24

Eine Stunde und fünfundvierzig Minuten lang war ich auf dem Polizeirevier. Glücklicherweise lagen die Vermißten- und die Betrugsabteilung nicht allzu nah beieinander, so daß ich nicht befürchten mußte, noch einmal auf Jonah zu treffen. Erst war Whiteside zum Essen weg, und dann mußte er an einem kurzen Meeting teilnehmen. Dann, nachdem ich ihm die Sachlage auseinandergelegt hatte, meldete er ein Ferngespräch zu einem Bezirk im nördlichen New Mexico an, wo drei der Haftbefehle ausgestellt worden waren. Während er auf die Antwort auf seine Anfrage wartete, wandte er sich noch an den County Sheriff einer kleinen Stadt in der Nähe von San Francisco und versuchte, eine Bestätigung für einen Haftbefehl ohne Kautionsmöglichkeit zu erhalten, der aus Marin stammte. Der Vorwurf auf dem fünften Haftbefehl aus Boise, Idaho, stellte sich als ein minderes Delikt heraus, und der Detective aus der Betrugsabteilung sagte, er könne es sich ohnehin nicht leisten herzukommen, um sie abzuholen. Der sechste Haftbefehl aus Twin Falls war aus nicht näher angegebenen Gründen rückgängig gemacht worden. Bis jetzt befand sich Fila Sams immer noch auf freiem Fuß.

Um 15.20 Uhr reagierte Marin County schließlich auf den Anruf Whitesides. Man bestätigte den Haftbefehl ohne Kautionsmöglichkeit und deutete an, daß jemand zur Verfügung stehe, um sie mitzunehmen, sobald sie sich in Gewahrsam befand. Ihre Bereitschaft zur Zusammenarbeit mit uns war zum größten Teil dem Umstand zu verdanken, daß einer ihrer Deputys sich sowieso gerade auf Urlaub in Santa Teresa befand und sich bereit erklärt hatte, sie nach Marin zurückzubegleiten. Whiteside sagte, sobald eine Kopie des Haftbefehls über Telex hereingekommen sei, schicke er den Officer des Bezirkes herüber, um sie verhaften zu lassen. Er mußte nicht wirklich den Haftbefehl in den Händen halten, doch ich nehme an, daß er inzwischen ahnte, wie gerissen sie war. Ich gab ihm Mozas Adresse, meine Adresse und eine umfassende Beschreibung von Lila Sams.

Als ich heimkehrte, war es 15.40 Uhr. Henry saß auf einer Liege im Hof, umgeben von Büchern. Er sah von seinem Notizblock auf, als ich um die Ecke trat.

»Ach, du bist’s«, bemerkte er. »Ich dachte, es sei vielleicht Lila. Sie sagte, sie käme noch mal vorbei, um sich zu verabschieden, bevor sie fährt.«

Mir blieb die Spucke weg. »Sie reist ab?«

»Nun, sie reist nicht eigentlich ab. Sie fährt für ein paar Tage nach Las Cruces, aber sie hofft, gegen Ende der Woche wieder zurückzusein. Ich glaube, es gibt da ein kleines Problem mit einem ihrer Grundstücke, und sie muß hin, um die Sache in Ordnung zu bringen. Ein verdammtes Ärgernis, aber was soll man machen?«

»Aber sie ist doch noch nicht gefahren, oder?«

Er schaute auf seine Uhr. »Kann ich mir nicht vorstellen. Ihr Flugzeug geht so gegen fünf. Sie sagte, sie müsse erst noch zur Grundstücksgesellschaft, und dann wolle sie ein paar Sachen packen. Wolltest du sie sprechen?«

Ich schüttelte den Kopf, unfähig auszusprechen, was ausgesprochen werden mußte. Ich bemerkte, daß er dabei war, ein neues Kreuzworträtsel zu entwerfen und sich vorbereitende Notizen machte. Oben auf dem Blatt standen zwei Titel: »Ganz einfach, lieber Watson!« und »Home Sweet Holmes«.

Er lächelte verlegen, als er sah, daß ich es gelesen hatte. »Dies wird eins für die Sherlock-Fans im Publikum«, erklärte er. Er legte den Block beiseite, als sei es ihm peinlich, daß ihn jemand bei der Arbeit beobachtet hatte. »Na, und, wie klappt es bei dir?«

Er schien so unschuldig zu sein und den Kopf nur mit seiner Leidenschaft für Wörter voll zu haben. Wie konnte sie sich so einen Mann aussuchen?

»Da ist etwas, das du, glaube ich, wissen solltest«, druckste ich. Dann faltete ich den Computerausdruck auseinander und reichte ihm das Papier.

Er sah darauf hinab. »Was ist das?«

Dann fiel sein Blick wohl auf Lilas Namen, denn er konzentrierte sich auf das Blatt. Seine Miene versteinerte, als er die Fakten aufnahm. Nachdem er alles gelesen hatte, gestikulierte er ziellos. Einen Moment lang schwieg er, dann sah er zu mir auf. »Tja. Läßt mich dastehen wie einen Narren, nicht wahr?«

»Hör auf, Henry. Sag so etwas nicht. Ich denke absolut nicht so. Du hast es gewagt, und sie hat dir ein wenig Glück gebracht. Na ja, und später stellt sich heraus, daß sie eine Betrügerin ist. Das ist nicht deine Schuld.«

Er starrte auf das Papier wie ein Kind, das gerade lernt, Wörter zu sondieren. »Wie bist du darauf gekommen, Nachforschungen anzustellen?«

Ich dachte über eine taktvolle Erklärung nach, doch mir fiel keine ein. »Ich mochte sie nicht besonders, um ehrlich zu sein. Wahrscheinlich hatte ich das Gefühl, dich schützen zu müssen, vor allem, als du von den geplanten Geschäften mit ihr erzählt hast. Ich konnte mir einfach nicht vorstellen, daß sie aufrichtig war, und, wie sich herausstellte, war sie es nicht. Du hast ihr doch kein Geld gegeben, oder?«

Er faltete den Ausdruck zusammen. »Heute morgen habe ich eines meiner Konten aufgelöst.«

»Wieviel?«

»Zwanzigtausend in bar«, erwiderte er. »Lila sagte, sie wolle es bis zur Erfüllung der Vertragsbedingungen auf ein Konto der Grundstücksgesellschaften einzahlen. Der Filialleiter der Bank hat mich gedrängt, mir das noch mal zu überlegen, doch ich dachte, er sei einfach konservativ. Nun weiß ich, er war es nicht.« Er hatte einen sehr formellen Ton angeschlagen, und es brach mir beinahe das Herz.

»Ich gehe jetzt zu Moza und versuche sie aufzuhalten, bevor sie abfliegt. Willst du mitkommen?«

Er schüttelte den Kopf, seine Augen glänzten. Ich drehte mich auf dem Absatz um und entfernte mich schnellen Schrittes.

Ich ging den halben Block bis zu Moza. Ein Taxi fuhr langsam umher. Der Fahrer suchte die Hausnummern ab. Wir beide kamen ungefähr gleichzeitig vor Mozas Haus an, und er hielt am Gehsteig. Ich ging auf die Beifahrerseite und schaute durch das offene Fenster. Er hatte ein Gesicht wie ein Wasserball aus Fleisch.

»Haben Sie ein Taxi bestellt?«

»Hm, ja. Lila Sams?«

Er sah in seinem Fahrtenbuch nach. »Genau. Haben Sie Koffer, mit denen ich Ihnen behilflich sein kann?«

»Eigentlich brauche ich das Taxi nicht mehr. Eine Nachbarin hat sich angeboten, mich zum Flughafen zu bringen. Ich hatte noch mal angerufen, aber wahrscheinlich konnte die Zentrale Sie nicht mehr rechtzeitig aufhalten. Tut mir leid.«

Er warf mir einen furchterregenden Blick zu, stieß einen gereizten Seufzer aus und machte eine große Schau daraus, die Adresse aus seinem Buch zu streichen. Genervt hämmerte er den Gang rein und fuhr mit einem Kopfschütteln davon. Eine wirklich bühnenreife Vorstellung.

Ich ging quer durch Mozas Vorgarten und nahm die Treppe zur Veranda zwei Stufen auf einmal. Moza hielt die Tür auf und sah ängstlich dem abfahrenden Taxi nach. »Was haben Sie ihm gesagt? Das war Lilas Taxi. Sie muß zum Flughafen.«

»Wirklich? Er meinte, er sei an der falschen Adresse. Er suchte nach Zollinger, eine Straße weiter, glaube ich.«

»Vielleicht versuche ich es besser mit einem anderen Taxiunternehmen. Sie hat schon vor einer halben Stunde ein Taxi bestellt. Sie wird noch ihr Flugzeug verpassen.«

»Vielleicht kann ich ihr behilflich sein«, schlug ich vor. »Ist sie da drin?«

»Sie werden uns doch jetzt nicht noch in Schwierigkeiten bringen, Kinsey? Ich will das nicht.«

»Ich mache keine Schwierigkeiten«, beruhigte ich sie. Dann ging ich durchs Wohnzimmer in den Flur. Die Tür zu Lilas Zimmer stand offen.

Der Raum war aller persönlichen Habe beraubt. Eine der Schubladen, hinter denen sie die gefälschten Papiere versteckt hatte, stand mit leerer Rückseite auf der Kommode. Sie hatte das Klebeband zusammengerollt wie einen Klumpen Kaugummi. Ein Koffer stand fertig gepackt an der Tür, ein anderer lag auf dem Bett, halb voll. Daneben stand eine weiße Plastikhandtasche.

Lila stand mit dem Rücken zu mir und beugte sich vor, um einen Stapel zusammengefalteter Kleidung aus einer Schublade zu nehmen. Die Polyesterhose, die sie trug, schmeichelte nicht gerade ihrer Figur. Von hinten sah ihr Arsch aus wie zwei herabhängende Schaumgummischinken. Sie bemerkte mich erst, als sie sich umdrehte. »Oh! Sie haben mich aber erschreckt. Ich dachte, es sei Moza. Was kann ich für Sie tun?«

»Ich habe gehört, daß Sie abreisen wollen. Ich dachte, vielleicht könnte ich Ihnen behilflich sein.«

Unsicherheit flackerte in ihren Augen. Ihre plötzliche Abreise war wahrscheinlich auf das Drängen ihrer Komplizen in Las Cruces zurückzuführen, die durch meinen Anruf am vorherigen Abend alarmiert worden waren. Wahrscheinlich vermutete sie, daß ich dort angerufen hatte, aber sie konnte nicht sicher sein. Was mich anging, so hoffte ich lediglich, sie so lange aufzuhalten, bis die Cops auftauchten. Ich hatte nicht die Absicht, eine Konfrontation herbeizuführen. So wie ich sie einschätzte, könnte sie einen kleinen zweischüssigen Derringer zücken oder mit irgendwelchen Karategriffen für alte Damen über mich herfallen, die mich sofort niederstreckten.

Sie sah auf die Uhr. Es war jetzt fast vier. Man brauchte zwanzig Minuten zum Flughafen, und sie mußte um halb fünf dasein, wenn sie nicht riskieren wollte, ihren Platz zu verlieren. Also blieben ihr noch zehn Minuten. »Oje. Ja, ich weiß nicht, warum mein Taxi nicht kommt. Ich könnte jemanden gebrauchen, der mich zum Flughafen bringt, wenn Sie das machen könnten«, bat sie.

»Kein Problem«, erwiderte ich. »Mein Wagen steht gleich am End« der Straße. Henry sagte, sie wollten ohnehin noch bei ihm reinschauen, um sich zu verabschieden.«

»Natürlich mache ich das, wenn ich noch Zeit habe. Er ist so ein Schatz.« Sie hatte den Stapel Kleidung eingepackt, und ich sah, wie sie sich im Zimmer umschaute, ob sie nichts vergessen hatte.

»Haben Sie noch irgend etwas im Badezimmer liegen? Shampoo? Handwäsche?«

»Oh, ich glaube ja. Ich bin gleich zurück.« Sie ging an mir vorbei Richtung Badezimmer.

Ich wartete, bis sie um die Ecke gegangen war. Dann langte ich zum Bett hinüber und öffnete ihre Handtasche. Darin befand sich ein dicker brauner Umschlag, auf dem Henrys Name stand. Ich nahm das Gummiband ab und prüfte den Inhalt. Bargeld. Ich schloß die Tasche wieder und steckte den Umschlag hinten unter den Bund meiner Jeans. Ich dachte mir, daß Henry niemals mit Nachdruck seine Ansprüche geltend machen würde, und haßte die Vorstellung, daß seine Ersparnisse konfisziert und als Polizeieigentum deklariert werden könnten. Mußte er ja keinem erzählen, wenn er es zurück hatte. Ich zog gerade mein T-Shirt über die Ausbuchtung, als Lila zurückkam, Shampoo, Duschhaube und Handlotion schleppend. Sie packte das Zeug an die Ränder um ihre gefaltete Kleidung herum, schloß den Koffer und ließ die Schlösser zuschnappen.

»Warten Sie, ich nehm das schon«, kam ich ihr zuvor. Ich zog den Koffer vom Bett und nahm auch den anderen hoch. Schwer beladen ging ich in den Flur. Dort stand Moza und wrang in ihrer Furcht ein imaginäres Geschirrtuch aus.

»Ich kann einen davon nehmen«, bot sie sich an.

»Es geht schon.«

Ich ging Richtung Tür, mit Moza und Lila im Gefolge. Ich hoffte inständig, die Cops würden jetzt kommen. Lila und Moza sagten einander nur ein paar Abschiedssprüche, wobei Lila die ganze Zeit über heuchelte. Sie war dabei, abzuhauen. Sie würde verschwinden. Sie hatte nicht die Absicht, zurückzukommen.

Als wir am Eingang angekommen waren, ging Moza voraus, um mir die Tür aufzuhalten. Ein schwarzweißer Streifenwagen war gerade vorgefahren. Ich fürchtete, daß Lila sich, wenn sie die Polizei zu früh erspähte, durch den Hinterausgang aus dem Staub machen könnte.

»Haben Sie eigentlich die Schuhe, die unter dem Bett standen?« fragte ich über die Schulter hinweg. Ich blieb im Eingang stehen, um ihr die Sicht zu versperren.

»Ich weiß nicht. Ich habe mich gerade noch umgesehen und nichts mehr bemerkt.«

»Dann haben Sie sie wahrscheinlich«, meinte ich.

»Nein, nein. Ich sehe lieber noch einmal nach.« Sie lief zum Schlafzimmer, während ich die beiden Koffer auf der Veranda abstellte.

Inzwischen starrte Moza verwirrt zur Straße. Zwei uniformierte Polizisten kamen den Weg herauf, ein Mann und eine Frau, beide ohne Kopfbedeckung und in kurzärmeligen Hemden. In Santa Teresa gab es Bestrebungen, der Polizei das autoritäre Image zu nehmen, doch diese beiden schafften es trotzdem, bedrohlich zu erscheinen. Moza dachte wahrscheinlich, sie habe irgendwelche Gesetze verletzt — zu langes Gras, zu lautes Fernsehen.

Ich ließ sie da stehen, damit sie einen kleinen Plausch mit den Polizisten halten konnte, während ich Lila entgegenging, damit sie nicht doch noch die Cops sah und durch den Hinterausgang zu entwischen versuchte. »Lila, Ihr Taxi ist da«, rief ich.

»Ach, dem Himmel sei Dank«, seufzte sie, als sie durch das Wohnzimmer kam. »Unter dem Bett habe ich nichts mehr gefunden, aber ich hatte mein Ticket auf der Kommode liegenlassen. Gut, daß ich noch einmal zurückgegangen bin.«

Als sie sich der Eingangstür näherte, schlüpfte ich hinter sie. Sie blickte auf und sah die Polizisten.

Der Mann hieß seinem Namensschild zufolge G. Pettigrew. Er war schwarz, vielleicht Mitte Dreißig und hatte starke Arme und einen gewaltigen Brustkorb. Seine Kollegin, Mrs. Gutierrez, wirkte fast genauso kräftig wie er.

Pettigrews Blick konzentrierte sich auf Lila. »Sind Sie Lila Sams?«

»Ja.« In diese eine Silbe legte sie ihre ganze Verwirrung, wobei sie ihn erstaunt ansah. Ihr Körper schien sich zu verändern, so daß sie jetzt älter und gedrungener wirkte.

»Würden Sie bitte auf die Veranda treten?«

»Natürlich, aber ich weiß nicht, was das alles soll.« Lila machte eine Bewegung zu ihrer Tasche hin, doch Gutierrez schnitt ihr den Weg ab und durchsuchte den Tascheninhalt schnell nach Waffen.

Pettigrew sagte Lila, sie sei verhaftet, und belehrte sie über ihre Rechte, die er von einer Karte ablas. Ich war sicher, daß er dies alles schon hundertmal getan hatte und die Hilfe nicht wirklich benötigte, er aber trotzdem ablas, damit es später keine weiteren Fragen gab.

»Würden Sie sich bitte mit dem Gesicht zur Wand drehen?«

Lila tat, was man ihr sagte, und Gutierrez tastete sie ab und legte ihr dann Handschellen an. Lila begann erbärmlich zu jammern. »Aber was hab ich denn getan? Ich habe doch nichts getan. Dies ist ein schrecklicher Irrtum.« Ihre Verzweiflung schien Moza in Bewegung zu setzen.

»Was geschieht hier eigentlich, Officer?« fragte sie. »Diese Frau ist meine Untermieterin. Sie hat nichts Unrechtes getan.«

»Ma’am, wir wären Ihnen sehr dankbar, wenn Sie bitte zur Seite gingen. Mrs. Sams ist berechtigt, sich mit einem Anwalt in Verbindung zu setzen, wenn wir in der Stadt angekommen sind.« Pettigrew faßte Lilas Ellbogen, doch sie zog ihn weg. Ihre Stimme stieg auf eine schrille Höhe an.

»Hilfe! O nein! Lassen Sie mich los! Hilfe!«

Die beiden Polizisten nahmen sie in die Mitte und schafften sie in geschäftsmäßigem Schritt die Terrasse hinunter. Lilas Kreischen brachte langsam neugierige Nachbarn vor die Häuser. Schlaff und schwer hing sie zwischen den Polizisten und drehte den Kopf mit einem herzzerreißenden Schreien zu Mo-za. Sie beförderten sie in den Streifenwagen und nahmen ihre Füße hoch, um sie hinter den Vordersitzen zu verstauen. Irgendwie vermittelte Lila den Eindruck, als handle es sich hier um eine Gefangennahme der Gestapo, als werde sie von Nazis verschleppt, und man würde nie wieder von ihr hören. Kopfschüttelnd sammelte Officer Pettigrew ihre Sachen ein, die nun verstreut auf dem Weg lagen. Er packte ihre Taschen in den Kofferraum.

Der Mann von nebenan fühlte sich offenbar verpflichtet einzuschreiten, und ich sah ihn im Gespräch mit Pettigrew, während Gutierrez die Wache anrief und Lila um sich schlug und sich gegen den Maschendraht warf, der sie von Gutierrez auf dem Vordersitz trennte. Schließlich stieg Pettigrew auf der Fahrerseite in den Wagen, schlug die Tür zu und fuhr los.

Moza war leichenblaß und wandte sich mir mit einem verzweifelten Blick zu. »Das ist Ihr Werk! Warum in Gottes Namen haben Sie das getan? Die arme Frau.«

Ich erspähte Henry einen halben Block weiter. Selbst aus dieser Entfernung schien sein Gesicht ausdruckslos vor Ungläubigkeit und sein Körper angespannt. »Ich erklär’ Ihnen das später, Moza«, erwiderte ich und machte mich auf den Weg zu ihm.