situation das Problem ist?

Es gibt verschiedene einfache Methoden, um das herauszufinden:

  1. Ihre Gefühle: Wenn Ihre Gefühle nicht der aktuellen Situation angemessen sind, können Sie fast sicher davon ausgehen, dass sich in diesem Augenblick gerade eine schmerzliche alte Reiz-Reaktions-Erinnerung einschaltet. Dennoch werden Sie sich dieser Reaktivierung in den meisten Fällen nicht bewusst sein. Ihre Gefühle sind so real, dass Sie glauben, die gegenwärtige Lage sei der Auslöser dafür, auch wenn allen anderen vollkommen klar ist, dass das nicht zutrifft. Fragen Sie einen Freund: «Das und das ist die Situation, und so fühle ich mich damit. Ist das in dieser Situation verständlich, oder ist es ein bisschen extrem? Bitte sei ehrlich. Sag mir bitte nicht, was ich deiner Meinung nach hören will – sag mir, was du wirklich denkst.»
  2. Ihre Gedanken: Wenn das, was Sie über die aktuelle Situation denken, vollkommen logisch ist und andere Menschen das Gleiche denken, dann liegt wahrscheinlich keine reaktivierte Reiz-Reaktions-Erinnerung vor. Wenn das, was Sie denken, hingegen nicht zu der gegenwärtigen Sachlage passt, dann wirkt gerade eine schmerzliche Erinnerung. Wir wollen in der Gegenwart leben, nicht in der Vergangenheit oder in der Zukunft. Überraschenderweise können das aber nur sehr wenige Menschen. Der Grund liegt darin, dass immer wieder schmerzliche Zellerinnerungen reaktiviert werden und Gedanken und Gefühle aus der Vergangenheit heraufbeschwören.
  3. Ihr Verhalten: Wenn Sie wiederholt etwas tun, das Sie eigentlich gar nicht wirklich tun wollen und das Ihren Zielen im Leben diametral entgegengesetzt ist, dann handeln Sie auf der Grundlage einer Reiz-Reaktions-Erinnerung. Ein sehr einleuchtendes Beispiel sind Gewichtsprobleme. So viele Menschen suchen Hilfe bei den Healing Codes, weil sie abnehmen möchten, und normalerweise gelingt es ihnen dann auch. Aber wenn man sieht, dass Menschen, die Gewicht verlieren möchten, weiter zu viel essen, so ist gerade so gut wie sicher eine reaktivierte Zellerinnerung wirksam. Sie schreiben sie nur der gegenwärtigen Situation zu («Ich habe im Moment so viel Stress. Aber morgen höre ich auf damit …»). Sie haben von dieser Verhaltensweise gehört, wenn Sie sie nicht schon selbst bei sich festgestellt haben. Die Wirklichkeit sieht so aus, dass fast jede Sucht oder destruktive Angewohnheit durch schmerzliche Zellerinnerungen aufrechterhalten wird. Die Glaubenssätze in diesen Zellerinnerungen werden reaktiviert und verursachen Schmerz. Die Sucht wird dazu benutzt, den Schmerz zu betäuben oder sich versuchsweise wenigstens ein paar Stunden lang gut zu fühlen.
  4. Verlust bewusster Selbstkontrolle: Der beliebteste Weg, mit all diesen Problemen umzugehen, ist das, was ich «Bewältigung» nenne. Im Falle eines gesundheitlichen Problems meine ich damit die Behandlung der Symptome, nicht der Wurzel. Manchmal können Sie den Felsbrocken eine Weile wirklich den Hügel hinaufwälzen … Sie schaffen es … Sie bewältigen es … es geht Ihnen besser damit … aber es bleibt doch immer ein heftiges Ringen. Sie spüren die Anspannung, während Sie versuchen, auf diesem Weg zu bleiben. Diese Anspannung ist Stress, und er kann Ihnen nach einer Weile gefährlich werden. Dies ist nicht die Art und Weise, wie Sie das tun sollten, was Sie sich wünschen, wie Sie das fühlen sollten, was Sie sich wünschen, und wie Sie das denken sollten, was Sie sich wünschen. Die einzige Möglichkeit, dieses Ziel zu erreichen, besteht darin, die Zellerinnerungen zu heilen.

Wenn also Ihr «vernünftiges» Glaubenssystem Sie nicht dahin bringt, wo Sie hinwollen … wenn Sie sich selbst sabotieren … wenn es einfach so aussieht, als ob Sie die ganze Zeit kein Glück hätten … wenn Sie sich fortwährend nur über Ihr «Unglück» beschweren oder gravierende gesundheitliche Probleme entwickeln … wenn Ihre Beziehungen nicht so innig, liebe-, freud- und friedvoll sind, wie sie sich jeder von uns wünscht … wenn Sie nicht das Leben leben können, zu dem Sie in der Lage sein sollten, wenn Sie rational die Fakten betrachten … dann ist das so, weil bei Ihnen ein Reiz-Reaktions-Glaubenssatz aktiviert wird, der dazu führt, dass Sie auf einen alten Schmerz reagieren – genau so, wie es tatsächlich der Fall war, als Sie sich mit der ursprünglichen Situation, die dieser Erinnerung zugrunde liegt, konfrontiert sahen. Kurz gesagt: Sie landen in einem Leben, das nicht das Leben ist, das Sie leben wollen.

Was Sie tun, ist, was Sie glauben

Wir tun stets, was wir glauben. Wenn Sie etwas Falsches tun, dann deshalb, weil Sie etwas Falsches glauben. Hundert Prozent dessen, was wir tun, tun wir aufgrund dessen, was wir glauben. Sie würden mir jetzt am liebsten an die Gurgel gehen? Sie sagen: «Ich habe unzählige Dinge in meinem Leben getan, die ich nicht hätte tun sollen, obwohl ich wusste, dass ich sie nicht hätte tun sollen, und mich schlecht danach fühlte. Und es kam auch etwas Schlechtes dabei heraus.» Und Sie denken: «Ich habe das, woran ich glaube, verraten, indem ich das getan habe!»

Bei allem Respekt: Sie täuschen sich. Tatsächlich ist es Ihnen nämlich gar nicht möglich, etwas zu tun, das Sie nicht glauben. Das Problem sind die Glaubenssätze, deren wir uns nicht einmal bewusst sind. Wir sprechen hier von bewussten Glaubenssätzen, die unbewussten Glaubenssätzen gegenüberstehen. Darauf werden wir in Geheimnis Nr. 7 näher eingehen; lassen Sie mich daher an dieser Stelle nur festhalten, dass wir über dasselbe Thema hundert verschiedene Dinge auf verschiedenen Ebenen glauben können. Klingt, als wären wir alle schizophren, nicht wahr?

Zum Glück muss es bei den meisten von uns nicht so weit kommen. Hier mag der Hinweis genügen, dass es sich mit der Metamorphose von der Raupe zum Schmetterling vergleichen lässt, wenn man auf einmal in der Lage ist, liebevoll die Wahrheit zu glauben und bewusst wie unbewusst in Einklang damit zu leben. Diese Metamorphose steht Ihnen nun durch die Geheimnisse dieses Buchs offen. Was wir Ihnen hier anbieten, ist die unglaubliche Möglichkeit, Ihr bisheriges Leben hinter sich zu lassen, ohne dass Sie sich anstrengen müssten. In Ihrem Körper gibt es ein System, das dies weitgehend automatisch bewerkstelligen kann.

Der einzige Weg, den ich kenne, dieses Problem nachhaltig und vollständig zu heilen, ist der, die Zellerinnerungen zu heilen, die jene Probleme verursachen, welche von unserem Unbewussten geschützt werden.

Erneut stehen wir vor der Frage, wie in aller Welt Sie diese Erinnerungen aufspüren und, wenn Sie sie gefunden haben, heilen sollen. Wenn Gesprächstherapie nicht wirkt … wenn Verhaltensänderungen uns nur dazu befähigen, damit zu leben, und eigentlich für noch mehr Stress sorgen … dann müssen wir den Stress loswerden, um heilen zu können. Wir müssen an jenen Punkt kommen, an dem wir leben können, was wir – logisch wie rational – für die Wahrheit halten. Gott gab uns die Fähigkeit, logisch und rational zu denken, damit wir sie auch anwenden. Um sie anwenden zu können, müssen wir unser Unbewusstes heilen, das, was ich das «Herz» nenne. Und dann nach diesem geheilten Herzen leben.

Lesen Sie nun in Geheimnis Nr. 7 mehr über das Herz.

Der Healing Code: Die 6-Minuten-Heilmethode
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