Durch dick und dünn – ein Frauenleben

Wie viele Kilos eine Frau auf die Waage bringt, ist keineswegs nur eine Frage von Essgewohnheiten, Sport oder Disziplin. Das schwingende System der weiblichen Chemie bringt ganz schnell den Stoffwechsel aus dem Ruder. Jeder Eisprung, jede Schwangerschaft und spätestens die Wechseljahre stellen den weiblichen Körper fast automatisch auf Gewichtszunahme ein.

Warum Frauen zunehmen

Wenn es ums Abnehmen geht, kennt die Natur keine Gerechtigkeit: Bei Männern genügt es nach einem Schlemmerwochenende mit Freunden, mal eben kurz die Handbremse zu ziehen, um die zwei zusätzlich angefutterten Pfunde zu verlieren: Einmal durch den Park gelaufen, kurz mal zehn Sit-ups gemacht und von Montag bis Freitag nur ein Wässerchen statt Bier vor dem Fernseher – schon gibt die Waage wieder grünes Licht. Frauen dagegen müssen mehr als das Doppelte leisten, um die unerwünschten Hüftpolster loszuwerden. Und exzessives Hungern, Joggen oder die neuesten Pilates-Übungen funktionieren bei ihnen nur für kurze Zeit – manchmal sogar gar nicht.

Selbst Männer, die nicht gerade mit Waschbrettbauch und definiertem Bizeps beeindrucken und zu deren Hauptsportarten allenfalls das Rasenmähen zählt, besitzen mehr fettverbrennende Muskulatur als Frauen. Was zunächst jedoch wie eine große Ungerechtigkeit erscheint, ist von Mutter Natur durchaus wohl durchdacht und sicherte über Jahrmillionen den Erhalt der Gattung Mensch. Schließlich waren kräftige Fettpolster an den Beinen auf der Jagd eher hinderlich.

AUFS SPEICHERN PROGRAMMIERT

Eine andere Fähigkeit erweist sich heute als fast ebenso ungerecht, auch wenn sie aus rein biologischer Sicht durchaus Sinn macht. Der menschliche Körper – der männliche wie der weibliche – kann unermesslich viele Fettdepots für Notzeiten ansammeln. Als unsere Ururahnen noch in Höhlen hausten, entschied diese Speicherfähigkeit im Zweifelsfall über Leben oder Tod, half sie doch eisige Winter und Notzeiten zu überstehen. Wem dies gelang, der pflanzte sich fort und konnte seine Gene weitergeben. Dieses »Naturgesetz« behielt lange seine Gültigkeit: Noch vor 50 Jahren hatten auch bei uns diejenigen einen klaren Überlebensvorteil, die viel essen und besonders gut Fett speichern konnten. Heute ist das anders. Doch im Gegensatz zu seinem Gehirn hat sich der Stoffwechsel des Menschen seit der Steinzeit nicht wesentlich verändert. Trotz unseres modernen Lebenstils ist er immer noch auf urzeitliche Bedürfnisse abgestimmt: sich im Dienste der Nahrungsbeschaffung viel zu bewegen und sofort zu essen, sobald Nahrung verfügbar ist.

Was macht uns dick?

Heute nimmt in Deutschland jeder Erwachsene zwischen 19 und 59 Jahren im Jahr durchschnittlich 0,5 Kilogramm zu. In 40 Jahren sammeln sich so satte 20 Kilo an – drei Viertel davon sind reines Fett, der Rest Muskelmasse, die der Körper braucht, um das höhere Gewicht überhaupt tragen zu können. Die Hauptursachen dafür sind:

Wir essen zu oft, die falsche Kombination und zur falschen Tageszeit: Der menschliche Stoffwechsel unterliegt einem bestimmten Biorhythmus. Das heißt, er benötigt zu unterschiedlichen Tageszeiten unterschiedliche Nährstoffe. Kohlenhydrate (Zucker) zum Beispiel verwertet er morgens und mittags gut. Abends hingegen stoppen sie durch die Wirkung des Insulins (siehe > ff.) die natürliche Fettverbrennung, während zugleich der Zucker in die Fettzellen bugsiert wird. Und die wachsen und wachsen – aber das können Sie ab sofort steuern (siehe auch > ff).

Zu wenig Bewegung im Alltag: Maschinen übernehmen heute immer mehr den aktiven Part bei der Produktherstellung und die meiste Arbeitszeit verbringt man auf dem Bürostuhl, im Auto, im Flugzeug oder im Stehen. Die Muskeln – unsere Fettverbrenner – sind untätig; sie schrumpfen. Die Folge ist ein verringerter Energieumsatz:

Wir benötigen immer weniger Kalorien.

Zu viel Stress, zu wenig Entspannung: Dauerstress macht dick (siehe > ff.). Studien belegen mehrfach, dass Menschen, die den Ausgleich zum Alltagsstress nicht hinbekommen, schneller zulegen und schwerer abnehmen. Frauen werden ab den Wechseljahren zunehmend stressanfälliger, da ihr Östrogenspiegel sinkt, während der Spiegel des Stresshormons Cortisol erhöht bleibt.

Dicke Eltern, dicke Kinder: Wie schnell wir Fett ansetzen oder ob ein Baby schon übergewichtig auf die Welt kommt (siehe >), liegt zum einen an seinen Genen, zum anderen daran, ob die Mutter in der Schwangerschaft hungert oder übergewichtig ist (siehe >).

FRAUEN HALTEN FEST

Ob wir leicht zunehmen und wo und weshalb die ungewünschten Kilos entstehen, hängt aber auch ganz entscheidend vom Geschlecht ab. Beim Mann wird Fett aus der Nahrung, das er nicht durch Bewegung verbraucht, in aller Regel am Bauch gespeichert. Dank der ihm zur Verfügung stehenden Muskulatur werden die Depots jedoch relativ rasch wieder aufgebraucht, sobald Mann sich in Bewegung setzt. Bis heute bringt Muskelaktivität die Speckröllchen am Bauch relativ leicht zum Schmelzen – und somit sind wir wieder beim eingangs skizzierten Szenario.

Die meisten Frauen hingegen speichern ihr Fett – zumindest in jungen Jahren – an Po und Oberschenkeln, von wo es (leider) weniger leicht wieder verschwindet. Auch das ist von der Natur durchaus beabsichtigt: Vielleicht braucht der Körper die Reserven ja noch für ein Baby, als Stillreserve oder als Wärmespeicher für einen kalten Winter. Insofern ist insbesondere der weibliche Körper in Sachen Fettreserven auf höchste Sparsamkeit gepolt. Die genetische Information für diese Funktion ist ein Leben lang in der Hormonsteuerung der Fettzellen jeder Frau enthalten – unabhängig davon, ob sie jemals schwanger wird oder nicht. Das Depotfett behauptet sich auch unabhängig von Schwangerschaft und Stillzeit sehr hartnäckig gegenüber Fasten oder Sport. Ein kleiner Trost: Das Fett an diesen Körperstellen ist nicht ungesund und mit gezielten Kräftigungsübungen und ein paar Ernährungstricks lässt es sich zumindest in Schach halten.

TIPP

Sich bewegen bringt Segen

Keine Binsenweisheit, sondern medizinisch erwiesen: Männer wie Frauen benötigen Bewegung und Muskelaktivität, um gesund zu bleiben. Während noch in den Neunzigerjahren des letzten Jahrhunderts die richtige Ernährung als Königsweg für ein gesundes Leben galt, weiß man heute, wie wichtig körperliche Aktivität für einen gesunden Stoffwechsel ist. Damit ist allerdings ausdrücklich nicht nur Sport gemeint, sondern auch ein ausreichend bewegter Alltag. Schließlich schlagen auch in dieser Beziehung die Steinzeitgene durch: Der menschliche Körper ist einfach dafür gebaut, seine Nahrung durch Sammeln und Jagen zu beschaffen. Früher musste er dafür täglich 20 bis 30 Kilometer weit gehen und laufen. Heute fahren wir mit dem Auto einfach beim Supermarkt vor.

Die knapp 10 000 Jahre, die uns von der Altsteinzeit trennen – das sind gerade einmal 350 Generationen –, sind entwicklungsgeschichtlich jedoch einfach zu kurz, als dass sich der Stoffwechsel an den modernen bewegungsarmen Lebensstil anpassen könnte. Deshalb müssen Sie das Bewegungsdefizit jeden Tag gezielt ausgleichen. Die wohlbekannten Ratschläge können dabei gar nicht oft genug wiederholt werden: Treppe statt Aufzug, öfter zu Fuß zu gehen und das Auto stehen lassen, sich einen Spaziergang pro Tag gönnen – oder eines der Bewegungsprogramme ab > in den Alltag einbauen. Die sorgen nämlich neben einer allgemeinen Kräftigung gleich noch für eine bessere Körperhaltung und mehr Beweglichkeit, mobilisieren den Stoffwechsel und bauen Stress ab.

Geheimnisvolle Dirigenten: Hormone

Doch wer oder was im Körper erteilt nun die Signale zum Fettsparen und -einschmelzen? Es sind nicht der Verstand beziehungsweise das Bewusstsein und der freie Wille – ganz im Gegenteil. Die Taktgeber sind fast unsichtbare Substanzen mit kurzer Lebenszeit: die Hormone. Kaum im Körper losgelassen, sausen sie an ihre Zielorte – spezielle Körperzellen – und hinterlassen dort ihre Befehle. Die betreffen alles, was bei einer Frau und natürlich auch bei einem Mann so läuft: den Stoffwechsel, die Entwicklung und nicht zuletzt, wie sich der Einzelne gerade fühlt.

Erst seit gut 100 Jahren weiß man, dass der Körper diese Substanzen überhaupt bildet. Doch seitdem gehören sie wahrscheinlich zu den spannendsten Forschungsgebieten, die es in der Medizin gibt. Endokrinologie ist der medizinische Fachbegriff für diejenige Wissenschaft, die sich insbesondere mit den endokrinen Drüsen (Drüsen, die ihre Wirkstoffe in den Körper abgeben) und deren Produkten, den Hormonen, befasst. Etwa 200 verschiedene davon produziert der menschliche Körper – vom Insulin in der Bauchspeicheldrüse, das den Blutzuckergehalt reguliert und Fettzellen mästet, bis zum Stresshormon Cortisol in den Nebennieren, das (im besten Fall) dafür sorgt, dass wir auch unter Druck gute Lösungen finden. Und die Entdeckung beziehungsweise Entschlüsselung der Hormone ist noch lange nicht abgeschlossen.

Nichts läuft ohne die Botenstoffe

Gäbe es keine Hormone, kämen alle Organfunktionen in Nullkommanichts zum Erliegen. Menschliches Leben mit all seinen Entwicklungs- und Reifephasen wäre ohne diese Mini-Kommunikatoren nicht denkbar. In Zusammenarbeit mit dem Nervensystem regeln sie jeden Stoffwechselvorgang: die Entwicklung des Babys im Mutterleib, die eines Mädchens zur Frau oder eines Jungen zum Mann und nicht zuletzt die eines Erwachsenen zum agilen Senioren. Sogar die Gefühlswelt wird von Hormonen gesteuert.

Hormone dienen dabei überwiegend als Botenstoffe. Schon winzige Mengen von einem Millionstel Gramm genügen, um eine bestimmte Wirkung zu erzielen. Ihr Ziel: möglichst umgehend auf dem Weg durch die Blutbahn an einer passenden Zelle anzudocken. Dort angelangt, erteilen die Hormone an den sogenannten Hormonrezeptoren – das sind Eiweiße (Proteine), die Hormone binden und deren Wirkung vermitteln – gewissermaßen ihre Kommandos beziehungsweise geben ihre Botschaften weiter. Und schon passiert es: Ein Fötus entwickelt sich, ein Kind wächst im Schlaf, ein Pubertierender motzt seinen Lehrer an, zwei Menschen verlieben sich. Und noch mehr: Wir fühlen uns sexy, weinen im Kino, bekommen einen Wutanfall, sind gestresst, haben Hunger oder verspüren keinen Appetit, kommen ins Schwitzen, können nicht mehr durchschlafen, sind traurig – oder nehmen aus heiterem Himmel zu.

Der Einfluss der Hormone auf das Gefühlsleben

Hormone sind sogar dann im Spiel, wenn ansonsten stets gut gelaunte Frauen plötzlich von Depressionen geschüttelt werden oder nachsichtige Mütter plötzlich zu keifenden Furien werden. Wie das? Gesteuert wird das Hormonsystem durch den Hypothalamus, einen gerade einmal daumennagelgroßen Bereich im Zwischenhirn. Hier fließen alle Informationen über die aktuelle Hormonsituation im Körper zusammen. Jede noch so kleine Schwankung wird genauestens wahrgenommen – und es wird umgehend darauf reagiert, indem neue Boten zur Hirnanhangsdrüse (Hypophyse) ausgeschickt werden. Diese gibt ihrerseits die Kommandos an die hormonproduzierenden Drüsen weiter (zum Beispiel an die Nebennieren, Schilddrüse, Eierstöcke oder Hoden). Die Kommunikation in diesem komplexen System funktioniert perfekt: Zum einen hat jede Zelle im Körper ihre speziellen Schlösser (Hormonrezeptoren), zu dem nur ganz bestimmte Schlüssel (Hormone) passen. Zum anderen wandern die Hormone nach »getaner Arbeit« über die Blutbahn zurück ins Gehirn, um der Hypophyse zu signalisieren, dass der Auftrag ausgeführt und die Produktion gestoppt werden kann (Rückkoppelung).

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Wie ein Schlüssel ins Schloss dockt ein Hormon an den entsprechenden Hormonrezeptor an. Erst mithilfe dieses »Transporters« kann es in die Zelle gelangen und seine Wirkung entfalten.

Das limbische System

Der Hypothalamus arbeitet in unmittelbarer Nachbarschaft zum Gefühlszentrum des Gehirns: dem limbischen System, das entwicklungsgeschichtlich zu den alten Teilen des Gehirns zählt. Man vermutet, dass es anfangs hauptsächlich für das Verarbeiten von Gerüchen zuständig war. Weil das Areal eng mit dem vegetativen Nervensystem verbunden ist, gilt es heute als Entstehungsort aller Gefühle. Es steuert Affekte und Emotionen wie Schmerz und Stress, aber auch Lust und sexuelles Empfinden. Genau das ist auch der Grund, weshalb bestimmte Hormone unser Verhalten, Denken und Fühlen entsprechend einfärben (siehe auch Abbildung >). Aktuelle Studien belegen zum Beispiel die Wirkung der Geschlechtshormone und des Stresshormons Cortisol auf das Gehirn. So führt ein hoher Spiegel des Östrogens Östradiol dazu, dass sich Frauen schön finden und gerne flirten. Ein hoher Cortisolspiegel hingegen kann Wutanfälle provozieren, bei dem andere besser in Deckung gehen.

Wenn Frauen zunehmen ...

... gleicht das bei vielen einer Tragödie. Und tatsächlich leiden Frauen unter einer Gewichtszunahme psychisch wesentlich mehr als Männer. Dabei stellen sich Depressionen und ein vermindertes Selbstwertgefühl nicht erst bei einem BMI von 30 und mehr ein. Frauen müssen nicht erst fettleibig (adipös) werden, um aus dem seelischen Lot zu geraten; schon drei bis fünf Kilogramm zu viel reichen zum Unglücklichsein. Woran liegt das? Diese Frage lässt sich leider nicht ganz so einfach beantworten. Zum einen hat sie etwas mit den eigenen Vorstellungen vom idealen Körper zu tun, zum anderen mit der Idee, wann und mit welchen Maßen sich eine Frau als besonders liebens- und begehrenswert empfindet.

Tatsache ist, dass viele Frauen fest davon überzeugt sind, dass ihr Selbstwert auch von ihrem Aussehen abhängt. Und völlig unrecht haben sie damit sicher nicht. Denn sobald wir unseren Blick wieder der Biologie und hier insbesondere der Partnerwahl zuwenden, gewinnt stets ein ganz bestimmter weiblicher Typ: große Augen, volle Lippen, glatte Haut und eine Sanduhr-Figur stehen auf der männlichen Wunschliste ganz oben, wie humanethologische Studien belegen. So gesehen steht der jugendliche Östrogen-geprägte Typ (siehe >) bei der Partnerwahl immer auf der Gewinnerseite. Doch von diesem Idealbild sollte sich keine Frau tyrannisieren lassen. Viel wichtiger nämlich ist es, ein Körpergewicht zu erlangen, mit dem Sie sich rundum wohlfühlen und mit dem Sie bis ins hohe Alter eine gute Lebensqualität verbinden – Biologie hin, Biologie her.

Männer hingegen schätzen ihre Körpermasse eher unrealistisch ein und neigen dabei oft zu unerschütterlichem Optimismus – nicht selten sind sie sogar stolz auf ihre Körperfülle. So gaben bei einer repräsentativen Befragung durch das Marktforschungsinstitut Ipsos im Auftrag der Privaten Krankenversicherung der Allianz Anfang Mai 2007 zwei Drittel der übergewichtigen männlichen Befragten an, dass sie ihr Gewicht als genau richtig empfänden. Das passt zusammen mit dem Ergebnis einer Studie der GfK Marktforschung Nürnberg. Das Gros der Herren der Schöpfung kümmert sich demnach reichlich wenig um sein Aussehen. 80,2 Prozent der Befragten machten daher logischerweise auch einen großen Bogen um kalorienbewusste Ernährung; sage und schreibe 38,2 Prozent gaben sogar an, überhaupt nicht kochen zu können.

Diese Selbsteinschätzung steht im deutlichen Widerspruch zur Realität: Zwei von drei deutschen Männern sind zu dick, wie das Europäische Statistikamt Eurostat im Jahr 2007 meldete. In keinem anderen Land Europas gibt es so viele übergewichtige und fettleibige Männer (48 Prozent haben Übergewicht, 18,8 Prozent sind fettleibig). Frauen liegen mit 31,3 Prozent europaweit immerhin »nur« auf Platz 2 – hinter den Engländerinnen. Allerdings übertrifft der Anteil adipöser Frauen nach Angaben der Statistiker mit 21,7 Prozent die entsprechende Quote der Männer.

INFO

Der Body-Mass-Index oder »Wie dick ist zu dick?«

Der sogenannte Body-Mass-Index (BMI) ist eine Messgröße für die Bewertung des Körpergewichts eines Menschen.

Formel: Körpergewicht (in kg) geteilt durch Körpergröße (in m) im Quadrat

Zwei Beispiele:

Mann

80 kg : 1,80 m : 1,80 m = BMI 24,69

Frau

70 kg : 1,70 m : 1,70 m = BMI 24,22

Ab einem Body-Mass-Index von 25 sprechen Ernährungsmediziner von Übergewicht, ab einem BMI von 30 von Adipositas (Fettleibigkeit) – das ist beispielsweise der Fall, wenn eine 1,70 Meter große Frau mehr wiegt als 85 Kilogramm oder ein Mann von 1,80 Meter mehr als 100 Kilogramm auf die Waage bringt.

Nicht nur eine Frage der Schönheit

Doch starkes Übergewicht kann nicht nur ein ästhetisches Problem sein. Die Betroffenen haben aufgrund gehäuften Auftretens von Stoffwechselstörungen gegenüber Normalgewichtigen statistisch eine um 15 Jahre kürzere Lebenserwartung; das sogenannte metabolische Syndrom führt zu Diabetes Typ 2, Bluthochdruck mit Nierenschäden, Herzinfarkten und Schlaganfällen. Ab einem BMI von 30 sollte deshalb unbedingt eine ernährungsmedizinische Therapie erfolgen.

Das Verhältnis von Fett zu Muskelmasse

Doch auch der BMI ist nur ein grobes Orientierungsmaß; schließlich verrät er nichts darüber, ob der Wert durch Muskelmasse hervorgerufen wird oder durch Fett. Genauen Aufschluss über die Muskel-Fett-Verteilung gibt nur eine Bioimpedanzmessung (BIA), wie sie in vielen Arztpraxen und manchen Fitnessstudios durchgeführt wird. Bei mäßigem Übergewicht tut es auch eine Körperfettwaage, die jedoch starke Schwankungen aufweisen kann.

FRAUEN SIND ANDERS

Tatsächlich sind Frauen also aufgrund ihrer besonderen Veranlagung dazu prädestiniert, ganz schnell ein paar Pfund zuzulegen. Das wäre an und für sich nicht weiter schlimm, würde der Körper nicht so hartnäckig daran festhalten. Der weibliche Körper ist eben anders zusammengesetzt als der männliche, die Anteile von Muskelmasse, Körperfett und Wasser sind im Vergleich zum Mann unterschiedlich hoch. Bei einem männlichen Mittzwanziger mit einem Körpergewicht von 76 Kilogramm macht die Magermasse (Organe, Muskeln und Knochen) 62 Kilo, das Fett gerade einmal 14 Kilo aus. Bei einer gleichaltrigen Frau von 65 Kilogramm beträgt die Magermasse dagegen im Durchschnitt nur 45 Kilo, das Fett 20 Kilo.

Der bis zu einem Drittel höhere Muskelanteil sorgt dafür, dass Männer generell mehr Kalorien verbrennen als Frauen – und zwar auch dann, wenn sie sitzen oder schlafen. Denn die Muskulatur ist für die gesamte Energiegewinnung und den Energieumsatz im Körper zuständig. Und das umso mehr, je öfter sie genutzt und – im Zweifelsfall nach jahrelanger Vernachlässigung – (wieder) aufgebaut wird. Dann schafft sie sogar im Ruhezustand und im Schlaf Fett weg.

INFO

Muskeln machen schlank

Der Muskelaufbau ist gerade für Frauen wichtig, die wieder Kontrolle über ihr Gewicht erlangen wollen. Schließlich kann Fett vor allem nur durch Muskeln verbrannt werden. Da Frauen grundsätzlich über ein etwas schwächer ausgebildetes Muskelkorsett verfügen und dieses noch dazu altersbedingt (und wenn es nicht gefordert wird) schon ab dem 30. Lebensjahr abnimmt, ist ein regelmäßiges Krafttraining eine äußerst erfolgreiche Aufbaumaßnahme, um sich endlich wieder ein Stück wohler in seiner Haut zu fühlen. Die besten Übungen dazu finden Sie ab >.

Die hormonelle Biographie

Doch auch wenn der für Frauen gesundheitlich empfehlenswerte Körperfettanteil mit 20 bis 30 Prozent höher liegt als der für Männer (12 bis 20 Prozent): Es ist nicht nur die spezifisch weibliche Körperzusammensetzung, die Frauen das Gefühl gibt, sie würden schon zunehmen, wenn sie ein Stück Kuchen nur ansehen. Mit jedem Menstruationszyklus, mit jeder Schwangerschaft und jeder Geburt ändert sich der weibliche Hormonhaushalt – genauso wie er es während der verschiedenen Entwicklungs- und Reifephasen der Frau immer wieder tut. Die Geschlechtshormone Östrogen, Gestagen und Testosteron kursieren in teilweise höchst unterschiedlichen Konzentrationen mit ihrem ständigen Begleiter Insulin (Fettmasthormon, siehe > ff.) durchs Blut. Diese Hormonbande ist verantwortlich dafür, wenn Frauen schon seit ihrer Kindheit zu viel Gewicht mit sich herumschleppen, zyklusbedingt zunehmen, nach einer Schwangerschaft auf ihrem Babyspeck sitzen bleiben oder im Lauf der Wechseljahre und/oder Menopause dick werden. Viele Frauen berichten deshalb von Frustgefühlen, Ohnmacht und Resignation, weil sie durch diese spezifisch weiblichen Ereignisse ungewollt nicht (mehr) in dem Körper stecken, in dem sie sich einmal wohlgefühlt haben.

Für ein positives weibliches Körperbild

Für viele jüngere und immer mehr ältere Frauen ist schön und schlank zu sein gleichbedeutend mit sozialer Anerkennung. Das kommt nicht von ungefähr. Wie sich eine Frau in ihrem Körper fühlt, hängt zum einen stark mit der familiären Prägung zusammen. Welche Botschaften vermittelten die Eltern dem heranwachsenden Mädchen hinsichtlich seines Aussehens? Und wofür wurde die Frau in ihrer Kindheit geschätzt? Zudem vermitteln die Medien heute ein extrem narzisstisches Körperbild. Die (oft am Computer) perfektionierten Idealkörper gaukeln vor, dass jede Frau ihren Körper durch Diäten, Workouts und im Zweifelsfall unter dem Skalpell grenzenlos formen kann. Dabei zeigt schon ein nüchterner Blick auf die weibliche Biologie die natürlichen Grenzen. Denn insbesondere der Körper einer Frau ist an bestimmte physiologische Prozesse und hormonelle Kreisläufe gebunden. Und ob eine Frau eher breit- oder schmalhüftig ist, ob sie viel oder wenig Busen hat, all das hat sie letztlich ihrer Mutter oder Großmutter zu verdanken.

Vertieft sich der Gedanke, zu dick zu sein, erst einmal, entwickeln viele Mädchen und Frauen Angst vor einer Gewichtszunahme oder beginnen, sich ihres Körpers zu schämen. Haben sie dann tatsächlich – etwa infolge von gescheiterten Diäten und abgebrochener Fitnessprogramme – ein paar Pfunde zugelegt, kommt es zu dem, was Psychologen als Vermeidungsverhalten bezeichnen: Die Frauen wagen sich nicht mehr ins Schwimmbad, Spiegel in der Wohnung werden abgehängt, der Kleiderschrank ähnelt einem Secondhandshop mit Beständen in unterschiedlichsten Größen, die alle nur den Zweck haben, die Körperfülle zu verhüllen.

Wie viel »zu viel« eine Frau dabei wiegt, ist relativ gleichgültig. Tatsache ist, dass nur ein relativ geringer Prozentsatz über ein gesundes Körperbild verfügt. Sie müssen gar keine Essstörungen wie Magersucht, Bulimie oder »Binge Eating« (Essanfälle) entwickeln. Bereits das ständige Nachdenken über den Körper und das stete Überprüfen des Gewichts zeigen das Dilemma – ebenso wie zahlreiche (erfolglos) ausprobierte Diäten und Sportprogramme.

Fühlen Sie sich wohl in Ihrer Haut

Dieses Buch soll Ihnen nicht nur helfen, die Vorgänge in Ihrem Körper und somit das »typisch weibliche« Gewichts-Jo-Jo besser zu verstehen. Es soll Sie dabei unterstützen, den eigenen Körper positiv anzunehmen – auch wenn er nach drei Schwangerschaften nicht (mehr) so aussieht wie der Superbody von Heidi Klum. Dieses Buch will keine neue Diät sein, mit der Sie in zwei Wochen garantiert zehn Pfund leichter sind. Es geht vielmehr darum, eine realistische Sicht auf den eigenen Körper zu entwickeln. Ein ganzheitlich angelegtes Programm aus stoffwechselgerechter Ernährung und Bewegung in Kombination mit Entspannungsübungen verhilft Ihnen zu einem besseren Körpergefühl, mehr Lebensqualität und einem positiven Selbstbild.

INFO

Übergewicht und Tumorrisiko

Die Gewichtsentwicklung einer Frau von der Jugend bis zur Menopause bestimmt entscheidend das Brustkrebsrisiko nach der Menopause, so das Ergebnis der großen amerikanischen Nurses' Health Study (1976 bis 2006 mit über 110 000 Teilnehmerinnen). Frauen, die zwischen dem 18. Lebensjahr und der Menopause mehr als 20 Kilogramm zunehmen, haben ein doppelt so hohes Brustkrebsrisiko wie Frauen, die ihr Gewicht ungefähr halten.

Auch bei Darmkrebs, dem zweithäufigsten Krebs bei Frauen, zeigte die Canadian National Breast Screening Study von 2002 eine Verbindung zum Übergewicht: Bei Frauen vor der Menopause erhöht sich das Darmkrebsrisiko mit steigendem BMI. Adipöse Frauen tragen sogar ein beinahe doppelt so hohes Darmkrebsrisiko wie ihre schlanken Geschlechtsgenossinnen.

Zum Trost: Um das Tumorrisiko in kurzer Zeit um 40 Prozent (!) zu senken, genügt es bereits, 10 Kilogramm (Fett-)Gewicht abzunehmen. Mit der Hormonformel schaffen Sie das spielend.

Das Problem mit dem Abnehmen

Mit spätestens 35 Jahren sind viele Frauen zu regelrechten Diätveteraninnen geworden; zu oft haben sie es nicht geschafft, sich von überflüssigen Pfunden zu befreien. Dabei sind diäterprobte Frauen keineswegs einfach nur undisziplinierter als Normalgewichtige. Ganz im Gegenteil: Die unzähligen Versuche abzunehmen beweisen ja, dass ihre Motivation beziehungsweise ihr Leidensdruck hoch ist. Trotzdem haben viele Betroffene gelegentlich das Gefühl, regelrecht dazu verdammt zu sein zuzunehmen. Woran mag das liegen? Um eine Antwort auf diese Frage zu finden, müssen Sie als Erstes die entscheidenden Stoffwechselhormone unter die Lupe nehmen; sie spielen beim Ab- und Zunehmen eine wesentliche Rolle. Zum Glück können Sie die Stoffwechselhormone durch Ihren Lebensstil selbst entscheidend beeinflussen – insbesondere durch die Zusammenstellung Ihrer Mahlzeiten (Insulintrennkost), einen aktiven Alltag und sportliches Training sowie ausreichende Ruhephasen. Sogar bereits bestehende Stoffwechselungleichgewichte, ungünstige Blutfettwerte und Bluthochdruck lassen sich so ausgleichen – und das garantiert ohne Nebenwirkungen.

INFO

Satt oder hungrig? Eine Frage des Leptins

Leptin, ein Hormon, das erst 1994 entdeckt wurde, wird in erster Linie von Fettzellen abgegeben und nur in geringen Mengen in der Hirnanhangsdrüse und im Hypothalamus produziert. Leptin ist ein natürlicher Appetitzügler; mit seiner Hilfe melden die Fettzellen dem Gehirn, dass sie gefüllt sind. Dadurch wird das Auftreten von Hunger gehemmt. Allerdings funktioniert dieser Mechanismus nur bei Normalgewichtigen einwandfrei. Wer ständig zu fett isst, gewöhnt sein Hungerzentrum an eine regelrechte Leptinflut, was letztendlich zu einer sogenannten Leptinresistenz führt. Die Folge: Der Appetit hält länger an. Für Frauen ist das besonders tragisch. Eine 2008 in Wiesbaden auf dem Kongress der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin vorgestellte Studie zeigt nämlich, dass die Leptinkonzentration bei übergewichtigen Frauen zwei- bis dreimal so groß ist wie bei Männern. Die gute Nachricht: Durch eine Gewichtsabnahme lässt sich die Entgleisung wieder regulieren.

GESTÖRTE STOFFWECHSELPROGRAMME

Im Grunde zeigt der Körper durch Hunger ziemlich deutlich, wann er Nahrung braucht. Die Fähigkeit, Hunger zu verspüren, setzt jedoch sowohl eine gesunde Beziehung zum Essen als auch zum eigenen Körper voraus. Übergewichtige und Dauerdiät haltende Frauen haben aber oft verlernt, auf die natürlichen Signale und Bedürfnisse ihres Körpers zu hören. Schlanke Menschen dagegen essen nur dann, und auch nur so lange, wie sie Hunger haben. Und das wird vom Biorhythmus diktiert (siehe auch >).

Ob Sie hungrig oder satt sind, steuert Ihr Gehirn – genauer gesagt der Hypothalamus. Im Zwischenhirn befindet sich ein Areal, das für die Sättigung, ein anderes, das für den Appetit zuständig ist. Letzteres meldet Hunger, sobald bestimmte Sensoren und Botenstoffe Energienachschub fordern. Sobald Sie ausreichend gegessen haben, melden andere Sensoren an die Steuerzentrale im Kopf, dass sich Magen und Darm dehnen – Ihre Verdauungsorgane schütten Sättigungshormone aus. Rezeptoren registrieren die Nährstoffe im Blut – allen voran Traubenzucker (Glukose) – und melden dies ebenfalls ans Gehirn. Botenstoffe wie die Hormone Insulin und Leptin informieren das Zwischenhirn über die Höhe des Energiespeichers sowie die kurzfristige (Glukose-) und langfristige (Fett-) Sättigung. Sinken dann nach und nach die Insulin- und Leptinspiegel wieder, wird erneut ein Hungergefühl ausgelöst.

Viele Frauen mit einem BMI über 30 leiden bereits seit Geburt unter falschen Stoffwechselprogrammen. Diese sogenannte vorgeburtliche Programmierung äußert sich zum Beispiel in einem zu hohen Insulinspiegel (siehe >) oder in einem verstärkten Appetit auf Fette, der ihren freien Willen beim Essen und Trinken außer Kraft setzt. Betroffene tun gerne und oft das, was ihnen am meisten Freude bereitet und ihnen insbesondere bei Stress und nach unangenehmen Situationen ein beruhigendes Gefühl verschafft: Sie essen und trinken. Doch weil im Gehirn die Sättigungshormone Leptin und Insulin nicht mehr richtig funktionieren, setzt kein Sättigungsgefühl ein, das ihre Esslust bremst. Im Gegenteil! Die Leptinrezeptor-Down-Regulation, also die Verringerung der Anzahl der auf der Zelloberfläche zur Verfügung stehenden Leptinrezeptoren, führt durch ein verspätetes Sättigungsgefühl dazu, noch mehr zu essen. Die überschüssigen Fettzellen besorgen sich so täglich neuen »Extrafüllstoff«. Das Gleiche gilt, wenn die Insulinkonzentration im Blut chronisch erhöht ist (Hyperinsulinämie). Dann ziehen sich die Insulinrezeptoren an den Zellmembranen ein; das Hormon verliert an Wirkung (Insulinresistenz) – ein Prozess, der oft mit Übergewicht einhergeht.

Doch nicht nur bei stark Übergewichtigen kann der Stoffwechsel aus der Balance geraten. Die betroffenen Frauen nehmen dann nicht nur mehr Kalorien zu sich, als ihr Körper benötigt. In aller Regel greifen sie auch ausgerechnet zu solchen Nährstoffkombinationen, die besonders hohe Insulin- und Leptinreaktionen auslösen, wie zum Beispiel Käsebrote, Hamburger, Fruchtjoghurts, Eiscreme, Gummibärchen, Schokolade und Limo.

»Gewichtsfaktor« Schilddrüse

So unscheinbar, das kleine, schmetterlingsförmige Organ unterhalb des Schildknorpels vor der Luftröhre auf den ersten Blick auch scheinen mag: Die Schilddrüse ist eine der wichtigsten hormonproduzierenden Drüsen im Körper. Sie

bildet und speichert das lebenswichtige Spurenelement Jod und

produziert die jodhaltigen Hormone Thyroxin (Tetrajodthyronin, T4) und Trijodthyronin (T3), die eine tragende Rolle im Energiestoffwechsel und für die Herz-Kreislauf-Funktionen spielen.

Das für die Hormonbildung benötigte Jod wird über die Nahrung aufgenommen. Die jodhaltigen Schilddrüsenhormone spielen eine maßgebliche Rolle für Wachstum und Entwicklung (Gehirnfunktion) und für wichtige Stoffwechselvorgänge wie Fett-, Eiweiß- und Knochen-Stoffwechsel, Herzfunktion und Thermogenese (Wärmebildung). Akute oder chronische Krankheiten stören ebenso wie Erkrankungen der Schilddrüse selbst schnell das sensible Gleichgewicht. Sie verlangsamen die Stoffwechselrate, erhöhen den Spiegel des Stresshormons Cortisol (siehe such >), schrauben den Grundumsatz nach unten und führen zu zahlreichen Stoffwechselstörungen an Leber, Niere und Blutfetten. Kurz gesagt: Werden sie nicht behandelt, nehmen die Betroffenen zwangsläufig zu.

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Die Schilddrüse liegt unter dem Kehlkopf vor der Luftröhre. Ihre beiden Lappen produzieren Hormone, die den individuellen Energieumsatz regeln.

Schilddrüsenunter- und -überfunktion

Die beiden Schilddrüsenhormone Thyroxin (T4) und Trijodthyronin (T3) sorgen dafür, dass Sie viel Energie haben und leistungsfähig sind. Und sie wirken auf den Stoffwechsel, indem sie helfen, Nährstoffe optimal zu verwerten. T4 ist dabei die sogenannte Muttersubstanz; sie wird je nach Bedarf aktiviert: Nach Abspaltung eines Jodatoms entsteht die aktive Form T3. T3 steigert den Stoffwechsel des Körpers, erhöht den Sauerstoffverbrauch, den Energieumsatz und die Wärmeproduktion. Zudem fördert es das Wachstum und die Reifung des Gehirns und der Knochen.

Bildet die Schilddrüse zu viel T4 (Schilddrüsenüberfunktion), sind die Betroffenen nervös, leiden unter Herzrhythmusstörungen und verlieren viel Wasser und nehmen ab, auch wenn sie normal essen. Dabei verlieren sie zum Teil allerdings auch wertvolle Muskelsubstanz.

Dagegen machen Frauen, die zu wenig T4 bilden (Schilddrüsenunterfunktion), schneller schlapp, leiden unter Müdigkeit und Konzentrationsmangel – und legen leichter an Gewicht zu. Die häufigsten Ursachen für die unzureichende T4-Produktion sind in unseren Breitengraden chronische, schmerzlose Schilddrüsenentzündungen (Hashimoto-Thyreoiditis), eine nicht ausreichende Versorgung mit Schilddrüsenhormonen nach der Entfernung der Schilddrüse oder Jodmangel, beispielsweise in der Schwangerschaft.

Schilddrüsenüber- und -unterfunktion sind behandlungsbedürftige Krankheiten. Sie lassen sich mittels eines Bluttests vom Arzt (Hausarzt oder Endokrinologe) nachweisen und mit Schilddrüsenhormonen behandeln.

Diätbedingte Schilddrüsenstörung

Ein Dickmacher par excellence ist der Essensentzugsstress während einer Diät und der daraufhin folgende Jo-Jo-Effekt. Fachleute und vor allem die Medien haben den Frauen über Jahrzehnte immer wieder eingebläut, dass Kalorien dick machen. Deshalb bedürfe es einer gewissen Askese, um die Energiezufuhr zu senken und so den unerwünschten Kilos an den Kragen zu gehen. Das Motto lautete: So viele Kalorien sparen wie möglich. Für den Körper eine echte Katastrophe.

Um möglichst lang zu überleben, greift der Schilddrüsenstoffwechsel ein: Das Gehirn registriert den Kalorienmangel und verringert die Ausschüttung von TSH in der Hirnanhangsdrüse. Dieses Hormon stimuliert die Schilddrüse und sorgt normalerweise dafür, dass ausreichend T4 und T3 gebildet werden – und reguliert somit auch die Körperwärme. Durch das niedrige »Diät-TSH« nimmt diese um 30 Prozent ab. Kalte Hände während des Hungerns sind also das Indiz für eine Diät-Schilddrüsenunterfunktion – ebenso wie kalte Füße oder Ohren, eine kalte Nase und sogar ein kalter Po. Wenn Sie erfolgreich abnehmen wollen, müssen Sie entsprechend viele »Wärme«-Kalorien zu sich nehmen. Nur wenn der Stoffwechsel optimal läuft, können die Pfunde auch auf Dauer verschwinden.

Turbo-Dickmacher Insulin

Die Bauchspeicheldrüse produziert zwei Hormone, die gemeinsam den Blutzuckerspiegel regeln: Insulin und Glukagon. Dabei nimmt Insulin eine Schlüsselfunktion ein: Es befördert die im Blut anflutenden Nährstoffe, insbesondere den Zucker (Glukose aus Kohlenhydraten), aber auch Eiweiß und Fette, in die Muskelzellen. Zu diesem Zweck besitzen alle Muskel-, Fett- und auch die Leberzellen an ihrer Außenhaut (Membran) Aufnahmestellen (Rezeptoren). Wie ein Schlüssel das zu ihm passende Schloss öffnet, so ist das Insulin in der Lage, die Zellen zu öffnen und eine regelrechte Signalkette auszulösen: Es veranlasst, dass in der Zelle Transporter ausgesendet werden, die durch den jetzt offenen Schacht Zucker, Eiweißbausteine (Aminosäuren) und Fettsäuren aus Triglyzeriden aufnehmen. Sie werden als Bausteine für neue Zellstrukturen verwertet oder in den Zellkraftwerken (Mitochondrien) verbrannt, um neue Energie zu gewinnen, zum Beispiel für anstehende geistige und körperliche Tätigkeiten.

Ist der Zuckerspiegel im Blut hoch, stellt sich ein Gefühl der Sättigung ein. Sackt er dagegen ab, lässt auch der Hunger nicht lange auf sich warten. Je rascher dabei Zucker verflüssigt in den Darm gespült wird (beispielsweise bei Säften oder Limonade), desto schneller steigt der Glukosespiegel im Blut an und desto stärker fällt die Insulinreaktion in der Bauchspeicheldrüse aus.

Sobald der Zucker in die Zellen geschleust wurde, sinkt jedoch auch der Blutzuckerspiegel wieder ab. Das bringt mit sich, dass Sie umso schneller wieder hungrig sind, je zucker- beziehungsweise stärkereicher Sie essen. Sogar noch heftiger antwortet die Bauchspeicheldrüse auf die Mischung aus Kohlenhydraten und tierischem Eiweiß, also beispielsweise auf Obstjoghurt, Käsebrote, Hamburger oder Schokoriegel. Bereits bei Kleinkindern können diese beliebten Lebensmittel daher besonders starke und vorzeitige Hungergefühle auslösen. Die Folge: Sie essen sich immer dicker. Dabei hat der Insulinhunger fast nichts mit dem Kalorien- oder Fettgehalt eines Lebensmittels zu tun.

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Damit die Energie aus der Nahrung in den Muskelzellen verbrannt werden kann, setzt die Bauchspeicheldrüse das Hormon Insulin frei, das die Zelle »aufschließt«.

Über die Rezeptoren wird eine Signalkette zum Zellkern ausgelöst.

Der Zellkern veranlasst die Bildung von Transportern, die durch einen Transportschacht in der Zellmembran die Aufnahme von Zucker, Eiweiß und Fett ermöglicht.

In der Zelle werden die Nährstoffe zur Energiegewinnung verbrannt oder als Körperbaustoff verwendet.

Der Energiestoffwechsel ist hoch.

Ein Hormon mit Schlüsselfunktion

Geschätzte 400 Millionen Jahre sorgt das kleine Eiweißhormon Insulin (es besteht lediglich aus 78 Aminosäurebausteinen) für jegliche Energie- und Nährstoffzufuhr in die Muskel-, Leber- und Fettzellen aller Tiere – lange bevor es überhaupt Menschen gab. Die Natur hat diesem Botenstoff im wahrsten Sinn des Wortes zahlreiche Schlüsselfunktionen übertragen, die es oft zeitgleich an den Insulinschlössern der verschiedensten Organe ausübt. Solange Tier und Mensch die täglich notwendige Nahrungsmenge mehr oder weniger anstrengend und zeitraubend beschaffen mussten, war alles im Gleichgewicht. Vermutlich dauerte es vor allem im Winter täglich mehr als 6 Stunden, bis der Urmensch 3 bis 4 Kilogramm Kohl, Wurzeln und Knollen gekaut hatte, welche die für das Gehirn benötigten 120 Gramm Zucker enthielten. Feinste Zuckertröpfchen lösten an den Rezeptoren sehr niedrige Insulinreaktionen aus, um die Zuckerschächte zu öffnen.

Diese Reaktionen im Körper verstärkten sich, als der Mensch vor 300 000 bis 500 000 Jahren begann, das Feuer zu beherrschen. Er war jetzt in der Lage, Fleisch zu grillen und Knollen zu kochen – und so die Eiweiß- und Zuckerzufuhr zu erhöhen. Regelrechte Schockwellen muss die Bauchspeicheldrüse erst seit etwa 9000 Jahren Tag für Tag ertragen. Denn seitdem verarbeitet der Mensch geerntetes Getreide zu Brot. Pro Kilo enthält dieses »neuartige« Nahrungsmittel 400 bis 500 Gramm reine Stärke. Sie zerfällt durch das vorangegangene Mahlen und Backen in Nullkommanichts zu reinem Traubenzucker. Einen Teil davon erledigt schon das Enzym Amylase im Speichel: Wenn Sie einen Bissen Brot 20- bis 30-mal kauen, kommen Sie schnell auf den süßen Geschmack.

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Ist die Nahrung sehr reich an Kohlenhydraten und enthält entsprechend viel Glukose, gerät das Insulinsystem aus dem Gleichgewicht. Die Bauchspeicheldrüse schüttet dann vermehrt Insulin aus, um die Energie in die Zelle zu »drücken«.

Die Zelle wird durch die Verarbeitung zu vieler Nährstoffe gestresst; der Energiestoffwechsel ist überhöht.

Gleichzeitig fällt der Glukosespiegel im Blut rasch wieder ab. Die Folge sind Heißhungerattacken.

Ein Übermaß an Energie

Bei der modernen Frau löst die heftig überschießende Insulinreaktion in kurzer Zeit zwei starke Reaktionen aus: Zum einen öffnet das Insulin schlagartig Milliarden von Muskel-, Leber- und Fettzellen und flutet die Zellkraftwerke mit derart viel Zuckerenergie, dass sie zu überhitzen drohen (oxidativer Stress). Zum anderen sackt der Blutzuckerspiegel so rasant wieder ab, dass das unterzuckerte Gehirn das Hormon Adrenalin auslöst, um den Unterzuckerungsnotstand zu beseitigen, der sich in Form von Schweißausbrüchen, Zittern, Pulsrasen und Heißhunger äußert. Das Adrenalin soll aus den körpereigenen Depots Reservezucker (Glykogen) mobilisieren, um das Unwohlsein zu beenden. Ein rascher Blutzuckerabfall ist eines der stärksten Signale, neue Nahrung aufzunehmen.

Angesichts der Tatsache, dass ein Liter Apfelsaft 110 Gramm flüssigen Zucker enthält und ein Fruchtjoghurt es sogar leicht auf 165 Gramm pro Liter bringt, verwundert es nicht, dass sich die Bauchspeicheldrüse oft im Ganzjahres-Hormonstress befindet. Ob man gesund bleibt oder nicht hängt davon ab, wie sehr sich die gestressten Zellen schützen. Dazu ziehen sie ihre Insulinrezeptoren mehr oder weniger stark ein. Die Folge ist eine Insulinresistenz – und die wiederum hat auch Folgen für die Figur. Gemeinsam mit Östrogen oder Testosteron (mehr zu diesen Geschlechtshormonen erfahren Sie ab >) befördert das akut und chronisch überhöhte Insulin überschüssige Energie nämlich an verschiedene Zielorte: Beim Testosteron-geprägten Typ (siehe >) landet sie umgehend in den Bauchfettzellen, beim Östrogen-geprägten (siehe >) an Po und Schenkeln.

Letztere können ungleich mehr Fett einsperren, was Östrogen-geprägte Frauen lange Zeit vor Stoffwechselkrankheiten bewahren kann. So schützen ein runder Po und fülligere Oberschenkel vor Diabetes, der Testosterongeprägte Frauen mit Bauch in der Regel fünf bis sechs Jahre früher ereilt. Zwischen beiden liegt der Gestagen-geprägte Typ (siehe >), der eher durch mangelnde Nutzung der ohnehin geringen Muskelmasse gefährdet ist und überall am Körper Fett ansetzt.

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Durch den dauerhaften Insulinüberschuss im Blut ziehen sich die Rezeptoren irgendwann fast ganz zurück. Die Signalkette ist gestört. Es kommt zu einer Insulinresistenz.

Weil der Zellkern zu wenige Transporter bildet, bleibt der Transportschacht verschlossen.

Zucker, Eiweiß und Fett schwimmen weiterhin in Blut und werden ins Fettgewebe »entsorgt«.

Der Energiestoffwechsel läuft auf Sparflamme.

Insulin blockiert den Fettumsatz

Das Fettgewebe ist ein lebhafter Umschlagplatz für Energie: Ständig werden hier Fette auf- und wieder abgebaut. Ihre Grundbausteine, die freien Fettsäuren, werden aus dem Blut aufgenommen und in der Zelle mithilfe von Zucker (Glycerol aus drei Glukose-Traubenzuckern) zu Triglyzeriden mit drei Fettsäuren zusammengebaut und gespeichert. Braucht der Körper Energie – etwa um nachts die Muskelzellen mit Wärme zu versorgen –, kann die Zelle dann schnell Enzyme (hormonsensitive Lipase) aktivieren, die das gespeicherte Fett wieder in seine Einzelteile zerlegen und die Fettsäuren ins Blut schleusen.

So ausgeklügelt dieses System ist, so leicht gerät es aus dem Gleichgewicht. Schon ein minimaler Insulinanstieg blockiert das »Ausgabeenzym«, welches das Fett wieder zerlegt, für fünf bis sechs Stunden. In diese Insulinfalle sind in den letzten Jahrzehnten Millionen von Frauen gestolpert: Experten hatten ihnen eingeredet, sie sollten die reduzierten Kalorien in möglichst viele kleine Portionen aufteilen und fünf- bis siebenmal am Tag essen. So sorgt bereits das Knäckebrot um 7.30 Uhr für die erste Fettblockade nach der Nachtruhe. Um 9.30 Uhr folgt dann ein Müsliriegel, um 12.30 Uhr zwei kleine Kartoffeln. Wollen sich um 14.30 Uhr die Fettzellen öffnen, schlägt ihnen das Hefeteilchen zum Cappuccino die Türe vor der Nase zu – ebenso wie zwei Stunden später das Käsebrot mit Gurke. Die Fettzellen setzen nun ihre ganze Hoffnung, sich entleeren zu können, auf die Abendstunden – und werden schon wieder aufs Heftigste enttäuscht. Der Grund: ein streng fettarmer Erdbeerjoghurt um 20.30 Uhr.

Der Knockout erfolgt schließlich um 22 Uhr durch den doch so gesunden Apfel vor dem Zähneputzen. Der Insulinspiegel sinkt nicht und die Fettzellen bleiben verschlossen.

Das Schlimme ist: Sie müssen noch gar nicht einmal immer essen. Auch durch den regelmäßigen Konsum zuckerhaltiger Getränke blockieren Sie die Fettzellen. Dabei geht nicht nur von Limonade und anderen Softdrinks eine Gefahr aus. Auch vermeintlich gesunde Säfte, Smoothies, Schorlen und sogar Früchtetee kurbeln den Insulinkreislauf immer wieder aufs Neue an. Kein Wunder, dass Diäten, bei denen Sie ohne große Pausen ständig ein bisschen snacken, genau das Gegenteil dessen bewirken, was Sie erreichen wollen: Statt abzunehmen, kommt jedes Jahr ein neuer »Fett-Jahresring« hinzu. Heute weiß man, dass bereits dazu veranlagte Kinder schnell zunehmen, wenn sie zwar oft, dafür aber immer nur wenig essen.

Glukagon – Gegenspieler des Insulins

Ebenso schnell wie der Blutzuckerwert nach dem Genuss bestimmter Nahrungsmittel in die Höhe steigt, fällt er auch wieder ab. Genau zu diesem Zeitpunkt schaltet sich das Glukagon ein: Dieses Hormon hat nämlich die Aufgabe, den Zuckerspiegel im Blut aufrechtzuerhalten. Es dockt besonders an Leberzellen an, die lange Zuckerketten (Glykogen) gespeichert haben, und veranlasst sie, diese Ketten wieder aufzulösen und die dadurch zurückgewonnene Glukose ins Blut abzugeben. Auf diese Weise verhindert Glukagon als Gegenspieler des Insulins, dass das Gehirn bei einer zu starken Insulinreaktion durch eine mögliche Unterzuckerung Schaden nimmt.

Leider schaukelt sich dieses fein aufeinander abgestimmte System bei falscher Ernährung gegenseitig immer weiter auf – im schlimmsten Fall bis zum Typ-2-Diabetes. Doch Sie können aktiv etwas dagegen unternehmen. Denn die Insulintrennkost hilft, den Teufelskreis zu durchbrechen.

INFO

Auf einen Blick: Insulin

Seine Aufgabe im Körper: Regulierung des Blutzuckerspiegels, Schlüsselhormon zum Einbringen von Zucker, Eiweiß und Fett in die Muskel-, Leber- und Fettzellen.

Wann es produziert wird: Nach jedem Essen, insbesondere nach kohlenhydratreichen Mahlzeiten.

Was dem Insulin schadet: Ungünstige Nährstoffkombinationen zur falschen Tageszeit (Kohlenhydrate und tierisches Eiweiß zum Frühstück oder Abendessen), Snacks und süße Drinks zwischendurch.

Was dem Insulin guttut: Drei Mahlzeiten pro Tag (Frühstück, Mittag- und Abendessen), günstige Nährstoffkombinationen (morgens nur Kohlenhydrate, mittags Kohlenhydrate und Eiweiß, abends Eiweiß pur), keine Zwischenmahlzeiten.

Eine negative Wirkung: Es stört die Ausscheidung von Wasser und Salzen über die Nieren. Wenn Sie abends zum Beispiel Süßigkeiten oder Obst essen, sind Finger, Knöchel, Augenlider und Gesicht am nächsten Morgen geschwollen – und die Waage zeigt wegen der Wassereinlagerung schnell ein Kilogramm mehr an.

Das Schlankheitshormon: Wachstumshormon (HGH)

Ebenfalls ein wirkungsvoller Gegenspieler des Insulins ist ein Hormon, das vorwiegend nachts im Schlaf ausgeschüttet wird: das Wachstumshormon. Es wird in der Hypophyse hergestellt und kurbelt alle Reparatur- und Wachstumsprozesse im Hautgewebe, in den Muskeln und Knochen sowie im Stoffwechsel an. Ab 20 Uhr und vor allem ab Mitternacht schüttet Ihr Körper die maximale Menge an Wachstumshormon aus; die konstanteste Produktion erfolgt rund eine bis eineinhalb Stunden nach dem Einschlafen. Jetzt könnte die Fettverbrennung im Schlaf stattfinden, die entscheidend dafür ist, ob Sie erfolgreich abnehmen. Allerdings funktioniert dies nur, wenn der Körper abends nicht mit Kohlenhydraten gefüttert wird, sondern ausschließlich mit hochwertigem Eiweiß, etwa mit einem Hähnchenbrustfilet zu Broccoli- und Paprikagemüse oder mit Fisch und Spinat. Denn das Protein aus der abendlichen Eiweißmahlzeit liefert ein hochwertiges Aminosäurengemisch für die Reparatur und den Neuaufbau von 50 bis 70 Millionen Zellen.

Der nächtliche Energiebedarf

Im Gegensatz zum Tag, an dem der Körper seinen Energiebedarf etwa zu 70 Prozent aus Zucker (Kohlenhydraten) und zu 30 Prozent aus Fett bestreitet, verhält es sich nachts genau andersherum. Jetzt benötigt der Körper für den Regenerationsstoffwechsel 70 Prozent Fette und 30 Prozent Zucker. Um die Energiedepots anzuzapfen, schüttet der Körper Wachstumshormon (HGH) aus. Dieses mobilisiert verstärkt Speicherfett (gerne aus dem Bauchfett) – im Gegensatz zum Insulin, das ja die Ausgangstüren des Fettspeichers verschließt und die Freisetzung von Fett aus den körpereigenen Depots unterbindet.

Wenn Sie Ihren Stoffwechsel tagsüber durch Bewegung aktivieren, wirkt sich dies zusätzlich auf die Ausschüttung von Wachstumshormon aus. Sport unterstützt den nächtlichen Fettabbau und verstärkt zugleich Reparatur- und Aufbauprozesse, insbesondere der Muskulatur. Vor allem in der zweiten Lebenshälfte, wenn die Produktion des Wachstumshormons immer mehr nachlässt, sind ausreichend Bewegung (mehr als 3000 Schritte am Tag), kurze, aber regelmäßige Kraftübungen sowie hochwertiges Eiweiß besonders wichtig.

Schlafmangel macht auch dick

Entgegen der weit verbreiteten Annahme, zu wenig Schlaf würde den Körper auszehren, bewirkt eine zu kurze Nachtruhe genau das Gegenteil: Es fördert Übergewicht. Wissenschaftler des Zentrums für Chronobiologie an der Ludwig-Maximilians-Universität München untersuchten im Jahr 2006 die Auswirkungen, die das Schlafverhalten auf das Gewicht und auf die Gesundheit haben kann. Dabei stellten die Forscher fest, dass die Wahrscheinlichkeit, Übergewicht zu bekommen oder an Diabetes zu erkranken, steigt, wenn der intern vorgegebene Schlafrhythmus gestört wird. Mütter von Babys, kleinen Kindern und spät heimkehrenden Teenagern sowie Frauen, die zum Beispiel als Krankenschwestern in Nachtschicht arbeiten müssen, stellt dies vor ein besonderes Problem.

Das lange Wachsein bedingt anhaltend hohe Stresshormone (Adrenalin, Noradrenalin und Cortisol), die sich normalerweise um diese Uhrzeit ihrem Tiefpunkt nähern. Das Fatale daran: Genau diese Stresshormone sind häufig der Grund für unkontrollierte Essattacken (siehe auch > ff.). Zugleich zirkulieren im Kreislauf permanent höhere Zucker- und Fettsäurespiegel. Verantwortlich für dieses Phänomen ist unter anderem ein erhöhter Spiegel des Hormons Erexin – und das macht ebenfalls hungrig. Es ist also kein Wunder, dass Menschen, die ausreichend schlafen, tatsächlich weitaus weniger Figurprobleme haben als solche, die nachts nicht richtig zur Ruhe finden.

Abnehmen? Geht doch!

Wie schnell die einzelnen Nährstoffe aus einer Mahlzeit in die Körperzellen einfließen können, hängt also in ganz entscheidendem Maß davon ab, wie gut die Insulinrezeptoren funktionieren. Voraussetzung dafür ist eine stoffwechselgerechte Ernährung wie die Insulintrennkost (siehe auch > ff.). Sie sorgt durch die empfohlene Nährstoffkombination dafür, dass immer nur gerade so viel Zucker im Blut vorhanden ist, wie die Zellen auch wirklich benötigen.

Darüber hinaus sorgt ein gezieltes Bewegungs- und Muskelaufbauprogramm dafür, dass in den Muskelzellen ein erhöhter Nähr- und Brennstoffbedarf besteht. Der in die Zellen geschleuste Zucker wird daher sofort verbrannt. Das ist auch der Grund, weshalb beispielsweise ein regelmäßiges Krafttraining hilft, Übergewicht vorzubeugen beziehungsweise abzubauen, und so die Entstehung von Stoffwechselkrankheiten ausbremsen kann.

INFO

Nicht hungrig ins Bett

Sparen Sie auf keinen Fall abends die Eiweißmahlzeit ein, sonst baut das hungernde Gehirn wertvolle Muskeln ab. Außerdem sättigt Eiweiß gut, weil es die für die Sättigungshormone Serotonin und Dopamin wichtigen Vorstufen Tryptophan und Tyrosin bereitstellt. Eingangsuntersuchungen in Krankenhäusern zeigen, dass bei Patienten über 60 bereits jeder Dritte (30 Prozent) ein sogenanntes Protein-Energiemangelsyndrom aufweist. Dieses verlängert den Krankheitsverlauf, verzögert die Heilung, erschwert die Mobilisierung und bereitet Infektionen den Weg.

STRESSESSEN – TYPISCH WEIBLICH?

Neben Stoffwechselstörungen gibt es verschiedene psychische Ursachen, die einen solchen Dauerstress verursachen, dass mitunter nur noch Essen »rettet«. So konnten Wissenschaftler zum Beispiel nachweisen, dass eine schwierige Kindheit oder Kindheitstraumata, Umbrüche im Leben, wie eine Scheidung oder schmerzhafte Veränderung in der Beziehung, sowie ständige Überforderung im Alltag durch Doppel- und Mehrfachbelastung gerade bei Frauen häufig zu Ersatzhandlungen führen: Die Betroffenen neigen dazu, (viel) zu viel zu essen. Vor allem nachmittags und abends greifen sie zu Kohlenhydraten und Fett (beispielsweise Chips, Schokolade, süßen Getränken, Kartoffeln, Nudeln, Brot, Eis und Süßigkeiten), um sich zu entspannen.

Der Grund: Aufgrund des Zuckerkonsums schüttet die Bauchspeicheldrüse verstärkt Insulin aus. Dieses wiederum erhöht den Tryptophanspiegel im Gehirn; noch dazu, weil viele der Naschereien reich an diesem Eiweißstoff sind (zum Beispiel Milchschokolade und gesüßte Milchprodukte, Schokoriegel und Kartoffeln). Und weil Tryptophan im Körper in das Wohlfühl- und Glückshormon Serotonin umgewandelt wird, steigt auch dessen Pegel entsprechend an. Wird das Enzym, das Tryptophan aus der Nahrung im Körper umbaut, durch eine Insulinresistenz und Stress gehemmt, verlangsamt sich die körpereigene Serotoninsynthese. Weil Essen den Mangel ausgleichen kann, verweisen Forscher auf den antidepressiven Effekt einer übermäßigen Nahrungszufuhr. Wissenschaftler der Cornell Universität in Ithaca/USA führten 2006 sogar eine Studie durch, um den Einfluss der seelischen Verfassung auf das Essverhalten zu untersuchen. Die befragten Frauen gaben an, dass sie sich in traurigen Momenten vor allem mit süßen und fetten Mahlzeiten trösten. Diese Produkte scheinen besonders geeignet, um trübe Gedanken zu vertreiben. Das Problem: Im Nachhinein haben die Frauen Schuldgefühle, weil sie um ihre Figur fürchten – ein Teufelskreis. Dies ist übrigens ein typisches Merkmal, das weibliches von männlichem Essverhalten unterscheidet: Männer essen eher, wenn sie gute Laune haben, und belohnen sich dann mit deftigen Speisen. Frauen dagegen trösten sich eher bei schlechter Laune, Stress und Ängsten mit Essen.

Weiblicher und männlicher Stress

Warum gerade das weibliche Geschlecht so oft mit einem ständig erhöhten Wert des Stresshormons Cortisol zu kämpfen hat, kann verschiedene Ursachen haben. Zum einen unterliegen die meisten Frauen anderen Stressanforderungen als Männer (zum Beispiel Doppelbelastung). Und sie suchen nach anderen Bewältigungsstrategien: Während Männer dazu neigen, auf Stress aggressiv nach außen zu reagieren, indem sie etwa laut werden, schlucken Frauen den Druck eher herunter. Dabei ist es übrigens egal, wie alt die Betroffene ist, welchem Beruf sie nachgeht, ob sie Kinder hat oder nicht, ob sie in einer Partnerschaft lebt oder allein erziehend ist.

Die Folge: Die ständige psychische Überforderung hindert den Körper daran, schnell und effektiv mit belastenden Situationen umzugehen. Psychologen stellten fest, dass mangelnde Unterstützung beziehungsweise typisch weibliche Selbstbehinderungsmaßnahmen das Fass zum Überlaufen bringen. Insbesondere weil Frauen mit Mehrfachbelastung oft überhöhte Ansprüche an sich selbst stellen (Perfektionismus) – und diese Messlatte auch bei anderen anlegen. Deshalb können es ihnen oft weder Partner, Familie und Kollegen noch sie selbst recht machen. Kein Wunder, dass der Stresspegel anhaltend hoch bleibt.

Frauen können schlechter abschalten

Eine Studie des schwedischen Autoherstellers Volvo aus den Neunzigerjahren zeigt, dass der Stresslevel von Mitarbeiterinnen auch dann nicht sinkt, wenn sie nach der Arbeit nach Hause kommen; schließlich warten dort noch jede Menge Aufgaben auf sie. Männliche Mitarbeiter hingegen scheinen eher in der Lage, nach dem Job abzuschalten.

Eine der wichtigsten Anti-Stress-Empfehlungen für Frauen scheint deshalb, die persönliche Ursache ihrer Stresssituation zu identifizieren. Denn erst wenn Sie eine Stressquelle entlarvt haben, können Sie zu entsprechenden »Gegenmitteln« greifen, den Appetit vom Gefühl der Überlastung abkoppeln und das Essverhalten entsprechend verändern. Dabei helfen Ihnen auch die ausgeklügelten Yogaprogramme für die individuellen Hormontypen ab > sowie die Entspannungstechniken ab >.

Unterschiedliche Stressprofile

Jede Frau (und jeder Mann) hat ein ganz persönliches Stressprofil, welches das individuelle Essverhalten als Antwort auf Stress festlegt. Manche bringen nach einem hektischen Tag nicht einmal mehr ein Salatblatt herunter, andere stürzen sich regelrecht auf den Kühlschrank und löffeln erst einmal eine Dose Eiscreme leer.

Tatsächlich liegt bei denjenigen Frauen, die auf chronischen Stress mit Essen reagieren, häufig ein angeborenes hormonelles Ungleichgewicht vor: Die Signalwirkung von ACTH (Adrenocorticotropin; ein Hormon der Hirnanhangsdrüse) auf die Nebennieren ist bei Übergewicht herabgesetzt. Ob dies bereits eine angeborene Störung ist, die unter anderem Übergewicht begünstigt, muss derzeit noch offen bleiben. Eins steht fest: ACTH wirkt im Hypothalamus als Appetithemmer. Gibt es zu wenig davon und produziert der Körper gleichzeitig vermehrt Endorphine, steigert das vermutlich den Appetit. Frauen, die bei Stress nichts essen können, wurden stattdessen mit einer Neigung zu hohen ACTH-Ausschüttungen geboren. Deshalb besteht ihre biologische Reaktion auf psychischen Druck darin, Nahrung in einer solchen Situation abzulehnen.

Essen als Belohnung

Das häufigste Muster aber ist wohl, dass viele Frauen in Stresssituationen das tiefe Bedürfnis haben, sich zu belohnen. Schließlich sollte auf jede Belastung irgendeine Form von Erleichterung oder ein Wohlgefühl folgen. Dieser Gedanke ist zum einen ein erlerntes Muster (zum Beispiel: »Wenn ich den Riesenstapel vor mir heute noch abarbeite und die Kinder im Bett sind, gönne ich mir eine Pizza und danach noch meine Lieblingspralinen«, oder »Wenn ich die Wäsche heute noch mache, trinke ich anschließend ein schönes Glas Wein.«). Und tatsächlich ist Belohnung ja auch ein ganz wichtiger Motivationsfaktor im Alltag. Darüber hinaus: Würden wir mit Essen nichts Angenehmes verbinden, würden wir es auch nicht tun. Dabei scheint einigen gerade der Genuss von Fettreichem das größte Vergnügen zu bereiten. Es liefert die größte Kaloriendichte und versetzt in die angenehme Lage, den Stress des Lebens zu überstehen (schließlich ist Fett ein wichtiger Energie-, Vitamin- und Hormonspeicher). An und für sich eine gute Sache. Nur in unserem modernen Leben, das in der Regel recht bewegungsarm ist, leidet die Figur ziemlich schnell unter dem Kalorienplus.

Warum Stress hungrig macht

Ein relativ frühes Zeichen einer Stressreaktion ist die erhöhte Freisetzung eines kleinen Proteins (Peptid) namens Corticotropin-freisetzendes Hormon (CRH) im Gehirn. Wird dieses Alarmhormon durch negative Gefühle angeregt, schüttet die Nebennierenrinde das Stresshormon Cortisol aus (siehe >). Zudem wird ein Stoff namens Acetylcholin freigesetzt, der die Ausschüttung zwei weiterer Stresshormone anregt: Adrenalin und Noradrenalin. Diese beiden »Notfallhormone« versetzen den Körper in Sekundenschnelle in höchste Alarmbereitschaft, mobilisieren die in den Muskeln und der Leber gespeicherten Zuckervorräte (Glykogen) und bringen den Fettstoffwechsel in Gang – alles in allem die besten Voraussetzungen für eine Reaktion Angriff oder Flucht (»fight or flight«).

Für unsere Urahnen war diese Reaktion wichtig, um in lebensgefährlichen Situationen zu bestehen. Und auch heute noch gilt: Wenn sich die gestaute Energie durch körperliche Bewegung positiv wieder entlädt, eine kreative (!) Problemlösung gefunden wird oder eine aktive Entspannungsphase folgt, werden die Stresshormone nach kurzer Zeit wieder heruntergefahren. Ist dies aber nicht der Fall, isst der Mensch tatsächlich wie auf der Flucht: Statt in Ruhe zu kauen, »verschlingt« er selbst feinste Speisen hastig und in großen Mengen, ohne Geschmack und Aroma wahrzunehmen. Er überhört dabei auch das Signal der Sättigung und hört erst dann auf zu essen, wenn ihm aufgrund der Magendehnung schlecht wird.

Um an der Stresshormon-Schraube zu drehen, müssen Sie Ihr Augenmerk auf verschiedene Aspekte richten. Mit dem Hormonformel-Entspannungsprogramm ab > erhalten Sie einen Leitfaden, der all diese Aspekte berücksichtigt und mit dem Sie eine cortisolbedingte Gewichtszunahme sicher ausbremsen können. Auch die Yogaübungen ab > helfen, das innere Gleichgewicht (wieder) zu finden – und damit auch die Wunschfigur.

INFO

Ghrelin – der Hungerbotenstoff

Wenn der Magen bei einer Diät immer fast leer ist, sondert – beinahe schon tragisch – die Magenschleimhaut das Hungerhormon Ghrelin ab. Dieser Botenstoff meldet ans Gehirn: »Achtung, leerer Verdauungstrakt! Unbedingt Nahrung suchen!« Dadurch gesellen sich zu den Hauptmahlzeiten unzählige Lakritze und Bonbons, ein paar Kekse, das eine oder andere Stück Schokolade und Gummibärchen. Letztere übrigens verursachen eine extreme Insulinreaktion (siehe Insulin-Score auf der hinteren Umschlagklappe).

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Die Macht der Hormone

Erst im Jahr 2008 konnte an der Universiät von Minnesota/USA nachgewiesen werden, dass die Gewichtszunahme bei Frauen erheblich durch ihre Hormone beeinflusst wird. Dafür sind, wie Sie bereits gelesen haben, zum einen verschiedene Stoffwechselhormone verantwortlich (siehe > ff.). Doch neben Unregelmäßigkeiten im Stoffwechsel gibt es im Leben einer Frau immer wieder auch geschlechtshormonbedingte Ursachen, die eine schleichende Gewichtszunahme begünstigen: Pubertät, Menstruation (insbesondere während des prämenstruellen Syndroms), unter Umständen Schwangerschaft und Stillzeit, die Wechseljahre und später die Menopause.

Darüber hinaus lassen sich drei erblich bedingte weibliche Hormontypen feststellen, die sich durch eine unterschiedliche Körperfettverteilung und die mehr oder weniger starke Tendenz zur Gewichtszunahme voneinander abgrenzen: Östrogen-, Gestagen- und Testosteron-geprägter Typ. Diese drei Frauentypen bilden quasi den Hintergrund, vor dem die Stoffwechselhormone ihr Szenario entfalten. Entsprechend müssen sie berücksichtigt werden, wenn Sie abnehmen wollen.

UNSICHTBARE REGISSEURE: DIE WEIBLICHEN HORMONTYPEN

Die weiblichen (Östrogene, Gestagene) und männlichen Sexualhormone (Androgene) werden in den Eierstöcken der Frau (bei Männern im Hoden) gebildet; bei beiden Geschlechtern werden sie außerdem in den Nebennieren produziert. Dabei verändert sich die Produktion der Sexualhormone im Lauf des Lebens stark – auch im Verhältnis zueinander. Immer jedoch sind sie wichtige Partner des Hormons Insulin bei der Fettzellmast (siehe > ff.).

Insbesondere die Androgene regulieren das Körpergewicht sowie die Fettverteilung. Lagert sich das Fett eher um die Taille an, liegt dies an einem Überschuss männlicher Geschlechtshormone. Sorgt das Fett dagegen für runde Hüften und stärkere Oberschenkel, sind weniger Androgene beteiligt, dafür mehr Östrogene. Der Grund dafür: Unter dem Einfluss der Geschlechtshormone werden die mit der Nahrung aufgenommenen und im Körper gebildeten Fette vom Insulin unterschiedlich auf die Körperregionen verteilt. Diesem Effekt können Sie ab sofort mithilfe der Hormonformel erfolgreich entgegensteuern.

Welche Hormone prägen Sie?

Zu welchem der drei Hormontypen Sie gehören, lässt sich vor allem an bestimmten körperlichen Merkmalen und an der Fettverteilung am Körper ablesen. Der Hormontyp ist dabei erblich bedingt: Die Geschlechtshormone Östrogen, Gestagen und Testosteron drücken jeder Frau schon von Geburt an ihren Stempel auf. Wenn Sie sich unter den Frauen in Ihrer Familie umsehen, werden Sie daher schnell Ähnlichkeiten zwischen Ihrer Mutter und Ihrer Tochter, Ihrer Großmutter und Ihren Enkelinnen feststellen. Doch bei aller genetischen Veranlagung unterliegt jeder weibliche Hormontyp einem monatlich schwingenden Zyklus, der wiederum von Hormonen gesteuert wird und in den Stoffwechsel eingreift. Im Lauf eines Frauenlebens verändern sich zudem die Hormonkonzentrationen aufgrund des natürlichen Entwicklungs- und Alterungsprozesses. So prägen sie ihrerseits das Körperbild und die psychische Verfassung einer Frau in ihren verschiedenen Lebensphasen in ganz unterschiedlichem Maß (siehe auch > ff.).

Frauen sind vielfältig

Zwar bilden die Geschlechtshormone bei jedem Menschen die Grundlage für alle Reaktionen der Stoffwechselhormone – auch beim Mann. Doch einmal mehr befinden sich Frauen in einer Sondersituation. Es geht nämlich um viel mehr als um die einfache Unterscheidung zwischen Mann und Frau – also zwei Lebensformen, die entweder stark durch das männliche Geschlechtshormon (Testosteron) oder die weiblichen Geschlechtshormone (Östrogene und Gestagene) geprägt sind. Vielmehr spielen bei Frauen alle drei Geschlechtshormone eine Rolle. Allerdings ist bei jeder Frau eines davon besonders dominant ausgeprägt und bestimmt entsprechend den persönlichen Hormontyp. Der Test ab > hilft Ihnen dabei, Ihren individuellen Weg zum Wunschgewicht zu finden. Er verrät, welcher Hormontyp Sie sind und welches Programm am besten zu Ihnen und Ihrer Lebensphase passt. So fällt es leicht, den Lebensstil auf die (hormonellen) Bedürfnisse abzustimmen.

Was Sie für sich tun können

In jedem Lebensalter kann ein hormonelles Ungleichgewicht auftreten. Um die verlorene Balance wiederherzustellen, vor allem aber um endlich erfolgreich abzunehmen, benötigen Sie ein Programm, das auf Ihren individuellen Hormonhaushalt abgestimmt ist. Denn Sie sind Ihren Hormonen keineswegs hilflos ausgeliefert – auch wenn es sich gelegentlich so anfühlen mag. Genauso wie Hormone in ein Frauenleben eingreifen, wirkt auch das Leben, das eine Frau führt, auf ihren Hormonhaushalt.

Auf der Grundlage der verschiedenen Hormontypen sowie der Wirkweise der wichtigsten Stoffwechselhormone wurde daher das alltagstaugliche und besonders weibliche Abnehmprogramm der Hormonformel erstellt.

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Den individuellen Hormonstatus bestimmen

Die moderne Labortechnik erlaubt es, die Hormone im Blut genau zu analysieren. In folgenden Fällen sollten Sie einen Arzt (Endokrinologen, Gynäkologen) aufsuchen:

Bestimmung des Eisprungs bei unerfülltem Kinderwunsch (Sterilität),

Funktionsstörungen der Eierstöcke, insbesondere bei ausbleibender Regelblutung (Amenorrhoe) oder zu seltener Periode (> 35 Tage; Oligomenorrhoe),

Ausschluss eines vorzeitigen Klimakteriums,

Zeichen der Vermännlichung (Behaarung männlichen Typs, Akne und Haarausfall),

Adipositas (Insulin).

Der Arzt weiß, welche Hormonwerte für welche Stoffwechselfunktion überprüft werden müssen. Die Blutentnahme erfolgt bei Frauen vor der Menopause möglichst in der frühen Zyklusphase (1.–5. Zyklustag) und morgens auf nüchternen Magen. Es gibt aber auch Cortisol-Tagesprofile, für die in regelmäßigen Abständen Speichelproben entnommen werden (um 8 Uhr, 14 Uhr und 20 Uhr).

Bei entsprechender Indikation (siehe oben) übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen die Leistung. In allen anderen Fällen müssen Sie die Kosten für einen Test selbst tragen (ca. 160 bis 200 Euro).

Aufbau der Hormonformel-Programme

Die Hormonformel ist keine Ruck-zuck-Kur, sondern ein ausgeklügeltes Ernährungs- und Bewegungsprogramm. Es setzt sich aus den fünf folgenden Bausteinen zusammen:

Ernährung: Eine stoffwechselgerechte Ernährung im Rahmen einer Insulintrennkost balanciert den Insulinspiegel aus, stoppt Heißhunger und fördert die Fettverbrennung im Schlaf. Mit den Ernährungstipps ab > erreichen Sie, ohne zu hungern, Ihr gesundes Wohlfühlgewicht.

Yoga: Spezielle Übungsabfolgen (Asanas) wirken auf die hormonbildenden Drüsen. Sie regen den Stoffwechsel und die Verdauung an, fördern Ihre Beweglichkeit und Geschmeidigkeit, harmonisieren das Atemmuster und wirken ausgleichend bei Stress und innerer Anspannung.

Ausdauertraining: Ein leichtes Konditionstraining für den (Wieder-)Einstieg in ein bewegteres Leben regt den Stoffwechsel an, sorgt für einen ausgeglichenen Cortisolspiegel, hebt die Laune – und verbrennt natürlich auch Kalorien.

Muskelaufbautraining: Besonders für Frauen ab 35 ist es wichtig, dass sie ihre Muskulatur stärken und erhalten. Sie erhöhen damit den individuellen Energieverbrauch und beugen zugleich Verletzungen vor.

Entspannungstraining: Bewusst innehalten, den Atem fließen lassen und Achtsamkeit üben – mit dem Entspannungstraining ab > schlagen Sie dem Stress ein Schnippchen, kommen wieder zur Ruhe, sammeln Kraft und gewinnen an Gelassenheit – selbst wenn der Alltag einmal hohe Wellen schlägt.

DAS WEIBLICHKEITSHORMON: ÖSTROGEN

Die Östrogene nehmen im Hormonhaushalt einer Frau eine Schlüsselstelle ein. Sie steuern nicht nur die Fruchtbarkeit und Fortpflanzung, sondern stabilisieren auch die Knochen und erhalten die Spannkraft der Haut. Sie haben zudem einen positiven Einfluss auf das Gehirn sowie auf Herz und Blutgefäße, weil sie den Cholesterinspiegel senken und vor Arteriosklerose schützen. Nicht zuletzt stärken sie das Immunsystem und heben das allgemeine Wohlbefinden.

Östrogene werden vor allem in den Eierstöcken gebildet, darüber hinaus zu einem Teil auch in der Nebennierenrinde und während der Schwangerschaft im Mutterkuchen (Plazenta). Bei Übergewicht und in der Menopause stellt außerdem auch das Fettgewebe im Bauch Östrogene her. In geringer Menge produzieren auch Männer das weibliche Geschlechtshormon in den Hoden.

Östrogene spielen vor allem in der ersten Hälfte des weiblichen Zyklus eine wichtige Rolle. Sie bereiten den Eisprung vor – und damit die Gebärmutter auf eine mögliche Schwangerschaft. In der Pubertät bewirken sie, dass sich die typisch weiblichen Geschlechtsmerkmale ausbilden: Brüste, eine hohe Stimme, die Größenreifung und der Schleimhautaufbau der Gebärmutter sowie das weibliche Behaarungs- und Fettverteilungsmuster. Dass die Achsel- und Schamhaare überhaupt wachsen, liegt allerdings – ebenso wie die Entwicklung der Libido – am Testosteronanstieg ab der Pubertät.

Das wichtigste Östrogen ist Östradiol. Östron und Östriol sind im Hinblick auf ihre Wirkung an den Rezeptoren des Körpers (Uterus, Brust, Haut, Gehirn) weniger effektiv. Ist der Östrogenspiegel im Lot, geht es der Frau gut. Die Geschlechtshormone wirken nämlich förderlich auf die Produktion des Wohlfühlhormons Serotonin und anderer Botenstoffe im Gehirn. Sie führen allerdings auch dazu, dass sich im Gewebe vermehrt Wasser einlagert, was sich zum Beispiel in zyklischen Spannungsgefühlen in der Brust bis hin zu Schmerzen äußert. Diesen Effekt kann übrigens auch die Anti-Baby-Pille verursachen. In ihr werden Östrogene ebenso eingesetzt wie bei der Therapie von Wechseljahrsbeschwerden.

Der Östrogenspiegel im Blut schwankt im Lauf des Zyklus gewaltig. Dies lässt sich auch an der Stimmung ablesen, die mit dem Östrogenanstieg von himmelhoch jauchzend sehr schnell in zu Tode betrübt kippen kann; manche Frauen sind in dieser Phase auch gereizt und streitsüchtig.

Aufgrund des natürlichen Alterungsprozesses nimmt die Östrogenproduktion mit den Jahren dann langsam ab – in der Regel erstreckt sich dieser Prozess vom 40. bis zum 50. Lebensjahr.

INFO

Heisshunger und Stimmungsschwankungen

Bei Frauen steigt die Basaltemperatur unmittelbar ab dem Eisprung um 0,5 °C. Jetzt sind die fruchtbaren Tage, in denen das Ei durch den Eileiter bis in die Gebärmutter wandert und sich dort einnistet – oder auch nicht. Wird das Ei nicht in den nächsten zwei Tagen befruchtet, kommt es durch den Gestagenabfall nach zwei Wochen zur Abbruchblutung (das Erhaltungsgestagen für eine Schwangerschaft wird sonst von der befruchteten Eizelle produziert). Es entsteht kurzfristig ein relativer Östrogenüberhang. Die Folgen: vermehrter Heißhunger auf Süßes, Wassereinlagerungen und Stimmungsschwankungen.

Wann Sie Ihre Östrogenwerte bestimmen lassen sollten

Östrogene werden heute im Blutserum oder im Speichel bestimmt. Liegt eine Störung vor, kann nach ärztlicher Beratung ein Mangelausgleich erfolgen, zum Beispiel bei

Störungen der Pubertätsentwicklung,

Zyklusstörungen (vor allem bei Ausbleiben der Regel oder seltenen Regelblutungen),

Verdacht auf frühzeitige Wechseljahre,

ärztlicher Indikation.

Die Östrogen-geprägte Frau: die Fürsorgliche

Zu diesem femininen Typ gehören rund 50 Prozent aller Frauen. Folgende Merkmale kennzeichnen die Östrogen-geprägte Frau:

Körperbau

Runde Hüften und ein wohlgeformter Po, das »fruchtbare« breite Becken und kräftige Oberschenkel, dabei eine schmale Taille und ein »normaler« Busen: Dank dieser körperlichen Merkmale passt die Östrogen-geprägte Frau ideal ins Frauenschema paarungswilliger Männer.

Aufgrund des typischen Fettverteilungsmusters entstehen zum einen wertvolle Energiespeicher für Schwangerschaften. Zum anderen verstärkt die Östrogenbildung in diesen Fettzellen den guten Östrogenstatus noch. Frauen mit einem hohen Östrogenspiegel haben festes Bindegewebe, einen rosigen Teint und kräftiges, volles Haar. Die meist weiche Haut neigt jedoch zu leichten Wassereinlagerungen, blauen Flecken (Hämatomen) sowie zu Cellulite am Po und an den Oberschenkeln.

Durch den östrogenbedingten frühen Schluss der Wachstumsfugen – dem knorpeligen Zwischenraum, der den Knochenschaft vom -endbereich trennt und von dem das individuelle Längenwachstum ausgeht – werden Östrogen-geprägte Frauen »nur« 1,58 bis 1,68 Meter groß, sind also eher klein bis mittelgroß. Sie haben dafür in der Regel bis ins hohe Alter starke Knochen und vergleichsweise ein entsprechend geringes Risko, an Osteoporose zu erkranken.

Stoffwechsel

Als sich der Mensch vor rund 10 000 Generationen durch Ackerbau und Viehzucht eine weitgehend regelmäßige Versorgung an fettarmen Nahrungsmitteln durch Kohlenhydrate aus Getreide und wenig Eiweiß aus Fleisch erschloss, musste sich der Östrogen-geprägte Typ diesen Ernährungsstatus durch Muskelkraft erarbeiten. Die Kraftmuskulatur, die viele Kohlenhydrate verbrennen kann, ist deshalb auch beim weiblichen Stoffwechseltyp recht gut ausgeprägt. Die Insulinrezeptoren der Muskeln haben sich bei diesen Frauen ebenso wie die Bauspeicheldrüse bis heute an das vermehrte Kohlenhydratangebot angepasst und schleusen Zucker aus der Nahrung ohne Insulinüberreaktion in den Muskel ein. So werden überschüssige Kohlenhydrate leicht zu Wärme verbrannt und Übergewicht wird vermieden.

Ungünstig für diesen Stoffwechseltyp sind dagegen zu viel tierisches Eiweiß, aber auch zu viel Fett; beides macht Östrogen-geprägte Frauen richtig dick. Denn da der Stoffwechsel dieses Hormontyps auf Kohlenhydrat- und maßvollen Eiweiß- und Fettverbrauch eingestellt ist, »entsorgt« er jeden noch so kleinen Fetttropfen aus der Nahrung 1:1 in das körpereigene Fettgewebe.

Wegen der Veranlagung zu verstärkter Wassereinlagerung neigt das Bindegewebe zu Cellulite; allerdings lässt sich dem mit gezielter Ernährung und Bewegung entgegensteuern.

Ab etwa 40 muss auch die Östrogen-geprägte Frau auf ihren Bauch achten. Denn während ab diesem Alter der Östrogenspiegel sinkt, steigt der Testosteronspiegel relativ dazu an – das führt zu einer verstärkten Bauchfettzunahme (siehe >). Ab dem 50. Lebensjahr muss sich durch die Absenkung der in den Eierstöcken hergestellten Östrogene eine völlig neue Balance einpendeln.

Psyche

Von ihrer psychischen Konstitution her ist dieser Frauentyp mitfühlend, teamfähig und hilfsbereit. Ein hoher Östrogenspiegel scheint also eine gute Voraussetzung für mütterliche Fürsorge zu sein. Weil er bei Schwangeren zum Beispiel den Nestbautrieb fördert, klettert so manche werdende Mutter trotz Siebenmonatsbauch noch auf die Leiter, um das neue Kinderzimmer in Hellblau oder Rosa zu streichen. Auch der berühmt-berüchtigte Putzdrang vor oder während der Periode hängt mit dem Ansteigen des Östrogens zusammen. Eine Östrogendominanz insbesondere in jungen Jahren kann zudem zu den typischen psychischen Beschwerden des prämenstruellen Syndroms führen, wie Reizbarkeit, Stimmungsschwankungen und daraus resultierenden Heißhungerattacken – die Hormone werden so zu gefährlichen »Figurkillern«.

Trotzdem fördert das Weiblichkeitshormon nicht zwingend weibliche Tugenden wie Duldsamkeit, Anpassungsbereitschaft oder Sanftheit. Östrogen kann auch ganz schön wütend machen: Mädchen, die wegen einer stark verspätet eintretenden Pubertät Östrogenpillen einnehmen, reagieren beispielsweise deutlich aggressiver als gleichaltrige Jungen, die aus dem gleichen Grund Testosteron schlucken. Zudem zeigen Tierversuche, dass aus bissigen Nagern brave Mäuschen werden, wenn man sie um die Fähigkeit beschneidet, Östrogen zu bilden. Aus biologischer Sicht macht aber auch dieses aggressive Potenzial eine gute Mutter aus: Sie verteidigt ihren Nachwuchs unter Umständen wie eine wütende Wölfin.

INFO

Geringes Gesundheitsrisiko

Die gute Nachricht: Selbst wenn Östrogen-geprägte Frauen ein paar Pfunde zulegen, birgt dies keine ernsthaften Gesundheitsrisiken in Richtung Stoffwechselstörungen und/oder Gefäßerkrankungen. Denn um die Taille herum sind diese »Birnentypen« (oder gynoiden Typen) eher schlank. Bei einem gesunden Lebensstil unterliegt die Östrogen-geprägte Frau nur einem geringen Risiko für ein metabolisches Syndrom. Sofern sie normalgewichtig bleibt, sind auch ihre Gehirnfunktionen gut geschützt.

DAS FRUCHTBARKEITSHORMON: GESTAGEN

Gestagen ist wie das Östrogen ein weibliches Geschlechtshormon. Der Gestagenspiegel im Blut ist abhängig von der Zyklusphase und weist dementsprechend enorme Schwankungen auf. Während der zweiten weiblichen Zyklushälfte ist es das dominierende Hormon.

Das Schwangerschafts- und Verhütungshormon stammt aus dem Gelbkörper (Corpus luteum), der nach dem Eisprung aus dem im Eierstock zurückgebliebenen Eibläschen (Follikel) entsteht. In der Schwangerschaft bildet auch die Plazenta Gestagen. Bei Frauen und Männern werden darüber hinaus geringe Gestagenmengen in der Nebennierenrinde produziert.

Gestagen bereitet die Gebärmutterschleimhaut auf eine Schwangerschaft vor und hilft bei der Einnistung eines befruchteten Eis: In diesem Fall hemmt es das Heranwachsen weiterer Follikel in den Eierstöcken und macht den Schleim des Gebärmutterhalses für Spermien unzugänglich. Es bereitet die Brustdrüse auf die Milchproduktion und -abgabe vor und erhöht dauerhaft die Basaltemperatur (siehe Kasten >).

Aus Gestagen werden chemisch viele andere Hormone gebildet, wie zum Beispiel Testosteron, Östrogen, Aldosteron (ist an der Steuerung des Flüssigkeitshaushalts beteiligt und regelt den Natrium-Kalium-Haushalt) und Cortisol (siehe >). Es wirkt zudem als Nervenbotenstoff im Gehirn schlaffördernd und angstlösend. Das Auf und Ab des Gestagenspiegels beeinflusst daher die Stimmung ähnlich wie das des Östrogens: Während ein Gestagenhoch positiv auf die Gehirnfunktionen wirkt, sorgt ein niedriger Gestagenspiegel für schlechte Laune.

Gestagen spielt für den Zyklus und die Fruchtbarkeit eine wichtige Rolle. Außerdem balanciert es ein Zuviel an Östrogen aus. Es verstärkt den Aufbau der Gebärmutterschleimhaut, hilft dabei, Kalorien in Speicherfett (Stillreserven) umzuwandeln, fördert die Ausscheidung und entwässert, unterstützt die Wirkung von Schilddrüsenhormonen und normalisiert die Blutgerinnung. Ab 40 geht es mit dem Gestagenspiegel noch vor dem Östrogenspiegel bergab: Als Erstes fällt der eine oder andere Eisprung aus – bei regelmäßiger Periode zunächst ein- bis zweimal im Jahr. Später bleibt jeder dritte Eisprung, dann jeder zweite aus – bis das Thema Fruchtbarkeit irgendwann auf natürliche Weise abgeschlossen ist. Weil dementsprechend das Follikelbläschen im Verlauf des Monatszyklus nicht reißt, bildet sich der typische Gelbkörper nicht. Die Folge ist ein zu niedriger Gestagenspiegel, der sich vor allem dadurch äußert, dass die Betroffenen sehr unruhig schlafen. Aufgrund der mangelnden nächtlichen Erholung sind sie am Tag dann nervöser und reizbarer, ängstlich und weniger entscheidungsfreudig. Zum Glück lassen sich diese Symptome behandeln, zum Beispiel mit einem ärztlich verordneten Gestagengel aus der Yamswurzel: Eine kleine Menge davon wird abends auf die Innenseite der Oberschenkel aufgetragen. Bei Bedarf entscheidet der Arzt, ob die Dosis gesteigert werden sollte, zum Beispiel mithilfe eines Gestagenpflasters. In manchen Fällen nimmt die betroffene Frau auch vaginal oder oral kleine Progesteronkapseln ein.

Synthetische Gestagene werden in der Anti-Baby-Pille sowie zur Behandlung einiger hormonproduzierender Tumore eingesetzt.

Wann Sie Ihren Gestagenwert bestimmen lassen sollten

Gestagen wird im Blutserum bestimmt. Eine Analyse ist hilfreich, wenn Sie Probleme haben, schwanger zu werden. In diesem Fall hilft das Messen des Progesteronwerts, den Zeitpunkt des Eisprungs festzustellen. Der Spiegel wird dazu am 22./23. Zyklustag 4 bis 5 Stunden nach dem Aufwachen bestimmt.

Die Gestagen-geprägte Frau: die Ehrgeizige

Die Gestagen-geprägte Frau stellt den figürlichen Mitteltyp zwischen Östrogen- und Testosteron-geprägter Frau dar. Etwa 25 bis 35 Prozent aller Frauen gehören zu diesem Hormontyp.

Körperbau

Schmale Taille, schmale Brust, schmales Becken und wenig Po, dazu schlanke Oberschenkel: der Gestagen-geprägte Typ ist eher zart gebaut und wirkt aus diesem Grund oftmals androgyn.

Da sich durch das geringe Östrogen die Pubertät ein bis zwei Jahre nach hinten verschiebt (die erste Regel setzt mit 13 oder 14 Jahren verhältnismäßig spät ein), schließen sich auch die Röhrenknochen später. Gestagen-geprägte Frauen sind daher oft überdurchschnittlich groß (über 1,70 Meter).

Stoffwechsel

Die Gestagen-geprägte Frau entspricht dem Stoffwechseltypus des Nomaden. Dieser Mensch der Frühzeit musste täglich 20 bis 30 Kilometer zurücklegen, um ausreichend Nahrung zu jagen und zu sammeln. Aus diesem Grund weist dieser Hormontyp auch heute noch »Laufmuskeln« mit vielen fettverbrennenden Zellkraftwerken (Mitochondrien) auf. Ihr Stoffwechsel ist nach wie vor auf Bewegung abgestimmt, aber auch auf den Rhythmus von Hungerzeiten und Sattsein. Die Nahrung sollte entsprechend vor allem reich an Eiweiß sein, aber nur wenig Kohlenhydrate und Fett enthalten.

Weil die Bauchspeicheldrüse nicht an Kohlenhydrate angepasst ist, reagiert sie auf diese entsprechend überempfindlich, was die Fettspeicherung unterstützt. Überschüssige Nahrung wandert mithilfe des Insulins in Form von Fett gleichmäßig verteilt als Nahrungsreserve in die gesamte Unterhaut an Hals, Nacken, Schultern, Flanken und Beinen. In Hungerszeiten oder durch Bewegung werden diese Depots wieder aufgebraucht.

Psyche

Ein hoher Gestagenspiegel hat einen regelrecht beruhigenden Effekt, weil Wirkstoffe (Metaboliten) des Hormons die Nervenzellen stabilisieren und daher die Erregbarkeit abnimmt. Frauen dieses Hormontyps sind tagsüber meist ausgeglichen, belastbar und ausdauernd; beim Lernen und im Beruf sind sie erfolgreich. Nachts haben sie in der Regel einen erholsamen tiefen Schlaf. Die Kehrseite der Medaille: Aufgrund einer ausgleichenden Wirkung des Hormons sind Gestagen-geprägte Typen ab 40 (manchmal bereits ab dem 35. Lebensjahr) oft müde und antriebslos. In diesem Fall ist ein Therapieversuch mit Progesterongel oder -kapseln sinnvoll, bevor (unnützerweise) Antidepressiva verordnet werden. Bei einem sehr hohen Gestagenspiegel erhöht sich aber die Aktivität des ß-Endorphins, also desjenigen Endorphins, das hinsichtlich der Schmerzunterdrückung wohl am wirksamsten ist. Weil sich dadurch die Antriebslosigkeit bis zur depressiven Verstimmung steigern kann, muss die Gestagentherapie bei rund fünf Prozent aller wegen eines Mangels behandelten Frauen wieder beendet werden.

FÜR STARKE FRAUEN: TESTOSTERON

Testosteron ist das wichtigste männliche Geschlechtshormon (Androgen) und wird beim Mann hauptsächlich in den Hoden gebildet. Doch auch bei Frauen produzieren die Eierstöcke und Nebennierenrinde geringe Mengen Testosteron.

Das Hormon, das den Haar- und Bartwuchs ebenso beeinflusst wie die Lust auf Sex (Libido), wird durch Enzyme ab- und umgebaut. Es beginnt mit der Freisetzung von Cholesterin in der Zelle. Dabei entstehen unter anderem die Sexualhormone Progesteron und Testosteron.

Im Stoffwechsel der Frau ist das männliche Geschlechtshormon genauso wichtig wie Östrogen und Gestagen: Es regt die Bildung von Muskeln, Eiweißstrukturen und Knochenmaterial im Wachstumsalter an. Zudem senkt es den Cholesterinspiegel und schützt so die Gefäße. Nicht zuletzt wirkt es auf die Ausbildung einer üppigen Haarpracht und anregend auf den Geschlechtstrieb. Ein zu hoher Testosteronspiegel führt bei Frauen allerdings zu einer Vermännlichung (Virilisierung). Diese verursacht Zyklusstörungen, Unfruchtbarkeit und Akne, verstärkten Haarausfall oder Bartwuchs.

Grundsätzlich werden Produktion und Ausschüttung von Testosteron im Eierstock (siehe Abbildung >) durch ein ganz bestimmtes Hormon im Gehirn gesteuert: Das Luteinisierende Hormon (LH) wird von der Hypophyse ausgeschüttet und reguliert bei der Frau den Monatszyklus. Bei einem Testosteronungleichgewicht kann es deshalb zu Menstruationsstörungen, Fruchtbarkeitsproblemen oder Störungen in der Pubertätsentwicklung kommen (PCO-Syndrom, siehe Kasten). Ein relativer Testosteronüberschuss schließlich führt zu einer verstärkten Fettansammlung am Bauch (»Apfeltyp« oder androider Typ).

Beim Fettabbau spielt das männliche Geschlechtshormon eine ganz entscheidende Rolle: Unter normalen Umständen kann bei körperlicher Anstrengung oder auch bei (positivem) Stress das Nebennierenrindenhormon Adrenalin die für die Leistung erforderliche Energie aus den Fettzellen freisetzen (siehe auch >). Das Androgen Testosteron stimuliert dann die Muskelzellen und ermöglicht so auch die Fettverbrennung. Fehlt das männliche Hormon, kann trotz hohen Energiebedarfs die Muskelfettverbrennung nicht gesteigert und das Fett nicht aufgebraucht werden. Ein Testosteronmangel führt daher dazu, dass Betroffene nur sehr schwer abnehmen, und er begünstigt wie eine Schilddrüsenunterfunktion eine allgemeine Verfettung des Körpers. Dies ist insbesondere für Frauen nach den Wechseljahren von Bedeutung und für all jene Frauen, denen die Eierstöcke entfernt wurden. Sie nehmen die hormonelle Veränderung oft als echten Leistungsknick wahr und legen meist auch erheblich an Körpergewicht zu.

Die Diagnostik sowie ein Ausgleich des Mangels über die Haut mithilfe spezieller Gele und Pflaster – wie beim Progesteronmangel üblich – kommen bisher nur vereinzelt zum Einsatz.

INFO

Polyzystisches Ovarsyndrom (PCOS) durch Hyperinsulinämie

Eine hormonelle Vermännlichung der Frau (Hyperandrogenismus) zeichnet das Polyzystische Ovarsyndrom (kurz: PCOS) aus – eine Störung, von der allein in Deutschland etwa eine Million Frauen betroffen sind. PCOS zählt somit zu den häufigsten endokrinologischen Erkrankungen von Frauen. Die meisten Betroffenen leiden an Übergewicht (hohes Insulin) und chronischen Zyklusstörungen (keine Eisprünge), die bisweilen mit der Testosteronwirkung auftreten: Akne, vermehrter männlicher Haarwuchs und Ausfall der Kopfhaare. Bei vielen, allerdings nicht bei allen dieser Frauen finden sich die namensgebenden polyzystischen Eierstöcke (Ovarien); beide Eierstöcke produzieren dann perlenkettenartige kleinere Follikelzysten, die nicht ausreifen. Allerdings kann eine Frau auch ohne diesen gynäkologischen Befund am Stoffwechselproblem Polyzystisches Ovarsyndrom leiden.

Ungewollte Kinderlosigkeit

Bei PCOS-Frauen mit unerfülltem Kinderwunsch produziert die Hirnanhangsdrüse durch eine Täuschung zu wenig Follikel-stimulierendes Hormon (FSH). Das Luteinisierende Hormon (LH), das im Eierstock verstärkt die Bildung von Testosteron ankurbelt, überwiegt. Zusätzlich regt zu viel Mahlzeiteninsulin in der Nebenniere die Androgensynthese an – es kommt auch hier zu einer vermehrten Produktion von Testosteron. Dieses wird dann aber vom weiblichen Organismus ausgerechnet in Fettzellen zu Östrogen zurückverwandelt. Weil die Hirnanhangsdrüse nun fälschlicherweise glaubt, dieses Fettgewebsöstrogen stamme aus den Eierstöcken, verringert sie das FSH (Rückkopplung). Die Follikelreifung bleibt stecken. Hohes Insulin verringert zugleich in der Leber das Sexualhormon-bindende Globulin (SHBG) – ein Eiweiß, das Testosteron bindet. Nun steigt der freie Testosteronanteil im Körper an und blockiert die Follikelreifung endgültig.

Hilfe durch Insulintrennkost

Die wesentliche Ursache für das Polyzystische Ovarsyndrom liegt vermutlich in viel zu hohen Insulinreaktionen auf die moderne eiweiß- und zuckerreiche Mischkost von frühester Kindheit an. Mit der Insulintrennkost ab > haben betroffene Frauen es endlich selbst in der Hand, diesen Teufelskreis zu durchbrechen.

Wann Sie Ihren Testosteronwert bestimmen lassen sollten

Stark vereinfacht ausgedrückt, lagern Östrogene eher Fett im Unterhautgewebe ein und Androgene mehr im Bauch – und Letztere setzen es dort auch rascher wieder frei. Eine Hormonbestimmung aus dem Blut kann das Verhältnis zwischen den einzelnen Hormonen ermitteln und als Grundlage zum Ausgleich der Hormone durch entsprechende Präparate dienen.

Testosteron wird aus dem Blutserum oder dem Speichel bestimmt. Eine Analyse ist hilfreich,

wenn Ihre Regel ausbleibt oder zu spät einsetzt (Amenorrhoe, Oligomenorrhoe),

bei Vermännlichungszeichen: Akne im Erwachsenenalter, Ausfall der Kopfbehaarung, Vermännlichung der weiblichen Körperbehaarung (Hirsutismus),

bei unerfülltem Kinderwunsch (PCOS, siehe Kasten >),

bei Frauen, die in der Postmenopause unter Leistungsschwäche leiden.

Wichtig für die Untersuchung: Da der Testosteronspiegel stark schwankt – die Werte am Morgen sind etwa um 20 Prozent höher als am Abend –, sollte die Blutentnahme zwischen 7 Uhr und 9 Uhr morgens erfolgen. Außerdem ist in diesem Zusammenhang ein Eiweißmolekül wichtig, das die Hormone wie ein Frachtkahn trägt: das SHGB (Sexualhormon-bindendes Globulin). Ist zu viel davon vorhanden, können zu wenig »frei schwimmende« Hormone an den Rezeptoren andocken. In diesem Fall mag der Gesamthormonspiegel dann zwar vorhanden sein, er zeigt allerdings nur wenig Wirkung. Wenn Frauen die Anti-Baby-Pille nehmen, ist SHBG meist (erwünscht) erhöht und senkt damit auch den freien Testosteronspiegel. Umgekehrt ist der freie Testosteronspiegel bei einem niedrigen SHBG-Wert erhöht, etwa beim Polyzystischen Ovarsyndrom (PCOS).

Die Testosterongeprägte Frau: die Unabhängige

Zu diesem weiblich-athletischen Hormontyp gehören etwa 15 Prozent der Frauen.

Körperbau

Schmale Hüften, kaum Po, schlanke Oberschenkel und eine wenig definierte Taille, dafür aber ausgeprägte Schultern und ein mittelgroßer bis großer Busen verleihen der Testosteron-geprägten Frau eine sportlich-athletische Erscheinung. Dies hängt nicht zuletzt mit der aufgrund des höheren Testosteronspiegels stärker ausgeprägten Muskelmasse zusammen, die auch leicht antrainiert werden kann. Frauen mit einem hohen Testosteronspiegel neigen außerdem zu stärkerer Körperbehaarung – auch im Gesicht.

Im Gegensatz zu den beiden anderen Hormontypen legt die klassische »Nomadin und Jägerin« bei einer fettbetonten Gewichtszunahme immer zuerst am Bauch zu. Beine, Hüften und Po bleiben dabei eher schlank.

Stoffwechsel

Wenn eine Testosterongeprägte Frau zunimmt, sollte sie unbedingt ihre Taille im Auge behalten. Und dies nicht unbedingt nur aus ästhetischen Gründen: Frauen dieses Typs neigen nämlich zu einer Körperfettverteilung, die im Zweifelsfall ernste Gesundheitsrisiken in Richtung Stoffwechselstörungen und/oder Gefäßerkrankungen birgt.

Weil das Insulin die Fetttröpfchen nicht dauerhaft in die Bauchfettzellen einschließen kann, fließen sie schon wenige Stunden nach dem Essen wieder ins Blut zurück und werden den ohnehin schon überernährten Muskel- und Leberzellen erneut angeboten. Die Leber verfettet und kann sich sogar entzünden. Die viel zu lange im Blut zirkulierenden Cholesterinfette lagern sich als Plaques an den Gefäßwänden ab, was im schlimmsten Fall zu einem Herzinfarkt oder Schlaganfall führen kann.

Da sich das Bauchfett jedoch im Gegensatz zu den Fettspeichern an Po und Oberschenkeln relativ leicht mobilisieren lässt, hilft neben einer eiweißreichen Ernährung, wie sie die Insulintrennkost für diesen Hormontyp vorsieht, vor allem ein gezieltes Muskelaufbautraining, um den Bauch flach zu halten. Gezielte Übungen finden Sie ab >. Testosterongeprägte Frauen nehmen übrigens schnell ab und fühlen sich generell leistungsfähiger, wenn sie schon mittags auf Kohlenhydrate verzichten und stattdessen eine reine Eiweißmahlzeit zu sich nehmen.

Psyche

Die Testosterongeprägte Frau ist nicht nur vom Aussehen und Auftreten her die klassische Amazone, das Cowgirl oder die Kriegerin. In Urzeiten war sie die Anführerin der Sippe, die matriarchale Jägerin und Verteidigerin der Höhle – und stand im Zweifelsfall ihren Mann. Tatsächlich fördert ein hoher Testosteronspiegel die Wettkampfbereitschaft, macht Lust auf Erfolg und mindert im Gegenzug die »Begeisterung« für Windelnwechseln und Familie. So zeigen Studien, dass Frauen, die im Beruf erfolgreich sind, einen erhöhten Testosteronspiegel aufweisen; allerdings ist nicht ganz klar, ob dieser tatsächlich die Ursache des Erfolgs ist oder seine Folge.

Ein höherer Testosteronspiegel sorgt in jedem Fall für Eigenschaften wie Selbstbewusstsein, Unabhängigkeitsstreben, Rücksichtslosigkeit und eine eher körperlich betonte Aggressivität, die ansonsten mehr dem männlichen Geschlecht zugeschrieben werden. Er ist im Gegenzug aber auch dafür verantwortlich, dass Frauen dieses Typs verstärkt Verantwortungsbewusstsein und Führungsqualitäten zeigen und den Mut haben, manchmal gegen den Strom zu schwimmen. Testosterongeprägte Frauen können mit einer teilweise unverhüllt zur Schau gestellten Libido sehr sexy wirken, so manchem Mann damit allerdings auch den Angstschweiß auf die Stirn treiben. Denken Sie an den männermordenden Popstar Grace Jones aus den Achtzigerjahren oder die Lara-Croft-Darstellerin und Mega-Mama Angelina Jolie: Sie dürfte rein vom Körperbau her gesehen über eine ordentliche Portion Testosteron verfügen.

TEST: WELCHER HORMONTYP SIND SIE?

Dieser Orientierungstest unterstützt Sie dabei, Ihren Hormontyp zu bestimmen und herauszufinden, welches Hormonformel-Programm Ihnen am besten hilft. Nehmen Sie sich eine Viertelstunde Zeit und kreuzen Sie die Aussagen an, die am ehesten auf Sie zutreffen.

1.

Gemeinsame Mahlzeiten mit dem Partner oder der Famile sind für mich wichtige Tagesrituale.

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2.

Ich habe keine Essgewohnheiten im klassischen Sinn. Also esse ich, wenn ich hungrig bin. Mitunter gibt es dann auch Junkfood oder was eben gerade so da ist.

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3.

Ich ernähre mich sehr bewusst und nehme nicht an allen Mahlzeiten meiner Familie teil.

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4.

Ich könnte mir gut vorstellen, ganz auf Fleisch zu verzichten und mich rein vegetarisch zu ernähren.

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5.

Ich esse gerne Brot, Kartoffeln, Nudeln und Reis. Auch bei Süßigkeiten jeder Art kann ich ganz schwer nein sagen.

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6.

Ich esse gerne und häufig Fleisch, Eier und/oder Fisch.

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7.

Ich frühstücke meist nicht und trinke erst im Büro eine Tasse Kaffee.

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8.

Ich frühstücke mal richtig gemütlich und viel, dann wieder gar nicht. Das hängt ganz davon ab, wie ich mich an diesem Tag fühle.

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9.

Ich esse morgens gerne und kann mir nicht vorstellen, auf mein Frühstück zu verzichten.

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10.

Ich verwöhne mich gerne zwischen durch einmal mit kleinen süßen oder herzhaften Leckereien.

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11.

Mein tägliches Abendritual mit einem Glas Prosecco oder gutem Wein hilft mir dabei, mich nach einem langen, anstrengenden Tag zu entspannen.

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12.

Ich bin beim Essen diszipliniert und achte sehr darauf, was ich wann zu mir nehme.

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13.

Wenn ich Ärger mit jemandem habe, versuche ich, die Ursache dafür möglichst schnell aus dem Weg zu räumen. Man kann ja über alles reden.

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14.

Ich streite mich nicht gerne und versuche daher, Konflikte möglichst zu vermeiden. Lieber schlucke ich den Ärger hinunter.

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15.

Emotionen und gelegentlich auch mal ein Wutausbruch sind wichtig, um Dampf abzulassen. Ich halte nichts davon, die eigenen Gefühle zu unterdrücken.

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16.

Ich bin ein kreativer Mensch und brauche einen gewissen Freiraum, um zu arbeiten und etwas Neues zu entwerfen.

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17.

Eine solide Ausbildung ist wichtig, ohne Zweifel. Wenn Kinder da sind, möchte ich aber lieber zu Hause bleiben und diese Aufgabe verantwortungsbewusst erfüllen. Dazu gehört es auch, dass ich meinem Partner den Rücken frei halte.

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18.

Ich habe einen großen Verantwortungsbereich und bin sehr erfolgreich in dem, was ich tue.

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19.

Ich bin sehr selbstständig bei allem, was ich mache.

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20.

Ich bin eher eine Einzelspielerin und gebe den Ball erst ab, wenn ich ein Team brauche, um ein Projekt erfolgreich durchzuführen.

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21.

Ich stehe nicht gerne im Mittelpunkt und dränge mich auch nicht gerne vor.

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22.

Ich erledige meine Aufgaben und Pflichten, so gut es geht. Wenn einmal etwas liegen bleibt, habe ich kein Problem damit.

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23.

In meiner Arbeit bin ich genau und beständig, bis ein Projekt abgeschlossen ist.

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24.

Ich habe keine Probleme damit, auch vor großem Publikum Vorträge zu halten oder im Mittelpunkt einer Gesellschaft zu stehen.

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25.

Herausforderungen ziehen mich an. Ich stelle mich ihnen gerne.

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26.

Mir ist es wichtig, dass ich im Leben gut vorankomme und meine eigenen Ziele erreiche.

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27.

Ich lege Wert darauf, dass es den Menschen um mich herum gut geht.

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28.

Ich möchte unbedingt eine eigene Familie gründen.

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29.

Familie ist wichtig. Sie ist aber nur ein Aspekt des Lebens.

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30.

Familie und Beruf sind vereinbar, auch wenn es viel Disziplin und ein gewisses Organisationstalent erfordert. Ich möchte auf keines von beiden verzichten.

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31.

Eine gute Paarbeziehung ist mir absolut wichtig. Dafür stecke ich auch mal selbst zurück.

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32.

Ich brauche eine lebendige Beziehung. Wenn die Liebe geht, finde ich es besser, dass man sich trennt und den Weg für eine neue Partnerschaft frei macht.

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33.

Ich bin eine Romantikerin und glaube an die große Liebe. Wichtig ist mir aber auch der partnerschaftliche Aspekt einer Beziehung.

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34.

Ich brauche morgens einige Zeit, um in die Gänge zu kommen.

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35.

Ich bin ein absoluter Morgenmensch und nach dem Aufstehen gleich fit und unternehmungslustig.

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36.

Ich schlafe sofort ein, nachdem ich mich hingelegt habe, und bin morgens in aller Regel gut gelaunt.

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37.

Ich komme normalerweise mit relativ wenig Schlaf aus.

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38.

Ich schlafe gut und brauche mindestens acht Stunden Schlaf, um mich zu erholen.

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39.

Ich komme während der Woche mit wenig Schlaf aus und ruhe mich dafür am Wochenende aus.

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40.

Ich kann mich und meine Interessen gut zurücknehmen, wenn es der gemeinsamen Sache dient. Dadurch ziehe ich allerdings gelegentlich den Kürzeren.

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41.

Ich kann mich und meine Interessen deutlich zum Ausdruck bringen, auch wenn ich mich damit gelegentlich unbeliebt mache.

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42.

Ich kann meine Interessen gut zum Ausdruck bringen, allerdings drücke ich sie nicht um jeden Preis durch.

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43.

Ich achte auf meine Gesundheit und gehe regelmäßig zu allen notwendigen Vorsorgeuntersuchungen.

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44.

Wenn ich krank bin, sehe ich zu, dass ich so rasch wie möglich wieder auf die Beine komme. Wozu gibt es Medikamente?

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45.

Wenn ich krank bin, greife ich auch mal zu naturheilkundlichen Maßnahmen wie Homöopathika.

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46.

Es gibt in meinem Leben gelegentlich Phasen von Niedergeschlagenheit oder Depressionen, in denen es mir an Lebensmut fehlt.

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47.

Stresssituationen machen mir Angst. Ich fühle mich dann oft ohnmächtig und hilflos.

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48.

Es gibt Phasen, in denen ich mich ziemlich ausgebrannt fühle. In der Regel schaffe ich es aber, mich wieder allein aufzuraffen und mit neuem Schwung weiterzumachen.

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49.

Auszeiten sind wichtig, damit es mir gut geht. Ich sorge daher gut für meine Work-Life-Balance und sehe zu, dass sich Phasen der Anspannung und Entspannung abwechseln.

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50.

In meiner Freizeit unternehme ich am liebsten etwas mit meiner Familie oder guten Freunden.

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51.

Klar sind Auszeiten ein Thema, aber ich nehme sie mir sicher viel zu selten. Etwas anderes ist bei meinem extremen Arbeitspensum aber auch nicht möglich.

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52.

Wenn ich krank bin, bin ich krank – das ist kein großes Drama. Ich bleibe daheim, ruhe mich ein paar Tage richtig aus und mache erst dann wieder weiter, wenn ich ganz auf den Beinen bin.

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53.

Wenn ich krank bin, sehe ich trotzdem zu, dass ich meine Arbeiten erledige. Ich bleibe erst dann zu Hause, wenn es gar nicht mehr anders geht.

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54.

Krankheit ist immer ein Signal des Körpers, dass er eine Auszeit braucht. Ich sehe zu, dass es gar nicht erst so weit kommt.

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55.

Ich bewege mich wohl etwas zu wenig, weil mich der Alltag und meine Familie so sehr fordern und einfach keine Zeit für Sport bleibt.

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56.

An Sport finde ich vor allem gut, dass Bewegung sich so positiv auf die Gesundheit auswirkt.

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57.

Bewegung tut mir gut, aber nur, wenn ich mich dabei auch so richtig auspowern kann.

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58.

Ich kann mir gut vorstellen, dass mir Sport in einer Gruppe Gleichgesinnter Spaß macht. Es darf nur nicht zu schweißtreibend sein.

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59.

Beim Sport kann ich optimal abschalten und runterkommen.

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60.

Ich mag Sportarten wie Yoga oder Tai Chi, die für mehr Beweglichkeit und für Entspannung sorgen.

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61.

Wenn ich mir frei nehme, kann ich wunderbar abschalten. Ich schlafe aus, lese vielleicht etwas und ruhe mich einfach aus.

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62.

Eine Entspannungstechnik wie Yoga, Autogenes Training oder Qi Gong beherrsche ich nicht. Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass das überhaupt etwas für mich ist.

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63.

Ich fühle mich oft erschöpft und von meinem Alltag überfordert.

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64.

Ich habe eine glatte, feste Haut, neige aber auch im Erwachsenenalter noch zu Hautunreinheiten.

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65.

Ich habe eine eher weiche und glatte Haut mit samtigem Hautbild.

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66.

Ich neige zu Fältchen und Krähenfüßen und habe eine trockene, empfindliche Haut.

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67.

Ich habe seidiges, aber leider auch wenig fülliges Haar.

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68.

Ich habe kräftiges Haar und neige auch ein wenig zum Damenbart.

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69.

Ich habe volles Haar, bin am Körper aber eher wenig behaart.

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70.

Ich neige zu Wassereinlagerungen an Fingern und Füßen sowie zu Cellulite an den Oberschenkeln und am Po.

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71.

Ich neige zu Besenreisern und Krampfadern.

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72.

Ich neige zu einer stärkeren Körperbehaarung.

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73.

Mein Monatszyklus ist regelmäßig.

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74.

Mein Monatszyklus ist recht regelmäßig. Er setzte aber relativ spät ein (mit 13/14 Jahren ) – und vergleichsweise auch recht früh wieder aus (zwischen dem 39. und 45. Lebensjahr).

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75.

Mein Monatszyklus war besonders als Teenager häufig unregelmäßig. Mit der Anti-Baby-Pille war es dann kein Problem mehr.

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76.

Meine Figur ist …

schlank und eher gleichmäßig von oben bis unten proportioniert. Weder der Brustkorb noch das Becken sind besonders ausladend, die Taille ist nicht auffällig schmal.

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schlank und mit eher eckigem Oberkörper mit starken Muskeln und Neigung zum Bauchansatz. Wenn ich Sport treibe, setze ich ziemlich rasch Muskeln an – was ich eigentlich garnicht möchte.

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ausgeglichen, mit einer schmalen Taille und rundlicher im unteren Körperbereich. Ich hätte gern weniger Po-Umfang.

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77.

Meine BH-Größe beträgt ...

75 B.

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70–80 (oder mehr) B, C oder D (oder mehr).

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65–70 A oder B.

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78.

Meine Taille ...

war und ist sehr schlank (60–80 cm).

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war eigentlich nie richtig vorhanden (90–100 cm).

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ist nur leicht ausgeprägt.

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79.

Mein Becken ist ...

rundlich und eher breit.

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nicht so breit und im Vergleich zur Taille nur wenig ausladend.

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eher schmal, bei recht kleinem Po (passt gut in Jeans).

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80.

Meine Schultern sind ...

eher schmal mit einer schlanken Silhouette.

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rund mit sanften Konturen.

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kräftig und eher muskulös eckig; ich kann gut zupacken.

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AUSWERTUNG

HORMONTYP IMG Östrogen

Die Fürsorgliche

Sie haben am meisten IMG angekreuzt.

Körperbau: Typische »Sanduhrfigur« oder »Birnenform« (gynoide Fettverteilung) mit schmalem Oberkörper, »normal« großem Busen und schlanker Taille, dafür aber überproportional ausladenden Hüften und festen Oberschenkeln

Haut: Glatt und rosig, festes Bindegewebe, neigt zu blauen Flecken

Haar: Voll und kräftig

Knochenbau: Eher zierlich, nicht sehr hoch gewachsen

Muskulatur: Normal

Gesundheit: Gut, robust

Gewichtsfalle: Wassereinlagerungen vor der Menstruation, Cellulite

Was für Sie wichtig ist: Muskelaufbautraining, viele Alltagsaktivitäten, Yoga für die Hormonbalance, Ernährung aus reichlich Kohlenhydraten, tagsüber weniger tierisches Eiweiß und Fett

Ihr Hormonformel-Programm: Insulintrennkost, Yoga und Muskelaufbautraining für den Östrogen-geprägten Typ, regelmäßige Entspannungseinheiten

HORMONTYP IMG Gestagen

Die Ehrgeizige

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Körperbau: Eher schmaler Mitteltyp zwischen Östrogen- und Testosteron-geprägter Frau; schmale Taille, kleiner bis mittelgroßer Busen, schmale bis mittelbreite Schultern, breiteres Becken, eher schlanke Schenkel

Haut: Trocken, empfindlich, neigte in der Pubertät zu Akne

Haar: Fein, dünn

Knochenbau: Langgliedrig, hoch gewachsen. Diese Frauen sind oft sehr groß (späte Menarche bedingt späten Wachstumsfugenschluss)

Muskulatur: Längliche, schlanke Muskeln

Gesundheit: Sensibel, eher infektanfällig

Gewichtsfalle: Kohlenhydrate zwischendurch, zu wenig Bewegung

Was für Sie wichtig ist: Ausdauertraining, Yoga für die Hormonbalance, Ernährung aus wenig Kohlenhydraten und Fett und reichlich hochwertigem Eiweiß

Ihr Hormonformel-Programm: Insulintrennkost, Yoga und Ausdauertraining für den Gestagen-geprägten Typ, regelmäßige Entspannungseinheiten

HORMONTYP IMG Testosteron

Die Unabhängige

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Körperbau: Sportlich, athletisch, breite Schultern, großer Busen, wenig ausgeprägte Taille, schmales Becken und kaum Po, lange, muskulöse Beine

Haut: Unreine oder Mischhaut, eventuell Neigung zu Pubertätsakne

Haar: Voll, kräftig

Knochenbau: Stark

Muskulatur: Ausgeprägt, voluminös, lässt sich leicht antrainieren

Gesundheit: Starkes Immunsystem, aber Neigung zu Bluthochdruck, Arteriosklerose und bei Übergewicht Typ-2-Diabetes

Gewichtsfalle: Mischkost. Das Gewicht steigt auch durch regelmäßiges Krafttraining, weil die Muskelmasse zunimmt. Da diese aber Körperfett ersetzt, sinkt der Bauchumfang.

Was für Sie wichtig ist: Ausdauer- und Muskelaufbautraining, Yoga für die Hormonbalance, eiweißbetonte Ernährung

Ihr Hormonformel-Programm: Insulintrennkost, Yoga, Ausdauer- und Muskelaufbautraining für den Testosteron-geprägten Typ, regelmäßige Entspannungseinheiten

Was die Jahre mit sich bringen

Sie haben auf den vorangegangenen Seiten viel darüber erfahren, wie die Hormone Ihren Körper, Ihren Stoffwechsel und Ihren Gefühlshaushalt beeinflussen. Sie wissen nun auch, dass Frauen nicht nur aus anderen Gründen und an anderen Körperpartien zu- und abnehmen als Männer, sondern dass sie sich zudem in drei unterschiedliche Hormon- beziehungsweise Körperbautypen unterscheiden lassen. Hinzu kommt noch, dass der weibliche Körper aufgrund seiner spezifischen Entwicklungsphasen über die Jahre hinweg vielen Veränderungen unterworfen ist.

Geburt, Kindheit, Pubertät, Zyklus, Schwangerschaft, Wechseljahre und Menopause sorgen im Hormonhaushalt einer Frau ein Leben lang für mehr oder minder radikale Schwankungen, die sich auf Körper und Seele auswirken. Jede Phase kann – je nach Hormontyp – zu einer hormonell bedingten oder ausgelösten Gewichtszunahme führen. Dabei geht das Gewicht zumeist schleichend in die Höhe, bis eine in jungen Jahren normalgewichtige Frau als Seniorin schließlich 20 Kilogramm mehr auf die Waage bringt. Denn erinnern Sie sich: Als Frau sind Sie rein biologisch gesehen darauf programmiert, Vorräte zu sammeln und festzuhalten. Eine besondere Rolle kommt dabei dem Hormon Insulin zu (siehe > ff.). Es begleitet Frauen in allen Lebensphasen und entscheidet ganz wesentlich darüber, ob Sie an Fettmasse zulegen. Zum Glück jedoch können Sie gerade auf die Produktion dieses Hormons ganz gezielt Einfluss nehmen, indem Sie Ihre Nahrung so auswählen und zusammenstellen, dass Ihr Blutzuckerspiegel auf einem gleichmäßigen Niveau bleibt und dick machende Insulinspitzen vermieden werden. Die typgerechte Insulintrennkost hilft Ihnen dabei (siehe ab >).

FRÜHE PRÄGUNG

Die Entscheidung über Dick oder Dünn fällt bei immer mehr Frauen (und Männern) schon sehr früh – im Bauch ihrer Mutter. Während Kinder von normalgewichtigen Frauen in der Regel ohne Gewichtsprobleme heranwachsen, werden Babys von deutlich übergewichtigen Müttern später ebenfalls leichter dick. Dasselbe gilt übrigens auch für Babys, deren Mütter in der Schwangerschaft sehr wenig essen. Denn wenn eine Frau in den 40 Wochen ihrer Schwangerschaft weniger als 6 Kilogramm zunimmt, hungert auch der Fötus über Monate. Die Folge: Der Hypothalamus des Ungeborenen programmiert das Hungerzentrum um, Hunger- und Sättigungsgefühl geraten aus der Balance. Das Kind leidet später unter einem überstarken Hunger auf besonders fetthaltige Lebensmittel – ein Phänomen, das bis ins hohe Erwachsenenalter anhält. Der Grund dafür: Im Gehirn produzieren bestimmte Nervenkerne, die für das Hungergefühl zuständig sind, verschiedene Nervenbotenstoffe (Neurotransmitter). Diese wiederum machen Hunger auf unterschiedliche Nährstoffe – also entweder auf Süßes, auf Eiweiß oder auf Fettes. Derjenige Neurotransmitter beispielsweise, der Lust auf Fett macht, heißt Galanin, ein Neuropeptid, das die Nahrungsaufnahme (ähnlich wie das vom Magen gebildete Ghrelin, siehe >) stimuliert. Galanin und Ghrelin bewirken bei Tieren eine aktive Stimulation des Fressverhaltens. In Versuchen mit hungernden Rattenmüttern etwa hatten die Jungen besonders dicke Nervenkerne für Galanin entwickelt.

Ob sich das in ähnlicher Weise auf den Menschen übertragen lässt, ist nicht geklärt. Allerdings weiß man, dass Kinder, die bei der Geburt weniger als 3200 Gramm wiegen, ein drei- bis sechsfach erhöhtes Risiko tragen, als Erwachsener dick zu werden und an Diabetes zu erkranken.

Der andere Muttertypus ist durch genetisch bedingte Insulinmast (Testosteron-geprägter Typ) und falsche Nahrungszusammenstellung oft schon vor der Schwangerschaft übergewichtig. Durch die Gestagene, die die Schwangerschaft sichern, kommt es bei diesen Frauen zu einer zusätzlichen Insulinresistenz: Die Muskeln der übergewichtigen Schwangeren nehmen weniger Nährstoffe auf; überschüssige Kalorien aus Nahrungszucker und -fett werden daher in die Unterhautspeicher verfrachtet. Die Folge ist häufig eine intensive Gewichtszunahme zwischen 15 und 25 Kilogramm.

Aus biologischer Sicht machte das über Jahrtausende betrachtet durchaus Sinn: Die Fettdepots sollten später als Still- und Energiereserve dienen. Für die Steinzeitmama war es (überlebens-)wichtig, viele Reserven für die Schwangerschaft, die Geburt und die beginnende Stillperiode zuzulegen. Denn man hat berechnet, dass der Kalorienbedarf für diese Phasen im Leben einer Frau insgesamt etwa 140 000 Kalorien beträgt – das entspricht rund 18 bis 20 Kilogramm Fett. Dieses Fett meldet über den Botenstoff Leptin (siehe >) an die Eierstöcke: Jetzt kann es funktionieren, Mutter und Kind könnten einen Winter überleben. Weil heute jedoch Lebensmittel fast überall in unbegrenzten Mengen zur Verfügung stehen, müsste der Körper keine Extradepots mehr anlegen.

Auf die Insulinresistenz reagiert die Bauchspeicheldrüse der werdenden Mutter erneut mit einer erhöhten Produktion an Insulin, sodass das Kind im Mutterleib von vielen Nährstoffen regelrecht überflutet wird. Ab der zweiten Schwangerschaftshälfte produziert dann oft auch die Bauchspeicheldrüse des Fötus zu viel Insulin – unter anderem, um den Zucker der eventuell schon diabetischen Mutter zu senken. Diese Kinder werden riesig (»big babies«) und wiegen bei der Geburt 4500 bis 5000 Gramm. Hinzu kommt, dass sie aufgrund des Insulinüberschusses wenige Stunden nach der Geburt einen hypoglykämischen Schock erleiden können – wie ein Diabetiker. Schließlich war das Baby an eine überhöhte Traubenzuckerversorgung gewöhnt, die mit dem »nährstoffreichen« Körper der Mutter plötzlich wegfällt. Fehlt den Kraftwerken der Nervenzellen bei starker Unterzuckerung der Zuckernachschub, können sie absterben. Die Folge sind irreparable Hirnschäden. Um dies zu vermeiden, legen Geburtshelfer und Kinderärzte oft hochprozentige Zuckerinfusionen an, die erst nach und nach reduziert werden.

Vermutlich trinken die großen Babys als Säuglinge auch mehr als »normale« Kinder und bleiben daher bis ins Kindergartenalter übergewichtig. Dabei können sie gar nichts dafür, dass sie ständig Appetit haben. Schließlich wurde ihr Gehirn schon vor der Geburt auf Futtern programmiert, denn höhere Insulinspiegel lösen Unterzuckerhunger aus.

TIPP

Wenn Kinder abnehmen sollen

Zu dicke Kinder können mit der Insulintrennkost auf gesunde Art abnehmen. Dabei gilt die Regel: vier Mahlzeiten am Tag – und zwar im Rhythmus Kohlenhydrate, Mischkost, Mischkost, Eiweiß. Dazwischen gibt es keine Snacks oder Säfte und Limos.

Dicke Kinder, arme Kinder

Mädchen und Jungen stehen heute ernährungsbedingt unter reinstem Insulinstress. Zu jeder Tageszeit steht eine Mischkost aus Milch, Schokolade, Fruchtjoghurts, Döner oder Pizza bereit, dazu gibt es viel vermeintlich gutes Obst und Saft. Der Organismus der Heranwachsenden wird so vom ersten Lebensjahr an mit einem Überschuss an Insulin bombardiert. Entsprechend dick plustern sich die Inselzellen in der Bauchspeicheldrüse auf, in denen das Insulin produziert wird. Die noch wenigen Muskelzellen werden bereits jetzt stark überfüllt und leiden durch zu hohen Energieumsatz an oxidativem Stress, der Membranschäden in den Zellkraftwerken (Mitochondrien) verursacht. Um sich zu schützen, ziehen die jungen Zellen den Großteil ihrer Insulinrezeptoren ein.

Die Kinder selbst spüren den hohen Insulinspiegel in Form von Heißhunger infolge der häufigen Unterzuckerung. Weil sie – hormonell (Insulin) bedingt – ständig Appetit vor allem auf Zucker und Fett haben, liegt die Nahrungsaufnahme nicht selten über dem eigentlichen Bedarf; die Kinder werden dick. Und das hat Folgen: Sie tun sich schwer beim Schulsport, was ihnen wiederum die Freude an der Bewegung als natürlichem Regulationsmechanismus verleidet. Sie werden von anderen Kindern ausgelacht und gemobbt – und essen daraufhin oft erst recht, um sich zu trösten.

Irgendwann ist die maximale Aufnahmekapazität der Fettzellen in der Unterhaut erreicht: Bindegewebszellen (Fibroblasten) bilden dann neue Fettzellen aus. So bleibt das dicke Kind bis zur Pubertät übergewichtig und wird seinen Babyspeck einfach nicht los. Hat sich dazu noch eine besondere Vorliebe für Käse, Wurst und Fleisch entwickelt – vor allem durch das Vorbild der Eltern –, füllt das Insulin diese gesättigten tierischen Fettsäuren in die noch zarten Muskelzellen. Dadurch verfetten die restlichen inneren Insulinrezeptoren und werden funktionslos. Die Muskelzellen nehmen keinen Zucker mehr auf – ein Typ-2-Diabetes bildet sich aus; bereits tausende von Kindern sind davon in Deutschland und weltweit betroffen. Dann hilft nur eines: Die ganze Familie muss mithilfe einer angepassten Insulintrennkost gegen die Kilos angehen. Beugen Sie als Eltern lieber vor. Forscher der Universität Göttingen bestätigten 2008, dass Eltern nicht nur die Veranlagung für eine bestimmte Gewichtsklasse an ihre Kinder weitergeben, sondern auch eine immense Vorbildfunktion in puncto Essen und Bewegung haben.

PUBERTÄT: DIE WEICHEN WERDEN GESTELLT

Etwa um das Ende des ersten Lebensjahrzehnts herum läuten Hormone aus dem Hypothalamus bei Mädchen das Ende der Kindheit ein. Dabei beeinflussen sich die Reifung des Gehirns (Entwicklung der Sozialkompetenz, des Körperbilds und der Sexualität), die Reifung der Hormondrüsen (Hypophyse, Nebennieren, Eierstöcke) und die körperliche Entwicklung (Längen- und Muskelwachstum, Brüste, Schambehaarung und Menstruation) gegenseitig. In den Eierstöcken reifen Eifollikel heran; sie produzieren die Östrogene, welche die erste Regelblutung (Menarche) auslösen und den Körper des Mädchens verändern und fraulich werden lassen.

INFO

Wenn Mädchen unter ihrem Körper leiden

Neuere Gender-Studien (Geschlechterforschung) zeigen, dass Mädchen ihre körperliche Entwicklung in der Pubertät mit zunehmender Unzufriedenheit wahrnehmen. Hinzu kommt, dass weibliche Jugendliche ihren Körper als weniger kontrollierbar erleben, ihm aber gleichzeitig wesentlich mehr Aufmerksamkeit schenken als gleichaltrige Jungen. Zwar sind bei beiden Geschlechtern Zufriedenheit mit dem eigenen Körper und Selbstwertgefühl eng miteinander verknüpft; bei Mädchen ist diese Abhängigkeit jedoch stärker ausgeprägt. Und sie legen eher äußere, also durch die Familie oder Gesellschaft vorgegebene Maßstäbe an ihr Erscheinungsbild an. Wenn man heranwachsenden Mädchen nicht erklärt, dass ihr Appetit normal und berechtigt ist, starten sie in diesen Jahren häufig die erste Hungerdiät. Der wachsende und reifende Körper wehrt sich dagegen mit Heißhungerattacken: Der erste Schritt in eine unglückliche Diätkarriere ist getan.

Die erste hormonelle Insulinresistenz

Als völlig normaler Entwicklungsschritt entsteht mit der Pubertät beim gesunden, bis dahin gertenschlanken Mädchen durch die Hormonblockade der Insulinrezeptoren an den Muskeln eine Insulinresistenz. Die nicht mehr verbrauchte Energie wird von dem ansteigenden Insulin in die Fettzellen gelenkt. Dadurch kann der Körper auch ein Energiepolster für die erste Schwangerschaft anlegen, während sich der wachsende Muskel- und Skelettapparat tüchtig kräftigt, um ein Kind tragen zu können. Mädchen brauchen zwischen dem 12. und 17. Lebensjahr erheblich mehr Energie (600 bis 1000 Kilokalorien extra pro Tag) und haben deshalb oft starken Hunger – auch auf Eiweiß wie Fleisch, Geflügel, Käse und Ei.

Gegen Ende der Pubertät haben die meisten Mädchen dann einen regelmäßigen Eisprung und einen Zyklus zwischen 26 und 28 Tagen. Ab jetzt beeinflussen erlernte Essgewohnheiten, der tägliche Kalorienverbrauch durch Alltagsbewegung sowie der individuelle Östrogenspiegel und natürlich die Insulinreaktionen das weitere Gewicht und die Körperproportionen wesentlich.

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Weil Gebärmutter und Eierstöcke über einen Rückkopplungskreislauf mit dem Gehirn verbunden sind, beeinflussen ihre Hormone auch das Essverhalten.

Die Hormontypen entstehen

Sind die ersten Weichen in Richtung Körpergewicht gestellt, kommt es in der Pubertät zu einer nächsten Typdifferenzierung. Dabei entscheiden die Erbteile von Mutter und Vater sowie der Großeltern wesentlich darüber, welche Art von Hormonandockstellen sich an den Körperzellen des jungen Mädchens ausbilden. Handelt es sich stärker um Gestagenrezeptoren (Hormontyp: Gestagengeprägte Frau), eher um Östrogenrezeptoren (Hormontyp: Östrogen-geprägte Frau) oder – was für viele neu klingen mag – um Testosteronrezeptoren (Hormontyp: Testosterongeprägte Frau)? Und was bedeuten die unterschiedlichen Typenmerkmale für das Körperbild?

Bei Östrogen-geprägten Mädchen tritt die Menstruation bereits im Alter von zehn bis zwölf Jahren ein und die Periode ist dann meist schon früh regelmäßig.

Gestagen-geprägte Mädchen neigen aufgrund des Östrogenmangels in der Pubertät zu Akne. Die Menarche tritt erst mit 12 bis 14 Jahren ein.

Testosterongeprägte Mädchen leiden häufig unter Pubertätsakne, weil die relativ starke Testosteronwirkung zu einer Überproduktion der Talgdrüsen führt. Ihre Menstruationszyklen sind eher unregelmäßig. Dabei bleibt die Regel immer wieder einmal aus und die Mädchen haben keinen Eisprung. Mädchen dieses Hormontyps entwickeln oft einen kräftigen Appetit auf Fleisch, Käse oder Eier. Aufgrund des hohen Muskelanteils und des kräftigen Knochenbaus wiegen sie relativ viel, auch wenn sie kein (Fett-)Übergewicht haben.

DIE ERWACHSENE FRAU

Ab der Pubertät mit der ersten Blutung (Menarche) bis zu den Wechseljahren (Menopause) stößt die Gebärmutterhöhle Monat für Monat ihre Schleimhaut ab: Dies ist die Menstruation. Der Zyklus dauert im Durchschnitt 28 Tage und kommt durch das Wechselspiel verschiedener Geschlechtshormone zustande (Östrogen, Progesteron sowie bestimmte Botenstoffe im Gehirn).

Nach jeder Monatsblutung beginnt ein neuer Zyklus. Dabei wird im Hypothalamus der Botenstoff GnRH (Gonadotropin-Releasing-Hormon) freigesetzt. Er regt die Hypophyse an, Luteinisierendes Hormon (LH) und Follikel-stimulierendes Hormon (FSH, siehe zu beiden auch Tabelle >/>) auszuschütten. Beide Botenstoffe sind in der Zyklusmitte kurzzeitig erhöht und entscheidend für den Eisprung. Sobald sie in den Eierstöcken angedockt haben, regt das FSH die Bildung von Östrogenen (Östradiol) aus Androgenen an: Eizellen in den Eibläschen (Follikeln) reifen heran und die granulose (körnige) Zellschicht wird ihrerseits aktiviert, weiter aus Testosteron Östrogen zu bilden, um den Eifollikel zu nähren. In dieser Wachstumsphase sorgt zirkulierendes Östradiol für den Aufbau der Gebärmutterschleimhaut und bereitet damit die Einnistung einer befruchteten Eizelle vor.

Beim Eisprung verlässt die gereifte Eizelle das Eibläschen und wandert über den Eileiter in Richtung Gebärmutter. Wird die Eizelle auf ihrem Weg durch ein Spermium befruchtet, nistet sie sich in der Gebärmutter ein. Das im Eierstock verbliebene Eibläschen wandelt sich jetzt zum Gelbkörper um, der Progesteron (ein Gestagen) herstellt. Dieses Hormon sorgt während einer Schwangerschaft unter anderem dafür, dass keine anderen Eizellen heranreifen.

Wird die Eizelle nicht befruchtet, geht sie zugrunde; der Gelbkörper bildet sich zurück. Damit sinkt zunächst der Progesteronspiegel stark, später fällt auch der Östrogenspiegel ab. Die Gebärmutterschleimhaut wird nicht mehr ernährt und als monatliche Regelblutung ausgeschieden. So gesehen liegt die Ursache für die weibliche Menstruation in einem Hormonentzug.

TIPP

So vermeiden Sie einen Gewichtsanstieg nach dem Eisprung

Weil durch den Anstieg des Gelbkörperhormons (Gestagen) die Insulinresistenz wächst, können Sie nach dem Eisprung leicht bis zu zwei Kilogramm zunehmen. So können Sie bei starkem Übergewicht gegensteuern:

Setzen Sie auf proteinreiche Nahrung: Selbst wenn Sie aufgrund Ihres Hormontyps mittags durchaus Mischkost verzehren könnten, sollten Sie nach dem Eisprung für 10 bis 14 Tage auch beim Mittagessen auf Eiweiß pur setzen.

Trinken Sie ausreichend: Nehmen Sie täglich mindestens 1,5 Liter Flüssigkeit in Form von Tee, Mineralwasser oder klarer Bouillon zu sich. Das entwässert.

Ab ins Wasser: Schwimmen und Aquafitness straffen das Gewebe an Po und Oberschenkeln und fördern die Durchblutung. Wenn Sie keine Wasserratte sind, helfen Radfahren, Walking oder Rollerbladen, die Problemzonen zu festigen.

Lymphdrainage: In der Lymphe sammeln sich Stoffwechselprodukte und Fette, die den Lymphfluss behindern und zu Wasseransammlungen führen (Lipoödeme). Mithilfe einer Lymphdrainage wird die gestaute Flüssigkeit schneller durch die Bauchlymphgefäße abgeführt, wobei gleichzeitig die Darmfunktion angeregt wird. Gönnen Sie sich einmal pro Monat einen Besuch bei einer entsprechend ausgebildeten Kosmetikerin oder Physiotherapeutin.

Kneippsche Güsse: Um das Gewebe zu straffen und den Blutkreislauf anzuregen, duschen Sie Ihre Beine morgens und abends kalt ab – immer von den Knöcheln aufwärts bis zur Leiste und wieder zurück.

Peeling für die Haut: Massieren Sie in sanften Kreisbewegungen ein Peelingprodukt auf die Beine. Nach dem Abspülen tragen Sie in großen Bewegungen eine Feuchtigkeitscreme auf und beenden die Behandlung mit einer Massage – wieder von den Fußgelenken bis hinauf zu den Oberschenkeln.

Werden Sie aktiv: Bewegen Sie sich regelmäßig. Gehen Sie so viel wie möglich zu Fuß und steigen Sie Treppen. Legen Sie zwischendurch die Füße hoch. Sortieren Sie zu enge Schuhe aus und tragen Sie High Heels und Co. nur ein paar Stunden am Tag. Auch enge Jeans behindern den Lymphfluss und verursachen Wasseransammlungen.

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Der weibliche Menstruationszyklus wird geprägt von den Hormonen, die in der Hypophyse (Luteinisierendes Hormon/LH und Follikel-stimulierendes Hormon/FSH) sowie in den Eierstöcken selbst gebildet werden (Östrogen, Progesteron). Dabei bestimmt der Hormonstatus auch den Hunger und den Gewichtsverlauf der Frau.

Gewichtsfalle prämenstruelles Syndrom

Ist die erste Zyklushälfte noch Östrogen- und die zweite Progesteron-dominiert, fallen kurz vor der Regelblutung beide Hormonspiegel ab. Viele Frauen bemerken dies an Spannungsgefühlen und Schmerzen in den Brüsten; auch Stimmung, Appetit und Essverhalten ändern sich. Außerdem lagert sich aufgrund des relativen Östrogenüberschusses (das Progesteron fällt schneller ab) in dieser Zyklusphase verstärkt Wasser ein. Dies führt dazu, dass so manche Frau schnell einmal ein bis zwei Kilogramm zunimmt.

Sinkt dann auch das Östrogen, nimmt vermutlich auch die Produktion des Neurotransmitters Serotonin im Gehirn ab. Sobald eine Frau Mangel an diesem »Wohlfühlhormon« hat – ein Umstand, der auch die Stimmung trübt –, entwickelt sie Heißhunger auf Kohlenhydrate (Zucker), der oft nur durch ein oder zwei Tafeln Schokolade oder einen großen Becher Nusseis gestillt werden kann. Um den Blutzuckerspiegel nach diesem Exzess wieder zu regulieren, produziert die Bauchspeicheldrüse Insulin und blockiert die Körperentwässerung. Der Grund dafür: Das auszuscheidende Salzwasser wird von den Nieren wieder zurückgeschickt, um die Verflüssigung und Verdünnung der konzentrierten Lebensmittel zu erleichtern. Dies führt ebenfalls zu Wassereinlagerungen (Ödemen) und Cellulite – und sorgt dafür, dass die Zeiger der Waage nach oben schnellen.

Den Pfunden den Kampf ansagen

All diese Schwankungen sind normal und regulieren sich nach der Blutung wieder. Da es im Lauf des prämenstruellen Syndroms häufig zu Heißhunger auf Süßes und Schokolade kommt, führen sie in manchen Fällen und im Lauf der Zeit jedoch zu einer schleichenden Gewichtszunahme. Das Gemeine dabei ist: Übergewicht, das durch die Wirkung von Hormonen aufgebaut wurde, lässt sich weder durch Hungerkuren noch durch exzessiven Sport einfach so abbauen. Was dagegen hilft, ist die typgerechte Insulintrennkost.

Die zweite hormonelle Insulinresistenz

Die Bestätigung einer Schwangerschaft ist sicher einer der bewegendsten Momente im Leben einer Frau – vor allem, wenn es sich um ein Wunschkind handelt. Dabei bekommt die werdende Mutter den Umbruch und Wandel in ihrem Leben, der sich mit jedem Kind einstellt, hautnah zu spüren: Ihr Hormonhaushalt schaltet jetzt auf »noch weiblicher«. Das Immunsystem verändert sich und der Mutterkuchen, der das Ungeborene mit Nahrung und Sauerstoff versorgen wird, produziert selbst Hormone (etwa Progesteron). Nicht zuletzt ändern sich auch das Gewicht und die Körpersilhouette.

TIPP

Wenn Hormone dick machen

Bei hormonell bedingtem Übergewicht hilft keine Diät. Sie können sich nur durch konsequente beziehungsweise intensivierte Insulintrennkost von den überflüssigen Kilos befreien, zum Beispiel mit einer Kohlenhydratmahlzeit um 8 Uhr sowie je einer Eiweißmahlzeit um 13 Uhr und zwischen 19 bis 20 Uhr. Mehr zum Biorhythmus der Ernährung erfahren Sie ab >.

Zuzunehmen ist jetzt ganz normal

Das befruchtete Ei leitet nun die zweite bedeutsame »normale« Insulinresistenz am Muskel der Mutter ein (nach der ersten während der Pubertät), der eine entsprechende Hyperinsulinämie nachfolgt. Der Muskel soll nicht mehr selbst alle Kalorien verbrauchen, damit der Körper genug Fett als Still-, Wärme- und Kraftreserve anlegen kann.

Im ersten Schwangerschaftsdrittel nimmt die werdende Mutter, sofern sie vorher normalgewichtig war, in der Regel aber erst einmal etwas ab. Zum einen benötigt sie jetzt noch nicht mehr Energie als vor der Schwangerschaft. Zum anderen kann Schwangerschaftserbrechen zu einem Gewichtsverlust führen (bedingt durch den Effekt des Schwangerschaftshormons hCG, das sogar zur Schilddrüsenüberfunktion führen kann).

Im zweiten Drittel ist es normal, wenn die Schwangere 250 bis 400 Gramm pro Woche zunimmt.

Im letzten Drittel können es sogar 500 bis 600 Gramm wöchentlich sein. Sicherheitshalber sollten Sie bei einer Zunahme von 500 Gramm und mehr pro Woche unbedingt Ihren Arzt zu Rate ziehen, weil der Verdacht auf Schwangerschaftsdiabetes oder Präeklampsie besteht (Schwangerschaftsvergiftung mit folgenden Symptomen: starke Ödeme, Bluthochdruck und Krämpfe – besonders im achten und neunten Monat).

Zunächst hängt die Gewichtszunahme mit den Veränderungen des eigenen Körpers zusammen, später dann auch mit der Entwicklung des Kindes. Kurz vor der Geburt wiegen allein Gebärmutter und Fruchtwasser je etwa 1000 Gramm, die Plazenta rund 500 Gramm und das Baby 3000 bis 3500 Gramm. Zudem wachsen die Brüste der Mutter, ihre Blutmenge vermehrt sich und ihr Gewebe lagert Wasser ein. Diese Reserven dienen als Puffer und werden dem Gewebe im Notfall entzogen – beispielsweise um einen akuten Blutverlust auszugleichen. Sie sorgen auch dafür, dass Frauen nach der Geburt stillen können, ohne viel zu trinken.

Ab der 40. Woche sollte sich das Gewicht dann nicht mehr ändern. Denn Übergewicht wird oft von Bluthochdruck begleitet, was Mutter und Kind schaden kann. Lassen Sie sicherheitshalber regelmäßig Ihren Bludruck messen und achten Sie auf Wassereinlagerungen, die sich durch schwere Füße oder dicke Finger bemerkbar machen.

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In der Schwangerschaft blockieren Gestagene die Insulinrezeptoren der Muskelzellen und führen so zu einer hormonell bedingten Insulinresistenz. Dadurch steigt der Insulinpegel im Blut und das Hormon lenkt die überschüssige Energie als Stillreserve und Brennstoffspeicher für kalte Winter ins Fettgewebe.

Vorsicht, überflüssige Pfunde

Das Problem: Viele Frauen entwickeln in der Schwangerschaft einen deutlich stärkeren Appetit als zuvor. Denn unter dem Einfluss der Hormone, der physiologischen Insulinresistenz und Hyperinsulinämie sowie mit dem Bewusstsein der Schwangerschaft ändern sich auch das bewusste und unbewusste Essverhalten. Schließlich muss Frau nun nicht mehr mit schlanker Taille den Mann bezirzen. Hinzu kommt: Damit es ihrem werdenden Kind gut geht, steht jetzt vermehrt Kalorienreiches auf dem Speiseplan. Vieles davon sind versteckte Dickmacher, wie Malzbier, Fruchtsäfte und Schorle, aber auch Obst oder Fruchtjoghurts, die dem Körper eine Extraportion Vitamine und Kalzium für die Knochen liefern sollen. Deshalb schlägt – wie schon in der Pubertät – die Insulinfalle doppelt zu.

Wenn beispielsweise eine Testosterongeprägte Frau seit dem Kindergartenalter mit extrem insulintreibender Mischkost ernährt wurde – also der verhängnisvollen Mischung aus tierischem Protein plus Kohlenhydrate (Stärke und Zucker), hat sich das Insulin bereits auf ein stark überhöhtes Niveau aufgeschwungen. Fruchtjoghurts, Obstquark, Käsebrote, Schokoriegel, Eiscreme, Pizza und Burger haben ihre aggressiven Spuren hinterlassen.

Vom rundlichen Kindergartenmädchen über das übergewichtige Schulkind wächst die Teenagerin deutlich in Höhe und Breite. Schuld daran ist das massiv einsetzende Wachstumshormon, das Knochenlängen- und Muskelzunahme antreibt und einen neuen Mitspieler ins Feld führt: das IGF1 (Insulin-growth-Faktor 1). Dieser Extrafaktor lässt die Fettzellen zusätzlich anschwellen und verhindert sogar, dass sie wie andere Zellen auch nach einer gewissen Zeit absterben (Apoptose) – obwohl dieser Zelltod eigentlich genetisch programmiert ist. Dies gilt im Besonderen für Testosterongeprägte Frauen, in eingeschränktem Maße aber auch für die beiden anderen Hormontypen.

Daher ist es gar nicht so selten, dass Schwangere selbst 20 bis 30 Kilo Zusatzgewicht nicht als übermäßig, geschweige denn als problematisch ansehen.

Kommt zur angegessenen auch noch die hormonelle Insulinresistenz, führt dies zur völligen Verfettung der Muskelzellen; die Rezeptoren werden funktionslos. Die Folge: Schwangerschaftsdiabetes.

Gesund essen und trotzdem abnehmen

Häufig verschwinden die 10 bis 15 überschüssigen Kilos auch nach der Geburt nicht mehr. Der Grund: Normalerweise ist der weibliche Körper so gebaut, dass die Mutter während der Stillzeit gut versorgt ist. Sie könnte sogar Hungerzeiten ausgleichen, indem die Fettreserven an den Oberschenkeln abgebaut und Kalzium aus ihren Knochen abgezogen würden. Extra dafür werden von der ersten Periode an bis ins 23. Lebensjahr Reserven angelegt. Hat eine Frau jedoch zu gut vorgesorgt, bleibt der Stoffwechsel auch nach der Geburt ganz der alte: Was nicht verbrannt wird, beispielsweise durch kräftige regelmäßige Bewegung oder Sport, bleibt in den Fettdepots. Das ist umso wahrscheinlicher, weil mit dem Baby kaum Zeit für die Fitness bleibt. Und wenn das Neugeborene tagsüber schläft, nutzen viele Mütter diese Zeit auch selbst lieber für eine Extraeinheit Schlaf.

Mithilfe der Insulintrennkost (siehe > ff.) können Übergewichtige ihr Gewicht selbst während der Schwangerschaft sehr gut regulieren. Schließlich geht es gerade in dieser Phase darum, nicht zu schnell und zu stark zuzunehmen. Zudem müssen werdende Mütter darauf achten, dass sie mit der Nahrung genügend Mineralstoffe, Spurenelemente, Vitamine und Eiweiße aufnehmen, denn jetzt werden an den weiblichen Körper besondere Ansprüche gestellt.

Übergangszeit Wechseljahre

Meist zwischen dem 45. und 55. Lebensjahr beginnt der Lebensabschnitt der Wechseljahre (Klimakterium). Nach Pubertät und Schwangerschaft ist dies die dritte große Übergangszeit im Leben der Frau, in der sich der Hormonhaushalt noch einmal grundlegend verändert: Die Funktion der Eierstöcke lässt langsam nach. Zuerst fällt das Progesteron mehr und mehr ab. Entsprechend erhöht sich erst einmal der Östrogenspiegel relativ. Nach und nach tendiert aber auch das Östrogen gegen Null; die letzte Monatsblutung stellt sich ein.

In der ersten Phase, der Prämenopause, treten aufgrund des ausbleibenden Eisprungs und des damit einhergehenden Progesteronausfalls eher unspezifische Beschwerden auf, wie Schlafstörungen, Stimmungsschwankungen und Nervosität.

In der Perimenopause können dann die typischen Wechseljahrssymptome auftauchen, wie heftige Hitzewallungen und Schweißausbrüche. Andere Symptome sind Depressionen, Herzrasen, Herzrhythmusstörungen sowie trockene Schleimhäute und Schmerzen beim Geschlechtsverkehr.

Meist ist die Periode in beiden Phasen schon unregelmäßig: Ab dem 45. Lebensjahr fällt erst jeder dritte, dann jeder zweite Eisprung aus – zuletzt dann alle. Bei Gestagen-geprägten Frauen beginnt diese Phase nicht selten schon zehn Jahre früher (Früh-Menopause). Doch Vorsicht: Solange Sie noch einen Eisprung haben, können Sie auch noch schwanger werden. Wenn Sie keine Kinder (mehr) möchten, sollten Sie daher nach wie vor verhüten.

Das Jahr im Anschluss an die letzte Monatsblutung bezeichnet man als Menopause.

Der Zeitraum danach bis etwa zum 65. Lebensjahr wird Postmenopause genannt.

Begleitende Wechseljahrsbeschwerden

Ungefähr 20 Prozent der Frauen haben während des Klimakteriums überhaupt keine oder kaum Beschwerden; ihr Körper kann auf Hilfe von außen verzichten. Bei einem Großteil der Frauen allerdings sinkt der Hormonspiegel so schnell, dass sie diesen Prozess durchaus als körperliche und seelische Belastung empfinden. Schließlich hat sich ihr Körper über Jahrzehnte an die positive Kraft der Hormone gewöhnt.

Wer weiß, wie sich das prämenstruelle Syndrom (siehe >) anfühlt, erhält eine schwache Ahnung davon, wie sich die Wechseljahre äußern können. Trotzdem: Wie eine Frau mit den begleitenden Symptomen umgehen wird, lässt sich in jungen Jahren nicht sagen. Nicht selten kommt es anders als erwartet. Daher ist es schwierig, sich im Voraus auf das Klimakterium vorzubereiten: Die Wechseljahre stellen sich ein, ohne dass eine Frau diesen Prozess willentlich beeinflussen kann. Denn ihr Körper beschließt selbst, wann der geeignete Zeitpunkt gekommen ist.

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Der typische Gewichtsverlauf im Leben einer Frau ist Insulin-gesteuert. Die drei Phasen im Leben einer Frau, in denen sich ihr Hormonstatus massiv verändert, sind geprägt von einer Insulinresistenz und Hyperinsulinämie.

Gewichtsphase 1: Der Progesteronspiegel sinkt

Sinkt in der Prämenopause der Progesteronspiegel, stellen sich bei den meisten Frauen zunächst Schlafstörungen ein; auch die Merkfähigkeit lässt nach. Weil zugleich in der zweiten Zyklushälfte phasenweise der Östrogenspiegel überwiegt, legen Frauen aber noch nicht zwangsläufig an Gewicht zu. Dennoch: Bleibt das Essverhalten gleich, verändert sich der Körper. Sinkt danach auch das muskelstimulierende Östrogen, wird die Frau insgesamt fülliger. Bei Gestagen-geprägten Frauen beginnt diese Phase bereits mit Mitte 40, bei Testosteron-geprägten Frauen um das 50. Lebensjahr, bei Östrogen-geprägten sogar erst ab Mitte 50.

Bei starken Periodenblutungen kann der Gynäkologe Gestagenhormone verschreiben, um den Östrogenspiegel zu kompensieren. Das spielt insbesondere bei Myomen in der Gebärmutter und bei einer durch die Blutungen ausgelösten Anämie (Blutarmut) eine wichtige Rolle. Progesteron gilt als ungefährlich und schützt zudem sehr gut vor Gebärmutterkrebs (beispielsweise als vaginal eingeführte Kügelchen).

Auch wenn die Wechseljahre psychische Probleme wie Depressionen und Ängste mit sich bringen, sollten Sie professionelle Hilfe annehmen, um sich das Leben zu erleichtern. Wird der Mangel an dem auf die Psyche wirkenden Progesteron ausgeglichen, ist der Schlaf erholsamer. Albträume, Angst und Gefühlsschwankungen lassen nach und das Selbstwertgefühl steigt wieder.

Gewichtsphase 2: Der Östrogenspiegel fällt ab ...

In der zweiten und eigentlichen Phase der Wechseljahre (Perimenopause) bilden die Eierstöcke keine Follikel und schließlich auch keine Östrogene mehr. Den einsetzenden Östrogenmangel beantwortet der Körper, indem zunächst Luteinisierendes Hormon (LH), dann auch Follikel-stimulierendes Hormon (FSH) ansteigen. Der klassische Menopausen-Hormonstatus, der sich anhand eines Blutbildes nachweisen lässt, sieht immer folgendermaßen aus: hohes LH und FSH sowie niedriges Progesteron und Östrogen. FSH ist jetzt zwei- bis viermal so hoch wie im »normalen« Zyklus und heizt das Temperaturzentrum im Gehirn richtig an: Es kommt zu den berühmt-berüchtigten Hitzewellen ohne Fieber. Jetzt können auch die typischen Menopausensymptome auftreten: Die Haut wird schlaffer, der Haarwuchs lässt nach, zuweilen kommt es gar zu Haarausfall.

Die Schleimhäute in der Scheide bilden sich zurück, die Scheide wird trocken, die Beckenbodenmuskulatur lässt nach (siehe Kasten >). Die Knochenarchitektur vermindert sich. Herz-Kreislauf-Beschwerden nehmen zu und das Risiko, an porösen Knochen (Osteoporose) oder Arteriosklerose (Arterienverkalkung) zu erkranken, steigt.

... und der Cortisolspiegel steigt

Laut einer Studie der University of Greenwich von 2002 reduziert Östrogen die Produktion der Stresshormone Cortisol und Adrenalin. Aufgrund dieser schützenden Wirkung sind Frauen zumindest in jüngeren Jahren grundsätzlich weniger stressanfällig als Männer. Allerdings schwankt auch bei jüngeren Frauen der Östrogenspiegel um die Menstruation herum, was sie zum einen stressempfindlicher und reizbarer macht, zum anderen aufgrund stressbedingter Essgewohnheiten auch zu Gewichtsschwankungen führen kann (siehe auch >). Dies trifft umso stärker auf die Wechseljahre zu, in denen das Östrogen immer mehr sinkt. Denn entsprechend steigt der Cortisolspiegel immer weiter an. Hinzu kommt, dass sich jetzt auch der DHEA-Spiegel (Dehydroepiandrosteron) in der Nebenniere verändert. Dieses Androgen (Vorstufe des männlichen Geschlechtshormons) ist ebenfalls ein Gegenspieler des Cortisols: Es senkt die Stressbereitschaft und mindert die Fettansammlung am Bauch. Fehlt DHEA, kann Dauerstress unzählige »Frustpfunde« und einen »Menopausenbauch« fördern.

Tatsächlich sind Stress und die Unfähigkeit abzunehmen bei vielen Frauen eng miteinander verzahnt und ein wohlbekannter Faktor in ihrer Gewichtsbiografie. Das Hormonformel-Entspannungsprogramm ab > trägt viel dazu bei, diesem Teufelskreis zu entkommen.

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Ein heikles Thema: Inkontinenz und genitale Schmerzen

Obwohl Inkontinenz (Blasenschwäche mit unfreiwilligem Harnabgang) und Scheidentrockenheit in und nach den Wechseljahren neben dem Selbstwertgefühl auch das Liebesleben und damit die Partnerschaft empfindlich stören können, werden sie häufig als unabwendbar hingenommen und verschwiegen. Dabei leiden, bedingt durch den Östrogenmangel, vier von zehn Frauen unter den Beschwerden.

Der Grund: In der Scheidenhaut sowie im Bindegewebe des Beckenbodenbereichs befindet sich eine Vielzahl von Östrogenrezeptoren. Das Weiblichkeitshormon regt im Vaginalbereich die Zellerneuerung, Durchblutung und Feuchtigkeitssekretion an. Unter Östrogenmangel verlangsamen sich diese Prozesse oder werden sogar gestoppt. Die Vaginalhaut wird dünner und empfindlicher. Der pH-Wert in der Scheide verändert sich, es kommt zu Infektionen.

Wenn Sie unter den genannten Beschwerden leiden, kann Ihnen der Arzt Scheidenzäpfchen oder eine Vaginalcreme mit dem körpereigenen natürlichen Östrogen Östriol verschreiben. Allerdings: Bis sich das Scheidengewebe vollständig erholt hat und die Inkontinenz beseitigt ist, können drei bis sechs Monate vergehen.

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So positiv die Wirkung der Geschlechtshormone auf Körper und Psyche auch sein mag: Sie hält nicht ein ganzes Frauenleben lang an. Schon mit 30 nimmt die Produktion von Östrogen, Gestagen und Testosteron je nach Hormontyp mehr oder weniger deutlich ab.

Jetzt können natürliche, geringe Hormonmengen, die mittels eines Gels durch die Haut eingebracht werden, helfen, das Altern der Haut, der Gefäße, der Schleimhäute und der Knochen bei fehlendem Risiko um ein Jahrzehnt nach hinten zu verschieben (siehe auch Kasten >).

Der Menopausenbauch entsteht

Kaum sind Progesteron und Östrogen auf dem Nullpunkt, herrscht dafür ein Androgenüberschuss aus den Nebennieren: Zusammen mit einem zu hohen Insulinspiegel entgleist jetzt selbst bei bisher normalgewichtigen Frauen die Anzeige auf der Waage. Der Taillenumfang kann je nach Hormontyp um 10 bis 20 Zentimeter zunehmen. Die Bauchfettzellen haben allerdings auch etwas Gutes: Ihnen stehen sogenannte Aromatasen zur Verfügung, körpereigene Enzyme, die einen großen Teil des Androgens wieder zu Östron umwandeln. So bleibt das weibliche Erscheinungsbild erhalten, das sich unter starkem Androgeneinfluss ansonsten ungehindert vermännlichen würde. Der Bauch der reiferen Frau ersetzt also gewissermaßen den Eierstock.

Das bedeutet aber keineswegs einen Freischein für zusätzliche Pfunde. Zwei bis drei Kilos zusätzlich zum durchschnittlichen Körperfettgehalt von 20 Kilogramm (BIA-Messung, siehe >) – mehr sollte es nicht sein, um den positiven Effekt der Bauchfettzellen zu nutzen.

Meist schon ab dem 40. Lebensjahr und mit jedem weiteren Jahr verringert sich die aktive Muskelmasse jährlich um ein Prozent. Das macht sich in der Kraftleistung, der Verletzungsanfälligkeit und auch im Energieverbrauch bemerkbar. Somit sind die Wechseljahre der dritte Hormonabschnitt im Leben einer Frau, der geprägt wird von einer Insulinresistenz und Hyperinsulinämie – einfach weil die Muskulatur stetig abnimmt, wenn sie nicht genug gefördert wird (siehe auch Grafik >).

Ab nun nehmen Folgekrankheiten wie Diabetes mellitus, Bluthochdruck, Durchblutungsstörungen der Beine, Herzinfarkt und Schlaganfall zu. All dem können Frauen jedoch sehr effektiv Einhalt gebieten. Es lässt sich gar nicht oft genug wiederholen, wie wichtig und wertvoll in diesem Alter eine stoffwechselgerechte und eiweißreiche Insulintrennkost bei gleichzeitig regelmäßigem Training zum Muskelaufbau ist. Tatsächlich lässt sich durch ein einfaches Übungsprogramm (wie dem Hormonformel-Krafttraining ab >) der sukzessive Muskelabbau stoppen und sogar wieder rückgängig machen.

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Pflanzliche Hormone

Frauen, die aufgrund einer familiären Veranlagung ein erhöhtes Risiko für Krebs oder Stoffwechselkrankheiten haben, fürchten meist die Hormonersatztherapie und greifen eher zu aus Pflanzen gewonnenen Hormonen (Phytoöstrogenen). Doch es gibt bislang keine Studien, die belegen, dass Östrogene aus Soja oder Rotklee an den Östrogenrezeptoren schonender wirken als synthetische Hormone. Hinzu kommt, dass pflanzliche Hormone nur bei schwächeren Wechseljahrssymptomen Erleichterung schaffen, die ein gesunder Lebensstil ebenfalls gut lindern kann (ausgewogene Ernährung, wenig Tee, Kaffee und Alkohol, viel Bewegung, Yoga und Entspannung).

In Studien zur Wirksamkeit in den Wechseljahren wurden bisher hauptsächlich Sojaextrakte geprüft. Der Grund: Asiatinnen, deren Nahrung einen wesentlich höheren Sojaanteil aufweist, leiden deutlich weniger an hormonell bedingten Alterserscheinungen und Gewichtszunahme als Frauen in der westlichen Welt. Allerdings essen sie von Kindheit an sojareich und versorgen ihren Körper nicht erst im fortgeschrittenen Alter mit den gesunden Inhaltsstoffen. Daher heißt es in einer neueren Studie der Uni Göttingen, sich nicht allzu viel von Sojapräparaten zu erhoffen. Auch das Versprechen, dass Phytoöstrogene die Knochen stärken, konnte bisher nicht ausreichend belegt werden. Dass pflanzliche Mittel nicht immer harmlos sind, zeigen Präparate mit Traubensilberkerze: Sie können in Einzelfällen zu schweren Leberschäden führen.

Die Hormontypen im Überblick

Östrogen-geprägte Frauen leiden in der Anfangsphase der Wechseljahre oft unter dem überhöhten Östrogenspiegel, der sich durch Wassereinlagerungen, Spannungsgefühl und überempfindliche Haut bemerkbar macht. Um diese Beschwerden sowie Schlafstörungen und Stimmungsschwankungen auszugleichen, kann der Arzt für die zweite Zyklushälfte Progesteron verschreiben, etwa in Form eines Progesterongels.

In der zweiten Phase der Wechseljahre haben Östrogen-geprägte Frauen in der Regel weniger Probleme als andere Hormontypen, da sie durch Östrogen aus dem Fettgewebe weiterhin relativ gut versorgt sind. Bei starkem Übergewicht besteht jedoch genau aus diesem Grund auch ein erhöhtes Brustkrebsrisiko (Mammakarzinom).

Gestagen-geprägte Frauen kommen relativ früh in die Wechseljahre, daher besteht das höchste Altersrisiko. Weil teilweise schon ab Mitte 30 kein Eisprung mehr stattfindet, reduziert sich der gewebepflegende und knochenschonende Östrogenzyklus um weitere Jahre. Vor allem die maximale Knochenmasse (peak-bone-mass) ist bei Gestagen-geprägten Frauen deutlich geringer als bei den anderen Hormontypen. Osteoporose und Arteriosklerose können die Folge sein, gerade wenn die Ernährung zu wenig Eiweiß enthält. Besonders gefährdet sind Raucherinnen und Untergewichtige.

Testosterongeprägte Frauen nehmen die Wechseljahre sehr unterschiedlich wahr. Überwiegen im Vorfeld die männlichen Hormone, gehen Akne und männliche Behaarung meist zurück, weil die Eierstöcke weniger produktiv sind. Allerdings steigt in dieser Lebensphase das Risiko für einen vermehrten Bauchumfang und damit für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Deswegen sollten gerade Testosterongeprägte Frauen nicht rauchen und auf ihren Blutdruck achten, um weitere Risikofaktoren auszuschließen. Nicht zuletzt können die Wechseljahre bei diesem Hormontyp zu heftigen Stimmungsschwankungen führen, weil das mildernde Östrogen abfällt.

Die Chance nutzen: Achtsamkeit entwickeln

Neben den Umstellungen im Körper kommt es während der Wechseljahre häufig noch zu anderen Veränderungen im Leben einer Frau: Die Kinder werden erwachsen und verlassen das Haus. Endlich ist genug Zeit und Kraft vorhanden, um sich zum Beispiel beruflich (wieder) stärker zu engagieren. Manche Frauen empfinden diesen Wandel als schwere Belastung, fühlen sich unweiblich, unattraktiv und nutzlos. Andere blühen regelrecht auf und probieren Dinge aus, auf die sie schon immer Lust hatten: Sie machen Sport, schlagen einen zweiten Bildungsweg ein oder verreisen – kurzum, sie genießen ihr Leben in vollen Zügen. Das wirkt sich auch auf die Partnerschaft aus. In vielen Fällen entsteht eine neue Nähe, es können aber auch Probleme auftauchen.

Eins ist klar: Lässt die Funktion der Eierstöcke nach, bedeutet das auf keinen Fall den Verlust der Weiblichkeit. Schließlich handelt es sich um einen ganz natürlichen Vorgang und daher sollten Sie die Veränderungen mit Achtsamkeit, Selbstliebe und Gelassenheit betrachten.

Eine stoffwechsel- und hormontypgerechte Ernährung und die Zufuhr von Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen sind jetzt besonders wichtig. Die Insulintrennkost-Rezepte ab > versorgen Ihren Körper mit allem, was er braucht.

Hochwertiges Eiweiß strafft Muskulatur und Bindegewebe, regt den Knochenstoffwechsel an und beugt Übergewicht vor. Auch dies berücksichtigt die Insulintrennkost.

Bewegung und Sport helfen gegen zahlreiche Begleiterscheinungen der Wechseljahre – und dabei, das Gewicht zu halten. Wenn Sie sich viel bewegen, baut der Organismus außerdem weniger schnell ab. Lassen Sie sich durch das Hormonformel-Programm ab > inspirieren. Es bietet Ihnen verschiedene Übungen zum Kraftaufbau und Anregungen für ein leichtes Ausdauertraining. Der Yogazyklus trainiert Ihre Beweglichkeit und wirkt zugleich positiv auf die hormonbildenden Drüsen. Er ist also ein perfektes Rundumprogramm.

Eine Hormonersatztherapie kann, sofern Sie dies möchten, viele Wechseljahrsbeschwerden lindern. Mithilfe einer Blutuntersuchung kann Ihr Arzt dazu Ihren individuellen Hormonstatus ermitteln.

Naturheilkundliche Verfahren wie Akupunktur können eine Hormontherapie wirksam ergänzen und unter Umständen sogar ersetzen.

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Hormonersatztherapie: Fluch oder Segen?

In Deutschland nimmt nur jede zehnte Frau zwischen 40 und 79 Jahren synthetische Hormone gegen Wechseljahrsbeschwerden ein. Lange Zeit galt die Hormonersatztherapie (HRT: Hormone replacement therapy) von Beginn der Wechseljahre bis ans Lebensende als regelrechtes Verjüngungsmittel; selbst 60-Jährige hatten dank ihr glatte Haut und volles Haar. Dabei war der ursprüngliche Zweck der HRT ein ganz anderer: Sie sollte typische Wechseljahrsbeschwerden wie zum Beispiel Hitzewallungen, Schweißausbrüche und Scheidentrockenheit lindern sowie Herzinfarkt und Osteoporose vorbeugen.

»Anti-Aging-Kur« mit Folgen

Seit Ende der Neunzigerjahre zeigen jedoch einige große Studien, dass synthetische Hormone in Tablettenform das Risiko für Brustkrebs, Schlaganfall und Thrombosen erhöhen – vor allem bei älteren, übergewichtigen Frauen, die zudem noch rauchen. Ein besonders hohes Risiko geht dabei von Mitteln mit einer Östrogen-Gestagen-Kombination aus, insbesondere wenn Medroxyprogesteronacetat als Gestagen eingesetzt wird.

Heute verschreiben Ärzte daher vorwiegend natürliche Hormone mit sehr geringen Risiken, die in clevere »Transportsysteme« wie Pflaster oder Gel verpackt sind. Weil sie über die Haut wirken oder vaginal appliziert werden, wirkt im Kreislauf nur etwa ein Zehntel der oralen Dosis. Man nimmt zudem an, dass in der Postmenopause körperidentische Hormone besser geeignet sind als synthetische.

Das Ende des »Gießkannenprinzips«

Nicht zuletzt empfehlen die meisten Ärzte eine Hormonersatztherapie heute nur noch bei ausgeprägten Wechseljahrsbeschwerden und unter Berücksichtigung des individuellen Stoffwechsels.

Denn auch wenn die Hormonersatztherapie die wirksamste medikamentöse Behandlungsmöglichkeit gegen Hitzewallungen und Schwitzen darstellt: Hormone können zwar helfen, sie ersetzen aber nicht das persönliche Bemühen um einen gesunden, dem Alter angepassten Lebensstil. Dazu bedarf es einer ausgewogenen Ernährung, regelmäßiger Bewegung und Entspannungseinheiten für die Seele.

Risikofaktor Übergewicht

Dass ein paar Kilos zu viel das Seelenleben einer Frau beeinträchtigen und bei jüngeren Frauen nachgewiesenermaßen sogar für depressive Verstimmungen sorgen können, ist das eine. Langjähriges Übergewicht gilt bei Frauen aber mittlerweile als ein eigenständiger Risikofaktor für Brust- und Dickdarmkrebs – in Deutschland immerhin die beiden häufigsten Krebserkrankungen bei Frauen. Und auch die Prognose nach einem diagnostizierten Brustkrebs verschlechtert sich, wenn Sie sich falsch ernähren und dadurch der Insulinspiegel dauerhaft erhöht ist.

Problematisch werden die Fettpolster besonders dann, wenn sie sich am Bauch sammeln. Das betrifft vor allem Testosterongeprägte Typen sowie Frauen nach den Wechseljahren, also in der Menopause. Denn die Fettzellen an Bauch und Taille haben es in sich. Sie sind weitaus aktiver als die im Unterhautgewebe an den Beinen, am Po und an den Hüften. Aus den Bauchfettzellen schwemmen ständig freie Fettsäuren, Entzündungsstoffe und blutdruckerhöhende Stoffe ins Blut. Im schlimmsten Fall kann dies zu einem Herzinfarkt oder Schlaganfall führen.

FETTZELLEN: WICHTIGE STEUEREINHEITEN

Fettzellen sind nicht per se schlecht, sondern haben, solange sich ihre Anzahl in einem verträglichen Rahmen bewegt, ihren biologischen Sinn als wichtige Steuereinheiten für viele Stoffwechselvorgänge. Sie beeinflussen die Funktion des Gehirns, der Leber, der Bauchspeicheldrüse und auch des Immunsystems. Das Fettgewebe spielt zudem eine bedeutende Rolle als Hormonproduzent und insbesondere bei Frauen auch bei der langfristigen Steuerung ihrer Fruchtbarkeit und ihres Energiehaushalts. So setzt beispielsweise erst ab einer bestimmten Körperfettmasse die Pubertät ein. Dies ist auch der Grund dafür, dass bei jungen Frauen, die hungern müssen oder magersüchtig sind, die Regelblutung ausbleibt.

Ein wichtiges Stoffwechselhormon, das in den Fettzellen gebildet wird und über Hunger, Sättigung und Fruchtbarkeit bestimmt, ist das Leptin (siehe >).

So wird aus Bauchfett ein Hormonstörfall

Ein Erwachsener hat – je nach Menge von Unterhautfett und Taillenumfang – 40 bis 120 Milliarden Fettzellen. In jeder von ihnen steckt neben einem Öltropfen als Energiespeicher für schlechte Zeiten eine Vielzahl an Hormonen, Boten- und Entzündungsstoffen sowie viele weitere Substanzen, die im Fettgewebe hergestellt, aus Vorstufen zusammengesetzt oder umgebaut werden. Über 100 davon konnten Wissenschaftler bis heute bereits identifizieren.

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»Eva-Infarkt« durch Stress

In Deutschland sterben weit mehr Frauen an einem Herzinfarkt als an Brustkrebs. Dennoch gilt Herzinfarkt noch immer als typische Männerkrankheit und dementsprechend wissen die wenigsten Frauen über ihre besondere Gefährdung Bescheid.

Die Hauptursache dafür, dass Frauen öfter am Infarkt sterben als Männer: Typische Beschwerden wie Engegefühl in der Brust und ausstrahlende Schmerzen in den linken Arm treten häufig überhaupt nicht auf. Deshalb wird die Gefahr nicht erkannt. Stattdessen klagen Frauen über spezifisch weibliche Anzeichen des sogenannten Eva-Infarkts: Sie zeigen meist weniger eindeutige Symptome, sind kurzatmig und ungewöhnlich müde, fühlen sich schwach, leiden unter Übelkeit und Erbrechen.

Tatsächlich haben 65- bis 79-jährige Frauen ein dreifach höheres Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen als Männer. Zu den »weiblichen« Risikofaktoren für einen Infarkt zählen in den Jahren davor Bluthochdruck, Rauchen, Übergewicht, Stress und Diabetes mellitus.

Gefahr Insulinresistenz

Bei starkem Übergewicht produzieren Fettzellen (Adipozyten) besonders große Mengen an sogenannten Adipokinen. Diese sind in höherer Konzentration schädlich, können Entzündungen an den Gefäßwänden hervorrufen, die Wirkung von Insulin schwächen, die Auflösung von Thromben verhindern und so die Verengung von Gefäßen begünstigen. Zudem scheint es sich bei vielen Adipokinen um Botenstoffe zu handeln, mit deren Hilfe Fettzellen mit anderen Organen kommunizieren. Gerät das bei Normalgewichtigen fein ausbalancierte System von körperinternen Anweisungen aus dem Rahmen, steigt die Menge der Botenstoffe aus dem Fettgewebe und bringt die Körpersignale durcheinander. Wenn dann eines Tages das Insulin an den Muskeln und der Leber nicht mehr richtig wirkt, ist der Stoffwechsel aus dem Ruder gelaufen.

Unter dieser Vorstufe von Typ-2-Diabetes leiden viele Übergewichtige – häufig ohne es zu wissen: Ihre Bauchspeicheldrüse produziert zwar noch immer jede Menge Insulin. Es kann aber nicht mehr richtig wirken, weil besonders in den Muskelzellen viele der Hormonandockstellen bereits durch den Insulinüberschuss blockiert sind (siehe auch Abbildungen Seite 18–20). Auf diese Weise versuchen die Zellen zu verhindern, dass sie noch mehr Nährstoffe aufnehmen müssen, weil sie doch schon übervoll sind.

Zu viel Fett macht krank

Neben dem regen Austausch unzähliger Botenstoffe startet in den übermäßig vergrößerten Fettzellen eine wahre Massenproduktion von Entzündungsstoffen (Zytokinen), wie zum Beispiel Tumor-Nekrose-Faktor-a (TNF-a) und Interleukin-6 (IL-6). Der Grund: Wohlgefüllte Fettzellen stellen jetzt Stoffe her, die die Fresszellen der Immunabwehr (Makrophagen) anlocken. Diese »Gesundheitspolizei« des Körpers vernichtet nämlich nicht nur Bakterien und andere Fremdkörper, sondern baut auch überladene und überalterte Fettzellen ab – eben mittels der genannten Entzündungsreaktionen.

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Wie viel Bauch ist noch gesund?

Noch zuverlässiger als die Errechnung des BMI (siehe Kasten >) ist die Messung des Bauchumfangs – vor allem wenn es darum geht, ein erhöhtes Gesundheitsrisiko auszuschließen. So geht’s:

Bei einem regelmäßigen Menstruationszyklus messen Sie Ihren Taillenumfang am besten in der ersten Zyklushälfte. Denn zum Ende der zweiten Zyklushälfte leiden manche Frauen aufgrund des Progesteronabfalls am prämenstruellen Syndrom (PMS): Jetzt lagert sich im ganzen Körper und auch in der Bauchregion Flüssigkeit ein, die sich nach der Periode jedoch rasch wieder verflüchtigt.

Tasten Sie seitlich die Weichteillücke zwischen der untersten zwölften Rippe und dem knöchernen Beckenoberrand. Führen Sie an dieser Stelle in gerader Linie ein Maßband um den Oberbauch; diese Linie liegt meist etwas oberhalb des Bauchnabels.

Messen Sie Ihren Bauch zwischen zwei Atemzügen. Das Band darf eng am Körper anliegen, soll aber nicht einschnüren.

Bei einem Bauchumfang unter 79 Zentimetern besteht allenfalls ein gefühltes oder »kosmetisches« Übergewicht, das jedoch keinesfalls gesundheitsgefährdend ist. Bei Männern sind 85 bis 94 Zentimeter ideal.

Bei 80 bis 87 Zentimetern besteht bei Frauen ein leicht erhöhtes Risiko, eine Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus Typ 2) und Herz- Kreislauf-Erkrankungen zu entwickeln. Bei Männern steigt das Risiko für diese Krankheiten bei einem Bauchumfang zwischen 95 und 102 Zentimetern.

Ein Bauchumfang zwischen 88 und 95 Zentimetern gilt bei Frauen bereits als gesundheitlich bedenklich (bei Männern ab 102 Zentimetern).

Ab einem Wert von 95 Zentimetern steigt das Risiko für Frauen deutlich.

Gefährliche Wechselwirkungen

Makrophagen stellen mengenmäßig die größte Gruppe an Entzündungszellen im Fettgewebe dar. Sie wandern aus dem Blut ins Fettgewebe und bilden hier einen ganz besonderen Zelltyp aus, der wesentlich dazu beiträgt, dass stark Übergewichtige ein höheres Herz-Keislauf- und Stoffwechselrisiko haben als Normalgewichtige. Der Grund: Die Fettgewebsmakrophagen stehen in einer intensiven Wechselwirkung zu den Adipozyten und verursachen so jede Menge Störungen, die zum einen zur bekannten Insulinresistenz führen und zum anderen die Produktion weiterer entzündlicher Zytokine fördern. Übergewicht führt so zu einem Zustand chronischer Entzündung. Als eine Ursache dafür haben Wissenschaftler Sauerstoffmangel ausgemacht, weil die immer größere Fettmasse nicht mehr an genügend Blutgefäße angeschlossen werden kann.

Um den Teufelskreis zu durchbrechen, der durch das fatale Zusammenspiel von Fress- und Fettzellen entsteht, gibt es nur eine erfolgversprechende Strategie: Ändern Sie Ihren Lebens- und Ernährungsstil, sodass er wirklich zu Ihnen passt. Steigen Sie um auf die typgerechte Insulintrennkost.

Erste Symptome beachten

Die wenigsten Frauen ahnen, dass Stimmungsschwankungen und allgemeine Schlappheit unter Umständen nicht nur mit der alltäglichen Belastung oder mit Schlafmangel, sondern auch mit ihrem Bauchumfang zusammenhängen. Nehmen Sie daher solche Signale Ihres Körpers ernst, vor allem wenn Ihr Taillenumfang im kritischen Bereich liegt (siehe Kasten >). Denn zu viel Fett um die Taille kann ernsthafte Erkrankungen nach sich ziehen, wie:

Bluthochdruck

Diabetes mellitus

Arteriosklerose (entzündliche Gefäßverengung)

Herzinfarkt

Schlaganfall (Gehirninfarkt)

Muskelschmerzen (Fibromyalgie-Syndrom)

Thrombose und Lungenembolie

Gallensteine

Vorzeitigen Gelenkverschleiß (Hüften, Knie)

Gicht

Fettstoffwechselstörungen

Depressionen

Fettleber bis zur fettbedingten Leberentzündung

Erhöhtes Tumorrisiko (siehe Kasten >)

Ziehen Sie die Bremse!

Bevor Sie nun ermattet das Buch zur Seite legen – vielleicht weil sich Ihr Taillenumfang bereits im riskanten Bereich bewegt –, sollten Sie noch diese gute Nachricht lesen: Die Produktion von Adipokinen in den Fettzellen lässt sich nicht nur stoppen, sondern sogar umkehren, indem Sie ab sofort stoffwechselgerecht essen und gezielt etwas für Ihren Hormonhaushalt tun. Mit der Lektüre dieses Buches haben Sie den ersten Schritt dazu bereits getan. Jetzt müssen Sie nur noch mit dem Hormonformel-Programm beginnen.

Hilfe mit dem Skalpell?

Eine Fettabsaugung (Liposuktion) hilft – an den Oberschenkeln oder am Gesäß – allenfalls kosmetisch. Mehr als zwei bis drei Kilogramm kann ein Schönheitschirurg nicht aus der Unterhaut beseitigen. Wenn Sie Ihren Lebensstil danach nicht umstellen, also gesund essen und sich mehr bewegen, kann es sogar gefährlich werden: Denn durch das Absaugen werden Zellen im Unterfettgewebe zerstört. An diesen Stellen kann sich also kein neues Fett anlagern. Stattdessen lagert es sich nun vermehrt im riskanteren inneren Bauchbereich an.

Der zunächst sichtbare Erfolg des Absaugens ist also nur von kurzer Dauer – trotz des hohen finanziellen Aufwands. Setzen Sie also besser auf einen Ihrem Hormontyp entsprechenden Ernährungsstil. Das ist billiger und bringt mehr.